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schwatzgelber Saisonrückblick - 23.06.2018

Saison 1994/95 – Nach 32 Jahren endlich wieder Deutscher Meister (Teil 2)

17.06.1995, 17:22 Uhr – Kapitän Michael Zorc erlebte das, was zuletzt Aki Schmidt erleben durfte. Er bekam die Meisterschale überreicht. Noch vor einem Spieltag waren die Bremer zwischenzeitig Meister, an diesem Tag kam die Schale wieder nach Dortmund. Vergessen war die bittere Saison 1991/92, die Verletzungen in der laufenden Saison und andere Störmanöver. Am letzten Spieltag drehte der BVB die Tabelle noch einmal um, Dortmund feierte seine Meister! Den ersten Teil des Saisonrückblickes findet ihr hier.

Das BVB-Logo

Auch am 4.3.1995 kassierten die Borussen eine Niederlage. Beim 0-1 beim 1. FC Kaiserslautern gab es nicht nur die erste Niederlage nach fast einem halben Jahr, sondern man musste hinnehmen, dass der Vorsprung auf Verfolger Bremen nur noch bei zwei Punkten lag. Außerdem kassierten die Dortmunder eine unberechtigte Rote Karte für Bodo Schmidt. Dieser wird später freigesprochen. Vor dem nächsten Bundesligaspiel setzte man drei Tage nach dieser Niederlage ein Testspiel an. Hier gewannen die Borussen klar mit 4-1 gegen den VfL Bochum. Auch im Bundesligaspiel daheim gegen Eintracht Frankfurt reichte es nicht zu einem Sieg. Beim 1-1 in einem mäßigen Spiel durfte allerdings Flemming Povlsen in den letzten 16 Minuten sein Comeback feiern. Da Bremen klar gegen Freiburg gewann, betrug der Vorsprung in der Liga für die Borussen nur noch einen Punkt.

Am 14. März fand nun das Rückspiel im UEFA-Cup statt. Vor 35.400 Zuschauern gingen die Dortmunder durch einen Elfmetertreffer durch Chapuisat in der 11. Minute in Führung. Doch man musste bis zur 90. Minute warten, bis ausgerechnet der ehemalige Römer Riedle den entscheidenden Treffer für den 2-0 Sieg köpfte. Damit zog man erneut ins Halbfinale ein. Zwei Tage nach dem Erfolg folgte der Schock. In einem Zweikampf mit Co-Trainer Henke zog sich Stephane Chapuisat im rechten Knie einen Riss im vorderen Kreuzband sowie einen Meniskus- und Außenbandriss zu. Das bedeutete mindestens sechs Monate Pause für den Schweizer. Das blieb nicht ohne Folgen. Beim nächsten Heimspiel gegen Bayer zwei Tage später mussten die Borussen ohne sieben Spieler (Riedle, Chapuisat, Schmidt, Tretschok, Reinhardt, Povlsen und Franck) antreten und kassierten beim 0-3 die erste Heimniederlage.

Am 22.03.1995 bekam Andreas Möller Besuch von der Steuerfahnung. Angeblich hat er Steuern von mehreren Mio. DM hinterzogen und deshalb ermittelte man gegen ihn. Einen kleinen Trost gab es für Chappi einen Tag später, er wird zum Schweizer Fußballer des Jahres 1994 gewählt. Zwei Tage später gab es beim torlosen Unenschieden beim VfB Stuttgart trotzdem was zu feiern. Ned Zelic feierte nach 364 Tagen sein Comeback. Allerdings ist der BVB nun punktgleich mit Verfolger Werder Bremen und auch Gladbach bzw. Leverkusen rückten den Borussen auf die Pelle. Vor dem nächsten Bundesligaspiel fand am 29. März ein EM-Qualifikationsspiel in Tiflis statt. Beim 2-0 Deutschlands gegen Georgien war Möller trotz seines 50. Länderspiels der schwächste Spieler. Dagegen konnten der eingewechselte Freund und Stefan Reuter überzeugen. Vier Tage später kam Bayer Uerdingen ins Westfalenstadion. Dortmund konnte durch den 3-1-Sieg die Tabellenführung verteidigen. Bei seinem ersten Startelfeinsatz erzielte der Ghanaer Tanko auch seinen ersten Treffer.

