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Spielbericht Profis - 15.09.2018

​Der mit dem Wolf tanzt

Fahnenchaos auf der Südtribüne

Im Vergleich zum torlosen Remis in Hannover vertraute BVB-Trainier Lucien Favre fast derselben Elf, die mit einem Punkt aus der niedersächsischen Landeshauptstadt im Gepäck zurück nach Westfalen gekehrt war. Einzig der 19-jährige Jacob Bruun-Larsen rotierte in das Startaufgebot des Schweizers. Dafür nahm Axel Witsel zunächst nur auf der Bank Platz – und gesellte sich damit zu prominenten Namen wie Last-Minute-Zugang Paco Alcacer oder Weltmeister Mario Götze, der bei Lucien Favre einen schweren Stand zu haben scheint. Auch gegen den amtierenden Pokalsieger musste der einst als Wunderkind umjubelte Siegtorschütze aus dem WM-Finale 2014 erneut 90 Minuten von der Bank zuschauen. Shinji Kagawa oder Julian Weigl standen gar nicht erst im Kader.

Die Gäste aus Hessen traten im Westfalenstadion forsch und mutig auf, gerade in den Zweikämpfen kauften die Frankfurter Schwarz-Gelb immer wieder gehörig den Scheid ab. Fast 70% der direkten Duelle gewannen die Eintracht. Demzufolge konnten die Zuschauer viel Stückwerk im Dortmunder Spiel bestaunen. Wenn der BVB das Tempo anzog offenbarte die Mannschaft immer wieder

Beleuchtetes Fahnenchaos im Gästeblock

Probleme in der Präzision bei den Zuspielen oder der Ballannahme. Insgesamt zeigte sich der BVB in diesem Punkt sehr fehleranfällig. Umso weniger verwundert es, dass das 1:0 nach einem Standard und nicht aus dem Spiel heraus fiel: Abdou Diallo stocherte den Ball nach einer Ecke aus kurzer Distanz über die Linie (36.). Dadurch verewigte sich auch der in die Startelf rotierte Bruun-Larsen auf dem Spielberichtsbogen von Schiedsrichter Benjamin Cortus. Der Däne schlug die Ecke und sammelte damit die erste (von hoffentlich vielen weiteren) Torvorlagen in der noch jungen Saison.

Paco debütiert – und tanzt mit dem Wolf

Auch im zweiten Durchgang änderte sich wenig an der Szenerie im Westfalenstadion: Die Gäste standen tief und defensiv sicher. Adi Hütter hatte seiner Mannschaft Konterfußball verordnet. Demzufolge lauerte der Pokalsieger auf Ballverluste und schnelle Umschaltmomente. Dazu lud der BVB die Frankfurter als guter und freundlicher Gastgeber in der 68. Minute auch ein: Nach einem schlechten Pass von Lukasz Piszczek sahen sich die

Abdou Diallo stochert zur Führung

Frankfurter genau in so einer Situation. Mit viel Glück und fast genau so viel Dusel erzielte Sébastien Haller das 1:1. Vorher schoss Diallo Ex-Kapitän Marcel Schmelzer an, von ihm prallte der Ball in Richtung Danny da Costa, der von rechts flankte. In der Mitte fälschte erneut Schmelzer den Ball dann noch unglücklich ab. Der Ausgleich sollte jedoch nur kurz währen.

Nur vier Zeigerumdrehungen später erhöhte der Ex-Frankfurter Marius Wolf auf 2:1 und stellte den alten Abstand wieder her (72.). Eingeleitet wurde der Treffer durch einen perfekten Steilpass von Paco Alcacer, der Jadon Sancho schickte. Der junge Engländer ließ alle seine Gegenspieler aussteigen und bediente Wolf mustergültig. Für den 3:1-Endstand zeigten sich ebenfalls Sancho und Alcacer verantwortlich: Nach einer Ecke präsentierte sich Sancho erneut als Vorlagengeber, der das Spielgerät zu Alcacer weiterleitete. Der vom FC Barcelona ausgeliehene Stürmer ließ sich nicht zweimal bitten und vollendete per Distanzschuss zum 3:1-Endstand (88.). Frankfurts Torschütze Haller fälschte den Ball unhaltbar ab. Der BVB hat somit nach drei Spielen in der Bundesliga sieben Punkte auf dem Konto – und täuscht durch die gute Punktausbeute und die gnadenlose Effektivität

Will anfangs gar nicht jubeln: Torschütze Marius Wolf

erneut über einige Defizite im Spielaufbau hinweg. Für Borussia geht es bereits am Dienstag weiter: Dann steht das erste Champions League Spiel der Saison beim FC Brügge an (21 Uhr).

Statistik

Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Akanji, Diallo, Schmelzer - Dahoud, Delaney (69. Witsel) - Reus - M. Wolf, Bruun Larsen (58. Sancho) – Philipp (67. Alcacer)

Eintracht Frankfurt: Trapp - da Costa, Abraham, Ndicka, Falette – Torro (84. N. Müller), G. Fernandes (63. de Guzman) - Gacinovic – Fabian (63. Jovic), Kostic - Haller

15.09.2018, Videokevin


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