Bringt der Sommer die Wende?
Nein in der Überschrift befindet sich kein Rechtschreibfehler. Hier wurde bewusst das Wort Sommer verwendet und nicht der Name unseres Trainers. Denn genau das fragt sich die Mehrzahl der BVB-Fans nach dem momentanen Stand der bisher nicht vorhandenen Transferpolitik.Drehen wir das Rad der Zeit nochmal ein paar Wochen zurück. Wir schreiben Samstag, den 24. Mai 2003. Es ist genau 17:16 Uhr im Dortmunder Westfalenstadion: Ein gellendes Pfeifkonzert, des besten Operettenpublikums der Liga, verabschiedet die Spieler des BVB nach einem peinlichen 1-1 gegen Absteiger Cottbus in den Urlaub. Die Borussen verloren Rang 2 und damit die direkte Champions-League Quali und sorgten so für einen schlechten Saisonabschluss. Klar Platz 3 klingt eigentlich nicht schlecht, aber wenn man nur mal den Rückstand auf Meister BUYern betrachtet und überlegt, was passiert wäre, wenn alle anderen Konkurrenten Bremen, Hamburg, Berlin, Schlacke eine konstante Saison gespielt hätten, dann wäre die Abschlusstabelle wohl eine komplett andere geworden. So hatte der Titelverteidiger Glück im Unglück und es scheint fast, als wäre alles in Ordnung und alle, die diese Meinung nicht teilen, sind einfach nur Miesepeter, ja sogar eines BVB-Fan unwürdig.
Doch was ist denn jetzt richtig? Wo liegen denn die Probleme beim BVB, wenn es denn überhaupt welche gibt.
Das spielerische Potenzial, das ohne Zweifel zu Haufe vorhanden ist (Man bedenke nur die Anfangstage des genialen Tandems Rosicky-Amoroso), wird schon lange nicht mehr richtig abgerufen. Frings oder Rosicky, nur einer der beiden ist scheinbar in der Lage am Limit zu spielen. Beide zur gleichen Zeit, das scheint nicht machbar zu sein. Einer alleine kann aber nur schwer den Sturm versorgen und so ist eine Sturmflaute nur die logische Konsequenz der Unkreativität des Mittelfelds. Dazu eine nicht immer sicher stehende Abwehr, auch wenn die geringe Anzahl an Gegentoren über manche Wackeleinlagen hinwegtäuscht und Formkrisen einiger Schlüsselspieler.
So predigt es jedenfalls der Verein. Während die Konkurrenten aufrüsten, will der BVB unverändert in die neue Saison gehen. Hat der BVB sich vielleicht mit dem Stadionausbau übernommen oder sich durch andere Investitionen ein kleines Finanzproblem eingehandelt, so die bange Frage vereinzelter Fans. Mitnichten, wie Manager Meier zu dementieren weiß. Man baut auf die aktuelle Mannschaft und glaubt an deren Potenzial. Desweiteren wären große Transfers, wie in der Vergangenheit praktiziert, unter den momentanen wirtschaftlichen Gegebenheiten nur bei einem Verkauf von nicht mehr benötigten Lizenzspielern durchführbar. Man vertraut also auf die Heilung des Sommers, der die Müdigkeit aus den Beinen schütteln soll, die Spielfreude und fehlende Galligkeit zurückbringen soll.
Nun stellt sich jedoch ernsthaft die Frage ob dies wirklich möglich ist und wenn ja wieso eine Mannschaft plötzlich wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren kann ohne neue Impulse in Form von Neuzugängen oder sogar einem Trainerwechsel erhalten zu haben.
In wieweit Sammer der Mannschaft hier weiterhelfen kann, bleibt wohl abzuwarten, denn die verwendeten Mittel und Methoden bleiben wohl die gleichen wie bisher. Der Trainer kann auch nicht sein ganzes System auf den Kopf stellen, sonst wirkt er unglaubwürdig für die Spieler.
Hoffen wir also, dass im August die neue Saison nicht mit dem 35. Spieltag beginnt und damit die Fortsetzung der zuletzt gezeigten Leistungen folgt sondern, dass es von Neuem losgeht, auch wenn die Besetzung gleich bleibt, aber diesmal hoffentlich wieder mit allem was zu einer gelungenen Saison gehört. Anständige Leistungen, auf die man als gemeiner Fan stolz sein kann (wie das 1-1 zuhause gegen Real), würden schon genügen um nachher von einer erfolgreichen Saison sprechen zu können. Titel und Trophäen sind dann nur noch Zugaben. Wird aber nur ergebnisorientiert gekickt, so braucht man sich nicht zu wundern, dass der Pöbel sich echauffiert, wenn dann auch noch Titel ausbleiben.
Geschrieben von Sulke
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