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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1973/74: Hoffnungslos und Zuschauer los

Das BVB-LogoZum zweiten Mal versuchte der BVB den Wiederaufstieg, diesmal verfehlte man ihn noch deutlicher. Man hoffte, das der neue Trainer die jüngste Regionalligamannschaft in die Aufstiegsrunde bringt. Diese Erwartung wurde ihm zum Verhängnis. Aber auch sonst lief beim BVB nicht viel zusammen.

Erneut gab es vor der Saison viele Spielerwechsel: Verpflichtet wurden Hans-Werner Hartl (VfL Bochum), Willi Mume (Rot-Weiß Oberhausen) und Manfred Balcerzak (Lüner SV), sechs Spieler aber (Andree, Lorant, Ondera, Peehs, Wilhelm und Köstler) verließen den Verein.

Am 30. Juni 1973 tagte in Frankfurt der DFB-Bundestag. Mit überwältigender Mehrheit wurde dort die Einführung einer zweigleisigen Zweiten Bundesliga mit je 20 Mannschaften beschlossen, die an die Stelle der bisherigen fünf Regionalligen treten sollte. Eigentlich ein Thema, dass den BVB nicht betreffen sollte.

Am 09. Juli 1973 führte der neue Trainer Janos Bedl erstmalig das Training in der Roten Erde. Sein Ziel war das Erreichen der Aufstiegsrunde. Im ersten Testspiel in Witten gewann der BVB ungefährdet mit 4-0 gegen den dort ansässigen VfL. Vier Tage später begannen dann die Pflichtspiele. Im WFV-Pokal (Qualifikationsrunde für den DFB-Pokal) musste der BVB zum FV Hombruch 09 fahren und gewann auch dort standesgemäß mit 4-0. Die Neuzugänge Hartl und Mumme feierten dabei ihr Debüt.

Auch in der zweiten Runde hatten die Borussen leichtes Spiel und gewannen beim 1. FC Paderborn sicher mit 3-0. Vor der nächsten Runde absolvierte der BVB ein Freundschaftsspiel, es ging zu Rot-Weiß Essen. Der Bundesligist gewann ohne Probleme mit 4-1 gegen die Schwarzgelben. Einfacher schien hingegen die Auslosung für die dritte Runde des Pokals. Der Landesligist Union Frintrop sollte kein ernsthafter Stolperstein sein. Er war es aber doch! Vielleicht lag es an dem Aschenplatz, vielleicht an den 5.000 Fans, am Ende stand es nach Verlängerung jedenfalls immer noch 0-0. Das bedeutete ein Wiederholungsspiel, welches drei Tage später in Dortmund stattfand. Diesmal gewann der Regionalligist klar gegen den Landesligist: Dortmund siegte mit 8-2.

Der Saisonstart in der Regionalliga ging allerdings gründlich daneben. Beim DJK Gütersloh verlor der BVB klar mit 0-2 und kann sich bei seinem Torhüter Bertram bedanken, das die Niederlage nicht deutlicher ausfiel. Trainer Bedl stellte nach dem Spiel fest: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“
Weitaus freundlicher begann das Heimspiel gegen Eintracht Gelsenkirchen. Für sein 600. Spiel im BVB-Trikot erhielt Dieter „Hoppy“ Kurrat vom 2. Vorsitzenden ein Blumengebinde. Das Spiel selbst bot weniger Anlaß zur Freude. Erneut gab es nur ein Unentschieden gegen Gelsenkirchen (1-1). Beim darauffolgenden Spiel in Mülheim gerieten die Borussen in Rückstand, aber dank den beiden Toren von Theo Bücker und dem „Joker“ Hans-Werner Hartl konnten sie bei tropischen Temperaturen mit einem 2-1den ersten Sieg der Saison einfahren.

