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schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Rückblick auf die kommende Saison 2005/06 Teil 2

Was für eine Hinrunde 2005: 17 Siege, 0 Remis, 0 Niederlagen. Das dürfte die beste Hinrunde aller Zeiten gewesen sein. Aber was hält die Rückrunde für den BVB-Fan bereit? Geht der Traum weiter oder gibt es ein unangenehmes Erwachen? Hier die Chronik der weiteren Ereignisse aus dem Jahr 2006.

4. Januar: Kaum ist die Transferliste eröffnet, die nächste Sensation: Tomas Rosicky gibt zu, sich mit Chelsea-Trainer Jose Morinho vollkommen überworfen zu haben und bittet den BVB, zu handeln. Präsident Rauball fliegt nach London, spricht kurz mit Roman Abramowitsch und nach 5 Minuten steht fest: Morinho will Rosicky loswerden und Abramowitsch ist es egal, wie viel er für ihn bekommt. Rauball bietet 10 Kisten Wodka Smirnoff und der Chelsea-Boss schlägt ein. Ab sofort ist Tomas Rosicky wieder im Kader des BVB und wird von allen Profis mit offenen Armen empfangen.

14. Januar: Sebastian Kehl wird Deutscher Meister im Tischtennis und ist somit für die kommenden Weltmeisterschaften qualifiziert. „Eigentlich hab ich nur um eine Wild Card für die Tischtennis-DM gebeten, weil ich mit Florian Kringe gewettet habe, dass ich da mindestens eine Runde überstehe. Und jetzt das!“, sagt Kehl stark verdutzt.

28. Januar: Die Rückrunde startet wie die Hinrunde. Mit einem Sieg gegen Wolfsburg. Das ist nun der 18. in Folge (ohne die Siege am Ende der Saison 2004/05) und Dortmund hat bei 54 Punkten 20 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten Mainz 05. „Das lässt doch hoffen“, backt Trainer Bert van Marvijk kleine Brötchen.

5. Februar: Die Sch***-Mannschaft hat sichtlich die Hosen voll. Noch immer sitzt der Schock tief, dass man zwei Derbys hintereinander verlor. Und die nächsten BVB-Derbysieger-Trikots können in Produktion gehen. 3:0 wird der Möchtegern-Titelfavorit abgefrühstückt. Marc-Andre Kruska stellte mit seinem frühen 1:0 (per Scherenschlag vom 16er aus) schnell die Weichen auf Sieg.

12. Februar: BVB-Butterfahrt in die Karnevalshauptstadt. Mit 5:2 wird der 1. FC Köln besiegt. Lukas Podolski sichtlich beeindruckt: „Boah, toll, bei denen möchte ich mitspielen.“ Auf seine Verbindung zu Bauern München angesprochen: „Nee, ich will zu einem Verein mit Perspektive.“

18. Februar: Was ist los mit Werder Bremen? Nach dem 1:3 gegen den BVB ist man schlussendlich im BuLi-Mittelfeld versunken. Owomoyelah und Klose unisono: „So hab ich mir das nicht vorgestellt, als ich hier hin kam“, und beide linsen neidisch auf die BVB-Heimkabinentür.

25. Februar: Delron Buckley kennt als einziger den Weg nach Bielefeld. Er muss den Mannschaftsbus lenken, weil sich der BVB-Busfahrer kurzfristig krank gemeldet hat. Gleichzeitig erklärt er seinen Mitspieler noch übers Mikro die Landschaften, die sie durchqueren und erzählt die neuesten Sch****-Witze. Das Spiel will die Mannschaft so schnell wie möglich hinter sich bringen, weil sich alle schon auf die Rückfahrt freuen. Umso besser, dass drei Punkte mit im Gepäck sind.

5. März: Gipfeltreffen im Westfalenstadion. 1. gegen 2. Heißt: BVB gegen Mainz 05. Jürgen Klopp schon vor dem Spiel andächtig: „Wir sind zwar spielerisch stark, aber den BVB können wir nicht schlagen.“ Der Fachmann hat recht: 4:2 geht das Superspiel aus. Dortmund hat nun 27 Punkte Vorsprung vor dem zweitplatzierten Mainz und es fehlt noch ein Sieg zur Meisterschaft. „Den wollen wir am liebsten in München holen“, meint Christoph Metzelder. Doch dieses Spiel ist erst am letzten Spieltag.

7. März: Christoph Metzelder fliegt nach Marokko, wo die Dreharbeiten zum neuen James Bond-Streifen beginnen. „Zum Bayern-Spiel bin ich wieder da“, ruft Metzelder seinen Kollegen zum Abschied zu. „Bitte bis dahin noch nicht die Meisterschaft klar machen.“

11. März: Kaum in Stuttgart angekommen, setzen sich die Profis des BVB vor die Playstation 2 zu einem zünftigen FIFA 2006-Turnier. Leider verschlafen sie den Anstoss im Gottlieb-Daimler-Stadion und kommen erst in der 85. Minute aufs Spielfeld. Die zu diesem Zeitpunkt schon 2:0 in Front liegenden Schwaben, bringen das Ergebnis trotz jetzt doch anwesenden Gegners mit letzter Kraft über die Zeit.

19. März: Die C-Junioren des BVB sind unter der Woche Deutscher Meister geworden. Präsident Rauball hat ein tolles Geschenk für die Jungspieler: „Zur Belohnung dürft ihr gegen Lautern euer erstes Bundesligaspiel machen.“ Die Lauterer setzen sich nach hartem Kampf mit 3:2 gegen die 14-Jährigen des BVB durch.

