(- 6) + (- 2) = 0:5 / BVB (A) in Paderborn gerupft 

Mit einer Rumpfelf verloren die Amateure des BVB am Samstag gegen den SC Paderborn im Hermann-Löns-Stadion deutlich mit 0:5 (0:1). Während sechs tragende Säulen im Team fehlten, dezimierte man sich durch zwei Platzverweise noch weiter und hatte nichts entgegen zu setzen.

Michael Ratajczak saß bei den Profis auf der Bank. Ebenso Leandro und Guy Demel. Deniz Sahin und Florian Thorwart sind weiterhin verletzt. Tja und Goalgetter Emanuel Krontiris, das ist bekannt steht nicht mehr zur Verfügung. So trat man in Paderborn mit einer sogenannten B-Elf auf. Die Gastgeber hatten auch eine personelle Änderung zu vermelden. Pavel Dotchev heißt der neue Mann auf der Bank des SCP. Uwe Erkenbrecher hatte Mitte des Monats sein Amt aufgegeben. Er wird Co-Trainer beim iranischen Erstligisten Esteghlal Teheran. Erkenbrecher ist damit der Assistent von Roland Koch (ehemaliger Co von Christoph Daum) und bereitet die Mannschaft mit auf die asiatische Champions League vor.
Die erste Chance hatten die Dortmunder. David Odonkor tankte sich in der 5. Minute über rechts durch und versuchte Sahr Senesie in der Spitze zu bedienen, der rutschte aber an der Flanke vorbei. Zu Senesie gleich mehr. George Forsyth übernahm den Platz im Tor für Ratajczak. Auf der Bank nahm Stefan Demuth Platz, der Torhüter der A-Jugend. Demuth darf am Sonntag nochmals in Paderborn anreisen. Dann allerdings als erster Torwart seiner A-Mannschaft. Forsyth wurde erst in der 12. Minute ernsthaft geprüft. Valchinov Javor steuerte ganz alleine auf den Kasten der Dortmunder zu. Aber Forsyth warf sich ihm mutig entgegen und fischte den Ball vom Fuß. Dortmunds nächste Chance wurde eingeleitet von Timo Achenbach, der Senesie in der Spitze bediente. Doch der Junge, der aus der A-Jugend kam, war im Strafraum mit drei Gegenspielern überfordert und blieb hängen.  
Das erste Mal brandgefährlich kamen die Gastgeber in der 19. Minute vor das Tor des BVB. Guiseppe Canale bespielte mit einem Lupfer Mahir Saglik, dessen Schuss von einem schwatzgelben Abwehrbein übers Tor abgefälscht werden konnte. Der BVB hatte in der Phase einen guten Zug nach vorne. Das Tor blieb zwar meist in unerreichbarer Nähe, aber die Paderborner Hintermannschaft spielte sehr aufgeregt, wenn sich der BVB näherte. Man konnte meinen, da an der Stelle sei eine Leiche im Keller vergraben, die es auf keinen Fall zu entdecken gab. Doch Spiel nach vorne, bereitet zumeist Probleme im Abwehrbereich. Ein weiter Pass nach vorne überbrückt das Mittelfeld und Mahir Saglik machte sich auf, um das 1:0 für Paderborn zu erzielen. Nicht wenige im Stadion wähnten Saglik im Abseits. Einige sprachen sogar davon, der Linienrichter habe kurz die Fahne oben gehabt, aber das Tor zählte. Die Spieler des BVB sauer auf Schiedsrichter Hoyzer, der in dieser Szene, dem all zu laut protestierenden Amos Sasy die Gelbe Karte verpasst.
Mit dem 0:1 Rückstand aus Sicht der Dortmunder ging es in die Pause. Ein Ergebnis, dass man doch sicherlich noch umbiegen könnte, so die Hoffnung der Schwarzgelben. Aber es kam alles ganz anders. Denn bereits drei Minuten nach Wiederbeginn sorgte ein langer Ball nach rechts außen, der von Owomoyela in die Mitte geschlagen wurde, für das 2:0. Torschütze war erneut Mahir Saglik. (48.)
Nun begann die Fehlphase des BVB. Anstatt mal den Ball in den eigenen Reihen zu halten und mal kurz durchzuschnaufen, trat die unerfahrene Mannschaft aufs Gas. Man fing sich erneut zahlreiche Konter. Aus einem dieser Konter steuerte Pavel Dobry alleine auf das Dortmunder Tor zu. Der hinterher hetzende Patrick Kohlmann wusste sich nur noch mit einer Notbremse kurz vor dem Strafraum zu helfen. Rote Karte für Kohlmann und da waren es nur noch 10 Schwarzgelbe.
In dieser Unterzahl stellte der BVB aber immer noch nicht den riskanten Spielaufbau ein. Ein weiter Ball aus der eigenen Hälfte auf Dobry passte dieser erneut in die Mitte, wo abermals Saglik stand, der zu seinem dritten Treffer einschieben konnte. Dass Dobry bei dem weiten Pass nach vorne etwa zehn Meter im Abseits stand, bemerkten alle, nur nicht das Schiedsrichtergespann. Linienrichter Felix Zwayer war einfach zu langsam, als dass er sich hätte ordentlich zum Ball stellen können. Alles Lamentieren half nichts. Das Ergebnis stand. Köppel wechselte aus. Für den enttäuschenden Senesie brachte er Mehmet Sirin. Salvatore Gambino musste weiter von draußen dem Geschehen zusehen. Schon vor der Partie machte er nicht das glücklichste Gesicht, dass er für Senesie weichen musste. Für Kascelan kam auch noch Adrian Mahr. Die beiden neuen Spieler kamen und es ging, Amos Sasy. Und zwar zum vorzeitigen Duschen. Hatte er in der ersten Halbzeit wegen Meckerns die Gelbe Karte gesehen, zückte nun Hoyzer nach einem Foul im Mittelfeld die Ampelkombination. Dortmund zu neunt gegen elf Paderborner. (73.) 
Es kam dann was kommen musste. Der Gastgeber spielte sofort die zahlenmäßige Überlegenheit aus und erhöhte in der 74. und der 75. Minute auf bis zu 5:0. Jeweils Torschütze war der eingewechselte Gerov Vesselin. Auch Vesselin hätte drei Tore erzielen können, wäre sein Tor in der 81. Minute nicht zurecht als Abseits aberkannt worden.  
Probleme vorne und hinten

