Köppel wechselt Sieg ein - BVB (A) 2:1

Dank des glücklichen Händchens von Trainer Horst Köppel siegten die Amateure in einem durchschnittlichen Spiel. Die Joker Mehmet Sirin und Salvatore Gambino sorgten mit ihren Aktionen für den am Ende verdienten Erfolg. Dafür enttäuschten die Profi-Leihgaben Heiko Herrlich und Juan Ramon Fernandez auf ganzer Linie.


Im Vergleich zum 3:2-Sieg in Chemnitz spielten Ratajczak, Demel, Herrlich und Fernandez für Forsyth, Sasy, Gambino und den gelb-rot gesperrten Kascelan. Die Gäste aus Dresden mussten aufgrund von Verletzungen und Sperren auf die bundesligaerfahrenen Heidrich, Däbritz und Ahanfouf verzichten.

Was machen Fußballverantwortliche eigentlich am Mittwochabend? Richtig! Sie gehen ins Westfalenstadion und gucken sich ein Regionalliga-Spiel an. So dachten jedenfalls die Herren Meyer (der Ex-Gladbacher), Lorant, Meier (der von Duisburg), Wollitz, Uwe Fuchs, Grädler, Schmadtke und Vollmann. Sie sahen in der zweiten Minute wie BVB-Keeper Michael Ratajczak einen weiten Dresdner Pass vorm Strafraum klärte - ins Toraus. In den ersten Minuten drückten die Sachsen den BVB ein ums andere Mal hinten rein; vor allem über die linke Angriffsseite, wo Fernandez ein Totalausfall war. Auch Deniz Sahin, der Mannschaftskapitän, spielte in den ersten vierzig Minuten unterdurchschnittlich, fing sich aber in der Folgezeit.

Da im Spiel zwischen der drittbesten Offensive und der besten Defensive der Liga zunächst wenig passierte, konnten sich die Betrachter den Zuschauerrängen widmeten, wo die Gäste-Fans einen wirklich tollen Support abliefern konnten. Aber auch das aufrechte Häuflein der Dortmund-Fans sorgten für teilweise gute Stimmung. Es zahlte sich wirklich aus, dass viele Fanutensilien erlaubt waren und sich so auch optisch ein ansprechendes Bild bot. Zurück zum - GÄHN - Spiel, in dessen erste Halbzeit nur noch eine Chance erwähnenswert war. Acht Minuten vor dem Pausentee griff Dynamo über links mal wieder an (von Fernandez war nichts zu sehen), der Ball landete bei Frank Paulus, nächste Saison Krontiris Teamkollege in Aachen, der jedoch kläglich aus 6 Metern den Ball in die Wolken jagte.

Die zweite Hälfte war um Längen besser. Es begann nach drei Minuten nach Wiederanpfiff, als ein Dresdner Abwehrmann vor drei (!) einschussbereiten Dortmundern zur Ecke klären konnte. Im Anschluss an diese kam der bemühte, aber glücklose Sahr Senesie zu seiner "größten" Chance, die aber ebenfalls im Fangnetz der Südtribüne endete. Als alle dachten, dass sich die Borussen vor dem Dresdner Tor festsetzen würden, kam Dresdens Kapitän Maik Wagefeld zum Zuge. Eine schöne Kombination über mehrere Stationen schloss er mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung in die lange Ecke ab und sorgte für die nicht unverdiente Führung, wenn man die erste Halbzeit mit einbezieht.

Dortmund reagierte mit entschlossenen Angriffen, wobei immer wieder Leandro mit gefährlichen Standards Gefahr im gegenerischen Sechzehner erzeugte. Bei einer Ecke des Brasilianers rutschten in der 63.Minute gleich zwei Spieler, Sahin und Demel, am Ball vorbei. Zehn Minuten später dann ein Befreiungsschlag eines Dresdners, den Jovanovic zwanzig Meter vor dem Kasten erlaufen konnte. Sein Schuss ging knapp an der langen Ecke vorbei, nachdem sich Ratajczak dazu entschlossen hatte, den Ball nicht vor dem Strafraum zu klären. Roman Weidenfeller hatte inzwischen auf der Tribüne Platz genommen...

Im direkten Gegenzug schloss der eingewechselte Sirin einen Konter erfolgreich zum 1:1 ab, wenngleich Keeper Kresic auch keine glückliche Figur machte. Viel bemerkenswerter war es sowieso, wie Mehmet-Ali Sirin sich vor dem Tor gegen zwei Mann durchsetzen konnte, als er den Ball schon verlor, jedoch nicht aufgab und den Ball wunderbar verarbeitete. Momentan hat Mehmet Sirin die beste Form und ist ganz nah dran an einem Stammplatz - vielleicht ja schon im nächsten Spiel gegen Preußen Münster.

Nun konnte sich Dresden überhaupt nicht mehr befreien, was auch schlussendlich bestraft wurde. Der eingewechslte Salvatore Gambino fungierte als Doppelpass-Partner mit Leandro, der nach wunderbarem Freispielen keine Mühe mehr hatte, den Ball per exellenten Schlenzer im Gäste-Tor unterzubringen. Da Dresden jetzt aufmachen musste, gab es mehr Platz für die Konter des BVB. Den aussichtsreichsten vergab Heiko Herrlich in der Nachspielzeit mit einem Schüsschen. Heiko Herrlich muss sich mit dieser Leistung wirklich fragen lassen, ob er die Qualität hat, noch einmal in der ersten Mannschaft zurückzuschlagen.

Christoph Franke: 60 Minuten spielten wir gut, defensiv hat es gestimmt, jedoch konnten wir den finalen Pass manchmal nicht setzen. Nachdem wir trotzdem in Führung gingen, hatten wir eigentlich alle Vorteile in der Hand, nur haben wir dann taktisch blind gespielt. Es kann nicht sein, dass einer unsere Abwehrmänner den Ball zwanzig Meter in der Dortmunder Hälfte verliert und wir uns dann ein Kontertor fangen. Das zweite Tor der Dortmunder war dann gut herausgespielt. In den letzten dreißig Minuten haben wir unter aller Kanone gespielt.

Horst Köppel: In der ersten Halbzeit waren wir sehr schwach, aber unser Gegner spielte auch hervorragend mit. Wir hielten bis zur Halbzeit das 0:0 mit viel Glück, nach dem 0:1 hatte ich nur noch wenig Hoffnung. Wäre vor unserem Ausgleich sogar das 0:2 gefallen, dann hätten wir allerhöchstens noch einen Punkt geholt. Unser erstes Tor war ein Kontertor, unser zweites wirklich toll herausgespielt. Ein Unentschieden wäre wohl gerechter, weil wir mit diesem Aufgebot in der ersten Halbzeit zu wenig gezeigt haben.

Aufstellung: Ratajczak - Fernandez (60. Odonkor), Thorwart, Sahin, Pinske - Demel, Leandro, Achenbach - Bugri (81. Gambino) - Herrlich, Senesie (70. Sirin)

Tore: 0:1 Wagefeld (50.), 1:1 Sirin (73.), 2:1 Leandro (83.)

Zuschauer: 1196

Schiedsrichter: Fleske (Schönow), die Kleinlichkeit hat einen Namen

Geschrieben von Malte