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- 07.12.2002

Amoroso-Nikolaus 

Er kam, sah und schmorrte lange Zeit auf der Bank. Doch dann kam er rein und schoß den BVB zum 3:1-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Unsere geliebte Diva Amoroso hat es mal wieder allen gezeigt und dem BVB drei wichtige Punkte in der Verfolgung auf den FC Bayern in den Nikolausstiefel gesteckt.  


Norbert Dickel als Nikolaus verkleidet. Bei der Kälte sicherlich nicht die schlechteste Möglichkeit sich warm zu halten. Es war so kalt, dass man normalerweise keinen Kartoffelbauern aufs Feld geschickt hätte. Kaiserlautern trat aber trotzdem an. Mario Basler, Dominguez und Tomasz Klos waren sogar so hart drauf, dass sie mit kurzen Armen antraten. Bei Dortmund gesellten sich Torsten Frings und Lars Ricken zu der Ironman-Riege.  
Vor dem Spiel wurde dem Fan, der im Mai diesen Jahres auf der Zugfahrt zum UEFA-Cup-Finale von einem Stein getroffen wurde, von Dickel und Manager Michael Meier ein Trikot des BVB verbunden mit einer Mitgliedschaft überreicht. Die BVB-Kids formely known as Selmer Kinderchor formely known as Sonnenkinder waren traditionell zum letzten Heimspiel der Saison auch wieder zugegen. Dede musste ersetzt werden, er hatte sich im letzten Spiel seine 5. Gelbe Karte abgeholt und durfte heute den Tag im Warmen verbringen. Dafür kam Evanilson wieder in die Mannschaft nach überstandenem Bauchmuskelfaserriß. Auf Lauterer Seite fehlte Miroslav Klose, der finanzielle Notnagel der Pfälzer.  
Die erste Möglichkeit gehörte den Gästen, obwohl Norbert Dickel noch vor dem Spiel verkündete, dass es heute keine Geschenke geben würde. Torsten Frings hatte nach einem Ballverlust seinem Gegenspieler eine mitgegeben und Mario Basler platzierte den nachfolgenden Freistoß aus 25 Metern in den Armen von Jens Lehmann. Eine Minute später meldete sich auch der BVB zum ersten Mal im gegnerischen Strafraum. Eine Freistoßflanke von links nahm Jan Koller auf seine Birne. Aber auch hier hatte der Keeper, der diesmal Georg Koch hieß, keine Mühe. (9.). In der 11. Minute nahm sich dann Rosicky mal ein Herz und zog halblinks aus zwanzig Metern mal ab, allerdings ohne Erfolg. Nach dreizehn Minuten dann die ersten Aufregungen. Lehmann parierte eine gefährliche Möglichkeit nach einem unnötigen Ballverlust vor dem eigenen Strafraum und im direkten Gegenzug gab es den ersten Strubel mit dem Assistenten an der Linie auf der Trainerseite , der im Gegensatz zu den schwarzgelbgefärbten im Stadion eine Abseitsstellung gesehen haben wollte.
Der BVB zeigte sich im Gegensatz zu den letzen Heimspielen von Anfang an engagierter. Ewerthon scheitert in der 17. Minute nach schöner Einzelleistung von der Strafraumgrenze an Koch.

