Last Exit Ostwestfalen

Am 33. Spieltag hat das Abstiegsgespenst - nachdem es den Kühlschrank von Rainer Calmund geplündert hatte – das Rheinland in Richtung Ostwestfalen verlassen, um dort neuen Schrecken zu verbreiten. Auch wenn die Borussia aus Mönchengladbach ebenso wie die Werkself aus Leverkusen weiter zittern muss, so hat das Schicksal offensichtlich die Arminia auserkoren, die Eliteklasse gegen Liga 2 zu tauschen. Erstmals seit dem 14. Spieltag liegen die Bielefelder wieder auf einem Abstiegsplatz.


Veranstaltungskalender für Bielefeld - Samstag, den 31. Mai 2003

- Wo geht´s denn hier auf´s Klo Sauberkeit und Hygiene auf dem Land im 19. und 20. Jahrhundert Bauernhaus-Museum, Dornberger Str. 82

- Alles Super! 75 Jahre Tankstelle Historisches Museum, Ravensberger Park 2

- Bau - Kunst Orte der Transzendenz Bielefelder Kunstverein e.V / Museum Waldhof, Welle 61

- Hobby- und Trödelmarkt Universität Bielefeld, Universitätsstr. 25 08:00 - 20:00

- Lebensbilder Ölbilder, Zeichnungen und Aquarelle der Bielefelder Malerin Ulrike Andrea Brocke Hotel Mercure, Waldhof 15 09:00 - 16:00

- Obst- und Blumenmarkt 2003 Alter Markt 10:00

- Spielausleihe in der Stadtbibliothek Stadtbibliothek, Wilhelmstraße 3, Herforder Straße 4-6 14:00

- Kinder/Jugend-Schützenfest Dornberg Schießstand am Kreuzkrug Großdornberg Bielefeld-Dornberg 14:00

- Kinderkino im Lichtwerk Lotta aus der Krachmacherstraße Lichtwerk, August-Bebel-Straße 94 - 96 14:00 - 18:00

- Meissener Porzellantiere aus Jugendstil und Art Dèco Ausstellung des Museums Gohliser Schlösschen, Leipzig Museum Huelsmann, Ravensberger Park 3 16:00
Samstagnachmittage in Ostwestfalen sind lang und beizeiten weilig, vor allem wenn die Arminia nicht spielt. Das könnte in der kommenden Saison Dauerzustand werden, denn dem DSC droht der Abstieg. Grund dafür ist vor allem die 3:0-Niederlage am Samstag in Rostock und die im Ostseestadion gebotene erbärmliche Leistung während gleichzeitig Bayer Leverkusen unter Regie des neuen Trainers Klaus Augenthaler endlich mal wieder überzeugenden Fußball bot und die Münchner Löwen mit 3:0 vom Platz fegte. Der dritte Abstiegskandidat im Bunde kommt aus Mönchengladbach und hat die Tatsache, dass er am letzten Spieltag noch zittern muss, einer Unachtsamkeit in der Nachspielzeit zu verdanken. Dank des 2:2 Ausgleichtreffers des 96ers Jiri Stajner sicherten sich die Niedersachsen vorzeitig den Klassenerhalt.

Damit haben die Bielefelder die schlechtesten Karten im Abstiegskampf. Erstmals in der Liga-Historie könnte sogar der direkte Vergleich bei der Suche nach dem dritten Absteiger entscheiden. Würde Bielefeld mit einem 5:1 Hannover 96 besiegen und Mönchengladbach 1:2 gegen Werder verlieren, wäre beide in Punkten und Tore gleich. In diesem Fall würde nach dem Europacup-Modus der direkte Vergleich (Gladbach siegte 3:0 Zuhause, verlor aber 1:4 in Bielefeld) den Ausschlag zu Gunsten der Niederrheiner geben.
Die Bielefelder sind also auf Schützenhilfe angewiesen. Und die muss vor allem aus Nürnberg kommen, die am letzten Spieltag zu Hause Bayer Leverkusen empfangen. All zu viel Hoffnung dürfen sich die Bielefelder angesichts eines Interviews des Nürnberger Präsidenten A. Roth im Kölner Express nicht machen, so sagte der Teppichhändler im Interview wörtlich: „Bayer hat bei uns noch was gut. Sie haben uns damals Paulo Rink gegeben. Der hat uns im letzten Jahr vor dem Abstieg gerettet. Außerdem: Wir haben die Abfindung für Auge gespart und er hat einen neuen Job.“ Selten hat ein Präsident seiner Mannschaft vor einem Spiel eine offenere Absolution für Wettbewerbsverzerrung gegeben. Hinzu kommt, dass der Nürnberger Jarolim nach der Saison zu Bayer Leverkusen wechseln wird, sollten die Rheinländer den Klassenerhalt schaffen. Honny soit qui mal y pense – wie der Engländer sagt…
Ein gerechtes Remis, das gleichsam beiden Teams nutzt, sahen die Zuschauen im Fritz-Walter-Stadion zu Kaiserslautern, wo sich der FCK und Borussia Dortmund leistungsgerecht 0:0 trennten. Dem BVB reicht im letzten Heimspiel jetzt ein Sieg gegen die bereits abgestiegenen Cottbuser und der FCK hat nach einer sensationellen Rückrunde noch den Klassenerhalt geschafft.

Letztendlich zufrieden mit dem 3. Platz und damit mit der Qualifikation zur Championsleague muss sich der VfB Stuttgart geben. Die Überraschungsmannschaft der Saison unterlag beim neuen deutschen Meister FC Bayern München mit 2:1. Zwei Treffer von Giovanne Elber reichten den Bayern zu einem Sieg und hieven den Brasilianer in der Torschützenliste vor den Bochumer Thomas Christiansen. Während Elber noch auf seine „Kanone“ warten muss, durfte er trotzdem am Samstag schon die „Schale“ in Empfang nehmen. Bereits einen Spieltag vor Schluss, wurde den Bayern diese ausgehändigt. Ebenso ein Novum in der Bundesligageschichte. Vielleicht wollte der DFB auch nur verhindern, dass die Schale unbeschadet bleibt. Am letzten Spieltag spielen die Bayern bekanntlich in der Arena auf Sch***e.

Am Rande der Meisterfeierlichkeiten kam es in der bayerischen Landeshauptstadt noch zu einer Auseinandersetzung zwischen Fans und der Polizei gekommen, nachdem etwa 1000 Anhänger versuchten, auf einer Straße in der Innenstadt ein riesiges Bayern-Transparent niederzulegen.
Während in München die Fans ein bisschen „verrückt“ spielten, drehen in Hannover offensichtlich die Verantwortlichen durch. Aufgrund der Umbaumaßnahmen im Niedersachsenstadion, fasst dieses in der kommenden Saison nur 23.000 Zuschauer. Bei einem Zuschauerschnitt von 36.000 Zuschauern in dieser Saison sind das fast 40 % weniger Kapazität im kommenden Jahr. Um diesen Ausfall zu kompensieren, werden die Ticketpreise im Schnitt zwischen 25 und 40 % erhöht. Ein Stehplatz kostet künftig 15 EUR (!), ein Sitzplatz 35 EUR (!), Jugendermäßigungen werden voll gestrichen. Zu allem Übel bezahlen Dauerkartenbesitzer künftig anstatt für 13,5 Spiele für alle 17 Spiele den rechnerischen vollen Preis. Für letztere eine Erhöhung von satten 100 %.

Geschrieben von Guido