schwatzgelb.de
Zu schwatzgelb.com wechseln

Die BVB-Geschichte - 15.02.2008

Die Geschichte des BVB - Teil 6: Die BVB-Historie von 1949 bis 1958

In dieser Rubrik findet ihr ab jetzt einen Rückblick auf über 100 Jahre Borussia Dortmund und ein wenig mehr. Denn wir werfen auch einen kurzen Blick auf die übrige Dortmunder Fußballlandschaft.

Sehr umstritten: BVB-Obmann Heinz Dolle Die Saison 1948/49 endete wie im Vorjahr mit der Westdeutschen Meisterschaft für den BVB. Acht Punkte dahinter kam Rot-Weiß Essen als Tabellenzweiter ins Ziel. Erneut wurde ein Borusse Torschützenkönig. Diesmal war es Alfred „Adi“ Preißler mit 25 Treffern. Der BVB gewann auch die Zonenmeisterschaft gegen den HSV mit 5-2 und qualifizierte sich erstmals für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Im Viertelfinale wird der Berliner SV 92 klar mit 5-0 im Berliner Olympiastadion besiegt. Mehr Mühe machte da der 1. FC Kaiserslautern im Halbfinale.

Nachdem das erste Halbfinale mit 0-0 endete, gewinnt der BVB im Wiederholungsspiel klar mit 4-1 und zieht erstmals in seiner 40-jährigen Vereinsgeschichte ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ein. Endspielgegner ist am 10.07.1949 der VfR Mannheim. Der BVB, der als leichter Favorit in das Endspiel in Stuttgart geht, verpasst trotz zweimaliger Führung durch Herbert Erdmann den Titelgewinn. So lautet das Endergebnis in der Stuttgarter Hitzeschlacht 2-3 nach Verlängerung für die Mannheimer. Die Dortmunder mussten dem Anfangstempo Tribut zollen und versäumten es, das Finale frühzeitig zu entscheiden. Trotzdem kann der BVB feiern, denn erstmals ist der Verein Vizemeister geworden. Ein Tag später bereiten die Dortmunder einen herzlichen Empfang, als etwa 200.000 Menschen die Straßen säumen.

Am 24.07.1949 wird dann auch im Westen und im Norden Deutschland der Status des Vertragsspielers eingeführt. Im Süden gab es den Status bereits ein Jahr früher.

Am 1.08.1949 löst Sepp Kretschmann Edy Havlicek als Trainer ab. Der BVB wird zum dritten Mal in Folge Westmeister und erreicht die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Torschützenkönig ist erneut „Adi“ Preißler mit 24 Treffern. Gegner im Achtelfinale ist der Vorjahresmeister, VfR Mannheim. Aber aus einer Revanche wird es nichts. Obwohl der BVB durch ein Tor von Kasperski in Führung geht, verlieren die Dortmunder verdient mit 1-3. Der verletzte Preißler fehlte dem Dortmunder Spiel. Statt um Meisterehren zu spielen bietet der BVB seinen Fans ein Testspiel gegen den englischen Zweitdivisionsmeister Tottenham Hotspurs an. 20.000 Zuschauer wollten das sehen und die Britten gewannen klar mit 0-4.

Zwei eindrucksvolle Ergebnisse gibt es bei der Vorbereitung auf die Saison 50/51. Zuerst wird der aktuelle Deutsche Meister VfB Stuttgart klar mit 3-1 besiegt und nur einen Tag später gewinnt der BVB mit 6-5 gegen FC St. Pauli. St. Pauli führte schon mit 3-0 und 5-3. Den Saisonstart gewann der BVB trotz großer Personalprobleme mit 2-1 gegen Erkenschwick. Die vier vom STV Horst-Emscher gekommenen Spieler (Wieschner, Mikuda, Sahm und Wieding) wurden am Vorabend durch den WFV gesperrt. Auch verließen zwei Leistungsträger (Schulz und vor allem Preißler) den Verein in Richtung Münster. Dem Protest der Dortmunder gegen die Sperre wird nur teilweise zugestimmt und nur Sahm wird freigesprochen. Die anderen drei Spieler müssen noch drei Monate pausieren. Und innerhalb des BVB waren die Einkäufe von BVB-Obmann Heinz Dolle umstritten. Herbert Sandmann dazu: „Heinz Dolle hat diesen Verein kaputt gemacht. Dabei passte die Mehrzahl dieser Spieler überhaupt nicht zu unserer Mannschaft.

