Serie

Der 13. Spieltag: Berti verteilt ne Möhre extra...

01.01.2001, 13:00 Uhr von:  Redaktion

Tatort BundesligaEndlich ist unser "good, old Berti" wieder back in business. Und zwar mit Pauken und Trompeten. Logo, dass der Spieltag da nur in Zeichen des Vogts stehen kann. Frei nach Stefan Raab erhält er deswegen auch die ehrenvolle Aufgabe den Spieltag nochmals Revue passieren zu lassen und ne Möhre extra für besondere Leistungen und Verdienste zu verteilen. Oder eben auch keine...

Sechszig und Stuttgart trennen sich unentschiedenKeine Möhre extra gab es beispielsweise für den TSV 1860 München. Das 2:2 in Stuttgart war bereits das 7-te sieglose Spiel der Löwen infolge. Vielleicht auch ein Grund warum der heißumworbene Jan-Derek Sörensen das Olympia-Stadion nur als Gast betreten wird. Angesichts dieser Tatsachen sollte sich Löwen-Trainer Lorant, dessen Weißheiten zur Zeit wieder Hochkonjunktur besitzen und selbst dem legendären Herberger Konkurrenz machen, folgende Aussage doppelt überdenken: "Wenn im Mannschaftsbus ein Handy klingelt, kann der Spieler aussteigen. Das Handy hat er ja, um sich ein Taxi zu rufen." Denn bei den Gewohnheiten unter den Profifußballern heutzutage, dürften sich die Siegchancen insbesondere bei Auswärtsfahrten und einer strikten Befolgung seiner Drohung deutlich verringern...

Ottmar Hitzfeld erlebte eine NiederlageNe Möhre extra wiederum hat sich die Frankfurter Eintracht verdient. Der beinahe historische Sieg bei den B*y*rn macht die Liga spannender. Aber halt! Ausgerechnet bei Hitzfelds B*y*rn gelang den Frankfurtern der erste Auswärtssieg der Saison? Hitzfelds Gegenüber Felix Magath bereitete dieses Ereignis natürlich überaus gute Laune. So unvorbereitet wie er auf diesen Sieg jedoch war, fiel ihm als Erklärung für die gerade eben vollbrachte Sensation nur folgendes Sprichwort ein: "Unverhofft kommt oft." Nun gut, unverhofft war der Sieg, wie angemerkt, allemal. In dem Punkt wird ihm sicherlich niemand widersprechen wollen. Aber oft? Oft konnten die Frankfurter Auswärts nun wirklich nicht gewinnen. Um genau zu sein, errangen sie am Samstagnachmittag den ersten Auswärtssieg der Saison. Genauso wenig konnte man oft über eigene Torerfolge in der Fremde jubeln. Die zwei Treffer von M*nch*n verdoppelten nämlich auf Anhieb die Torausbeute aus den vorhergegangenen 6 Spielen. Und schließlich kann man nicht gerade von einem alltäglichen Sieg in M*nch*n sprechen, wenn der letzte ganze 24 Jahre zurückliegt. Entscheidenden Anteil am Überraschungscoup hatte jedenfalls der Norweger Fjörftoft, der seinen Trainer sprichwörtlich ins Glück lupfte und es hinterher so erläuterte: "Ich kann eh nicht schießen, deshalb lupfe ich." Ob das allerdings das Allheilmittel für manch anderen "Schusskranken" Bundesligaspieler sein kann, wage ich zu bezweifeln...

Die B*y*rn ihrerseits sollen natürlich auch noch zu Wort kommen: "Am besten melden wir uns vom Spielbetrieb ab, die Meisterschaft ist ja eh gelaufen," ließ Oliver Kahn nach Spielschluss wissen. In manch einem der zurückliegenden Jahre wäre man noch gerne auf dieses Angebot eingegangen. Doch derzeit braucht man den F*B noch als möglichen Konkurrenten für einen gewissen Klub aus Herne...

Köln in SiegeslauneNun aber zum nächsten Klub mit der Möhre extra. Der ist Köln beheimatet und unterhält seine Zuschauer zur Karnevalszeit prächtig. 5 Tore schenkte man einer überforderten Hansa-Elf ein und erstmalig war unter den Torschützen der Ex-Borusse Timm in bester Polster-Manier, sprich im Doppelpack, erfolgreich. Somit dürfte in Köln langsam aber sicher darüber nachgedacht werden das Sprichwort "Mer losse de Dom in Kölle" in das viel aktuellere "Mer losse die Punkte in Kölle" umzuwandeln...

