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Warmlaufen - 27.02.2016

Hausaufgabe Hoffenheim

Es war der 18. Mai im Jahr 2013, als der BVB am letzten Spieltag im Westfalenstadion mit 1:2 gegen Hoffenheim unterlag und es zum Ärger vieler Fußballfans versäumte, den unsympathischen Verein des Dietmar Hopp in die Zweitklassigkeit zu schicken. Drei Jahre später tritt die TSG am 23. Spieltag in Dortmund an, auch dieses Mal als Tabellensiebzehnter stark abstiegsbedroht.

Zwischen DFB-Pokal und Euro-League

Damals hatte der BVB wohlmöglich das Champions-League-Finale gegen Bayern München im Hinterkopf und schenkte einer absolut leidenschaftsl- und orientierungslosen Mannschaft aus dem Kraichgau drei überlebenswichtige Punkte. Auch wenn die Ausgangslage heute eine ganz andere ist, so gibt es zumindest in Ansätzen gewisse Parallelen. Spätestens nach der Euro-League-Auslosung spricht in Dortmund niemand mehr von der Partie gegen Hoffenheim. Selbst auf der BVB-Homepage rückt die Bundesligapartie ins zweite Glied und geht zwischen den vielen Meldungen um die Begegnung gegen Tottenham nahezu unter. Das Ziel, am Ende der Saison auf einem Champions-League-Platz zu landen, dürfte auch nach einem möglichen Punktverlust gegen die TSG kaum in Gefahr geraten. Die darauf folgende englische Woche mit der Partie in Darmstadt und Daheim gegen die Bayern wird ebenfalls viel Kraft kosten, bevor man sich dem „neuen“ großen Ziel widmen darf, was da heißt Euro-League-Finale, gleich neben dem zweiten großen Ziel, DFB-Pokal-Finale. Die Bundesliga spielt bei aktuell 12 Punkten Vorsprung auf den Dritten und 11 Punkten Rückstand auf den Tabellen Ersten eine untergeordnete Rolle. Für den Titel: Bester Zweiter aller Zeiten gibt es halt keine Trophäe, die man sich in die Vitrine stellen kann, auch wenn es der BVB-Marketingabteilung sicher gelingen wird, diesen Titel profitabel zu vermarkten.

"Kein Zwanni- Fußball muss bezahlbar sein"

Mit ganz anderen Problemen haben zur Zeit die Hoffenheimer zu kämpfen, genauer gesagt deren Anhänger. Im Kampf um Anerkennung und Wertschätzung in der Fanszene setzten sie sich jetzt massiv für die Aktion „Kein Zwanni- Fußball muss bezahlbar sein“ und sind geradezu fassungslos über das Verhalten der BVB-Fans, die bei ihrem eigenen Verein tolerieren, dass andere Fangruppen überteuerte Eintrittspreise zahlen müssen, wofür sie selbst andere Vereine massiv anklagen. (Stehplatz: 17,80 € (inkl. 1 €-Zuschlag seitens der TSG) Sitzplatz: 45,90 € (inkl. 1 €-Zuschlag seitens der TSG). Rechnet man jetzt noch das Porto dazu, würde man auch bei über 20 Euro für einen Stehplatz und an die 50€ für einen Sitzplatz landen. Dass die Stehplätze eigentlich Sitzplätze sind, die sich in der Nord-Ost-Ecke befinden werden, sollte dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dass man als Fußballfan grundsätzlich auf einen Verein wie Hoffenheim verzichten mag, steht dabei auch auf einem ganz anderen Blatt.

Auch Sportlich gab sich die TSG 1899 zuletzt kämpferisch. Nach einem Unentschieden in Bremen gewann man Zuhause gegen Mainz (3:2) und schöpft neuen Mut für den Klassenerhalt. Nicht zuletzt ist die neue Aufbruchsstimmung dem jungen Trainer Julian Nagelsmann geschuldet, der als jüngster Bundesligatrainer in die Geschichte eingeht. Auch hierfür gibt es leider keine Trophäe, lässt sich aber dennoch richtig gut vermarkten, erst recht, wenn der sportliche Erfolg hinzukommt. Der Trend zeigt bei der TSG dabei klar nach oben. Ein Sieg in Dortmund wäre aus Hoffenheimer Sicht sicher eine Überraschung, aber im Bereich des Möglichen. „ Wir haben dennoch die Erwartungen, dass wir etwas mitnehmen wollen. Wir fahren nicht dorthin, um möglichst wenig Gegentore zu bekommen. Wir möchten definitiv etwas mitnehmen.“ (Nagelsmann)  Dennoch sind die darauffolgenden Partien von noch größerer Bedeutung für die TSG, da mit Augsburg und Stuttgart zwei Partien gegen direkte bzw. fast direkte Konkurrenten anstehen.

Auf Seiten der Dortmunder dürfte sowohl der Sieg der Berliner am Freitag gegen Köln, als auch der Sieg der Bayern in Wolfsburg kaum den Puls erhöhen. Hingegen dürfte der Druck auf die Kraichgauer nach dem Auswärtssieg der Hannoveraner in Stuttgart sicher nicht geringer werden. Auch die Punkteteilung zwischen Bremen und Darmstadt dürfte mit gemischten Gefühlen beäugt worden sein.

Rotation beim BVB

Inwiefern beide Mannschaften in Bestbesetzung antreten werden, ist indes fraglich, zumindest was den BVB angeht. Nach den Ausfällen von Sokratis und Lukasz Piszczek ist auch Mats Hummels angeschlagen. Hinzukommt, dass Aubameyang an einer Erkältung laboriert. Nur ein Schelm könnte auf die Idee kommen, dass die eine oder andere Stammkraft mit Blick auf die nächsten schweren Aufgaben geschont werden soll. Von daher darf bezüglich der Aufstellung wild spekuliert werden.

Auf der Gegenseite setzt Nagelsmann auf seine bewehrten Stammkräfte, vorneweg Kevin Volland, der sich zum Leitwolf der Mannschaft entwickelt hat und einer der Leistungsträger ist. Ebenso kann der Winterneuzugang Kramaric nach seiner Rot-Sperre wieder im Sturm „herumwirbeln“, der gegen Bremen sein erstes Bundesligator schoss und kurze Zeit später mit Gelb-Rot den Platz verlassen durfte.

Lehrling trifft Meister

Ein Wiedersehen unter Bekannten wird es am Rande der Begegnung auch geben. Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel kennen sich bereits seit ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Augsburg. Damals war Tuchel Trainer der zweiten Mannschaft und Julian Nagelsmann war für ihn als Scout tätig.

 

So könnten sie spielen

Borussia Dortmund:

Bürki – Ginter, Subotic, Bender, Schmelzer – Weigl – Gündogan, Sahin – Mkhitaryan, Aubameyang, Reus

Auf der Bank: Weidenfeller – Piszczek, Durm, Park, Leitner, Castro, Hummels, Kagawa, Ramos, Pulisic
Fraglich: Piszczek, Hummels

TSG Hoffenheim:

Baumann – Kaderabek, Süle, Bicakcic (Schär), Ochs (Kim) – Strobl – Uth, Rudy, Amiri, Volland – Kramaric


Auf der Bank: Grahl – Kim, Schär, Toljan, Elyounoussi, Hamad, Polanski, Schmid, Schwegler, Vargas, Zuber, Kuranyi

 

Schiedsrichter: Sippel (München);

Assistenten: Leicher (Landshut), Kleve (Köln);

Gelbsperre droht: Weigl

Zuschauer: 81.359 (ausverkauft)

Christoph 27.2.2016


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