Der BVB gegen Juventus Turin in MailandAm 5. April fand dann das Hinspiel im Halbfinale des Uefa-Cups in Mailand gegen Turin statt. Gegen Juventus vor 79.800 Zuschauern gingen die ersatzgeschwächten Borussen bereits nach acht Minuten durch den ehemaligen Juve-Spieler Reuter in Führung, doch noch in der ersten Hälfte erzielten die Italiener durch einen Elfer von Baggio den Ausgleich. Zwanzig Minuten vor dem Ende erzielte Andi Möller den 2-1-Führungstreffer. Es folgte ein Sturmlauf der Italiener, trotzdem hielt die Führung bis zwei Minuten vor dem Ende. Da traf der „Italiener“ Jürgen Kohler zum vielumjubelten 2-2. Trotzdem war dies eine hervorragende Ausgangssituation für die Dortmunder. Drei Tage nach dem Highlight folgte ein Unentschieden der traurigen Art. Ausgerechnet im Derby in Gelsenkirchen trennte man sich torlos in einem tristen Spiel. Aufgrund der Verletzung von Chapuisat gab es in der Folgezeit Gerüchte, der BVB buhle um den deutschen Nationalspieler Jürgen Klinsmann und Florin Raduciou aus Rumänien.

Am 15.4.95 folgte ein berüchtigtes Heimspiel gegen Karlsruhe. Die Gäste gingen kurz vor der Halbzeit durch Metz in Führung und lange sah es nach einer Heimniederlage aus. Die Wende folgte in der zweiten Hälfte 15 Minuten vor dem Ende durch die berüchtigte Schwalbe von Möller. Den „fälligen“ Elfmeter verwandelte Michael Zorc. Sammer traf dann vier Minuten vor dem Ende zum viel umjubelten 2-1-Endstand. Zwar hatte Zorc noch die Chance auf das 3-1, aber einen Foulelfmeter in der 89. Minute hielt Torhüter Reitmaier. Nach dem Spiel relativierte Trainer Hitzfeld das Ganze, als er darauf hinwies, dass beim 0-0 in Stuttgart den Dortmundern zwei Elfmeter verwehrt wurden. Und auch in Leverkusen beim Stande von 0-0 war dies passiert.

Am 18. April fand das Rückspiel im Uefa-Cup im Westfalenstadion gegen Juventus Turin statt. Vor 35.400 Zuschauern folgte erst einmal ein Schock, denn die Italiener gingen durch Porrini bereits nach sieben Minuten in Führung. Doch der ehemalige Turnier Julio Cesar erzielte nur drei Minuten später durch einen indirekten Freistoß den Ausgleich. Das würde reichen, doch in der 31. Minute entwischte Roberto Baggio einmal Steffen Freund zum 1-2. Damit waren die Italiener weiter. In der 88. Minuten erzielte dann Lars Ricken den vermeintlichen Ausgleich. Das wäre die Verlängerung gewesen. Doch Schiedsrichter Van der Ende hat den Pass vorher von Ibrahim Tanko im Aus gesehen. Für Ricken eine falsche Entscheidung: „ Die Turiner, die in der Nähe standen, sind doch schon mit hängenden Köpfen davongegangen “, erklärte Ricken. Fassungslos war Kapitän Zorc: „ Wir sind raus. Und das nach dieser Leistung, einfach unbegreiflich “. Für Trainer Hitzfeld war es eine großartige Leistung der Borussen: „ Die Mannschaft ist über sich hinausgewachsen. Juve musste regelrecht zittern. Dass wir zu solchen Chancen kommen würden, hätten wir selbst nicht gedacht. “ Doch Manager Michael Meier sagte nach dem Spiel ein Satz, der sich erst ein paar Jahre später bewahrheiten sollte: „ Man sieht sich immer zweimal im Leben.

Zwei Tage später kassierte Andreas Möller eine weitere Niederlage vor dem DFB-Sportgericht. Er wurde wegen seiner Schwalbe für zwei Spiele gesperrt. Bislang die einzige nachträgliche Sperre für eine Schwalbe! Wiederum zwei Tage später kassierten die Borussen eine Niederlage in München. Bei der 1-2-Niederlage gegen Bayern profitierten die Borussen davon, dass auch die Konkurrenz patzte. In Düsseldorf fand am 26. April das EM-Qualifikationsspiel gegen Wales statt. Beim 1-1 fiel Sammer kurzfristig aus. Der Ersatz-Libero Reuter und auch Freund spielten, allerdings sehr mäßig. Drei Tage später folgte im Westfalenstadion ein mühevoller 2-0-Arbeitssieg gegen Dynamo Dresden.

