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In Kürze - 22.08.2013

Polizeigewalt in Gelsenkirchen

Wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer, kommt die Polizei NRW um die Ecke und kriegt es doch hin. Nachdem viele Borussen-Fans jeglicher Couleur bereits am Sonntag vor dem Spiel gegen Braunschweig von der aggressiven und unverhältnismäßig martialischen Präsenz der sogenannten „Ordnungshüter“ verärgert und teils auch eingeschüchtert waren, fanden die Festspielwochen der nordrhein-westfälischen Polizei gestern Abend in Gelsenkirchen ihren vorläufigen Höhepunkt.

Nach dem Ausgleichstor der Gäste aus Saloniki stürmte eine Hundertschaft den Heimblock der Schalker Fans, um eine angeblich volksverhetzende mazedonische Flagge gewaltsam zu entfernen. Dabei kam es zu teils schweren Verletzungen auf Seiten der Schalker Anhänger. Selbst Sanitäter, die erste Hilfe leisten wollten, mussten aufgrund des Tränengaseinsatzes der Polizei den Block wieder verlassen, wie dieses schockierende Video beweist.

So groß unsere Rivalität zu unserem blauen Nachbarn auch sein mag: Uns allen sollte klar sein, dass auch uns so etwas hätte passieren können oder noch passieren wird. Aus diesem Grund verurteilen auch wir als Borussenfans diesen skandalösen Einsatz aufs Schärfste. Aufgrund der grundsätzlichen Brisanz der ganzen Thematik sorgen wir deshalb auch für ein Novum in der Geschichte von schwatzgelb.de und empfehlen Euch wärmstens den Text eines GE-Fans, dessen Schilderungen bei jedem Fußballfan ein dumpfes Gefühl in der Magengegend zurücklassen dürften.

Am Ende des Textes wird mit einigem Recht vermutet, dass ein solches Polizeiverhalten in Dortmund und Gelsenkirchen in so kurzer Zeit kein Zufall sein dürfte. Auch der Name Ralf Jäger, seines Zeichens NRW-Innenminister und somit zuständig für die Polizei Nordrhein-Westfalens, fällt in diesem Zusammenhang. Unser Redaktionsmitglied Malte, aktives SPD-Mitglied, hat in einem offenen Brief an seinen „Genossen“ Jäger in eine ähnliche Kerbe gehauen.

Ganz nebenbei erzeugt die NRW-Polizei damit auch noch ein internationales Zwischenfällchen: Die Botschafterin Mazedoniens nämlich zeigt sich laut FAZ irritiert.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man also über die Polizei nur noch lachen. Es bleibt nun zu hoffen, dass die von allen Seiten angekündigte Aufarbeitung auch tatsächlich erfolgt und Konsequenzen bei der Polizei und möglicherweise auch in der Politik zeitigt.

Redaktion, 22.08.2013


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