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Unsa Senf - 02.06.2018

Borussia, deine Transfervorhaben. Auf dem Weg zum Leuchtturm

Und dann war da noch das Sommerloch. Während Anja und Tanja sich Armbändchen häkeln und Jogis Trümmertruppe das WM-Aus von 1994 nachzuahmen versucht, während die Politik zur WM die Steuererhöhungsvorhaben durch die Gremien zu pauken plant, während Unwetter NRW überschwemmen, glühen am Rheinlanddamm die WLAN-Kabel der VoIP-Telefone. Wir haben uns Zugang zur Geschäftsstelle verschafft, mit einigen Insidern gesprochen und werfen für euch einen Blick auf die möglichen Neuverpflichtungen der Borussia.

Draxler:

Momentan ist es noch eine verrückte Spekulation, aber ein Tauschgeschäft mit Paris St. Germain könnte bevorstehen. Für den Schüschü-Express könnte ein ehemaliger Schalker, der seine Karriere bei der Buerschen Zeitung begann, zukünftig das schwarzgelbe Dress tragen: Draxler würde perfekt ins Dortmunder Profil passen. Schnell, dribbelstark mit Zug zum Tor und (seit seinem Intermezzo bei der Bild am Sonntag) besonders stark rechtsaußen. Eigenschaften, die auch Andre Schürrle vergangene Saison unverzichtbar fürs Dortmunder Angriffsspiel machten. Die Fans des BVB wären sicherlich nicht glücklich mit diesem Transfer, müsste man doch den beliebten Umlaut Ü gegen ein stumpfes A eintauschen. Sascha Fligge, Pressesprecher des BVB befeuerte nichtsdestotrotz unlängst die Spekulationen: „Seine Nähe zu Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus soll uns helfen, wieder die guten alten Zeiten heraufzubeschwören. Es geht in den Verhandlungen lediglich noch um vertragliche Details. Draxler wünscht eine Klausel, die eine Einsatzgarantie im Doppelpass beinhaltet. Hier konnten wir nach Rücksprache mit Thomas Helmer noch keine Einigkeit erzielen.“ Carsten Cramer ergänzt: „Wir stecken bereits mitten in den Planungen für rollende Plakatwände: ‚Mit Stolz und Leidenschaft bis 2025‘“.

Meyer:

Bereits in jungen Jahren als Gebirgsjäger in Mittenwald wussten seine Schussgenauigkeit und sein Talent zur schnellen Antizipation schwieriger Situationen die Scouts zu überzeugen. Als Eigengewächs der Buerschen Knappenschmiede hat er in Gelsenkirchen nach einem öffentlichen Rosenkrieg keine Zukunft, wobei er nach seiner Silbermedaille von Rio das Gen des FC Schalke 04 offensichtlich in sich trägt. Der Vize-Meister hat sein Eigengewächs bereits Explosiv entlassen, Berater Roger Wittmann sucht öffentlichkeitswirksam nach einem neuen Format für seinen Klienten. Wohin zieht es Meyer also; hat er vielleicht eine Zukunft in Dortmund? Nach Informationen der Redaktion könnte man sich in Dortmund ein Engagement vorstellen. Carsten Cramer dazu: „Mit Akte 20:11 Spezial und SERVICEAkte hat sich Meyer ins Rampenlicht gespielt. Er verkörpert mit seinem Servicegedanken und seiner Zuschauerzugewandtheit unseren Markenkern Echte Liebe, dürfte damit zum Epizentrum unserer Markenbotschaft und des Teams werden. Obendrein ist sein Name mit seiner Multilingualität für unsere Expansionsbestrebungen am Hindukusch und in der Ost-Mongolei bestens geeignet.“

Wolf:

Der Flügelflitzer vom VfB Stuttgart hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Konnte er in der ersten Halbserie noch durch sein klauenartiges Überfallspiel einige Opfer zerreißen, musste er seinen Platz in der Rückrunde an den windigen türkischen U18-Nationalspieler Tayfun Korkut abgeben. Aus diesem Grund will Wolf das schwäbische Rudel verlassen und beim BVB anheuern. Der in Dortmund aufgewachsene und bei Aplerbeck und Kemminghausen spielende Wolf hat seine Stärken natürlich vor allem im Angriffsspiel. Seine Schwächen liegen dagegen klar bei Zweikämpfen mit rothaarigen Spielern wie Kevin de Bruyne oder auch Matthias Sammer. Als Vorbilder nannte er in der kürzlich erschienenen „Landlust“ seine Oma und Ralf Jäger. #funfact am Rande: Bei den Vertragsverhandlungen mit dem BVB hat sich Wolf ausbedungen, bei der jährlichen Messe „Jagd und Hund“ nicht Fußball spielen zu müssen, da er gegenüber in den Westfallenhallen zur gleichen Zeit als Demonstrationsobjekt herhalten müsse. Auch Abendspiele bei Vollmond braucht Wolf nicht zu bestreiten, der BVB wird ihn daher wohl auch nicht für die Champions League melden. Neu-Borussentrainer Lucien Favre wiederum konnte in einer seiner größten Rollen als Kevin Costner in „Der mit dem Wolf tanzt“ überzeugen. An der Strobelallee hofft man daher um einen einfühlsamen Umgang mit dem Wolf mit der Borsigplatz-Frisur.

Nicht zu verwechseln ist dieses Transfervorhaben bitte mit Wolff Fuß, dessen körperliche Konstitution die Offiziellen in einem Probetraining nicht zu überzeugen wusste. Zwar waren seine Laktatwerte überragend, aber nur im Sitzen.

Lichtsteiner:

"Mit 34 Jahren, da fängt das Leben an" sang schon Udo Jürgens, Das macht Lichtsteiner zwangsläufig zu einem heißen Kandidaten für die Rolle des Leaders beim BVB. Die freie Vakanz nach dem altersbedingten Ausstieg von Sebastian Kehl könnte der Schweizer locker füllen und zugleich mit dem einen oder anderen Käsefondue den Kitt einer neuen BVB-Truppe bilden. Auch sportlich ergibt ein Wechsel durchaus Sinn, denn der langsam altersgeschwächte Lukasz Piszczek könnte ein altershomogenes Backup auf der rechten Verteidigerposition durchaus gut vertragen. Laut Insiderinformationen aus der Geschäftsstelle ist Lucien Favre allerdings noch nicht überzeugt und soll ob dieses Opa-Transfers maximal vaduzt gewesen sein.

Ronaldo:

Zwischen Burning Man und kaltem Büffet bei kroatischen Geburtstagsfeiern findet auch Ronaldo (42, 103kg) fortan Zeit für Borussia Dortmund. „Zukünftig wird er bei Spielen in der Signal Iduna Arena für Stimmung sorgen und als Maskottchen Emma hospitieren, der Vertrag läuft bis zur Winterpause mit der Option auf Verlängerung“, so Susi Zorc zum Transfercoup des Jahres, ach des Jahrzehnts. Brasilianischen Medien zufolge war es nicht nur die einmalige Atmosphäre, die den einstigen Weltklassestürmer von dieser Herausforderung überzeugte: "Das Kostüm ist mir auf den Leib geschnitten. Ich habe Platz, wo ich ihn benötige. Perfekt, um in den sportlich schwierigen Zeiten meinen Stachel in die Wunde zu legen."

Haute Encore:

Auch im athletischen Bereich, einem Sorgenkind der letzten Jahre, stehen Änderungen an. Überdeutlich war Fans wie Beobachtern zuletzt aufgefallen, wie sehr das kreative Zentrum an Dynamik eingebüßt hatte. Litt das Spiel der Borussen unter Erfolgstrainer Jürgen Klopp noch unter Pasta- und Schokoladenexzessen ("Erst kam das Fressen, dann die Moral. Ich fühlte mich so schmutzig!" - Mats H. aus M.), fehlte in der abgelaufenen Spielzeit ein Experte für die Grundschnelligkeit. Nach ersten Gehversuchen mit dem jamaikanischen Starsprinter Usain Bolt, der sein Glück als Profifußballer Berichten zufolge zunächst in Rumänien suchen möchte, wurde dabei ein ganz besonderer Hase aus dem Hut gezaubert: David Odonkor, WM-Held von 2006, konnte im Rahmen seines Abschiedsspiels am vergangenen Wochenende von einer neuen Tätigkeit als Co-Trainer des BVB überzeugt werden.