Als Tabellenführer kommt FC Sch*lke 04 nach Dortmund, verliert aber klar mit 3-0. Somit heißt der neue Tabellenführer BVB. Am Ende der Saison reicht es aber nur zum dritten Platz hinter Gelsenkirchen und Münster. Da man die Endrunde verpasst hatte, reiste der BVB im Rahmen des „Festival of Britain“ nach England. Am 09.05.51 bestritt der BVB sein erstes Spiel auf ausländischem Boden und erreichte gegen den englischen Erstdivisionisten Derby County ein 1-1. An der White Hart Lane beim englischen Meister Tottenham unterlagen die Borussen denkbar knapp mit 1-2. Übrigens ist Michalleks Tor das erste deutsche Tor auf Londoner Boden.

Neuer Trainer: Hans „Bumbas“ Schmidt Nach nur einer Saison geht Trainer Sepp Kretschmann. Er wechselt zu Werder Bremen und wird ersetzt durch den ehemaligen Clubtrainer Hans „Bumbas“ Schmidt. Am 17.06.51 in Berlin beim Länderspiel Deutschland – Türkei (1-2) kommt Erich Schanko zu seinem ersten Nationalmannschafteinsatz. Damit ist er der zweite BVB-Spieler in der Nationalmannschaft nach August Lenz.

Die Saison 1951/52 begann nicht sehr erfolgreich. Der BVB kam einfach nicht in die Gänge, so dass man nach dem 9. Spieltag nur den 14. Platz belegte. Zwar besserte sich die Lage bei den Borussen, aber nach der Hinrunde lag der BVB nur auf Platz 10 mit 14-16-Punkten und 35-34-Toren. Der BVB kassierte einfach zu viele Tore. Am 20.01.1952 gab es aber endlich was zu jubeln. Der Erzrivale aus Gelsenkirchen wurde mit 3-0 durch Tore von Elwin Schlebrowski und zweimal Hans Flügel nach Hause geschickt. Dank einer ordentlichen Rückrunde schaffte der BVB noch den vierten Platz mit 34-26-Punkten und 79-53-Toren. Alfred Mikuda war bei allen 30 Spielen dabei und die interne Torschützenliste gewann ebenfalls ein Alfred, Alfred Niepieklo. Erfreulich war die Saison zumindest für Erich Schanko, der es in dieser Zeit auf sechs weitere Länderspiele brachte.

Übernahm im Juli 1952 den Posten des Präsidenten: Dr. Werner Wilms

Helle Aufregung beim ersten Training zur Saison 1952/53 in der Roten Erde am 29.07.52: Die BVB-Vorsitzenden Lückert und Herres sind nicht nur zurückgetreten, sie sind sogar aus dem Verein ausgetreten. Neuer Präsident wird der Rechtsanwalt Dr. Werner Wilms. Zweiter Vorsitzender wird Egon Pentrup. Fußballobmann bleibt Heinz Dolle. Der BVB in dieser Saison bekam Konturen durch die Verpflichtung von Torwart Heinrich Kwiatkowski und Rückkehrer Alfred Preißler. Nach einer sagenhaften Startserie des 1. FC Köln (22-0 Punkte) gewinnt der BVB gegen die Kölner in der Roten Erde klar mit 4-2. Der BVB belegt nun den zweiten Platz mit 19-5 Punkten. Auch nach Beendigung der Vorrunde war der BVB weiterhin auf Platz zwei mit 23-7 Punkten (durch eine Heimniederlage im letzten Vorrundenspiel) und 43-19-Toren. Der BVB hatte seine Abwehr besser im Griff als in der Vorsaison. Mittlerweile war Erich Schanko zum Stammspieler in der Nationalmannschaft geworden. Weitere vier Spiele kamen auf sein Konto. Am 15.02.53 übernahm der BVB trotz eines Punktverlustes die Tabellenführung und erreichte durch einen 1-0-Sieg gegen Sch*lke die vierte Westmeisterschaft. Das Goldene Tor erzielte in der 84. Minute Hans Flügel. Die Saison beendete der BVB mit 46-14-Punkten und 81-36-Toren. Die Spieler Alfred Mikuda und Edmund Kasperski erreichten die optimale Zahl von 30 Spielen. Auch bei den Torschützen erreichten zwei Spieler die Bestmarke. Alfred Niepieklo und Franz Farke schafften 17 Treffer.