Am 5.5.1995 fand dann eine Entscheidung statt, die im Nachhinein eine ganz wichtige war. Zusammen mit der Harpener AG und der Versicherung Continentale übernahm der BVB mit einem Erbbaurechtsvertrag das Westfalenstadion für 30 Jahre von der Stadt Dortmund für jährlich eine Mio. DM und besiegelte dadurch die Privatisierung der Borussen-Spielstätte. In der Folgezeit sollte das Stadion für 62 Mio. DM auf 55.000 Zuschauer durch die Erweiterung der Haupt- und Gegentribüne ausgebaut werden. Außerdem ist geplant, dass man auch die Nord- und Südtribüne irgendwann ausbaut, sodass das Stadion dann 70.000 Zuschauer fassen kann und damit das größte Fußballstadion in Deutschland wird. Dies will man bewältigen ohne einen Pfennig von der Stadt Dortmund. Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft folgte zwei Tage später ein Rückschlag. In Bremen verloren die Borussen mit 1-3 und verloren erstmals nach 25 Spieltagen die Tabellenführung. Vor dem Spiel tönte der Bremer Mario Basler noch: „ Der Sieger wird auch Meister. “ Nach dem Spiel sagte er dann: „ Die Meisterschaft ist entschieden. Werder kann jetzt keiner mehr stoppen. “ Ein weiterer Rückschlag traf die Borussen fünf Tage nach der Niederlage. Stürmer Flemming Povlsen musste wegen seiner schwerwiegenden Knieverletzung die Sportinvalidität beantragen. Am nächsten Tag folgte dann trotzdem ein 3-1-Heimsieg gegen VfL Bochum. Doch Dortmunds Verletzungspech blieb weiter bestehen. Fünf Tage nach dem Spiel fiel auch der dritte Stürmer aus. Kalle Riedle zog sich einen Kreuzbandriss zu und fiel damit mindestens fünf Monate aus. Somit mussten die Borussen die restliche Saison ohne etatmäßigen Stürmer spielen.

Platzsturm im WestalenstadionAm 20. Mai gingen die Borussen beim SC Freiburg mit 1-0 in Führung, doch Matthias Sammer schoss dann ein Eigentor. Durch dieses 1-1 betrug der Rückstand auf Werder Bremen mittlerweile zwei Punkte. Eine Woche später reichte es im Westfalenstadion im Duell mit der anderen Borussia nur zu einem 1-1. Dieser Punktverlust verwandelte sich aber in einen Gewinn, denn zur gleichen Zeit verloren die Bremer ausgerechnet gegen den Erzrivalen aus Gelsenkrichen mit 2-4. Nur noch ein Punkt Rückstand. Am nächsten Tag verkündete der BVB mit Carsten Wolters aus Wattenscheid seinen ersten Neuzugang für die neue Saison. Gleichzeitig gab es das Gerücht, der BVB wollen sich wegen der Stürmerverletzungen Bruno Labbadia und/oder Uwe Rösler holen.

Am 03.06.1995 spielte der BVB gegen eine Stadtauswahl aus Cuxhaven und gewann mit 9-2. Vier Tage später fand in Sofia ein weiteres EM-Qualifikationsspiel statt. Gegen Bulgarien gewannen die Deutschen mit 3-2. Dabei sahen sowohl Reuter als auch Sammer die zweite Gelbe Karte. Andi Möller wurde erst zehn Minuten vor dem Ende eingewechselt. Vor dem vorletzten Bundesligaspiel kursierten weiterhin Gerüchte um einen neuen Stürmer. Angeblich sei der BVB an Jordi Cruyff dran. Am 10. Juni spielte dann die Borussia in Duisburg gegen den MSV. Als in der 51. Minute das 0-2 fiel, dachte keiner mehr an die Meisterschaft. Zu diesem Zeitpunkt wäre Bremen Meister. Aber eine Minute später fiel der Anschlusstreffer von Zorc. Es war dann Stefan Reuter, der mit seinen beiden Treffern in der 57. und 78. Minute das Spiel drehte. Das bedeutete aber für die Duisburger, dass sie abgestiegen waren. Da auch Bremn gegen den KSC gewann, betrug der Rückstand auf die Bremer einen Punkt und ein Tor. Doppeltorschütze Reuter sagte dann nach dem Spiel: „ Jetzt bin ich sicherer als je zuvor, dass nur wir Deutscher Meister werden. “ Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag war, der BVB musste mindestens 2-0 gewinnen und Bremen durfte eben beim FC Bayern, ausgerechnet der neue Arbeitgeber des Bremer Trainers Otto Rehhagel, nicht gewinnen, dann wäre Borussia nach 32 Jahren endlich wieder Meister.

