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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.11.2013

Saison 1987/88 – Ernüchterung nach dem Höhenflug

BVB-LogoNach dem vierten Platz im Vorjahr war die Euphorie rund um das Westfalenstadion riesengroß. Aber leider schaffte es die Mannschaft nicht, diese Erwartungen zu erfüllen und schrammte nur knapp am Abstieg vorbei. Dafür konnte man in Europa ein bisschen aufhorchen lassen.

Nach der hervorragenden Vorsaison begann die neue Saison am 08.07.1987 mit einem Trainingslager in Herzlake. Dabei waren die Neuzugänge Gerhard Kleppinger, Torsten Wohlert und Murdo MacLeod. Von den eigenen Amateuren kamen die Spieler Adrian Spyrka und Rupert Gerl. Nach seinem Karriereende übernahm Lothar Huber den Posten des Co-Trainers. Zwei Spieler verließen den BVB. Erdal Keser wechselte zurück in die Türkei zu Saryersport Istanbul und Andreas Hahn ging zu Wattenscheid 09. Das erste Testspiel gewann die Borussen zwei Tage später mit einem BVB-Ergebnis. Den SV Falke-Steinfeld schlagen die Borussen klar mit 9-0. Auch die nächsten fünf Testspiele innerhalb von 15 Tagen fanden auf den Dörfern statt und auch diese konnte der BVB gewinnen: 5-1 beim VfL Herzlake, 13-0 bei TuRa Melle, 6-0 beim VfL Gevelsberg, 13-0 beim SV Beuel 06 und 8-1 beim FC Lennestadt. Das letzte Testspiel fand in Hamm statt und der Gegner war der rumänische Club Dinamo Bukarest. Auch dieses Spiel konnten die Dortmunder mit 2-1 für sich entscheiden.

Aber am ersten Spieltag am 1. August gab es die Ernüchterung. Im Heimspiel gegen Bayern München kassierte der Ballspielverein eine 1-3-Niederlage und belegte nur den 16. Platz. Dabei sah Torhüter Teddy de Beer nicht gut aus. „Zweieinhalb Fehler habe ich gemacht“, gab der Torhüter zu. Auch das erste Auswärtsspiel mussten die Borussen bei Waldhof Mannheim mit 0-1 verloren geben. Die Hoffnung, dass man international bei den Auswahlmannschaften erfolgreich sein würde, durfte man ebenfalls begraben. Sowohl Nobert Dickel, Michael Zorc und Frank Mill mit der Deutschen Olympiaauswahl als auch Günter Kutowski bei der U21-Nationalmannschaft mussten Niederlagen hinnehmen. Die Olympiaauswahl verlor in Aschaffenburg gegen die CSSR mit 0-1, wobei Dickel und Zorc konstante Leistungen zeigten und Frank Mill nur den Pfosten in der 65. Minute traf. Währenddessen verlor der schwache Kutowski mit der U21 gegen Frankreich mit 0-2 und wurde dann für Franco Foda ausgewechselt.

Am 14. August am dritten Spieltag gab es endlich den ersten Sieg für die Dortmunder. Vor dem Spiel forderte Trainer Saftig eine Reaktion von der Mannschaft: „Gegen Homburg muss jetzt ein Sieg her!“. In nur 6 Minuten gelangen Norbert Dickel die entscheidenden Tore beim 2-0 Heimspiel gegen den FC Homburg. Auch die U20 mit Spyrka und Banach hatte ein Länderspiel. Gegen Dänemark gab es ein 1-1 und die beiden Dortmunder gehörten zu den besten deutschen Spielern. Die Reise nach Nürnberg endete torlos und 0-0. Fünf Tage später kam der Namensvetter aus Gladbach ins Westfalenstadion. Wieder einmal gab es keinen Sieg, man trennte sich mit 1-1. Am 29. August fand vor 7.000 Zuschauern dann die erste Runde im DFB-Pokal statt und Dortmund musste zum baden-württembergischen Oberligist Offenburger FV reisen. Dreimal gingen die Borussen durch Marcel Raducanu (34.), Maurice Banach (49.) und Anderbrügge (105.) in Führung, aber dreimal zeigten die Gastgeber im „Spiel des Jahres“ tolle Moral und glichen aus. Am Ende trennten sich beide Mannschaften mit 3-3 nach Verlängerung. Das Wiederholungsspiel muss die Entscheidung bringen. Sauer ist aber der BVB-Trainer Saftig über die Einstellung seiner Spieler: „Es ist immer das gleiche vor Pokalspielen, da kann man reden wie man will.“

Der September begann so, wie der August geendet hatte: nämlich mit einem Unentschieden bei der Eintracht. Das 0-0 war allein dem glänzend aufgelegten Teddy de Beer zu verdanken, der im Waldstadion in Frankfurt eine Niederlage durch hervorragende Paraden verhinderte. Vier Tage später kam der 1. FC Köln nach Dortmund und gewann das Spiel mit 1-2. Am 8. September gab es das U21-Länderspiel zwischen Deutschland und England (2-0) und ein gewisser Paul Gascoigne sah gegen Kutowski kein Land. Allerdings wurden beide zur Halbzeit ausgewechselt. In der Liga lief es für den BVB gar nicht. Nach dem 0-4 bei Werder Bremen warem die Dortmunder schon seit vier Spielen ohne Treffer auf des Gegners Platz. Am 16.09.1987 war es endlich soweit, die Dortmunder durften wieder im UEFA-Cup spielen. Das erste Spiel fand bei Celtic Glasgow statt und die Borussen waren lange die bessere Mannschaft. Aber zwei Minuten vor dem Ende gelang Whyte der 1-2-Siegtreffer. Trainer Saftig sagte darauf: „Es wird schwer, ist aber durchaus machbar, im Rückspiel weiterzukommen.“


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