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- 27.07.2003

Der Gästeblock des Jahres

Lange haben wir überlegt, ob wir auch eine der unzähligen ?Schlagstock des Jahres?-Aktionen machen sollten oder nicht. Wir kamen zu dem Schluß, daß wir die Sache positiver gestalten wollen und statt des übelsten lieber den nettesten Ordnungsdienst und insgesamt angenehmsten Gästesektor küren wollen. Die Gastfreundlichkeit der Vereine und Spielstätten dürfte auch im Hinblick auf die WM 2006 interessant sein. Wer glaubt schon, daß die Ordnungskräfte püntklich zum WM-Beginn einen Schalter umlegen und sich plötzlich anders verhalten?


Da 2 von uns bei jedem Spiel der Saison vor Ort waren (Ausnahme in Moskau und in Freiburg) können wir das auch gut bewerten. Die Punkteskala reicht von 0 (absolut mies), bis 10 (perfekter Gastgeber):

2. Spieltag in Leverkusen:
Leverkusens Ordnungsdienst war schon mal wesentlich übler (?Ey, so nen Aufstand macht man nicht mal auffem Flughafen!? ?Wir sind hier nicht am Flughafen, wir sind hier beim Bayer!?). Das übliche Schuhe ausziehen und sonstige gründliche filzen fand auch nicht mehr in ganz so krassem Maße statt. Schon jetzt schien klar zu sein, daß Lev für uns nicht mehr zum übelsten gehören würde. Die Sicht im Block ist relativ gut, leider gibt es für die Gäste schon seit jeher in Leverkusen nur einen Eckblock. Die Verpflegung ist ok, die Würstchen aber nicht empfehlenswert.

5 Punkte, immer noch weit verbesserungswürdig, die grünen Polizeioveralls mit der Aufschrift ?Ordner? und das zum Teil provozierende Verhalten müssen wirklich nicht sein.


4. Spieltag in Bochum:
Neue Vorschriften und natürlich ein Vereinsfremder Ordnungsdienst. Null Diskussionsfähigkeit und lächerliche Verbote, sogar Zaunfahnen wurden uns verboten. Dafür aber relativ korrektes Auftreten der Ordner, keine Pöbeleien oder ähnliches. Aufgrund der Verbote bot der Dortmunder Block ein trostloses Bild. Danach das übliche Bild in Bochum: während man im Stadion wie immer überkorrekt ist, läuft auf der Castroper Straße in Richtung Bahnhof vieles völlig durcheinander. Früher kam es hier immer wieder zu Schlägereien, weil die Polizei gerade im Dunkeln eher überfordert wirkte. Früher einmal ein super Stadion für die Gäste, herrschen auch in Bochum andere Verhältnisse. Die Gäste werden in 2 gegenüberliegende Stehplatzblöcke gepfercht, dazwischen ist die alte Stehplatztribüne vor Jahren in teure Sitzplätze umgebaut worden. Variositze und damit wieder mehr Stehplätze für die Gäste wären sicherlich wünschenswert. Aber der VfL erhebt da lieber Top-Zuschlag und vermeidet dadurch den Gästeansturm vergangener Jahre.

4 Punkte, bis auf das Zaunfahnenverbot war es ganz ok.


6. Spieltag in Rostock:
Trotz gemeinsamer Feier mit einigen Rostockern absolut unterirdisches Ordnungspersonal. Null Diskussionsbereitschaft, keine plausiblen Gründe für Verbote von Plastikstangen (diese seien harmloser als Holz!?), dazu teilweise über agressives Auftreten und grundloses Hinauswerfen einzelner BVB-Fans aus dem Stadion. Kurz vor Ende des Spiels stürmten einige Ordner den Gästeblock, weil aus dem daneben liegenden Heimblock provoziert wurde und Gegenstände flogen. Die Ordner trugen allesamt schwarze Uniformen, Handschuhe und wollten mit angelegtem Mundschutz beeindrucken. Danach beim Angriff einiger Rostocker Hools waren sie jedoch nicht mehr in der Lage, dazwischen zu gehen. Die Polizei machte ebenfalls keinerlei Anstalten, sich richtig in Szene zu setzen, drohte Dortmunder Fans, die sich über dieses Verhalten beschwerten, gar mit Schlägen und Gefängnis. Auch dieser Gästeblock befindet sich nur noch in einer Ecke, durch hohe Mauern sind alle Tribünen weit weg vom Spielfeld, da hätte auch eine Laufbahn keinen schlechteren Effekt. Wieso hohe Mauern seit Sheffield und vor allem Brüssel wieder in Mode kommen, weiß auch niemand. Was das noch mit Sicherheit zu tun hat, wohl auch nicht.

