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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Saison 1972/73: Mülheim statt Bayern - Borussias Kampf in der Fußball-Provinz

Das BVB-LogoSo schnell vergeht die Zeit. Gestern hießen die Gegner Stuttgart, München oder Hamburg. Aber in der Regionalliga hießen die Gegner Lüner SV, Erkenschwick und Mühlheim-Styrum. Der Ruhm war verblasst, man krebste in den unteren Gefilden herum. Ziel war der sofortige Wiederaufstieg, aber es zeigte sich, dass das gar nicht so einfach war.

Nach dem abgewiesenen Antrag auf Ligavergrößerung stand fest, dass der BVB abgestiegen war. Vor allem war dadurch die Vorbereitung auf die neue Saison sehr kurz. Und zwar zu kurz, um die Neuzugänge in die Mannschaft einzugliedern. Neu beim BVB waren Helmut Schmidt (Kickers Offenbach), Horst Bertl (Hannover 96), Peter Czernotzky (Rot-Weiß Essen), Klaus Ondera (Röchling Völklingen) und Helmut Nerlinger (Tasmania 1900 Berlin). Ziel war es, einen der ersten beiden Plätze zu erreichen, um sich für die Bundesliga-Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Einer der Hauptkonkurrenten war da mit Sicherheit Rot-Weiß Essen.

18.000 Zuschauer waren bei der Premiere im Unterhaus dabei. Bekannt war zwar die Stadt, aber nicht der Verein. Der Gegner war Eintracht Gelsenkirchen und es war ein unerwartet harter Gegner. Erst in der 83. Minute konnte Jürgen Wilhelm den 2:2-Endstand erzielen. Es zeigte sich, dass man da noch sehr viel arbeiten musste, denn die Mannschaft war nicht eingespielt. Nach dem Ligaspiel gab es dann einen Wettbewerb namens Ligapokal. Der erste Gegner bei dem Wettbewerb war die Arminia und das Spiel endete in Bielefeld mit 0:0. Am 2. Spieltag ging es dann zu den Sportsfreunden aus Siegen. Ondera erzielte den 1:0-Endstand bereits in der 35. Minute. Und auch beim Ligapokal gab es dann einen Sieg. Der BVB gewann gegen den VfL Osnabrück mit 2:0. Am 13.08. ging es dann zum ersten Mal nach Essen. Gegner war dort der nicht so bekannte Verein Schwarz-Weiß Essen. Durch einen klaren 4:0-Sieg durch Treffer von zweimal Hoppy Kurrat (jeweils durch Elfer), Bertl und Wolf übernahm der BVB mit 5:1-Punkten die Tabellenspitze.

Dank des überragenden Torhüters Horst Bertram sicherten sich die Borussen beim VfL Osnabrück einen Punkt. Im Heimspiel gegen DJK Gütersloh ging es wieder sehr torreich zu, die Dortmunder gewannen 5:1. Neben den Torschützen Bücker, Bertl und Wilhelm erwies sich „Hoppy“ Kurrat nervenstark, als er wiederum zwei Elfer verwandelte. Ein erneutes Unentschieden gab es dann im Ligapokal. Gegen Arminia Bielefeld gab es ein 2:2. Eine Woche später im Ligapokal empfing man Bremen und siegte überraschend deutlich mit 6:1. Um sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren, musste man im WFV-Pokal spielen. Nach Siegen gegen Lohberg (1:0-Auswärtssieg) und Viktoria Köln (2:1-Auswärtssieg) war aber schon in der 4. Runde Schluss. Im Heimspiel gegen Fortuna Köln gewannen die Domstädter klar mit 0:3.

Wegen den Olympischen Spielen fand eine vierwöchige Punktspielpause stand. An Ende dieser Pause hieß dann der Gegner Bayer 04. In Leverkusen gewannen die Borussen durch einen Doppelschlag von Bertl mit 3:1. Zuhause gab es wieder ein Duell mit einem Bayer-Werksteam. Diesmal kam es aus Uerdingen. Vor 15.000 Zuschauer gab es eine spannende Schlussphase. In der 87. Minute erzielten die Gäste den Ausgleichstreffer, aber gleich im Gegenzug schafften die Borussen dank Peter Czernotzky den 2:1-Endstand. Am letzten Spieltag im DFB-Ligapokal spielten die Borussen bei Werder Bremen und verloren mit 3:1. In der Endabrechnung lag der BVB auf Platz zwei hinter Arminia Bielefeld. Dortmund erreichte 7:5 Punkte und 11:6 Tore und schied aus dem nicht geliebten Wettbewerb aus.

Die Reise zu Westfalia Herne endete für den BVB mit einem 3:1-Auswärtssieg. Im Anschluss kam der kleine Lokalrivale aus Lünen zu Besuch. Und der LSV war ein harter Gegner. Nur Dank eines gehaltenen Handelfmeter von Horst Bertram schaffte der BVB ein 1:1. Mit dem gleichen Ergebnis endete das Schlagerspiel bei Fortuna Köln. Die 15.000 Zuschauer sahen eine Partie, die nahezu auf Bundesliganiveau war. Eine Woche später erreichte der BVB gegen die Bochumer Vorstädter Wattenscheid 09 einen 3:2-Sieg.

Am 28.10.1972 fand in Berlin ein DFB-Bundestag statt. Eigentlich sollte die Entscheidung nichts mit dem BVB zu tun haben. Eigentlich!? Es wurde beschlossen, dass ab der Saison 74/75 eine zweigleisige 2. Bundesliga eingeführt werde. Zurück zum Sport, beim FC Mühlheim-Styrum reichte es nur zu einem 0:0. Eine Woche später kam es dann zum Spitzenspiel. Der BVB begrüßte den Tabellenführer Rot-Weiß Essen. Vor einer Rekordkulisse von 32.000 Zuschauern verloren aber die Borussen mit 2:3. Nach dem der BVB schnell durch einen Alleingang von Czernotzky mit 1:0 in Führung gegangen waren, reagierten die Essener geschockt. Leider konnte der BVB diese Verwirrung nicht nutzen. Denn Essen fand zurück ins Spiel und schoss in der 18. Minute den Ausgleich durch Lippens. Noch vor der Halbzeit gingen die Borussen durch einen Konterangriff wieder schmeichelhaft in Führung. Der abgefälschte Schuss von Wolf in der 41. Minute stellte gleichzeitig den Halbzeitstand her. Erneut traf Ente Lippens zum Ausgleich. Und in der 74. Minute leitete Bast nach einer Flanke von Stauvermann den verdienten Auswärtssieg für die Essener in die Wege. Der BVB hatte noch Pech, als Bücker in der 58. Minute nur den Pfosten traf. Im Anschluss hieß der Gegner erneut Gütersloh, nur war es diesmal die SV Arminia, die man besuchte. Der Besuch war erfreulich, denn die Borussen gewannen mit 3:1. Danach gab es wieder ein Heimspiel und erneut eine Niederlage. Die Alemannia gewann mit 1:2 und bestätigte dadurch einen BVB-Heimkomplex.


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