Im ersten DM-Endrundenspiel muss der BVB schon im ersten Spiel den schwersten Gegner. Trotz zweier nicht gegebener BVB-Treffer gewinnt die Borussia am Ende mit 2-1. Ein dramatisches Spiel gab es dann in Hamburg, wo der BVB mit 4-3 die Oberhand behielt. Nach 59 Minuten führte der BVB mit 2-0. Nach 83 Minuten führten die Hamburger mit 2-3, bevor dann in der 85. Minute Alfred Preißler den Ausgleich köpfte und eine Minute vor Schluss Franz Farke sogar den Siegtreffer erzielte. Trotz einer torlosen ersten Hälfte gewann der BVB gegen Union 06 Berlin klar mit 4-0. Aufregung gibt es auch beim Rückspiel gegen den HSV in der Roten Erde. Zwar gewinnt der BVB klar mit 4-1, aber beim Tor zum 2-1 von Preißler soll Schiedsrichter Jansen Abseits gepfiffen haben. Zumindest behaupten das die Hamburger Spieler. Nach Befragung des Linienrichters wird das Tor gegeben. Zwar legt Hamburg gegen die Wertung Protest ein, aber dieser wird dann abgewiesen. Die Reise nach Berlin endet erfreulich. Man gewinnt mit 2-0, ohne dass man dabei überzeugt.

Endspiel um den Einzug ins Finale! Der BVB muss nach Stuttgart reisen. Bis zur 70. Minute sieht es gut aus, der BVB hält ein 0-0. Aber dann treffen die Schwaben gleich zweimal. Der Anschlusstreffer reicht nicht, Dortmund verpasst das Finale wegen einer kuriosen Berechnung. Bei Punktgleichheit und gleicher Tordifferenz entscheidet der Torquotient und da ist der VfB genau 0,23 Tore schlechter. Ähnlich unglücklich unterliegt dann der BVB dem 1. FC Köln mit 1-2 nach Verlängerung im Halbfinale des Westdeutschen Pokals.

Die Saison 52/53 brachte noch eine weitreichende Änderung des Fußballs. Im August 1952 findet die erste Live-Übertragung eines Fußballsspiel (Hamburger SV – Altona 93) statt. Und ab Februar 1953 wurde dann der Fußball zu einem festen Bestandteil im deutschen Fernsehen. Regelmäßig werden nun am Sonntagnachmittag Begegnungen der Oberliga übertragen. Die Entschädigung der Vereine beträgt zwischen 1.000 und 2.500 DM.

Die Saison 53/54 beginnt beim Meidericher SV und endet torlos. In der Hinrunde zeigt der BVB zwar Schwächen, erzielte aber auch außerordentliche Ergebnisse. In Gladbach gewinnt man klar mit 8-0, gegen den Spitzenreiter Rot-Weiß Essen siegt man mit 5-2 und auch „Auf Sch*lke“ behält man mit 3-0 die Oberhand. Trotzdem landet Borussia nach der Hinrunde nur auf Platz 4 mit 21-13-Punkten und 44-26 Toren. In der WM-Qualifikation kommt Erich Schanko zu zwei weiteren Spielen und erhöht sein Konto auf 14 Länderspiele, aber er gehört nicht zum Kader, der die Reise zur WM in die Schweiz antritt. Dafür fährt aber Torhüter Heinrich Kwiatkowski mit. Am Ende der Saison belegt der BVB nach weiteren Schwächeperioden nur den fünften Platz mit 32-28 Punkten und 69-58-Toren. Alle Spiele bestritten Schanko, Preißler und Koschmieder, bester Schütze wurde Alfred Niepieklo mit 15 Toren. Nach Saisonschluss ging der BVB auf eine dreiwöchige USA-Reise, wo der BVB in New York, Chicago, Cleveland, Milwaukee und Los Angeles mehrere Spiele austrug. Gleich das erste verloren die Borussen gegen Fortuna Düsseldorf mit 0-6. Es war die höchste Niederlage seit Kriegsende.