0 Punkte, absolut unterirdisches Verhalten, daß einem Glauben macht, man sei als Fußballfan nur Mensch zweiter Klasse.


8. Spieltag in Hannover:
Korrekte Ordner, kaum Streß, normale Einlaßkontrollen. Einzig die Polizei wirkte übermotiviert und zeigte sich sehr aggressiv. Der Gästeblock ist schlicht beschissen, durch die Laufbahn weit weg, immerhin einigermaßen hinter dem eigenen Tor, die Sicht bescheiden, nur Sitzplätze, kein Dach. Alles andere als gute Vorraussetzungen für gute Stimmung.

5 Punkte, gute, kompetente Ordner, übermotivierte Polizei, scheiß Gästeblock.


10. Spieltag in Bremen:
Willkommen im Boxkäfig und Ort der Willkür Bremer Weserstadion. Verlief die Einlaßkontrolle noch relativ harmlos, zeigten sich die Ordner im Block von ihrer übelsten Seite. Es wurde gepöbelt was das Zeug hielt, auf normale Umgangsformen legte man hier sichtlich keinen Wert. Die Ordner trugen ebenso alle schwarz wie schon in Rostock. Die Farbe und Form der ?Kampfanzüge? soll wohl die Gästefans beeindrucken, genau wie Lederhandschuhe und eingelegter Mundschutz. Für uns signalisierte das nur, daß die Bremer Ordner gerne zulangen und nur auf kleinste Anlässe warteten. So kam es, daß Fans aus dem Stadion geworfen wurden, weil sie auf den Stufen standen und nicht auf den zugewiesenen Sitzflächen. Im Verlaufe des Spiels eskalierte die Situation dann soweit, daß die Ordner aus dem Block getrieben wurden, die sich in keinster Weise angemessen verhielten. Im Gegenteil, sie warteten nur auf nichtige Anlässe. Auf die Frage, warum man aus dem Stadion fliege, gab es Antworten wie: ?Weil mir Deine Nase nicht paßt!? Die Anmerkung eines anderen Fans: ?Solche Methoden sollten seit 1945 eigentlich vorbei sein!? führte ebenso zum Rauswurf. Später stürmte die Polizei noch den Block, die das Hausrecht des Ordnungsdienstes durchsetzen sollte. Leider führte all diese zu zuviel Aggressivität, vieles wäre an diesem Tag nicht nötig gewesen.

Der Gästeblock ist dagegen endlich besser als früher. Zwar ist man immer noch recht weit entfernt vom Spielgeschehen, aber man steht/sitzt der Heimkurve gegenüber und die Sicht ist auch deutlich besser als früher. Leider auch hier nur Sitzplätze, die viel zu schnell kaputt gehen und dadurch eher eine Gefährdung darstellen. Warum keine Variositze wie in der Heimkurve?

2 Punkte, das Verhalten der Ordner ist nicht hinnehmbar, der Gästeblock dagegen stark verbessert.


12. Spieltag in München:
Die Münchner Polizei ist berüchtigt, wir hatten jedoch keinerlei negativen Kontakt, auch das Ordnungspersonal war zwar bestimmt und hier und da etwas kleinlich, aber nie aggressiv oder unnötig hart. Der Gästeblock ist hinter dem Tor plaziert, durch die Laufbahn jedoch weit entfernt. Immerhin ist er inzwischen teilweise überdacht nachdem er in den vergangenen Jahren aus der Ecke in die Kurve rückte.

