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Warmlaufen - 13.09.2018

Paco trifft (im) Westfalenstadion

Beim Schreiben dieser Zeilen probiere ich heute mal etwas Neues aus. Zur Inspiration habe ich in den unendlichen Weiten des Netzes nach kompletten BVB-Spielen gesucht. Das erste, auf das ich gestoßen bin: Dortmund gegen Hoffenheim im DFB-Pokal der Seuchensaison 2014/2015 – plätschert nun im Hintergrund. Seit dem Spiel hat sich einiges geändert. Aus der Startelf sind nur noch Schmelzer und Kagawa im Kader, Kehl brillierte noch als ein gefeierter Torschütze und Jürgen Klopp steht nur noch bei Abschiedsspielen als heimischer Trainer an der Seitenlinie. Ein Fünkchen Wehmut schwingt mit, aber die jetzige Situation ist mir deutlich lieber als die von damals.

In der letzten Sommerpause habe ich persönlich so viele BVB-Nachrichten gelesen, wie lange nicht mehr. Während der ganzen vergangenen Saison hatte ich so oft diese eine Frage im Kopf: Warum ruft der Großteil der Jungs nicht das ab, was offensichtlich in ihnen steckt? Die Liste der möglichen Antworten ist lang. Waren es die oft thematisierten Missstimmungen in der Mannschaft, die falsche Trainerwahl, die weiteren Folgen des Anschlags oder eine Mischung aus allem? Wahrscheinlich lässt sich das nicht endgültig beantworten.

Während der letzten Wochen ließ ich mich gerne von der Aufbruchstimmung rund um den BVB anstecken. Neue Spieler, neuer Trainer, neue Interpretation alter Tugenden und die Personalie Sebastian Kehl. Auch wenn man nur von außen auf ein vielschichtiges Vereinskonstrukt guckt und Lucien Favre alles andere als eine Stimmungskanone ist, scheint sich einiges zum Positiven zu wenden. Vorfreude auf die neue Saison stellte sich ein, die durch den schweißtreibenden Sieg gegen Fürth bestätigt wurde. Auch wenn noch nicht alles passt, das haben die bisherigen Spiele sicher unter Beweis gestellt, kann man optimistisch nach vorne gucken.Shinji stand zuletzt nicht im Kader

Das zweite Heimspiel der noch jungen Saison beschert uns das Gastspiel der Frankfurter Eintracht, die traditionell einige sangeswütige Fans mit im Schlepptau haben. Nach dem überraschenden DFB-Pokal-Sieg gegen die Bayern legten die Hessen mit dem peinlichen Ausscheiden im Pokal gegen Ulm und der Pleite gegen Bremen in der Prä-Nuri-Sahin-Ära einen enttäuschenden Saisonstart hin, konnten die Lage mit einem 2:0 gegen Freiburg jedoch wieder etwas beruhigen.

Vor dem Auftritt bei uns sieht es personell allerdings alles andere als rosig aus. Stamm-Linksverteidiger Willems fehlt aufgrund einer Rotsperre. Rebic, Salcedo, Russ, Chandler und der neue Stürmer Paciencia sind verletzt. Die letzten sieben Heimspiele gegen Frankfurt wurden gewonnen, insgesamt waren die Partien in den vergangenen Jahren aber oft harte Arbeit. Drei Punkte sollten trotzdem das erklärte Ziel sein.

Auf unserer Seite gibt es ein paar interessante offene Fragezeichen vor dem Flutlicht-Spiel am Freitagabend. Zum einen wird unser neuer Stürmer Paco Alcácer (die richtige Aussprache dieses Namens könnt ihr neben einer Potenzial-Analyse in der neusten Aufgabe unseres Podcasts „Auffen Punkt“ nachhören) sein erstes Pflichtspiel für den BVB im Westfalenstadion bestreiten. Nachdem man bei Reus und Philipp deutlich gesehen hat, dass die Neuner-Position keineswegs ihr Lieblingsplatz auf dem Feld ist, kann der lang ersehnte „echte“ Stürmer endlich zeigen, was er kann. Tal vez con un gol? Con mucho gusto!Gelingt Paco (rechts) das Premierentor?

Möglich scheint auch eine Systemumstellung. In Favres 4-3-3 gibt es keinen Platz für Götze und Kagawa. Die beiden derzeitigen Edelreservisten sind auf der „Zehn“ zuhause, die in einem 4-2-3-1 existieren würde. In Hannover fehlte der offensive Esprit, also warum nicht etwas ändern? Götze, der immerhin immer auf der Bank zu finden war, hätte bei dieser Option sicher die Nase vorne, für Shinji sehen die Einsatzchancen aktuell, so bitter es auch klingt, gering aus.

Dahoud hat seine Sache gut gemacht, womöglich könnte uns aber ein klassischer Zehner gegen eine erneut tiefstehende Mannschaft guttun. Auch Jacob Bruuuuuuuuuun Larsen, der Osnabrück im Testspiel beeindruckende vier Tore eingeschenkt hat, darf sich Hoffnungen auf einen Einsatz machen. Jadon Sancho wäre ebenso eine gute Option und auch Julian Weigl wird sicherlich auf Minuten hoffen. Fehlen werden hingegen Pulisic, Toprak und Guerreiro. Dass man im Angesicht des nach wie vor zu großen Kaders trotzdem vermeintlich feste Größen aus dem Kader streichen muss, ist vor sieben Spielen binnen 22 Tagen ein echtes Luxusproblem.

Flutlicht, Westfalenstadion, Borussia mit neuem Stürmer und die Hoffnung auf eine gute Saison: Es könnte deutlich schlechtere Vorzeichen geben.

Mögliche Aufstellung:

Bürki – Schmelzer, Diallo, Akanji, Piszczek – Delaney, Witsel – Reus, Götze, Bruun Larsen – Alcácer

Lionard


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