schwatzgelb.de
Zu schwatzgelb.com wechseln

schwatzgelber Saisonrückblick - 15.02.2008

Rückblick auf die kommende Saison 2005/06 Teil 1

Der Kopf schmerzt etwas, die Zunge fühlt sich pelzig an. Das „Derbysieger 05“-Trikot riecht verdächtig stark nach Getränken Pilsener Brauart. Was war das für eine Saison! Schwindelerregende Höhen und abgrundtiefe Talsohlen reichten sich quasi die nicht vorhandenen Hände: die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte, gefolgt von einer ziemlich schlechten Rückrunde. Und am Ende hissten zigtausende BVB-Fans stolz die schwarz-gelbe Fahne in der Höhle des Löwen. Und die gesamte Bundesliga schielt neidisch nach Dortmund. Es hört sich an wie ein Traum.
Was war da eigentlich alles passiert in den ereignisreichen Monaten?

 6. August 2005: Die VW-Arena ist ausverkauft. Kein Wunder: 30.000 Dortmunder bevölkern die Golf-Stadt und ergötzen sich an einem 4:0 ihrer Mannschaft gegen biedere Wölfe. Vierfach-Torschütze Delron Buckley, der schon in der zweiten Spielminute seinen ersten Hattrick für den BVB zustande bringt und damit einen neuen Weltrekord aufstellt, nach dem Spiel: „Für den Anfang nicht übel!“

8. August: Sensation vor dem Revierderby: Roman Abramowitsch droht mal wieder aufgrund eines übervollen Portemonnaies hinten überzukippen. Er bietet 120 Mio. Euro für Tomas Rosicky. Schweren Herzens lassen Rauball und Co. den kleinen Tschechen ziehen. „Es war eine wirtschaftliche Vernunftentscheidung“, wird der Präsident zitiert. Wie sehr Rosicky an Dortmund hängt, wird deutlich, als er bei der Verabschiedung weinend jedem einzelnen Mitspieler, vor allem seinem großen Freund Jan Koller, um den Hals fällt.

10. August: Pressekonferenz des BVB: Hans-Joachim Watzke vermeldet: „Der BVB ist schuldenfrei.“ Aus Mallorca meldet sich Florian Homm: „Na bitte, ich bin der beste Sanierer. Was ist denn da eigentlich genau passiert?“

11. August: Rudi Assauer direkt aus Herne-West: „Uns wird es niemals so schlecht gehen wie Borussia Dortmund“, diktiert der Manager des Schuldenkrösus den wenigen interessierten Journalisten in die Blöcke.

14. August: Es riecht streng im Westfalenstadion. Der Grund: einige tausend mit blau-weißen Lumpen behangene  Besucher. Auf dem Spielfeld basteln die Schwarz-Gelben an einer weiteren Legende: Das Sequel vom „Derbysieg 2005“. Mit lockerer Leistung wird Sch**** 05 2:0 besiegt. Torschützen: Florian Kringe und Jan Koller.

11. September: Hoher Besuch im Westfalenstadion: Bundeskanzler Gerhard Schröder ist zu Gast: „Ich will zum letzten Mal als Kanzler meinen BVB sehen.“ Der Besuch lohnt sich: Philip Degen sichert mit seinem ersten Tor für Dortmund einen knappen 1:0-Sieg gegen Köln. Auf der Ehrentribüne schlägt Kanzler Schröder beim Tor Innenminister Otto Schily johlend auf die Schulter. Der guckt nur grimmig. Kein Wunder: Dessen VfL Bochum dümpelt in der 2. Liga rum.

15. September: Ein weiterer Promi outet sich als BVB-Fan. Britney Spears erzählt dem US-Magazin Newsweek, dass sie sich jeden Samstag morgen das BVB-Spiel per Internet-Live-Stream anguckt. Ihr bald geborener Sohn soll Chappi heissen: „Because of Stephane Chapuisat“, beweist sie breiteres Wissen. Als Zweitname hat Spears Roman ausgesucht: Weil der BVB-Torwart „so cute“ sei. Insiderinformationen zufolge soll das Anfang 2006 erscheinende neue Album des Popsternchens „Sch*** is Shit!“ heißen.

