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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.11.2013

Saison 1987/88 – Ernüchterung nach dem Höhenflug

Fazit:

Nach der glänzenden Vorsaison, in der der BVB überraschend den vierten Platz erreichte, hoffte ganz Dortmund auf eine Fortsetzung in der neuen Saison. Die Hoffnung war gegeben, da man die Mannschaft zusammenhalten hatte können und sich nur durch Murdo MacLeod (Celtic Glasgow), Thorsten Wohlert (VfB Lübeck) und Gerhard Kleppinger (aus Gelsenkirchen) verstärkt hatte. Dazu kamen aus dem eigenen Amateurbereich die Spieler Rupert Gerl und Adrian Spyrka. Doch obwohl Vorstand und Trainer die Fans gewarnt hatten, folgte der Absturz, denn die Mannschaft konnte die hohen Erwartungen, die wegen der Uefa-Cup-Qualifikation entstanden waren, nicht erfüllen.

Ein Grund für den Absturz stellte Frank Mill bereits in der Hinserie fest. Es war die Dreifachbelastung aus Meisterschaft, DFB-Pokal und dem UEFA-Cup. Während die Dortmunder in den beiden Pokalwettbewerben recht erfolgreich waren, lief es aufgrund des Kräfteverschleißes in der Liga nicht. „In der Bundesliga müssen wir froh sein, wenn wir nicht absteigen“, stellte der Stürmer fest. Gerade das Ausscheiden in der dritten Runde des Uefa-Cups zeigte deutlich, dass der Mannschaft Substanz fehlte. Allerdings brachten gerade die Pokalwettbewerbe reichlich Geld und Ansehen nach Dortmund.

Ein Problem war der Spielaufbau bei Borussia Dortmund. Frank Mill sagte dazu: „Zwei Stunden dauert’s, bis der Ball nach vorne kommt.“ Den spielerischen Mangel versuchte der BVB in der Winterpause mit der Verpflichtung von Andy Möller zu beheben. Allerdings sorgte die Rekordablösesumme von 2,4 Mio. DM für einen gewissen Neidfaktor. So titelte der Kicker: „Rekord-Kohle aus Dortmund“ und auch der Bundesarbeitsminister Norbert Blüm empörte sich über diese Zahlungen. Zwar zeigte Möller teilweise seine Klasse, aber er konnte keine Wunder vollbringen. So spielte Borussia bis zum Ende der Saison gegen den Abstieg. Ein weiteres Problem waren die vielen Niederlagen im eigenen Stadion. So hatte BVB-Spieler Marcel Raducanu die Idee: „Wir dürfen nicht mehr zu Hause spielen!“ Fest stand, dass man gerade in den Heimspielen viele Punkte liegen gelassen hat. Von den 17 Heimspielen konnten nur fünf gewonnen werden.

Im Zuge der Verpflichtung von Möller wurde auch zum zweiten Mal versucht, einen Manager im Verein zu installieren. Dabei fiel die Wahl auf Möllers Berater und Ziehvater Klaus Gerster. Aber im Nachhinein erwies sich der „Manager-Lehrling“ als Fehlbesetzung. So scheiterte auch der zweite Versuch von Borussia Dortmund. Erst später wurde der dritte Versuch unternommen. Dieser hatte dann Erfolg. Die Saison 87/88 kann man als eine Übergangsaison ansehen, denn die nächste Saison brachte dann endlich wieder einen Titel für den BVB und war gleichbedeutend mit dem Beginn des goldenen Zeitalters am Borsigplatz.

CHS, 15.11.2013


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