5 Punkte, stumpfsinnige Regelungen wie das Plastikstangenverbot oder die Pflicht, Fahnen auf der Laufbahn zu schwenken, stören das Gesamtbild.


14. Spieltag in Wolfsburg:
Die Anabolika ? geschwängerten Vorzeigetypen im Gästeblock sind leider immer noch nicht verschwunden und versprühen weiterhin keine Kompetenz. In Wolfsburg bleibt weiterhin vieles unnötig verboten und das oftmals willkürlich erscheinende Zutrittsverbot zum überdachten Block sind auf die Dauer nervig. Die Gästeblöcke sind einfach nur schlecht, in keinem hat man auch nur halbwegs anständige Sicht aufs Spielgeschehen, natürlich steht man auch hier nur im Außenbereich der Kurve.

3 Punkte, komische Leute, immerhin korrekte Polizei und bescheidener Gästesektor.


15. Spieltag in Nürnberg:
Wenn man sich auf die Gegebenheiten in Nürnberg einstellt, kann man hier sehr gut mit dem Ordnungspersonal leben. Hier ist immerhin ein Megaphon erlaubt, allerdings sind Schwenkfahnen nur auf der Laufbahn zugelassen und Doppelhalter verboten. Dafür sind die Ordner selten Begriffstutzig und können sogar erklären, warum sie dieses oder jenes verbieten. Leider ist die Sicht im Gästebereich alles andere als gut.

7 Punkte, wenn man vorher weiß, daß die Alkoholkontrollen etwas strenger sind als normal.


17. Spieltag in Cottbus:
Die Primaten stehen am Eingang und im örtlichen Zoo ist wohl nur ihre Weiterentwicklung anzutreffen. ?Hier wird nicht diskutiert, sonst gibt?s was aufs Maul!? lautete die Devise. Mal durften Fahnen rein, beim nächsten Ordner wieder nicht und dann wieder doch. Schuhe ausziehen mußten nur die Leute, die auf der rechten Seite des Eingangs das Stadion betreten wollte. Die Verpflegung im Gästeblock war so lala, die Toiletten vor allem für die Mädels ein schlechter Witz. Die Sicht im Block ebenso.

2 Punkte, absolut unterklassig.


18. Spieltag in Berlin:
Auch in Berlin darf man annähernd hinter dem eigenen Tor stehen/sitzen, leider gibt es im ganzen Stadion nur Sitzplätze und Ordner, die peinlich darauf bedacht sind, die Aufgänge frei zu halten. Ansonsten ist der Ordnungsdienst eher schwach, sehr herrisch und teilweise pöbelnd im Auftreten ? vor allem die 2 Ordner vor dem Block auf der Laufbahn, die immer wieder mit Schlägen drohen. Die Akkustik im Gästeblock ist unter aller Sau und auch die Versorgung und der Einlaß auf der Baustelle unterirdisch. So lange habe ich noch nie in den Gästeblock gebraucht, nachdem ich das Stadion bereits betreten habe.

2 Punkte, hoffentlich wird das mal besser, sonst ist es alles andere als ein würdiger Endspielort.


20. Spieltag in Stuttgart:
In Stuttgart existiert so ziemlich der älteste Gästekäfig Deutschlands. Irgendwann Mitte der 90er wurde das Stadion umgebaut, bekam ein Dach und die alten Gäste-Stehplatzblöcke verschwanden. Statt dessen nur noch Sitzplätze und ein komplett eingezäunter Gästeblock, in dem man sich alles andere als menschlich fühlt. Der Block ist weitab vom Spielgeschehen und der eigenen Mannschaft, aber auch die Heimfans stehen da nicht besser. Immerhin hat sich der Ordnungsdienst in unseren Augen erheblich gebessert. Schon im Vorjahr war zu erkennen, daß man nicht mehr so pingelig und kleinlich ist wie zuvor. Auch war so etwas wie Freundlichkeit zu spüren. Leider ist nach jedem Toilettengang oder Bier-/Cola-Gang immer wieder die Prozedur der Einlaßkontrolle über sich zu ergehen ? das nervt. Dafür bekamen wir in Stuttgart neben Doppelhaltern sogar das Megaphon erlaubt.

