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Der 10. Spieltag: Stagnation in 4 Etappen und ein Spielverderber

01.01.2001, 13:00 Uhr von:  Redaktion

Tatort BundesligaEigentlich hatte ich mein Grundkonzept für diesen Kommentar schon komplett zurechtgelegt. "Stagnation auf 5 Etappen" wäre eine passender Titel zu diesem Spieltag gewesen. Das kam natürlich nicht von ungefähr, denn die ersten 6 der letzten Woche schienen allesamt bezüglich des Punktekontos mehr oder weniger zu stagnieren. Es schien jedoch nur so! Aber das immerhin bis zur vorletzten Minute dieses 10. Spieltags. Doch dann kam es so, wie es kommen musste. In der 91. Minute, die offiziell noch nicht einmal existiert, erzielte die Hertha aus Berlin den überaus glücklichen Siegtreffer bei 1860 München und machte mir damit einen dicken Strich durch die Rechnung! Sie punkteten dadurch nämlich als einziges Team, das auch in der Vorwoche unter den Top 6 zu finden war, dreifach und erwiesen sich als mieser Spielverderber, der mir eine Menge Zusatzarbeit bereitete. Die Stationen bei diesem Spieltag waren im einzelnen:

Station 1: Bremen

Werder-Trainer SchaafDort traf der bisherige Tabellenführer aus München auf "Lemkes" SV Werder Bremen. Dass besagter Lemke in Bremen noch seine Finger im Spiel hat, bekam wohl vor allem U*i Ho*n*ß zu spüren. Einem Spießrutenlauf kamen die Reaktionen der Bremer Fans zwar nicht gleich. Allerdings muss der U*i dennoch ein ganz dickes Fell besitzen, um so etwas, in jetzt nahezu jedem Stadion der Liga, wegstecken zu können. Diesen Zuschauern wurde aber ein interessantes und ereignisreiches Spiel, mit Aluminiumtreffern hüben wie drüben geboten. Am Ende stand es jedoch durch rein brasilianische Torschützen 1:1 und somit auch der Punktverlust für den ehemaligen Tabellenführer aus M*nch*n.

Station 2: Schlacke

Duell zwischen Schlacke und LeverkusenIm Duell der Verfolger kam es durch ein 0:0 Unentschieden zwischen dem Gast aus Leverkusen und Schlacke ebenfalls zu einer Punkteteilung. Dabei musste der große Ruuuudi zum ersten Mal erfahren, wie es sich ohne Sieg lebt. Das war nach den überaus erfolgreichen Vorwochen ja beinahe schon ein historisches Ereignis. Das Tohuwabohu um Christoph Daum hatte sich im Umfeld dagegen schon spürbar gelegt. Erwähnenswert ist aber sicherlich dennoch, dass Andreas Möller auch in diesem Spiel noch nicht seinen ersten Bundesligatreffer im neuen Dress erzielen konnte. In der nächsten Woche darf er sich nun auf dem Betzenberg versuchen, wo Brehme hoffentlich weiterhin soviel, beinahe übermenschliches Glück, besitzt.

Station 3: Unterhaching

Hamburg stolpert in UnterhachingDort konnte der Verfolger aus Hamburg ebenfalls nicht dreifach punkten und verlor gar die Partie beim Tabellenletzten aus Haching. Dabei tauchte auch das fast in Vergessenheit geratene Phantom der späten Gegentore beim HSV wieder auf. Denn erst in der 90. Spielminute konnte der junge Spizak mit einem Traumtor den Sieg für die Hachinger perfekt machen. Der HSV bekam somit den Unterschied zwischen Juve und der Spielvereinigung Unterhaching deutlich zu spüren...

Station 4: Dortmund

Glücklicher Sieg der Lauterner gegen den BVBDas war ganz eindeutig die bitterste Station unter allen. Nach einer wirklich schlechten 1. Halbzeit und einem 0:1 Rückstand zur Pause, berannte der BVB im zweiten Durchgang unentwegt das Gehäuse der Lauterer. Allerdings ohne Erfolg, wobei sich insgesamt vor allem Top-Torjäger (!) Heiko Herrlich als Großmeister im Auslassen von Großchancen herauskristallisierte. Gleich 5 gute Einschussmöglichkeiten ließ er ungenutzt. Die Brehme-Truppe konnte ihrerseits nach einem Anfängerhaften Fehler des BVB kurz vor Spielschluss, ihre 2 (!) Torchance des Spiels zum völlig glücklichen Siegtreffer eiskalt verwandeln. Der BVB gewann in diesem Spiel wohl nur an Erfahrung und die Lauterer eben äußerst glücklich. Und wenn Zauberlehrling Brehme das Glück auch weiterhin so hold bleibt, ist für seine Mannschaft alles möglich. Ob aber auch bei dieser Spielweise??? Immerhin waren sie neben der Hertha der große Gewinner dieses Spieltags und machten einen Sprung vom 9. auf den 4., vormals vom BVB besetzten, Tabellenplatz.

Der Spielverderber gastierte in: München

Wenigstens Hertha kann gewinnenDie "Alte Dame" aus Berlin gewann dabei auf sehr ähnliche Art und Weise wie die Lauterer in Dortmund. Sie standen fast über die gesamte Spielzeit in der Defensive. Doch während die Münchner aus ihren Chancen kein Kapital schlagen konnten, erzielte die Hertha in der Nachspielzeit durch Sverrisson das glückliche Siegtor. Aber in diesem Fall ist der Spruch: "Glück haben nur die Tüchtigen" durchaus mal angebracht. Schließlich stehen die Berliner nun auf Tabellenplatz 1 und konnten als einziges Spitzenteam gewinnen, wodurch sie eben auch zum Spielerverderber für mich avancierten...

Geschrieben von Sebi, 30.10.2000

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