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schwatzgelber Saisonrückblick - 18.08.2018

Das dreckige Dutzend – Chance für 2018?

Seit 1935 wird der deutsche Vereinspokal ausgespielt. Und seit 1952 heißt er DFB-Pokal. Aufgrund der Erfolge in den letzten Jahren glauben viele BVB-Fans, dass es der Wettbewerb von Borussia Dortmund ist. Doch im Pokal gab es nicht nur vier Erfolge, sondern bereits diverse Blamagen und elf Erstrundenniederlagen (im DFB-Pokal). Und der Gegner Greuther Fürth ist nun ein Kandidat für das dreckige Dutzend.

Der DFB-Pokal ist nicht immer freundlich zum BVBAnders als unsere DFB-Pokal-Serie „BVB im Deutschen Pokal“ gehen wir in diesem Artikel nur auf die „Misserfolge“ ein. Bereits vor dem DFB-Pokal gab es einen Vereinspokalwettbewerb. Der Tschammer-Pokal, benannt nach dem Reichssportführer, war keine Erfolgstory. Im DFB-Vereinspokal, wie der DFB-Pokal bei der Wiedereinführung 1952 hieß, begann man mit einer Erstrundenniederlage. Anders als heute musste man sich für den Pokal über die Landesebene qualifizieren. Das klappte 1952, aber bei Concordia Hamburg verlor man 4-3.

Danach folgte eine Durststrecke für den BVB, wo man sich gar nicht erst für den Wettbewerb qualifizierte. Im letzten Pokalwettbewerb vor der Einführung der Bundesliga gab es dann den ersten Einzug ins Finale, welches der BVB als Favorit verlor. 1964 folgte dann die zweite Niederlage in der ersten Runde. Gegner war da der spätere Pokalsieger 1860 München und man verlor mit 0-2 in München.

Doch ein Jahr später folgte dann der erste Pokalsieg, lustigerweise mit einem ganz neuen Pokal (Vorher war es der ehemalige Tschammer-Pokal, der mit dem DFB-Logo „verschönert“ wurde). Im folgenden Jahr folgte noch nicht die nächste Erstrundenniederlage, da der BVB in der Qualifikationsrunde beim FC Bayern München mit 0-2 scheiterte. Dieser gewann dann auch den Pokal. 1966 folgte dann die dritte Erstrundenniederlage, als man zwar zu Hause dem 1. FC Köln ein 2-2 abringen konnte, doch im Wiederholungsspiel in Köln (wurde damals so ausgetragen) verlor man dann mit 0-1. Im Jahr 1969 (es war die Saison 1968/69) gab es dann in der ersten Runde eine Klatsche. Dortmund verlor in der ersten Runde bei Eintracht Frankfurt klar mit 2-6. Damit war die vierte Erstrundenniederlage geschafft.

In der Saison 1971/72 spielte man den Pokal im Hin- und Rückspiel aus. Bei den Kickers aus Offenbach erreichte man ein 1-1, doch elf Tage später scheiterte man zu Hause mit 0-3. Die fünfte Erstrundenniederlage war geschehen. Da man 1972 nur noch zweitklassig war, musste man sich für den Pokal qualifizieren. So nahm man erst in der Saison 1973/74 wieder am Pokal teil und kassierte die sechste Erstrundenniederlage. Gegen Hannover 96 verloren die Dortmunder daheim klar mit 1-4.

Die siebte Erstrundenniederlage gab es 1983/84, als man beim HSV klar mit 4-1 verlor. In diesen Jahren ging es auf und ab mit dem BVB. Neben Halbfinal-Teilnahmen gab es auch den zweiten Pokalsieg 1989. In der Saison 1990/91 folgte dann die achte Erstrundenniederlage. Bei der SpVgg. Fürth verlor man 3-1. Zwar gab es in der ersten Runde 91/92 eine Erstundenniederlage für Dortmund, allerdings nicht für die erste Mannschaft. Erstmals nahmen die Amateure des BVB an dem Wettbewerb teil, verloren aber 2-5 gegen 1. FC Saarbrücken. Die Neunte Erstrundenniederlage folgte dann 1996/97 gegen SG Wattenscheid 09. Man verlor 3-4 nach Verlängerung.

Eigentlich gab es auch in der Saison 1999/2000 eine Niederlage im ersten Spiel des Pokals, doch da dies bereits in der 3. Runde war, gehört diese nicht dazu. Damals gab es eine Besonderheit, der BVB hatte in der ersten und zweiten Runde ein Freilos. In der 3. Runde verlor man dann aber bei den Stuttgarter Kickers mit 3-1. Die ultimative Erstrundenniederlage (Nummer 10) gab es 2001/02. Man verlor nicht nur in der ersten Runde gegen einen unterklassigen Gegner, sondern sogar gegen eine Zweitvertretung. Im Anflug von Hochmut ließ der damalige Trainer Sammer die halbe „erste“ Mannschaft auf der Bank gegen VfL Wolfsburgs Amateure. Doch die erzielten den einzigen Treffer und warfen den späteren Meister und Uefa-Cup-Finalisten raus.

Licht aus in BraunschweigDie letzte Erstrundenniederlage folgte, übrigens auch live im TV übertragen, gegen den Regionalligisten Eintracht Braunschweig im Jahr 2005. Zwar gingen die Dortmunder in Führung, doch dann ging ihnen die Lichter aus. Erst gab es einen Ausfall der Flutlichter. Nachdem das behoben worden war, kassierten sie noch zwei Treffer und mussten die Segel streichen. Danach folgte dann die große Zeit des BVB im Pokal mit diversen Endspiel-Teilnahmen und zwei Pokalsiegen.

Nun folgt wieder ein Erstrundenspiel. Zwar geht der BVB als Favorit in das Duell mit Greuther Fürth (übrigens der Nachfolger von der SpVgg. Fürth!), aber im Duell Zweitligist gegen Erstligist könnte man nach 13 Jahren mal wieder eine Niederlage in der ersten Runde kassieren. Gibt es das dreckige Dutzend für den BVB?

Aber wem der Artikel zu negativ ist, dem verspreche ich, sollte der BVB wieder im Halbfinale landen, gibt es von mir ein Halbfinal-Special von mir. Auch diese Geschichte ist sehr interessant. Wer die gesamte Geschichte des BVB im DFB-Pokal wissen will, vor einem Jahr haben wir diese schon in drei Teilen herausgebracht (Teil 1, Teil 2 und Teil 3).

CHS, 18.08.2018


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