Zweiter Nationalspieler des BVB: Erich SchankoZu seinem ersten Länderspiel kam bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 der Dortmunder Heini Kwiatkowski. Sepp Herberger setzte gegen den Topfavoriten Ungarn nur eine „B-Mannschaft“ ein, so dass Deutschland klar mit 3-8 verlor und der Dortmunder reichlich Bälle aus seinem Tor holen musste. Aber das Ende ist ja bekannt, Deutschland schlug am 4.07.54 die Ungarn im Endspiel und Dortmund hatte mit Heinrich Kwiatkowski seinen Weltmeister.

Die Saison 54/55 begann mit einer Niederlage beim Meidericher SV (1-2). Eine Länderspielpause in der Liga nutzte der BVB für eine einwöchige Englandreise, die einen Sieg und zwei Niederlagen bringt. Nach einer enttäuschenden Hinrunde belegt der BVB nur den 6. Platz mit 15-15-Punkten und 28-24-Toren.

Das Jahr 1955 begann gleich mit einem Paukenschlag, denn „Bumbas“ Schmidt kündigt zum Ende der Saison seinen Rücktritt als BVB-Trainer an. Sein Nachfolger heißt Helmut Schneider vom FK Pirmasens. Er unterschreibt einen Dreijahresvertrag. Die äußerst mäßige Saisonleistung wird nur durch den 2-0-Sieg bei Sch*lke aufgehellt. Am Ende der Saison, kommt der BVB zwar noch auf Platz Vier, aber mit 30-30-Punkten und 63-57-Toren zeigt sich, wie mittelmäßig der BVB in dieser Saison war. Einer der Neuzugänge der der Saison 54/55 war Alfred Kelbassa, der spätere erfolgreiche Torjäger der Oberliga West. In seiner ersten Saison bei Borussia kam er aber nur auf 19 Einsätzen und brachte es auf 9 Tore.

Der Auftakt der Spielzeit 1955/56 hatte es gleich in sich. Der BVB traf auf den deutschen Meister Rot-Weiß Essen. Zwar gingen die Essener mit 1-0 in Führung, aber am Ende gab es einen klaren 4-1-Sieg. Am 7. Spieltag steht der BVB dann endlich an der Spitze der Oberliga West. Am 26.11.55 kommt es dann nicht nur zum Derby, sondern auch zu der Begegnung des Dritten (Sch*lke) gegen den Ersten (Dortmund), die punktgleich waren. Und der BVB setzt seine Erfolgserie fort und gewinnt klar mit 3-1. Zum Ende der Halbserie überwintert der BVB mit 24-6-Punkten und 37-15-Toren als Tabellenerster und ist zu diesem Zeitpunkt seit elf Spielen ungeschlagen. Leider verliert der BVB sein Spiel gegen Sch*lke mit 0-2 und muss die Meisterschaftsfeier verschieben. Aber am Ende wird der BVB mit 45-15-Punkten und 78-36-Toren überlegender Westmeister mit vier Punkten Vorsprung auf Sch*lke. In allen Spielen dabei waren Heini Kwiatkowski, Alfred Kelbassa und Helmut Kapitulski. Torschützenkönig der Liga wird mit 24 Toren Alfred Nipieklo vor seinem Sturmkollegen Alfred Kelbassa (22 Treffern). Und wenn man von Niepieklo und Kelbassa redet, dann muss man eigentlich auch den dritten „Alfredo“ erwähnen, nämlich Alfred „Adi“ Preissler. Von den 78 Toren des BVB gingen alleine 63 Treffer auf das Konto der „drei Alfredos“.

