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Spielbericht Amateure - 30.08.2018

Feuchtfröhliche Rutschpartie

Gut gefüllt und laut: Block HAusgangslage

Ein verregneter Mittwochabend im August – perfekter Tag für den offiziellen vierten Spieltag in der Regionalliga West. Der beinhaltete auch tatsächlich das vierte Ligaspiel der Amateure. Der scheinbar doch eher triviale Fakt entfaltet seine angenehme Würze erst auf den zweiten Blick. Dieser verrät dem aufmerksamen Fan nämlich, dass der vierte Spieltag ganz klar nach dem fünften Spieltag ausgetragen wird. Dafür musste dann der dritte Spieltag eben in den Oktober wandern. Doch halt! Wer an dieser Stelle erbost die Faust gegen sämtliche, verwirrte Ansetzungen schwingen will, der möge seine Taten überdenken. Handelt es sich hier nicht um einen Zug von geradezu fesselnder Genialität? Ein Auswärtsspiel in Wattenscheid am Tage vor Halloween? Chapeau, meine Damen und Herren, für diesen subtilen und gar treffenden Seitenhieb. Ich bin redlich beeindruckt, gehöre ich doch eher zur Fraktion der plumpen Affronts. Verständlich, dass hierfür der Zahlenraum von eins bis zehn keine große Rolle spielen durfte.

Beeindruckend war auch wieder einmal der gefüllte Block H. Da sich die einzigen an diesem Tag spielenden Profis auf dem Rasen der Roten Erde tummelten, war standesgemäß eine stattliche Anzahl Fans anwesend, die bereits vor Anpfiff für einen guten Lärmpegel sorgten. Auf der Gegenseite wies der Gästeblock noch deutliche Lücken auf. Noch. Dazu wollen wir jedochspäter kommen…

Wie bereits angedeutet, gab es erneut professionelle Unterstützung. Während es bei Julian Weigl nicht für einen Platz im Kader reichte, (Gerüchten zufolge für Gespräche mit Rot-Weiß Essen freigestellt) waren Isa(a)k, Burnic und Gómez erneut in Jan Siewerts Startaufstellung vertreten. Statt Weigl erhielt Offensivkraft Joseph Boyamba den Platz in der ersten Elf. Ansonsten waren keine Änderungen zu verzeichnen.

Rot-Weiß Oberhausen stellte mit Tim Hermes und Tarik Kurt (auf der Bank) zwei ehemalige Jugendspieler des BVB.


Gómez nach dem 1:0Spielverlauf

Die Rote Erde zeigte sich beim feuchten Wetter von ihrer gewohnten Seite und machte es beiden Mannschaften schwer, etwas fußballähnliches auf den Rasen zu zaubern. So war die erste nennenswerte Aktion auch der verspätete Einzug der Oberhausener Szene in der 11. Minute. Sogleich wurde von ihnen ein Zeichen für Gleichberechtigung gesetzt und eine Ode auf die gleichgeschlechtliche Liebe angestimmt. Hach, so kennen und lieben wir den Sympathieträger aus dem westlichen Ruhrgebiet <3.

Auf dem Rasen schlug dann die große Stunde des Alex Isak. Während sich die Kommentatorin des weltbesten und sachlichsten Fußballfunks noch in gar gehässiger Art und Weise über die vermeintlich falsche Entscheidung des Schweden ausließ, ließ dieser auf der linken Seite mal eben zwei bis drei Oberhausener stehen und besaß anschließend das Auge für Sergio Gómez. Der verhinderte B-Jugend Spieler blieb eiskalt und schob den Ball an Udegbe vorbei (20.). 1:0 für den BVB.

Anschließend verflachte das Spiel wieder, was uns die Chance gab, den Gesprächen der vor uns weilenden Oberhausener Offiziellen zu lauschen. Als bekannt objektiver und unparteiischer Funk waren wir entsetzt von der sich darbietenden Unsachlichkeit.

Sachlich kommen wir auch zurück zum Spielgeschehen: In der 40. Minute war Sören Dieckmann plötzlich allein auf weiter Flur, zog allen davon und netzte ein zum 2:0. In der Höhe war die Führung vielleicht etwas glücklich, insgesamt aber durchaus verdient.

Spannend wurde es noch einmal in der 45. Minute, als die Dortmunder Hintermannschaft den Pausenpfiff offensichtlich schon in den Ohren hatte. Glücklicherweise prallte der Schuss von Christian März nur an den Innenpfosten.