Dann landeten die Borussen einen Coup. Vom großen FC Bayern verplichteten sie den Stürmer Burkhardt Segler, der gleich in seinem ersten Spiel zuhause gegen die SpVgg. Erkenschwick das 1-0 erzielte. Das Tor zum 2-0-Endstand markierte Mumme. In der folgenden Partie gegen Union Ohligs gelang den Borussen ein klares 3-1 und kamen so zu ihrem dritten Sieg in Folge. Und auch im Pokal lief es derzeit rund: In der vierten Runde des WFV-Pokals gewannen die Borussen das Heimspiel gegen Westfalia Herne mit 4-2 nach Verlängerung und qualifizierten sich dadurch für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde. Auch bei diesem Spiel traf Segler, der mittlerweile in drei Spielen vier Tore erzielt hatte.

Fünf Tage später entfing der BVB die Viktoria aus Köln. Zur Halbzeit lagen die Borussen mit 1-2 zurück, durch die Einwechselung von Horst Bertl kam dann aber doch noch die Wende und der BVB verwandelte seinen Rückstand in einen 5-2-Erfolg. Durch diesen vierten Sieg in Folge kletterte der BVB auf den vierten Platz der Regionalliga. Die Erfolgsgeschichte ging in Münster weiter: Bei den Preußen gewannen die Borussen dank ihrer drei B´s mit 2-0. Hinten zeigt Keeper Bertram eine Parade nach der anderen und vorne trafen Brücken und Bücker.

Aber irgendwann geht jede Serie zuende und das besorgten nach fünf  Siegen in Folge für den BVB die bis dahin ungeschlagenen Vorstädter aus Bochum. Wattenscheid 09, angetrieben durch den überragenden Hannes Bongartz, gewann das Spiel in Dortmund mit 4-1 und zeigte den Borussen dabei gnadenlos ihre Grenzen auf. Weiter ging es eine Woche später in Siegen. Gegen die Sportsfreunde reichte es nur zu einem 2-2-Unendschieden. Zum zweiten Mal hieß der Gegner in dieser Saison dann  Gütersloh. Diesmal war es die Arminia, die bei den Borussen zu Gast war. Erneut gewannen die Gütersloher. Nach dieser 0-1-Niederlage lagen die Jungs von Bedl bereits sieben Punkte hinter dem Tabellenführer aus Uerdingen.

Sieben Tage später kam die Alemannia aus Aachen nach Dortmund, der BVB gewann das Spiel ungefährdet mit 3-0. Der nächste Gegner war erneut die Westfalia aus Herne. Vor 5.000 Zuschauern erzielten Brücken und Segler einen glanzlosen Arbeitssieg. Besonders bitter war die Niederlage eine Woche später beim Tabellenführer aus Uerdingen. Die Borussia führte bereits mit 2-0 gegen Bayer 05 Uerdingen, stand am Ende aber ohne Punkte da. In der 83. Minute erzielte Manni Burgsmüller den 3-2-Siegtreffer für die Werkself. Die Niederlage ging auch auf das Konto von  Schiedsrichter Bonacker, der sich als echter Heimschiri präsentierte. Als nächsten Gegner begrüßten die Borussen den Dauergegner aus dem Vorjahr: Arminia Bielefeld. Vor 5.000 Zuschauern zeigte der BVB eine überzeugende Vorstellung und kam zu einem verdienten 5-1-Sieg. Hervorzuheben ist dabei Horst Bertl, der zwei Treffer erzielte.
Erfolgreich verlief auch die Reise nach Essen. Dortmund gewann bei Schwarz-Weiß Essen knapp mit 3-2.

Auch beim dritten Dortmunder Hallenturnier waren die Borussen nicht zu schlagen. In den Gruppenspielen gewann der BVB mit 3-1 gegen Uerdingen und 2-0 gegen Preußen Münster. Der Finalgegner hieß Rot-Weiß Oberhausen und die Borussia gewann klar mit 4-0 und konnte endlich wieder einen Pokal bejubeln. Aber schon drei Tage später ging der Ernst des Lebens in der Regionalliga weiter. Gegner war Rot-Weiß Oberhausen. Und erneut wurde der BVB auf Grund eines hoch umstrittenen Elfmeters auf die Verliererstraße gebracht. Am Schluss endete das Spiel in Oberhausen mit 1-2. Am Rande des Spiels sorgten heftige Ausschreitungen einiger BVB-Fans für Ärger.


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