Der Meistertrainer: Helmut Schneider

Der Auftakt zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft beginnt erfolgreich, der BVB gewinnt beim VfB Stuttgart mit 2-0. Einen überraschenden Dämpfer gibt es beim Heimspiel gegen die Viktoria aus Berlin, wo der BVB nur ein 1-1 erzielt. Gegen den HSV folgt dann aber die Wiedergutmachung. Die Hamburger werden mit 5-0 auseinandergenommen. Beim Rückspiel in Berlin rehabilitiert sich der BVB mit einem 6-0. Enttäuschend verläuft die Partie in Hamburg. Ein viel zu passiver BVB verliert mit 1-2 gegen den HSV und kann sich bei Torhüter Kwiatkowski bedanken, dass die Niederlage nicht höher ausfällt. Aber im letzten Spiel gegen den VfB Stuttgart macht der BVB alles klar und gewinnt mit 4-1. Das erwartete Revierderby im Finale wird durch den KSC verhindert, der mit 3-2 gegen die Gelsenkirchener gewinnen kann und somit ins Finale einzieht. Das Finale im Berliner Olympiastadion sehen 10.000 Dortmunder Anhänger. Nach einem Rückstand zieht der BVB schnell davon und gewinnt am Ende ungefährdet mit 4-2 und wird zum ersten Mal Deutscher Fußballmeister. Einen Tag später kommen zwei Sonderwagen der Bundesbahn in Dortmund an. 80.000 Menschen am Bahnhof und rund 250.000 Menschen in der gesamten Stadt feiern diese Leistung und Adi Preißler gibt das Versprechen ab, man wollte die Viktoria (Vorgänger der Meisterschale) in Dortmund heimisch machen. Vor dem Finale versuchte Adi Preißler für die Mannschaft eine höhere Meisterschaftsprämie auszuhandeln. Es blieb aber bei den 1.000 DM, obwohl bei anderen süd- oder norddeutschen Vereinen erheblich mehr bezahlt wurde. Präsident Dr. Wilms blockte dies mit dem Hinweis auf die DFB-Statuten ab. Auch ein Versprechen, das die Spieler als Lohn für die Meisterschaft einen VW bekommen sollten, wurde dann nicht umgesetzt. Streit gab es nach der Meisterschaft über die Zukunft von Erich Schanko. Denn eigentlich sollte der Kapitän nach der Saison gekündigt werden. Doch die Mannschaft protestierte dagegen und so wurde der Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert und er wurde sogar bei der Prämienregelung berücksichtigt.

Die Saison 1956/57 begann international. 17 Tage vor dem Ligastart spielte der BVB zuhause in der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister gegen Spora Luxemburg. Die Dortmunder gewannen knapp mit 4-3. In der Oberliga West klappte aber der Saisonstart nicht so gut. Gegen Sodingen reichte es nur zu einem 1-1. Der zweite Spieltag stand schon im Zeichen des Revierderbys. Schnell führten die Borussen mit 3-0, aber am Ende musste man zittern, die Blauen kamen auf 3-2 heran. Der Stellenwert des Europapokals war damals in Deutschland nicht sehr hoch. Deswegen musste der BVB schon 24 Stunden nach dem Köln-Spiel gegen die Luxemburger spielen. Dadurch waren die Borussen auch nicht körperlich fit und verloren dann mit 2-1. Damals gab es noch nicht die Regelung, das auswärts erzielte Treffer entscheiden und so fand dann zehn Tage später das Entscheidungsspiel gegen Spora statt und die Dortmunder gewannen im dritten Anlauf klar mit 7-0.

Bereits am 17.10. ging es weiter. Die Dortmunder durften ins Mutterland des Fußballs reisen, denn der Gegner in der zweiten Runde war Englands Aushängeschild, Manchester United. Erwartungsgemäß gingen die Engländer mit 0-3 in Führung, doch die Dortmunder zeigten Moral und kamen noch durch Treffer von Kapitulski und Preißler auf 3-2 heran. Eine Premiere hatte das Rückspiel am 21.11.1956.