Berti Vogts im Bayer-GewandManche Dinge ändern sich aber scheinbar (so schnell) nicht. Denn auch unter Berti spielte L*v*rk*s*n wie im Rausch. Na ja, bei vorhergehender Aussage war zugegebenermaßen das Wortspiel der Vater des Gedanken. Denn der Sieg wurde erst durch einen Blackout von Butt in die Wege geleitet, der in bester Lehmann-Manier kläglich im Dribbling gegen Paulo Rink scheiterte. Dieser ließ sich die Chance nicht entgehen und schob zum 2:1 für B*y*r ein, worauf müde und ausgepumpte Hanseaten nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Vater des Sieges war also vielmehr Hans-Jörg Butt, der anscheinend schon jetzt das Gehalt aus L*v*rk*s*n erhält. Ohne Frage hatte aber Berti einen Einstand nach Maß, indem er nicht nur zum Auftakt gewann, sondern gleich auch noch die Tabellenspitze erklomm. Und das nach all den Querellen im L*v*rk*s*n*r Saisonverlauf, wo Unruhe praktisch schon vorprogrammiert war, als man die Verluste von Beinlich und Emerson nicht kompensieren konnte oder wollte und dann zu allem Überfluss auch noch das Fass mit dem weißen Pulver hochgegangen war. Berti hatte eloquent wie eh und je jedenfalls sofort seine eigene Erklärung parat: "Wenn sich schon die anderen so dagegen gewehrt haben Erster zu werden, dann konnten wir diese Chance nicht ungenutzt lassen!" Sprach Berti und anschließend gabs für die Elf vom Pillenklub ne Möhre extra...

Neben den Bayern wehrte sich im übrigen auch die Hertha aus Berlin vehement gegen den Verbleib auf dem Platz an der Sonne. So hatte es im Spiel gegen Sch*lk* zumindest den Anschein. Zugegebenermaßen spielten die Gäste aus Herne aber auch beängstigend stark. Im wahrsten Sinne der Wörter übrigens... Hoffnung macht da höchstens Hertha-Coach Röber, der sich erinnert: "Ich habe mich gefühlt wie vor 2 ½ Jahren, als Sch*lk* hier mit 4:1 gewann und uns ebenso vorgeführt hat." Denn das blieb damals das letzte ganz große S0*-Spiel für lange Zeit. Eine Möhre extra hatte sich in DEM Spiel jedenfalls keiner verdient...

Nur ein Unentschieden in Bochum: BVBNicht um die Tabellenführung ging es für den BVB. Aber mit einem Sieg über eine zuletzt äußerst erfolglose Bochumer Elf wäre zumindest der Anschluss nach oben wiederhergestellt gewesen. 1:1 hieß es jedoch am Ende, was so recht keiner von beiden Mannschaften in den Kramen gepasst haben dürfte. In Anbetracht folgender Aussagen war aber auch nicht wirklich ein anderer Ausgang des Spiels zu erwarten. Hüben äußerte sich Coach Sammer so: "Wenn man sieht, wie die Bochumer hier gespielt haben, dann kann man nur eines sagen: Diese Trainer-Diskussion ist pervers." Drüben hörte es sich so an: "Matthias, Du wirst mir immer sympathischer!" Das rief nämlich Coach Bochum Zumdick ins Mikrofon als er den schwatzgelben Balsam aus Dortmund erhalten hatte. Man muss verstehen: Im normalen Leben heißt die Unterteilung gerade oder ungerade. Und im Fußball gibt es eben Jahre, in denen der Vfl Bochum aufsteigt und Jahre, in denen der Vfl Bochum absteigt. Letztes Jahr war der Vfl nebenbei erwähnt aufgestiegen...

Kaum ist Berti also zurück auf der Fußballbühne herrscht wieder Spannung pur. Deshalb gibt es auch für ihn eine ganz dicke Möhre extra und Dank an den "Bundesberti" könnt ihr hier loswerden:
http://beam.to/bundesberti/ ...

Geschrieben von Sebi, 21.11.2000

Unterstütze uns mit steady