4 Punkte, Halbfinale in Stuttgart? Das kann niemand ernst meinen.


22. Spieltag in Gelsenkirchen:
Während man in Stuttgart auf Käfige setzt, hat sich in Gelsenkirchen das Terrarium etabliert. Die Gäste sind also runderhum von Glas umgeben. Der Einlaß ist der Traum der UEFA und der Albtraum eines jeden Panikforschers. Elektronische Einlaßkontrolle, schmale Türen inkl. schmalen Gang, einem Tunnel und Treppen, wehe man muß mal anders herum schnell heraus, ich möchte mir das in GE gar nicht vorstellen. Aber jaja, alles zu ?unserer? Sicherheit. Die Ordner sind weitestgehend ok, natürlich wurde uns bis auf das Megaphon und kleine Fahnen alles verboten. Die Versorgung ist ok, wäre da nicht diese merkwürdige Knappenkarte. Für die Heimfans mag das System ok sein, für Gäste ist es einfach scheiße. Geld bleibt immer übrig auf der Karte. Also muß sie noch schnell getauscht werden. Wenn man dann schnell zum Bus oder Zug muß, verzichtet man dann notgedrungen auf diesen Tausch. Für die Gäste wäre Bargeld die bessere Lösung. Dazu wurde wieder einmal der Gästeblock zu gemacht, weil zuviele Dortmunder da waren. Da kann doch irgendwas nicht richtig sein. Draußen standen etliche Dortmunder vor dem Block und schauten sich das Spiel auf den Stadionmonitoren an, Karte gekauft, aber nicht in den Block.


5 Punkte, es gibt schlechtere Gästeblöcke, die Sicht ist recht gut und die Möglichkeit, den Block zum singen zu bringen, sind anderswo sicherlich auch schlechter. Die Verbote nerven natürlich ungemein.


24. Spieltag in Mönchengladbach:
Mönchengladbach verfügt als einziges Erstliga-Stadion Deutschlands über einen Gästeblock direkt hinter dem Tor, ohne eine nervige Laufbahn dazwischen zu haben. Leider wird dieses Kapitel wohl mit dem Neubau geschlossen. Die Ordner in MG sind sehr freundlich und korrekt. Trotz Ankündigung, daß uns alles verboten würde, schien das Verbot am Stadion nicht mehr zu gelten. Leider war die Anfrage aus Dortmund bei Borussia Mgladbach nie beantwortet worden. Negativ sind sicherlich die hohen Stufen und das fehlende Dach. Leider wurde das gute Verhalten der Ordner von Dortmunder Pyromanen leidlich ausgenutzt, so das wir im nächsten Jahr sicherlich mit einem ganz anderen Verhalten zu rechnen haben. Dafür ist die Polizei etwas überempfindlich und Toiletten und Verpflegung könnte sicherlich auch besser sein.

5 Punkte, bester Gästeblock Deutschlands, aber knapp 14,- EUR sind einfach eine Frechheit.


26. Spieltag in Bielefeld:
Auch hier ein absolut korrekter Ordnungsdienst, die besten Würstchen der Liga und leicht gereizte Polizei. Der Stehplatzblock ist eigentlich ein Skandal, das Spielfeld kann man unmöglich komplett einsehen, auch hier wurde uns das Megaphon gestattet, letztmalig in dieser Saison. Es hat sich eben noch nicht überall herumgesprochen, daß man mit den Dingern nicht auf andere Leute wirft (?Wurfinstrument? lautet tatsächlich die häufigste Begründung für ein Megaphon-Verbot!).

4 Punkte, den bescheidenen Block konnten auch Würstchen und Ordner nicht aufwiegen.


28. Spieltag in Hamburg:
Super korrekter und regelrechter netter Ordnungsdienst beim Einlaß und im Unterrang. In Hamburg kann man als Gast das komplette Stadion umrunden, ohne eingepfercht zu sein, das ist vorbildlich. Im Oberrang gab es Streß mit Ordnern, die zum Teil übermotiviert waren und zum Teil dumm provoziert wurden. Die Verpflegung war ok, aber viel zu teuer. Genau wie die Eintrittspreise schon seit Jahren beim Hamburger SV ein Ärgernis sind. Die Polizei war mies und aggressiv.

