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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.11.2013

Saison 1987/88 – Ernüchterung nach dem Höhenflug

Es folgte vier Tage später der U21-Länderspielvergleich zwischen Deutschland und der Niederlande. Bei der 0-2-Niederlage spielte der Dortmunder Kutowski zwar gut mit, blieb aber unauffällig. In der Bundesliga setzte es hingegen erneut eine Niederlage. Im Heimspiel gegen den Hamburger SV erzielte der BVB zwar zwei Treffer, am Ende gewannen die Hamburger mit 2-3. Erfolgreicher verlief das Uefa-Cup-Hinspiel gegen den FC Brügge. Nach dem ungefährdeten 3-0-Sieg zweifelte in der Westfalenmetropole keiner mehr, dass man eine Runde weiter kommen würde. Doch vor dem Rückspiel gab es noch zwei Bundesligaspiele. Am 28.11.87 reiste der BVB nach München und gewannt beim FC Bayern klar dank eines überragenden Liberos Pagelsdorf und des zweifachen Torschützen Simmes mit 3-1. Vor dem Spiel gegen Mannheim beschwörte der Trainer seine Mannschaft: „Unser glanzvoller Sieg bei den Bayern nützt uns nichts, wenn wir nicht gegen Waldhof gewinnen.“ Aber ausgerechnet der ehemalige Borusse Bernd Klotz verwandelte die einzige Chance der Mannheimer zum 0-1-Endstand. Damit belegte der BVB in der Winterpause nur den 15. Platz bei 24-32 Toren und 13-25-Punkten.

Der glorreiche Abschluss des Jahres sollte in Brügge stattfinden. Doch die belgischen Hauptstädter gingen schon nach 10 Minuten durch Ceulemans in Führung. Zwei Treffer von Leo van der Elst sorgen für eine Verlängerung. Sein Bruder Frankie van der Elst erzielte dann in der 99. Minute mit einem Flachschuss aus 18 Meter das 0-4. Den 0-5-Endstand schoss dann drei Minuten vor dem Ende erneut Leo van der Elst per Elfmeter. Die sicher geglaubte Viertelfinal-Teilnahme war dahin.

Nach dem bitteren Aus konnte aber der BVB personell einen Erfolg verbuchen. Der 20-jährige Mittelfeldspieler Andreas Möller wechselte am 05.01.88 für 2,4 Mio. DM (plus MwSt.) aus Frankfurt zu Borussia Dortmund. Es war bis dahin die höchste Ablösesumme, die in Deutschland bezahlt wurde. Zwei Tage später kamen dann auch 600 Fans zum ersten Training, wurden aber vom Trainer Saftig enttäuscht. Dieser hatte nämlich einen Waldlauf angesetzt. In Essen fand am 10. Januar ein Hallenturnier statt, welches der BVB vor dem VfL Bochum gewinnen konnte. Bester Torschütze mit sechs Treffern war ebenfalls ein Dortmunder, Frank Mill. Zehn Tage später fand dann das erste Freundschaftsspiel nach der Winterpause unter freien Himmel statt. Beim VfL Kamen gewannen die Borussen klar und deutlich mit 11-0. Die Jahreshauptversammlung vor 417 Mitgliedern fand wenig später am 21.01.1988 statt. Präsident Dr. Niebaum durfte sich über die Wiederwahl freuen und Schatzmeister Vogt einen Überschuss von 260.000 DM aus dem Geschäftsjahr 86/87 verkünden. Beim eigenen Hallenturnier in der Westfalenhalle Ende Januar kamen die Borussen nur auf einen Sieg (6-2 gegen Rot-Weiß Essen) und belegten so einen enttäuschenden vierten Platz. Es gab Niederlagen gegen Bochum (2-4), Leverkusen (3-5) und Nürnberg (2-4). Im Anschluss ging es dann in das spanische Trainingslager nach Estepona. Hier sollten die Grundlagen für einen erfolgreichen Abstiegskampf erworben werden. Derweil blieb der verletzte Kapitän Michael Zorc in Dortmund.

Am 1. Februar spielte der BVB im Marbella gegen den FC St. Pauli und siegte durch Tore von Möller, Spyrka und Dickel klar mit 3-1. Auch das nächste Freundschaftsspiel bei Wattenscheid 09 ging nicht verloren, die SG und der BVB  trennten sich 1-1. Am 13.02.88 kam es zur dritten Runde im DFB-Pokal. Zweimal standen die Borussen kurz vor dem Aus, konnten aber in der 87. Minute dank Dirk Hupe die Verlängerung erreichen. In dieser erzielte dann in der vorletzten Minute Günter Kutowski den 3-3-Endstand und erzwang somit ein Wiederholungsspiel in Dortmund. Zwar gingen die Borussen beim Heimdebüt von Andreas Möller Mitte Februar durch seinen Treffer mit 1-0 gegen Bochum in Führung, am Ende gewwann der VfL aber mit 1-2 durch zwei Last-Minute-Tore in den letzten Minuten. Dafür war die Reise ins Saarland erfolgreich. Gegen den FC Hombruch gewannen die Dortmunder durch Treffer von Storck, Mill und Hupe mit 3-0 und sicherten sich wichtige Punkte im Abstiegskampf. Am 23. Februar kam es zum Wiederholungsspiel im DFB-Pokal gegen Bayer Uerdingen. Dabei waren die Borussen völlig verunsichert und verloren verdient gegen die keineswegs starken Uerdinger mit 1-2. Dortmund musste auf Mill verzichten, der sich sein Knie verdreht hat. Für ihn kam der junge Rupert Gerl herein. Die Uerdinger gingen durch W. Funkel in der 21. Minute im Westfalenstadion vor 11.960 Zuschauer in Führung, aber Norbert Dickel erzielte in der 50. Minute den Ausgleich. Stefan Kuntz setzte in der 72. Minute den Todesstoss für die Borussen. Frank Mill sagte zu dem Spiel: „Die Uerdinger waren schwach. Wir aber noch viel schwächer.“

Darauf reagierte der Verein und fror alle Siegprämien bis Saisonende aufgrund der schwachen Heimspielleistungen ein. Diese Maßnahme schien zu fruchten, denn beim Tabellenfünften aus Gladbach gewannen die Borussen klar mit 3-0 und fuhren den dritten Auswärtssieg in Folge ein. Und auch im nächsten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt durfte wieder gejubelt werden. Die Dortmunder konnten erstmals seit fünf Monate auf Michael Zorc zurückgreifen und siegten klar mit 3-1. Damit beendeten sie auch die ebenso lange Serie von sieglosen Heimspielen. Aber sieben Tage später endete bereits die nächste Serie. Bei der 0-2-Niederlage beim 1. FC Köln musste Borussia die erste Auswärtsniederlage seit dem 31.10.1987 hinnehmen. Eine Woche später gab es dann beim Auftritt von Werder Bremen im Westfalenstadion nur ein torloses 0-0.


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