24. September: Die besten Fans der Liga (wir natürlich) treffen auf die zweitbesten Fans der Klasse (Mainz 05). Schnell entsteht ein rauschendes Fest. So rauschend, dass zum Anpfiff noch 15.000 Anhänger beider Vereine an den Bierwägen stehen und sich gegenseitig feiern. Nur schwer lassen sie sich von den Ordnern überreden, ihre Plätze einzunehmen. Das Spiel endet 1:0 für den BVB. Koller nutzt eine Nachlässigkeit der ansonsten starken Mainzer. Nach dem Spiel geht die Feierei weiter. Mittendrin: Bert van Marvijk und Jürgen Klopp.

28. September: Chappi Roman Spears wird vier Minuten nach seiner Geburt Mitglied des BVB.

8. Oktober: Jürgen Klinsmann setzt auf eine neue Achse: eine Dortmunder Achse. Mit Weidenfeller, Wörns, Brzenska, Kringe und Kehl gewinnt Deutschland 4:0 gegen Holland! Brzenska nach seinen Länderspieldebut: „Hat Spaß gemacht, besonders als der Ballack mitten im Spiel zu mir sagte: Junge, du siehst ja aus wie Hugh Grant.“

22. Oktober: Roman Weidenfeller steht beim Heimspiel gegen den HSV im Blickpunkt. Noch 25 Minuten ohne Gegentor und er hat den Rekord von Timo Hildebrandt eingestellt. Weidenfeller greift in die psychologische Trickkiste, wie er hinterher im kleinen Kreis erklärt: „Ich hab vor dem Spiel Die Sendung mit der Maus geguckt.“ Und warum? „Es lief nichts besseres.“ Es hat genutzt: 2:0 für den BVB. Torschützen Kehl und Koller.

5. November: „Nach 1000 Minuten hör ich freiwillig auf“, sagt Roman Weidenfeller vor dem Spiel in Leverkusen. Und tatsächlich: In der 14. Minute winkt der Torhüter, dass er ausgewechselt werden möchte. Unter dem Jubel der zigtausend BVB-Fans verlässt der „1000-Minuten-ohne-Gegentor-Titan-Torwart“ den Platz und gibt die Handschuhe an Dennis Gent3enaer weiter. Auch der hält den Kasten sauber: 1:0 durch ein spätes Tor von Jan Koller.

20. November: Die Berliner sind zu Gast im Westfalenstadion. Und der selbsternannte Titelfavorit Hertha darf mit 0 Punkten, dafür aber 6 Gegentoren im Gepäck wieder in die Hauptstadt zurück fahren. Dieter Hoeness, kurz vor einem Heulkrampf: „Mein großer Bruder wird mich schon rächen.“ Die anwesenden Journalisten können sich das Grinsen nur sehr schwer verkneifen.

26. November: Nach 8:1-Sieg gegen Nürnberg rastet Roman Weidenfeller aus. Er hebt erst die Kabinentür aus den Angeln, dann stemmt er eine Massagebank und wirft sie durch ein Fenster, um dann noch seine nagelneue Jeans mit einer Arztschere in kleinste Teile zu zerschneiden. Grund: Das späte Gegentor beim Kantersieg. „FCN-Stümer Mintal fragt Sebastian Kehl ängstlich: „Was macht der denn erst, wenn ihr verliert?“ Kehl darauf grinsend: „Unsere Kabine ist komplett aus Stahl.“ Unterm Strich bedeutet das alles: Ein Schaden von 20.000 Euro, den Weidenfeller noch an Ort und Stelle mit einem reuigen „Entschuldigung“ begleicht. Als Strafe muss der Torwart in Boxershorts nach Dortmund trampen. Die höhere Strafe: Der Autofahrer, der ihn ins Ruhrgebiet mitnimmt, entpuppt sich als Sch***-Fan und schwärmt die ganze Zeit nur von Frank Rost und dass Sch*** die nächste Saison endlich Meister werde, nach dem sie kürzlich so knapp gescheitert wären. Weidenfeller erinnert ihn freundlich an die 5 Gegentore, die Sch*** 05 an diesem Tag gegen Bremen kassierthat und dass die West-Herner in dieser Saison gegen den Abstieg kämpfen. Darauf der Sch***r:“Wie? Die neue Saison hat schon angefangen?“

3. Dezember: Brenszka oder Mertesacker? Der Dortmunder Jung entscheidet das Duell klar für sich. 4:1 gewinnt der BVB gegen Hannover 96. Lapidarer Kommentar von Florian Kringe zu Dortmunds Siegermentalität: „So ist Fußball. Manchmal gewinnt man, und manchmal holt man drei Punkte.“ Spricht´s, geht grinsend in die Kabine und hinterlässt einen vedutzt guckenden Ecki Heuser.