Das Problem, dass zwei tragende Säulen (Thorwart, Sahin) hinten fehlten, wird sich wohl bis zur nächsten Woche wenig ändern. Florian Thorwart signalisierte zwar wohl wieder Spielen zu können, aber hinter Sahin bleibt ein dickes Fragezeichen. Zusätzlich fehlen mit Amos Sasy und Patrick Kohlmann zwei defensive Leute. Aber auch vorne muss man den Finger in eine Wunde legen.
David Odonkor, der früher zu eigensinnig vor dem Kasten agierte, hat aus meinen Augen gar keinen Zug mehr zum Tor. Er tankt sich zwar auf seinen Spielseiten immer pfeilschnell durch, aber anstatt mal selbst etwas zu probieren, legt er nur noch auf. Aber der Adressat der aufgelegten Bälle heißt Sahr Senesie.
Der Junge der Sammer zur Zeit begeistert, schaffte den Sprung von der A.-Jugend in den Kader der Profis. Schön für ihn, aber er trainiert nicht mit den Amateuren. Er kennt sie nicht und sie kennen ihn und seine Spielweise nicht. Wie bei dem Ricken/Herrlich-Experiment in der Hinrunde fehlt ihm komplett der Bezug zum Rest der Mannschaft. Er steht total auf verlorenen Posten und seine Anspieler können momentan wenig damit anfangen, wie und wo er sich freiläuft und anbietet. So wie es jetzt zur Zeit dort vorne läuft tut man dem jungen und der Mannschaft keinen Gefallen.

Die nächste Frage, die einen beschäftigt ist die Person Salvatore Gambino. Immer wenn er in der Mannschaft war, sorgte er für Gefahr vor dem generischen Tor und dies nicht zuletzt durch seine wendige Körpergröße. Er ist Opfer, der „Setzliste“ die von oben zur Zeit diktiert wird. Sogar Mehmet Sirin, der bislang keine Bäume ausreißen konnte, wird ihm vorgezogen.

Der jungen Mannschaft kann man an sich keinen Vorwurf machen. Sie sind zu verspielt und zu unerfahren, Aber als Nächstes kommt Werder Bremen in die Rote Erde (Sonntag, 15 Uhr), die in der Tabelle der direkte Nachbar des BVB sind. Bis dahin muss einige passieren, damit es nicht erneut eine deftige Schlappe setzt.

BVB (A): Forsyth, Knoche, Kohlmann, Achenbach, Pinske, Odonkor, Bugri, Senesie (71. Sirin), Sasy, Kascelan (71. Mahr), Seggewiß.

Tore: 1:0 – 3:0 Saglik (28., 48., 58.), 4:0 – 5:0 Gerov (74./75.)

Bes. Vorkommnisse: Kohlmann Rote Karte (51.), Sasy Gelb-Rote Karte (73.)

Zuschauer: 1200

Schiedsrichter: Robert Hoyzer (Berlin) 
 

Geschrieben von Thomas