 Dann bescherten sich beide Mannschaften fast gleichermaßen. Das 1:0 für den BVB in der 22. Minute. Eine Kerze von Ramzy im Strafraum der Lauterer spielt Lars Ricken mit dem Kopf aufs linke Strafraumeck. Dort steht Tomas Rosicky, der nicht lange fackelt und den Ball flach aufs lange, linke Eck spielt. Der Ball wäre wohl vorbeigegangen, wenn nicht Tomas Klos so nett gewesen wäre, seinen Fuß in den Ball zu strecken. Er fälschte ihn unhaltbar in den eigenen Kasten zur Führung der Borussia ab. Aber die beschenkten, wollten nicht nachstehen und schenkten dem FCK ihrerseits ein nettes Törchen. Jens Lehmann ließ sich auf rechts ausspielen und den Pass in die Mitte verwertete der alleinstehende Jose Manuel Domingez nur zwei Minuten nach dem ersten Tor zum 1:1.
Den Rest der ersten Halbzeit hätte man getrost an irgendeinem Glühweinstand verbringen können. Dann wäre einem auch der verschossene Strafstoß von Tomas Rosicky Sekunden vor der Pause erspart geblieben. Schiedsrichter Strampe hatte für sich lange überlegt, als er nach einem Foul an der Strafraumgrenze doch abschließend auf den Punkt zeigte. Rosicky haute das Ding aber an die Latte. (45.) So verpasste der BVB schon zur Pause eine wichtige Führung.
Die zweite Hälfte brachte zunächst wenig erwärmendes. Eine Flanke von Ewerthon ließ Ricken über den Kopf streichen. Sammer reagierte und tauschte in der Offensivabteilung herum. Ewerthon und Ricken durften unter die Kuscheldecke und Reina und Amoroso nahmen ihre Plätze ein. Ein absolut austauschbares Heimspiel. Der Gegner stellt sich hinten rein und wartet auf Konter und die Borussia bemüht, aber ohne wirklich zählbares vor dem Tor.  
Aber immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo Amoroso her. Konter der Dortmunder, Flanke von rechts von Evanilson und Marcio steht mutterseelenallein am langen Pfosten und schiebt die Kugel zum 2:1 in die Maschen. (74.) Dann kurz darauf langer Einwurf von Eva auf einen Lauterer Kopf. Der verlängert in die Mitte auf Amoroso, der mit einem Seitfallzieher den Ball zum 3:1 in den Kasten donnert. (77.) Hoffnung kam auf, die Mannschaft könnte nach langer Zeit mal wieder den BVB-Express durch den Bahnhof Westfalenstadion brausen lassen. Beide Trainer tauschten ihre 10er aus. Für Rosicky verstärkte Sammer die Abwehr mit Ahmed Madouni. Unsere geliebte Diva legte am Dienstag in einem Testspiel einen Quattrick hin und wollte auch heute zumindest einen 3er erzielen. Nach einem Foul an Frings legte er sich den Ball zurecht. Seinen schönen Schuss aus 20 Metern in der 84. konnte aber Koch klasse abwehren. 
So bescherte der BVB seine Fans mit dem ungewöhnlichen Gefühl mal nicht bis zur letzten Minute zittern zu müssen und zufrieden den Heimweg antreten zu können. Matthias Sammer zeigte sich auch ganz zufrieden. Haderte allerdings mit dem Gegentor, dass man seiner Meinung nach sich so nicht einfangen darf.  
Eric Gerets: Ich denke, dass wir uns nicht schämen müssen nach diesem Spiel. Ich fand besonders unsere erste Halbzeit gut, da haben wir gut gestanden. Wir haben den Gegner etwas kommen lassen und dann versucht die freien Räume zu nutzen. In der zweiten Halbzeit war der Gegner, normal die beste Mannschaft in Deutschland, überlegen.

Matthias Sammer: Wir haben gewusst, dass Kaiserslautern nicht so schlecht ist, wie der Tabellenstand dies aussagt. Sie haben diszipliniert gespielt und uns das Leben schwer gemacht. Wir hätten aber die eine oder andere Möglichkeit in der ersten Hälfte besser nutzen müssen und wenn man 1:0 führt, das Ergebnis ausbauen oder zumindest halten. Was mich speziell geärgert hat: Ich habe kein Problem damit, wenn man mal im vorderen Bereich einen Ball verliert. Aber wir können es uns nicht erlauben, wenn man zu Hause spielt und 1:0 führt, dass man so in einen Konter reinläuft. Dann sagt man immer das sind Fehler der Abwehrspieler, aber wenn man so den Ball verliert und dann nicht sofort auf dem Hacken kehrt macht und versucht den Ball zurückzuerobern, dann habe ich dafür kein Verständnis.
Christian Timm: Wir haben uns mehr erhofft, vielleicht einen Punkt oder auch mehr. Wir haben mit dem 2:1 einen doofen Gegnetreffer bekommen, bei dem wir hinten nicht auf Amoroso aufgepasst haben. Es hat nicht gereicht, aber es war ein schönes Erlebnis mal wieder nach Dortmund zu kommen. Es war für mich das erste Mal, dass ich mit der gegnerischen Mannschaft hier gespielt habe.

Der Satz des Tages kommt von Christian Wörns: Wir müssen den Sieg von heute am Mittwoch gegen Mailand vergolden.

Die Daten zum Spiel:

BVB: Lehmann, Evanilson, Wörns, Heinrich, Reuter, Frings, Koller, Rosicky (82. Madouni), Ewerthon (63. Amoroso), Ricken (63. Reina), Metzelder

Tore: 1:0 Rosicky (22.), 1:1 Dominguez (24.), 2:1 Amoroso (74.), 3:1 Amoroso (78.)

Zuschauer: 68000

Schiedsrichter: Hartmut Strampe, hielt zum Glück nicht das, was sein Name sonst so verspricht

Geschrieben von Thomas


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