6. Dezember: Hollywood meldet sich in Dortmund. Christoph Metzelder soll der neue James Bond sein. Ex-007 Pierce Brosnan selbst hat den BVB-Jung vorgeschlagen: „Metzelder räumt in der Abwehr so gut auf, wie James Bond in der Unterwelt. Genau der richtige Mann für die Rolle.“ Metzelder nimmt das Angebot an.

18. Dezember: Weihnachtsshowdown im blitzblanken Westfalenstadion. Der Noch- und Möchtegern-Immermeister Bayern München ist zu Gast und hat traditionell das gute Benehmen zu Hause vergessen. „Die BVB-Pleitegeier putzen wir weg. Die kommen uns gerade recht“, krakeelt Uli „Elfermetertöter EM 76“ Hoeness schon einen Tag vor dem Spiel. Beim traditionellen Mittagessen der Führungsetagen kommt es zum Eklat: Karl-Heinz Rummenigge wirft den BVB-Bossen vor, Abramowitsch beim Rosicky-Transfer bestochen zu haben. „Die haben den doch bezahlt, damit der für Rosicky zahlt“, brüllt der Bayern-Boss. Rummenigge vermutet, dass eine Summe von ungefähr 150 Mio. Euro Richtung Chelsea geflossen sei, damit Chelsea 120 Mio. Euro für Rosicky bezahlt. Die Posse ist Bayern-Präsident so peinlich, dass er heimlich veranlasst, Rummenigge alle Befehlsgewalten zu entziehen. Der Kaiser rät "Kalle" zu einer neuropsychologischen Untersuchung. Rauball und Co. schütteln nur grinsend die Köpfe. Ach ja, nebenbei gewinnt der BVB 4:0 gegen die Bauern aus München.

21. Dezember: Bei der Weihnachtsfeier des BVB ist die Stimmung so gut, dass Philip Degen alle Hemmungen über Bord wirft und ein spontanes Halbliter-Dosenschießen ausruft. Die BVB-Profimannschaft tritt gegen Fans an. Am Ende stehen sich sternhagelvoll BVB-Fan Manni aus Dortmund-Huckarde und der erstaunlich trinkfeste Dede im Finale gegenüber. Dede gewinnt schließlich und rülpst ins Mikro: „Diese Saison gewinnen wir alles.“

28. Dezember: Rudi Assauer fordert die Borussen-Führung zu einem Kontoauszugvergleich heraus. „Wir haben nicht die meisten Schulden. Wer das sagt, lügt. Ich bin der King of Kontoauszug“, brüllt der Sch****-Manager seit Beginn der Winterpause in jede Fernsehkamera. Ein großes Medienevent wird veranstaltet und am Abend des 28.12. stehen Rudi Assauer und Hans-Joachim Watzke mit den Vereins-Kundenkarten in einer neutralen Bank. Zuerst schiebt der Sch***r die Karte in den Apparat. Mindestens eine halbe Stunde wird gedruckt. Verschämt gibt Assauer zu, seit Mai 2004 keine Kontoauszüge mehr gezogen zu haben. Schließlich ist es soweit. „180 Mio. Euro“, triumphiert Stumpen-Rudi. „Ja“, stellt Moderator Thomas Gottschalk klar. „Aber S, Herr Assauer. Das heisst Soll.“ „Was?“, meint Assauer. „Ich dachte das S steht für Sch***!“

das sind ja mal Zahlen :-)

Der BVB-Kontoauszug ist nach einigen Sekunden fertig gedruckt und weist feine 3,50 Euro Guthaben aus. „Prima“, freut sich Watzke. „Das reicht ja noch für die Revier-Sport und ne gemischte Tüte Weingummi. Und die Steuerrückzahlung für 2005 ist da noch gar nicht drauf.“

Der Sch***-Manager verlässt fluchtartig mitsamt Entourage das Gelände.

Fortsetzung folgt.....

Der Autor weist darauf hin, dass es sich hierbei um eine Fiktion handelt. Spekulation über etwaige Kontostände einiger Vereine sind völlig aus der Luft gegriffen.

Grafik: gk

DvB, 30.07.2005

 


Du möchtest schwatzgelb.de unterstützen?

Schwatzgelb.de ist kostenlos und werbefrei. Wir finanzieren unsere ehrenamtliche Arbeit über unsere Shops. Schaut doch mal rein!