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Unsa Senf - 17.10.2015

schwatzgelb.de trauert um Arne Steding.

schwatzgelb.de trauert um Arne StedingLiebe Freundinnen und Freunde,

wir haben am Freitag einen wunderbaren Menschen verloren.

Für seine Familie und seine Freunde, für unseren Verein und seine Fans, nicht zuletzt für uns als schwatzgelb.de bedeutet Arnes Tod einen unermesslichen Verlust. Als Gründungsmitglied unseres Fanzines war Arne über viele Jahre hinweg der zentrale Punkt unser gemeinsamen Arbeit. Formal als langjähriger Vorsitzender unseres Trägervereins, inhaltlich in der Setzung von Themen und Haltungen, natürlich auch als Autor von meinungsstarken Texten. Vor allem aber als Freund. Arne war hilfsbereit und zugewandt, und wir alle erinnern uns an unzählige Auswärtsfahrten, an die vielen gemeinsamen Abende mit Grillgut und Gyros, an einen kurzen Plausch im Stadion oder im Biergarten der Roten Erde.

Nach der schlimmen Diagnose vor ein paar Jahren zog sich Arne nicht zurück, sondern brachte sich umso mehr ein und kämpfte umso entschlossener für die Dinge, die ihm wichtig waren. Dabei half ihm, dass er immer schon mit der Gabe ausgestattet war, Ungerechtigkeiten und Machtmissbrauch zu erkennen, dass er immer schon mit der richtigen Haltung versehen war, genau diese Missstände zu benennen, ohne sich übermäßig zu kümmern, ob und bei wem er damit aneckte. Kaum jemand konnte sich so aufrichtig aufregen wie er, kaum jemand sprang so schnell Leuten helfend bei, die Unterstützung benötigten.

Unweigerlich führte dies auch zu einer gewissen Entfremdung von unserem Sport. Das Geschehen auf dem Platz war nicht mehr ganz so wichtig wie zuvor, erst recht nicht das boulevardeske Brimborium drumherum, dafür trat die soziale Komponente in den Vordergrund: Im Privaten natürlich, in der Pflege der vielen Freundschaften und nicht zuletzt seiner Ehe, die aus dem stetigen Engagement für die Belange von uns Fans entstanden, aber auch immer mehr im Politischen, wenn es um den Einsatz für die Schwachen in unserer Gesellschaft ging. Bis zuletzt war Arne in diesem Bereich aktiv, er hatte unzählige Pläne für Projekte in der Flüchtlingshilfe, zur Unterstützung von Obdachlosen, in der Antirassismusarbeit. Gemeinsam mit Ramona und Jonas, gemeinsam mit dem BVB, gemeinsam mit schwatzgelb.de. Nicht zuletzt deshalb war er für uns ein steter Antrieb und ein großes Vorbild. Seine Arbeit fortzuführen, zu versuchen, unseren Verein, unsere Stadt, unser Land Stück für Stück menschlicher zu machen, daran werden wir uns messen lassen.

Selbst in den letzten Wochen, trotz vieler gesundheitlicher Rückschläge, war in Arne das Bewusstsein vorhanden, privilegiert zu sein: Den Kampf gegen die Krankheit gemeinsam mit seiner Familie und seinen Freunden kämpfen zu dürfen, dabei auf die nötigen Ressourcen für diese Anstrengung zurückgreifen zu können. Dass selbst das alles keine Garantie war, um diesen Kampf letztlich auch zu gewinnen, wird uns in diesen Tagen schmerzlich bewusst.

Wir sind alle sehr traurig.

schwatzgelb.de, 17.10.2015



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