25. März: Anstatt zum Spiel nach Hamburg, begleiten die BVB-Profis lieber Sebastian Kehl zur Tischtennis-Weltmeisterschaft in Göteborg. Im Halbfinale scheitert er knapp in fünf Sätzen an einem wie wild aufspielenden Chinesen. Für Olympia 2008 hat sich Kehl mit dieser Leistung dennoch qualifiziert. Ach ja, die Amateure des BVB verlieren mit 3:4 gegen die Profis des HSV.

1. April: Spiel in Gladbach. Kein Profi des BVB ist anwesend. Nach 90 Minuten gewinnt Gladbach 2:1 im Westfalenstadion gegen 11 spontan für Borussia spielende Dortmund-Fans. Kehl klärt hinterher auf: „Wir haben alle einen Anruf bekommen, von einem gewissen Herrn Karl-Horst Rumgenippe. Der sagte, das Spiel gegen Gladbach falle aus. Super-Aprilscherz. Wir sind alle drauf reingefallen.“

8. April: Damit hat Bayer Leverkusen nicht gerechnet. Der BVB hat Positionsmikado gespielt und heraus kam: der kleine Kruska spielt im Tor, Rauball im Sturm, Kringe sitzt als Präsident auf der Tribüne, Koller ist der Mannschaftsarzt, Watzke und drei Wirtschaftsrat-Kollegen bilden die Abwehr. Weidenfeller müht sich als Regisseur im Mittelfeld sichtlich, Chaos in das BVB-Durcheinander zu bringen. Bayer Leverkusen nutzt diese Vorlage zu einem 5:3-Auswärtssieg. Aber alle hatten Spaß.

15. April: Hauptstadtbesuch. Für die BVB-Profis mal kurz Gelegenheit bei einem Fan vorbeizuschauen. Ex-Kanzler Schröder sitzt in seinem Büro und rutscht unruhig vor seinem Premiere-Decoder hin und her. Da öffnet sich die Tür und der komplette BVB-Kader tritt herein. Nachdem sich die Fußballer ausgiebig den Reichstag haben zeigen lassen, beschließen sie, nicht mehr ins Olympiastadion zu fahren. „Wir haben noch ein bisschen mit Schrödi und Kanzlerin Angi gefeiert“, erzählt Lars Ricken hinterher. Hertha bekommt die Punkte geschenkt.

23. April: „Langsam schmilzt unser Vorsprung“, bemerkt Ebi Smolarek. Kurz herrscht Ratlosigkeit im Kader. Da unterbricht Christian Wörns die Stille: „Jungs, keine Sorge, überlegt doch mal, wo wir am letzten Spieltag spielen dürfen. In München “ Lautes Gejohle. Die Freude darüber ist so groß, dass die ersten Flaschen Sekt auf die Meisterschaft geköpft werden. Sichtlich angetrunken verliert der BVB das Spiel gegen FCN mit 1:3.

2. Mai: Fröhliche Fahrt nach Hannover. Trotz eines 2:4-Misserfolgs auch eine fröhliche Rückfahrt. Denn die Bauern stehen nach einer Niederlage gegen Stuttgart zusammen mit Sch*** und Bremen auf den Abstiegsplätzen.

6. Mai: Trainer van Marvijk schont seinen kompletten Kader für das Bayern-Spiel. Ein Mix aus BVB-A und B-Jugendspielern hatten Frankfurt schon am Rand einer Niederlage, bevor sie dann doch noch 2:3 verloren.

13. Mai: Showdown in der Arroganz-Arena in einem Kuhkaff irgendwo vor München. Bei Sieg wäre der BVB Deutscher Meister, bei Remis auch. Aber ein Sieg wird den Dortmunder Spieler durch eine Tatsache noch schmackhafter gemacht: Wenn sie mit 6 Toren Unterschied gewinnen, ist Bayern abgestiegen. Hoeness vor dem Anpfiff: „Niemals. Der BVB gewinnt hier nie.“ Oliver Kahn: „Ein Oliver Kahn steigt nicht ab. Ein Oliver Kahn verliert keine entscheidenden Spiele. Ein Oliver Kahn ist auf den Moment topfit. Ein Oliver Kahn ist immer in der Lage, zu null zu spielen.“ Schon nach einer Viertelstunde steht es 5:0 für den BVB nach fünf groben Kahn-Schnitzern.

Gemächlich lassen es die BVBler angehen. Doch dann packt sie der Ehrgeiz. Es fehlt noch ein Tor und die Bayern sind abgestiegen. In der letzten Minute (der 100.!!!!!) rennt deswegen Roman Weidenfeller mit nach vorne. Bei einer Ecke steigt er hoch und netzt schulmäßig mit dem Kopf ein. Der (merkwürdig grinsende) Schiri pfeift danach direkt ab.

Es bereitet den Bayern sichtlich wenig Vergnügen, den BVB im eigenen Stadion feiern zu sehen. Die gesamte Bauernführung hat das Stadion schon lange verlassen. Auch die 900 anwesenden Bauernfans sind schon gegangen. Macht nichts: 59000 Dortmunder bereiten dem neuen Stadion einen ehrwürdigen ersten Saisonabschluss. Und Sch*** geht auch in die 2. Liga.

Eine tolle Saison. Ich mitten auf dem Rasen der Arroganz-Arena. Dede reicht mir die Schale. Als ich sie nehmen wollte, klingelt mein Handy. Ich gehe dran, doch es klingelt weiter und weiter.........Ich wache auf und gehe an mein klingelndes Handy. Am anderen Ende der Leitung höre ich Felix´ Stimme: „Los, beeil dich, wir fahren in einer Stunde los nach Wolfsburg.“ Es war wohl doch nur ein schöner Traum.

Auf eine (hoffentlich) erfolgreiche Saison 2005/06. 

DvB, 02.08.2005


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