Am 17. Juni fand dann der letzte Spieltag statt. Neben den 42.800 Zuschauern im Stadion gab es auf dem Friedensplatz vor dem Rathaus in Dortmund Public Viewing, wo ebenfalls die gleiche Anzahl von Fans waren. Bereits in der 8. Minute gingen die Borussen durch einen direkten Freistoß von Möller in Führung. Aber richtig laut wurde es in der 14. Minute, als auf der Anzeigetafel aufleuchtete, dass Bayern gegen Bremen durch Ziege führte. Nach weiteren 14 Minuten war es Lars Ricken, der die Dortmunder durch sein 2-0 in Richtung Meisterschaft schoss. Viel passierte dann im Westfalenstadion nicht mehr. Für die Fans war das Radio nun der beste Freund. Dieser berichtete aber, dass Bremen durch Basler in der 39. Minute den Ausgleich schoss. Doch noch vor der Pause gab es wieder Jubel im Stadion, denn es war Zickler, der die Münchener erneut in Führung schoss. Als dann in der 78. Minute wiederum Zickler traf, wurde bereits im Westfalenstadion gefeiert und der Schlusspfliff ersehnt. Da nicht weiteres mehr auf beiden Plätzen passierte, stand fest: Borussia Dortmund wurde nach 1956, 1957 und 1963 zum vierten Mal Deutscher Meister. Es war aber die erste Meisterschaft seit Einführung der Bundesliga. Die Dämme brachen rund um Dortmund. Ein Tag später feierte der BVB diese Meisterschaft vor rund einer halben Million Fans mit einen Umzug durch die Stadt. Für die zwölf Kilometer lange „Ehrenrunde“, die über den Borsigplatz führte, brauchten die Dortmunder aufgrund des Andrangs fünf Stunden. Diese wohl größte Meisterfeier in Deutschland aller Zeiten endete am Friedensplatz mit einer riesigen Feier. Hier wurde dann sehr tränenreich auch Flemming Povlsen verabschiedet. Im Anschluss hatten dann die die Spieler Urlaub bis zum 09. Juli. Man kann sagen, das haben sie dann auch verdient.

Fazit: Über allem thronte natürlich die Meisterschaft. Nach dem unglücklichen Ausgang in der Saison 1991/92 sah es am Ende lange danach aus, als ob die Borussen wieder undankbarer Zweiter werden würden und sich der Spruch von Uli Stein in Richtung Möller („Mit dem wird man nie Meister“) bewahrheitete. Ein interessanter Nebeneffekt: Als die Nationalspieler in den USA waren, gewannen die Dortmunder die A-Jugend-Meisterschaft ausgerechnet gegen Werder Bremen mit 3-2 durch Toren von Spielern, die sich in der Saison dann als Baby-Sturm ihren Namen machten: Lars Ricken und Ibrahim Tanko.

Doch man sollte nicht vergessen, der BVB hat für diese Meisterschaft auch tief in die Tasche gegriffen. Mit 13,52 Mio. DM verstärkte man die Mannschaft weiter und gab sogar eine Mio. DM mehr aus als der Branchenprimus FC Bayern München. Zwar gab es auch Transfereinnahmen von rund 9,18 Mio. DM, die fielen aber geringer als im Vorjahr aus. Um einen gewissen „Neid“-Faktor zu umgehen, wurden einige Spieler vor der Verpflichtung von Möller gefragt, ob man den Spieler, der ja nicht gerade im Guten aus Dortmund weggegangen ist, verkraften könne. Innerhalb der Mannschaft gab es da keine Einwände. Aber auch die Fanclubs wurden von der Vereinsführung gefragt. Zwar war Möller die erhoffte Verstärkung, doch am Ende viel wichtiger war sein „Mitbringsel“ Julio Cesar, der eigentlich nur als Libero eingeplant war. Doch durch seine Ruhe und Übersicht als Innenverteidiger zeichnete er sich in der Saison aus. Außerdem war der Brasilianer durch seine Spielweise in der Abwehr bei den Fans sehr beliebt. Auch schien es, dass es in der Mannschaft stimmte. Stefan Reuter sagte mal, dass man nicht mehr so Einzelgänger in Dortmund war. Man ging auch mal samstags zusammen aus.