Anschließend kam Oberhausen bedeutend aggressiver aus der Pause. Die Gäste drängten spürbar auf den Anschluss und zwangen Oelschlägel das ein oder andere Mal zum Eingreifen. Jedoch öffnete sich so auch einiges an Raum für unsere Jungs. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich so ein schnelles und ansehnliches Hin und Her. Auf Dortmunder Seite vergaben Boyamba (56.) und Wanner (62.) nach aussichtsreichen Kontern, für Oberhausen entschieden nur Zentimeter über den Anschlusstreffer, als der eingewechselte Tarik Kurt den Ball knapp am Tor vorbeilegte (74.).

Spieler des Spiels: Alex Isak

Schließlich war es erneut Alex Isak, dem die gelungene Aktion vor dem 1:0 spürbar Selbstvertrauen gegeben hatte, der für klare Verhältnisse sorgte. Er ließ sich weder von Oberhausenern, noch von gehässigen Kommentatoren noch von rutschigen Rasen aufhalten und avancierte mit einem bockstarken Sololauf und einem trockenen Abschluss zum Spieler des Abends. 3:0 nach 77 Minuten.

Damit war die Partie auch so ziemlich gelaufen. Der immer stärker werdende Dauerregen sorgte für eine zunehmende Unbespielbarkeit des Rasens. Oberhausen hatte ohnehin keinen Bock mehr und die jungen Wilden des BVB probierten in erster Linie, wie weit man auf dem nassen Geläuf denn eigentlich rutschen konnte (Herbert Bockhorn gelangen respektable sieben Meter in Rückenlage.). Isak durfte sich während seiner Auswechslung noch den verdienten Applaus abholen, dann wurde aber auch schon pünktlich abgepfiffen.

Fazit:

Rhythmus und eine gewisse Automatik machen halt doch einen kleinen Unterschied. Waren die Abläufe in Wiedenbrück nach der dreiwöchigen Pause noch ziemlich holprig, war gegen Oberhausen schon wieder ein deutlich besserer Fluss erkennbar. Unter den Gastspielern wirkten besonders Gómez und Isak (Burnic war auch schon am Sonntag ganz brauchbar) deutlich planvoller und homogener zum Rest der Truppe. Sollte der Profikader weiterhin von Verletzungen verschont bleiben, dürften noch weitere Auftritte dieses Trios folgen. Damit wäre auch für Gesprächsstoff in den asozialen Netzwerken gesorgt – schließlich ist es voll unfair, wenn der 17-Jährige und das ausgemusterte Talent für die Zweite auflaufen. Aber wenn der BVB will, sind unsere Amas ohnehin bald auf und davon. Oder so. Bevor unsere Jungs aber das internationale Parkett stürmen, steht am Sonntag zunächst das nächste Heimspiel gegen die Zweite von Fortuna Düsseldorf auf dem Programm. Zu hoffen bleibt nur, dass der heimische „Rasen“ bis dahin wieder bespielbar – beziehungsweise nicht weniger unbespielbar als sonst – ist.

Zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage stehen nach vier Spielen zu Buche. Der BVB II steht mit sieben Punkten auf Rang fünf, somit ein Spiel und fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Rot-Weiß Essen.


Jan Siewert war durchaus zufrieden mit seiner MannschaftTrainer Jan Siewert zum Spiel:

„Wir haben versucht etwas tiefer zu stehen, um selbst Umschaltmomente über die Flügel zu haben. Kompliment an die Mannschaft, was wir auf dem Flügel gerannt sind und wie schnell wir umgeschaltet haben – das war top und hat mir gut gefallen. Ich habe auch deutlich gemerkt, dass wir wieder im Rhythmus sind. Bei einer jungen Mannschaft brauchst du diese Spiele.“


Statistik

Borussia Dortmund II: Oelschlägel - Bockhorn, Pieper, Kilian, Dieckmann (Hanke, 85.) – Gomez (Schwermann, 75.), Burnic, Ornatelli - Boyamba, Isak (89. Pavlidis), Wanner

Rot-Weiß Oberhausen: Udegbe – Eggersglüß (51. Schuhmacher), Nakowitsch, Löhden, Hermes – Oubeyapwa (Kurt, 72.), März (Reinert, 51.), Klaß, Ben Balla - Steinmetz, Bauder

Tore: 1:0 Gómez (20.) – 2:0 Dieckmann (40.), 3:0 Isak (77.)

Gelbe Karten: Hermes, Löhden

Zuschauer: 1.357 (gefühlt einiges mehr) in der Roten Erde


Larissa, 30.08.2018


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