Zeigte dem BVB die Grenzen auf: Manchester United

Erstmals spielten die Dortmunder unter Flutlicht in der Roten Erde. Aber Tore sahen die Zuschauer nicht, denn das Spiel endete 0-0. Obwohl die Dortmunder ausgeschieden waren, konnten sie zufrieden sein. Denn schließlich bestand der BVB nur aus Halbprofis, während die Engländer Vollprofis aufstellten. Vier Tage später ging es wieder für zwei Borussen nach Dublin zum Länderspiel. Zu seinem zweiten Länderspieleinsatz kam Heini Kwiatkowski und diesmal musste er nur dreimal hinter sich greifen. Premiere hat der Einsatz von Elwin Schlebrowski.

Zur Saisonhälfte sieht es für den BVB ganz gut aus, denn man ist nur drei Punkte hinter dem Tabellenführer Dusiburger SV. Die Dortmunder hatten 21-9 Punkte und 39-17 Tore auf ihrem Konto. Bevor das Jahr beendet wurde, kamen drei Borussen noch zu Länderspielehren. Neben Kwiatkowski und Schlebrowski feierte Alfed Kelbassa einen Einstand nach Maß. Beim 4-1 gegen Belgien erzielte er den 3-1-Treffer.

Das Jahr 1957 beginnt gleich einmal mit dem Derby. In einer dramatischen, hochklassigen Partie trennen sich Sch*lke und der BVB mit 3-3. Es war „eine Werbung für den Fußball“. Am 25.03.57 kündigt Meistermacher Helmut Schneider an, das er den BVB nach zwei Jahren verlassen wird und wieder zu seinem vorherigen Klub FK Pirmasens gehen wird. Und beim Länderspiel in Holland gibt es wieder einen Dortmunder Debütanten. Der 21-jährige „Aki“ Schmidt krönt seinen guten Einstand mit dem 2-1-Siegtreffer.

Bereits einen Spieltag vor Ende sichert sich der BVB durch ein 0-0 in Wuppertal den Titel des Westmeisters – zum sechsten und letzten Male. Am Ende der Saison hat der BVB 41-19 Punkte und 73-33 Tore. An allen Spielen beteiligt war der Dauerbrenner Wilhelm Burgsmüller. Torschützenkönig wurde Alfed Kelbassa, der es auf 30 Treffer in 29 Spielen brachte. Vor dem Beginn der Endrunde mussten die beiden „Alfredos“ Kelbassa und Schmidt nach Stuttgart zum Länderspiel reisen. Doch am 2.06.57 begann dann die Endrunde. Und diese Endrunde hatte sich verändert. Statt wie im Vorjahr im Modus „Jeder gegen Jeden“ mit einem Hin- und Rückspiel wurde nun die Endrunde im Modus „Jeder gegen Jeden“ mit nur noch einem Spiel auf einem neutralen Platz ausgetragen. Das erste Spiel in Ludwigshafen gewannen die Dortmunder mit 2-1 nach einem 0-1 Rückstand. Und auch eine Woche später in Hannover ging der Gegner 1. FC Kaiserslautern in Führung. Erneut gewannen die Dortmunder, diesmal mit 3-2. In Braunschweig musste dann die Entscheidung um den Einzug ins Endspiel fallen. Erneut ging der Außenseiter Hertha BSC Berlin in Führung, aber zum wiederholten Male gewannen die Dortmunder das Spiel mit 2-1. Die Dortmunder standen ein Jahr nach dem größten Erfolg erneut im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft.

Das Endspiel fand diesmal in Hannover statt und der Gegner war ein alter Bekannter, nämlich der Hamburger SV. Einmalig in der deutschen Fußballgeschichte: Der BVB trat mit exakt der gleichen Mannschaft an, die ein Jahr zuvor den Meistertitel geholt hat. Leidtragender war „Aki“ Schmidt, der leider draußen bleiben musste. Nach einem Blitzstart der Hamburger gingen diesmal die Dortmunder mit 1-0 in Führung. Die Hamburger konnten zwar ausgleichen, doch am Ende mussten sie sich dem BVB mit 4-1 deutlich geschlagen geben.

Trotz strömenden Regens war am nächsten Tag ganz Dortmund auf den Beinen, um die Fußball-Helden zu feiern. Die Feierlichkeiten wurden abgeschlossen mit einem offiziellen Empfang am Rathausplatz und einer anschließenden Feier im Goldsaal der Westfalenhalle.