Auch die Gespräche mit Kult-Jogi Ansgar Brinkmann konnten im Rahmen des Gute-Laune Kicks vorangetrieben werden. Der weiße Brasilianer soll nicht nur wertvolle Erfahrung aus dem Dschungel des Lebens mitbringen, sondern auch für das nötige Maß an Aggressivität sorgen. Ein unterschriftsreifes Angebot liegt Brinkmann bereits vor, doch in letzter Minute könnten die Bosse am Rheinlanddamm noch einen Rückzieher machen. So sorgte Brinkmanns jüngste Forderung, mannschaftsinterne Probleme zukünftig auf der Straße lösen zu wollen, für Irritationen: "Wenn sich die Herren zu fein sind das Ding an der Theke zu klären, bleibt ja nur ein 5 gegen 5", beharrte der Hinterhofkicker jedoch auf seinem Standpunkt. Auch seine Idee, widerwillige Spieler zwei Stunden in den „stillen Bus“ zu setzen, sorgt noch für Kopfzerbrechen, schlägt das Thema seit April 2017 doch hohe Wellen in einschlägigen Internetforen.

Apropos Anschläge; derer Zeichen haben wir jetzt genug verbraucht und überlassen weitere Spekulationen den führenden Qualitätsmedien. Nächste Woche melden wir uns mit neuen News zu den weiteren Transferplanungen im Rahmen unseres einteiligen Dreiteilers. Thema dann: Werden Yann Sommer und Diego Benaglio die Torhüter 3 und 4? Kann Yvon Mvogo zur erwünschten Verstärkung für den Dortmunder Frauenfußball werden? Wann kommt Mats Hummels zurück und hat Lucien Favre eine Ausstiegsklausel, sollte Julian Nagelsmann doch noch die Freigabe erhalten?

Zum Abschluss möchten wir euch für etwaige Reaktionen auf diesen Text im BVB-Forum oder in den sogenannten „sozialen Medien“ in Anführungsstrichen einen tollen Service anbieten. Nutzt gerne unsere vorgefertigten Kurzkommentare, um den Autoren zu huldigen:

  • „Bei Draxler habe ich aufgehört zu lesen“
  • „Bei Ronaldo habe ich angefangen zu lesen“
  • „Liechtenstein schreibt man mit ie“
  • „Hindukusch und Ost-Mongolei sind in diesem Fall abwertend und werden den tollen Menschen in dieser Region nicht gerecht.“
  • „Ein ganz schwacher Text.“
  • „Wann schreibt endlich wieder Snej?“
  • „Menschenverachtend.“
  • „Ich kann darüber nicht lachen.“
  • „Geht's noch? Ronaldo ist nicht dick! Wenn er sich wohlfühlt, ist er genau richtig.“
  • „Arrogant bis zum geht nicht mehr!"
  • „Ihr seid die Desperados der Redaktion“
  • „Ich habe euch entfolgt.“
  • „Geistige Brandstifter!“
  • „Glauben, sie wären die einzig wahren BVB Fans, aber können noch nicht mal richtig schwarz-gelb schreiben.“
  • „Jetzt habt ihr einen Leser weniger."
  • „Den Seitenhieb auf den Frauenfußball hättet ihr euch sparen können. Der ist heute sehr dynamisch und technisch anspruchsvoll."
  • „Die anderen beiden sind eh Spinner. Aber dass auch Jakob sich jetzt auf dieses Niveau begibt? Schade.“
  • „Ich habe meine Dauerkarte seit 1982. Früher hätte es solche Texte im Internet nicht gegeben.“
  • „Dürft ihr das mit der DSGVO? Ich hoffe, ihr habt wenigstens die Namen geändert!“
  • „Die jungen Leute sollten mir im Stadion mal besser nicht über den Weg laufen.“
  • „Jetzt habt ihr ne große Klappe, aber wenn der Schü im Dezember wieder trifft, feiert ihr ihn doch am lautesten.“
  • „Ich lese euch eh schon seit Wochen nicht mehr.“
  • „Die Häme gegenüber Hummels hättet ihr euch sparen können. Der hat uns zum Weltmeister gemacht.“
  • „Ihr seid noch unlustiger als Böhmermann.“


Jakob/SSC/Malte D., 02.06.2018

Bildnachweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Draxler, https://de.wikipedia.org/wiki/Vaduz, https://www.flickr.com/photos/alexcarvalho/5122564...

Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)


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