7 Punkte, dank des hohen Eintrittspreises und der gereizten Polizei eine bessere Punktzahl verfehlt.


30. Spieltag bei 1860 München:
Trotz Anfrage und Genehmigung durch Frau Jutta Schnell, ihres Zeichens Fanbeauftragte beim TSV 1860 München, wurde uns am Eingang eröffnet, daß Stangen über 1m verboten seien. Der Leiter des Ordnungsdienstes war freundlich und bemühte sich, uns zu helfen, kontaktierte auch noch mal Frau Schnell, die eine Genehmigung ihrerseits bestritt. Lügen haben bekanntlich kurze Beine, Frau Schnell wird also Thomas Häßlers ?Größe? erreichen. Ansonsten typisch München, die Polizei tritt bestimmt, aber im Großen und Ganzen korrekt auf. Einzig die schwarzen Sheriffs im Olympiabad machten sich zum Affen. Die Sicht ist halt typisch für ein Stadion dieser Machart.

3 Punkte, irgendwann fühlt man sich auch mal veralbert.


33. Spieltag in Kaiserslautern:
Für Kaiserslautern wurde uns seitens des FCK alles verboten, weil deren Fans in Dortmund schlecht behandelt worden seien. Super Begründung, Auge um Auge, Zahn um Zahn lautet jetzt die Devise? Der Gästeblock in K?lautern befindet sich ebenso am Rand der Hintertortribüne wie in Dortmund, er ist zweigeteilt und das übersteigen des Trennungs?zaunes? wird mit Hausverbot für einen Tag bestraft. Sehr übertrieben, wie wir finden. Auch hier gibt es das ?schwarze? Auftreten der Ordnungskräfte zu bemängeln, etwas freundlichere Farben oder Signalfarben kommen auch beim Gast besser an. Die Sicht im Block ist gut, leider fehlt durch den Umbau zur Zeit das Dach. Der Zaun ist sehr gefährlich und spitz, dabei verletzte sich ein Dortmunder, als er nach Spielende den Zaun verlassen wollte, den er bestiegen hatte, um die Mannschaft zu feiern. Das ist eigentlich unnötig, zumal dieses Zaun-besteigen fast schon Tradition hat, wenn man etwas näher bei der Mannschaft sein will.

5 Punkte.
Somit müssen wir 2 Sieger küren: Nürnberg und Hamburg. Beide haben 7 von 10 möglichen Punkten. Mönchengladbach und Hamburg hätten sich mit 7 oder 6 Punkten sicherlich besser gestellt, doch halten wir 13,- EUR für eine Stehplatzkarte (zzg. 15% VVK-Gebühr) für absolut indiskutabel. Bayern und Nürnberg schnitten vor allem wegen der eher durchschnittlichen Sicht aufs Spielfeld so und nicht anders ab. In allen anderen Punkten waren sie vielen Konkurrenten weit überlegen. Bei Kaiserslautern spielte das willkürliche Fahnenverbot und das fehlende Dach eine große Rolle, sonst wären sicherlich 7-8 Punkte drin gewesen.
Hansa Rostock, Energie Cottbus und Hertha BSC Berlin belegten die hinteren Plätze. Wer seine Gäste so behandelt, müßte seinen Gästeblock eigentlich umbenennen. Bei Hertha spielt sicherlich der Umbau eine große Rolle, der darf aber nicht für alle Merkwürdigkeiten als Ausrede herhalten. Werder Bremens Ordnungsdienst war mit dem von Hansa Rostock der mit Abstand übelste in dieser Saison ? aber der Bremer Gästeblock ist eben doch stark verbessert und auch das sollte unserer Meinung nach eine Rolle spielen.

Positiv zu erwähnen ist, daß die Verbote leicht abgenommen zu haben scheinen und vor allem Megaphone immer öfter erlaubt werden. Das stumpfsinnige Verbot dieses akkustischen Hilfsmittels (?Wurfgegenstand!?) scheint hier und da doch überdacht worden zu sein.