Starb während der Saisonvorbereitung 58/59: Hans TauchertZur neuen Saison 1957/58 präsentierte der BVB einen neuen Trainer. Hans Tauchert übernahm das Ruder beim Deutschen Meister und er startete vielversprechend mit einem 5-1 gegen den Wuppertaler SV. Spannend war das Derby am 1.09.57. Zweimal gingen die Blauen durch Koslowski in Führung, zweimal glichen die Dortmunder durch Kelbassa aus. Am Ende blieb es dann vor 40.000 Zuschauern in der Glückaufkampfbahn beim leistungsgerechten 2-2. Beim Länderspiel gegen Schweden in Hamburg stehen gleich drei Borussen im Sturm. Alfred Kelbassa, dann der Debütant Wolfgang Peters und „Aki“ Schmidt, der auch gleich das Goldene Tor erzielte. Die Hinrunde beendete der BVB auf dem sechsten Platz bei 17-13 Punkten und 29-21 Toren. Nach einem Freilos in der ersten Runde mussten die Borussen im Europapokal der Landesmeister gegen CCA Bukarest spielen. Die unbequemen Rumänen führten bis eine halbe Stunde vor dem Ende die Partie mit 1-2, bevor dann noch Peters und Niepieklo den 4-2-Endstand erzielten. Im Rückspiel gehen die Dortmunder in Führung, am Ende gewinnen aber die Rumänen mit 3-1, so dass es ein drittes Spiel geben muss. Mitten in den Europokaleinsätzen geht es für zwei Borussen zu einem besonderen Länderspiel. Am 22.12.57 gab es in Hannover die Neuauflage des 54er WM-Finales gegen Ungarn. Es wirkten wieder zwei „Alfredos“ mit (Kelbassa und Schmidt), wobei Kelbassa auch den entscheidenden Treffer zum 1-0-Sieg für die Deutschen erzielte. Das entscheidende Spiel gegen CCA Bukarest findet in Bologna statt. Die Dortmunder gewinnen das Spiel durch Tore von Preißler, Kelbassa und der Entdeckung des Spiels, Hans-Georg Dulz mit 3-1 und stehen im Viertelfinale.

Das Jahr 1958 bringt gleich den Schlager gegen die Blauen. Vor 42.000 Zuschauer gehen die Borussen mit 1-0 durch Kelbassa in Führung, diese wird aber durch Kreuz ausgeglichen. Damit blieb es dabei, die Zweitplatzierten Sch*lker hatten weiterhin 4 Minus-Punkte weniger als die Dortmunder, die den sechsten Platz inne hatten.

Im Februar findet dann das Viertelfinale gegen den AC Mailand statt. Im Hinspiel erreichen die Borussen ein glückliches 1-1 und können sich noch Hoffnungen auf das Halbfinale machen. Vor dem Rückspiel finden noch zwei Länderspiele mit Dortmunder Beteiligung statt. Beim Länderspiel in Brüssel spielen erneut Schmidt und Kelbassa mit. Dabei erzielte Schmidt in seinem fünften Spiel bereits sein drittes Tor zum 2-0-Endstand. In Frankfurt gegen Spanien steht dann nur Schmidt auf dem Platz. Diesmal erzielte er beim 2-0-Sieg keinen Treffer und zeigte auch nur eine mäßige Leistung. Im Rückspiel gegen Mailand hatten die Dortmunder keine Chance und verloren klar mit 1-4. Beim letzten WM-Test in Prag gegen die Tschechoslowakei (2-3-Niederlage) wird Schmidt diesmal im Mittelfeld eingesetzt und konnte sich da nicht empfehlen. Bundestrainer Sepp Herberger beruft mit Heinz Kwiatkowski, Alfred Schmidt und Alfred Kelbassa drei Dortmunder ins WM-Aufgebot. Ein Vierter steht in Person von Wolfgang Peters auf Abruf bereit.