Dass die Mannschaft aber noch nicht so gefestigt war, zeigte sich besonders in zwei Spielen. Im Pokalaus gegen Lautern waren die Dortmunder über weite Strecken die bessere Mannschaft, aber angestachelt von FCK-Trainer Rausch wurde die spielerische Überlegenheit durch die rüde Spielweise der Lauterer zerstört. Am Ende gab es eine 3-6-Niederlage in der Verlängerung. Zu Buche standen dabei zehn gelbe Karten, eine Gelbrote und fünf Spieler, die wegen Verletzung vom Platz getragen werden mussten. Drei davon blieben dann auch draußen. Aber auch beim Halbfinal-Aus gegen Juventus zeigte man eine gute Leistung. Im Hinspiel konnte man die 2-1-Führung nicht über die Zeit retten, im Rückspiel schaffte man es nicht, die vorhandenen Chancen für eine mögliche Verlängerung zu nutzen.

Da ist sie!Ein weiteres Problem, was am Ende fast die sicher geglaubte Meisterschaft gekostet hätte, war das Verletzungspech. In der Endphase der Meisterschaft fiel nach den Knieverletzungen von Povlsen, Chapuisat und Riedle der komplette Sturm aus, sodass man am Ende die A-Jugendlichen Tanko und Ricken als Stürmer einsetzen musste. Aber nicht nur die Verletzungen waren ein Problem. In Erinnerung blieb natürlich auch das KSC-Spiel, wo Andi Möller zwei Fehler beging und damit die Mannschaft schwächte. Zum einen zeigte er eine Schwalbe, wodurch die Dortmunder das Spiel drehen konnten. Aufgrund des am Ende tobenden KSC-Trainers Winnie Schäfer beging er dann den zweiten Fehler. Er kommentierte die Schwalbe: „ Bei jedem anderen Trainer wäre ich zum Schiedsrichter gegangen und hätte gesagt: ‚Das war nichts‘. Aber nicht bei ihm. “ Es folgte dann eine mediale Hexenjagd auf den Dortmunder, die dann in einer nachträgliche Sperre endete. Das Ungerechte daran ist aber, bislang war es die einzige nachträgliche Sperre wegen einer Schwalbe. Und das, obwohl es heutzutage einen Timo Werner gibt. Neben dieser Sperre kassierten die Dortmunder aber auch noch zwei Rote und zwei Gelbrote Karten. Dazu gab es noch 65 gelbe Karten

Bester Torschütze in dieser Saison war aber keiner der drei Stürmer, sondern Michael Zorc mit 15 Treffern. Auf dem zweiten Platz folgte mit Andi Möller ein weiterer Mittelfeldspieler. Bester Stürmer war mit 12 Treffern Stephane Chapuisat. Die meisten Einsätze hatte Torhüter Stefan Klos. Danach folgten Stefan Reuter und Michael Zorc mit einem Spiel weniger. Nach erfolgreicher Hinrunde, wo man klar den ersten Platz in der Tabelle erreichte, landeten die Dortmunder in der Rückrunde nur noch auf dem vierten Platz. Insgesamt wurde der Erfolg auch durch die erfolgreiche Abwehr um Sammer und Cesar eingefahren. Nur 19 Gegentreffer kassierten die Borussen. Ein weiterer Garant war die Heimstärke. Es gab nur eine Heimniederlage und auch nur drei Unentschieden im Westfalenstadion.

Endlich hatte es der BVB geschafft, wieder ganz oben zu stehen. Doch was damals keiner wusste, es geht noch höher, die Dortmunder waren noch nicht auf dem Zenit der Leistung, die folgte zwei Jahre später.

CHS, 23.06.2018

Hinweis: Dieser Text ist der siebte Teil der Serie "Die goldenen Jahre" und umfasst die Saison von 1991/92 bis 1996/97.

Übrigens, Bilder vom letzten Spiel und von der Meisterfeier findet ihr hier. Vom Juvespiel haben wir auch ein paar Fotos.


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