Wir sind gespannt, was sich in der nächsten Saison noch tut.


Um mal einen Eindruck zu bekommen, wie in anderen Ländern mit Gästen umgegangen wird, gibt es unsere Bewertung auch für unsere internationalen Spiele der Saison.

Arsenal London:
Korrekte Polizei und Ordner, die allerdings jegliche optischen Hilfsmittel wie Fahnen etc. verbaten. Im Stadion auffallend zurückhaltend, absolut top! Sie machten keinen unnötigen Stress und ließen den Gästeblock weitestgehend zufrieden. Der Block war leider am Rand und die Sicht dadurch etwas eingeschränkt, insgesamt aber noch recht gut. Die Preise sind international einfach eine Frechheit.

6 Punkte, geile Sicht, super nah am Platz, weniger Punkte wegen der Preise und Verbote.
PSV Eindhoven:
Fußball in Holland ist augenscheinlich sehr gewalttätig, jedenfalls wird man wohl nur hier so stark vom Heimpublikum abgeschirmt. Der Zugang in den Block erfolgt über eine Röhre, die bei Anpfiff geschlossen wird und über viele Treppen. Am Ende sitzt man ganz oben unterm Dach und hat eine bescheidene Sicht. Rundherum Glas und Netze, völlig isoliert, wie im Käfig. Bedenklich ist die Aussage eines PSV-Ordners: wenn man bei Feyenoord-Fans Bengalen oder anderes finde, würde man sie ihnen nicht abnehmen, weil sie als Ordner dann um ihre Gesundheit fürchten müßten. Traurig, traurig, da setzt sich das Gefühl durch, daß man als Fan nur dann Rechte hat, wenn man entsprechen machtvoll und gewalttätig auftritt. Das kann es doch auch nicht sein!?

0 Punkte, hier wird man behandelt wie ein Stück Scheiße und so schmeckten auch die Hamburger im Block.


AJ Auxerre:
Am Gästeeingang kontrolliert die Polizei, Ordner bekommt man nur wenige zu Gesicht. Die Kontrollen sind ok und wir dürfen praktisch alles mitnehmen, was wir an Fahnen etc. dabei hatten. Der Block befindet sich am Rand der Hintertrotribüne und umfaßt 2 Ebenen, Unter- und Oberrang. Die Sicht ist recht gut und Polizei wie Ordner lassen uns im Block in Ruhe. Sogar für die Zaunfahnen ist einigermaßen Platz vorhanden.

7 Punkte, auch der Preis war für CL-Verhältnisse in Ordnung.


Lok Moskau:
Hier müssen wir uns aufs hörensagen beschränken. Die Polizei kontrollierte und bestahl einzelne BVB-Fans. Für aufstehen und singen setzte es Knüppelhiebe. Wo ist da die UEFA und ihr Fairplay-Gedanke?

0 Punkte


Real Madrid:
Der Gästeblock ist in der äußersten ?Ecke? der Kurve, oben unter dem Dach, die Sicht ist daher bescheiden (vor allem für gut 30,- EUR). Im Stadion waren uns nur Zaunfahnen und Megaphon erlaubt. Die Polizei kontrollierte penibel und gebährdete sich auch im Stadion oftmals sehr herrisch.

2 Punkte, einfach mies.


AC Mailand:
Traumland Italien? Jein, die Kontrollen sind nicht übermäßig hart, werden aber von der Polizei durchgeführt. Der Gästeblock befindet sich genau über dem Spielereingang in der Ecke. Die Sicht ist relativ ok und man bekommt praktisch alles ins Stadion, was man mitnehmen möchte. Ein schlechter Witz sind aber die sanitären Anlagen und vor allem die Versorgung mit Getränken im Stadion. Ständig rennen irgendwelche unterbezahlten Leute durch die Reihen, die schlechte Getränke anbieten. Ein kleiner Becher Cola kostet mal eben 4,- EUR, andere Möglichkeiten, Getränke zu bekommen, gibt es nicht.

5 Punkte, wegen der Getränke eine bessere Plazierung versaut.

Geschrieben von Jens

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