Versöhnlicher ist aber der Abschluss der Saison 1957/58. Nach einem 2-1-Sieg gegen Rot-Weiß Essen schafft der BVB doch noch den fünften Platz mit 35-25 Punkten und 67-44 Toren. Dabei verpassten vier Spieler keine Partie: Kwiatkowski, Bracht, Schmidt und Niepieklo. Den Titel des Torschützenkönigs verteidigte Alfred Kelbassa mit 24 Treffern.

Beim WM-Vorrundenspiel der Deutschen gegen Argentinien (3-1-Sieg) steht Aki Schmidt im der Elf und muss nach der Verletzung von Eckel sogar in der Abwehr spielen, wo er ebenfalls überzeugt. Beim nächsten Vorrundenspiel gegen die Tschechoslowakei (2-2) verletzt sich Schmidt am Knöchel. Erst wieder im Viertelfinale gegen Jugoslawien (1-0-Sieg) kann er eingesetzt werden. Während der WM muss der BVB einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Völlig überraschend erliegt Trainer Hans Tauchert am 24.06.58 einem Herzinfarkt. Im Spiel um Platz Drei gegen Frankreich (3-6-Niederlage) setzt Herberger einige Reservisten ein und so kommen Kelbassa und Kwiatkowski doch noch zum WM-Einsatz.

Übernahm den Posten: Max Merkel Nachfolger für den verstorbenen Hans Tauchert wird der Österreicher Max Merkel. Die Saison 1958/1959 beginnt, wie die vorherige Saison endete – mit einem Spiel gegen Rot-Weiß Essen. Und erneut gewinnt der BVB mit 2-1 durch zwei Kelbassa-Tore. Eine Überraschung gibt es am 14.09.58. Wegen der zahlreichen Verletzungen im Offensivbereich wird der 37-jährige Alfred Preißler (er hatte zum Saisonbeginn seinen Rücktritt erklärt) reaktiviert. Leider verlieren die Dortmunder trotzdem das Spiel gegen Sodingen mit 0-1. Beim Länderspiel in Kopenhagen gegen Dänemark (1-1) zählt Aki Schmidt zu den auffälligsten Spielern auf dem Platz. In den letzten zehn Minuten darf dann auch der Neu-Borusse Hans Cieslarczyk für den verletzten Haller mitspielen. Cieslarczyk war es auch, der die Dortmunder im Revierderby in der ersten Minute in Führung gebracht hat. Am Ende verloren die Borussen die Partie in der Roten Erde mit 1-3.

Wieder gibt es zwei Länderspiele mit Dortmunder Beteiligung. In der ersten Partie in Paris gegen Frankreich (2-2) spielt Aki Schmidt im Mittelfeld und überzeugt. Im Sturm wird Cieslarczyk eingesetzt und enttäuscht dort. In Berlin findet dann die zweite Begegnung statt. Gegner ist Österreich (2-2). Aki Schmidt kommt zu seinem 12. Länderspiel. Am Ende des Jahres kassiert der BVB eine 1-3 Niederlage und eine Rote Karte wegen Meckerns (Adi Preißler) gegen den Duisburger SV. Damit belegt der BVB nach Abschluss der Hinrunde nur den 10. Platz mit 15-15 Punkten und 19-23-Toren. Ein Grund für diese enttäuschende Platzierung war das ungeheuerliche Verletzungspech der Borussen.

In der nächsten Ausgabe geht es dann um das Sturmduo "Max und Moritz", die Endspielteilnahme 61, die dritte Deutsche Meisterschaft, Dortmunds erster Endspieleinzug in den DFB-Pokal, das erste Bundesligator und Dortmunds internationaler Aufstieg. Aber auch die Dortmunder Querelen dieser Jahre werden erwähnt. Eine Beachtung erfährt natürlich die Länderspieleinsätze der Dortmunder Spieler, das Ende der Oberliga West sowie die Einführung der Bundesliga.

Bildermaterial:

  • Martin Betker - Martin sucht für seine Sammlung weiteres Material (Hefte, Tickets, Autogrammkarten etc.)

geschrieben von CHS, 15.02.2008


Du möchtest schwatzgelb.de unterstützen?

Schwatzgelb.de ist kostenlos und werbefrei. Wir finanzieren unsere ehrenamtliche Arbeit über unsere Shops. Schaut doch mal rein!