Bittere Niederlage im Pokalkrimi - BVB(A) 1:2 n.V.
In einem packenden Pokalfight verloren die Amateure des BVB gegen die Sportfreunde Siegen äußerst unglücklich mit 1:2, wobei alle Tore erst in der Verlängerung fielen. Leider konnte die Mannschaft das Fehlen einiger Stammkräfte nicht vollständig kompensieren, sodass sich Horst Köppels Team voll auf die anstehende Restrückrunde konzentrieren kann - oder muss.Aufgrund regeltechnischer Gründe musste Trainer Köppel auf Bugri und Demel sowie den nach Aachen ausgeliehenen Krontiris verzichten. Zusätzlich mussten Sahin und Thorwart verletzungsbedingt passen. Dafür durften sich Spieler wie Kohlmann, Kascelan und Seggewiß versuchen, die eher dem zweiten Glied zuzurechnen sind. Desweiteren nominierte Köppel als Krontiris-Ersatz den A-Jugendlichen Sahr Senesie. Benjamin Knoche traf auf seine alten Kameraden aus Siegen, in deren Mannschaft kein nennenswerter Spieler steht.
Bei herrlichen Bedingungen um 13 Grad und strahlend blauem Himmel entwickelte sich zunächst ein fades Spiel, gemeinhin als Abtastphase bezeichnet. Diese Abtastphase war so langweilig, dass sich mitgereiste Siegener Fans an ihrem Pyro-Spielzeug probierten. Als sie wenig später erneut zeigten, was sie für tolle Pyro-Freaks sind, wurde es den Ordnern und der Polizei zu bunt, sodass manche Fans früher als geplant den Heimweg ins Gefängnis Siegerland antreten mussten.
In der 22. Minute dann die dicke Chance für den Siegener Kresovic, der einen wuchtigen Kopfball ansetzte, den Keeper Ratajczak jedoch glänzend parierte. Acht Minuten später dann die Chance für den Publikumsliebling und verhinderten Torjäger Uwe Seggewiß, der nach einer tollen Drehung um den Gegenspieler aber nur noch eine bessere Rückgabe fabrizierte. Sieben Minuten vor der Halbzeit konnte Gästekeeper Balaz einen Pinske-Freistoß wie so oft nur abklatschen, fasste aber schnell nach. Dies passierte ihm öfter in dieser Partie. Schade, dass nie ein Dortmunder Angreifer daraus Kapital schlagen konnte...
Die zweite Halbzeit begann wie die erste endete: Lahm und langweilig. Der gut mitspielende Ratajczak erstickte viele Siegener Angriffsbemühungen im Keim, während sein Gegenüber höchstens mal bei hohen Bällen schlecht aussah, aus denen die Dortmunder, wie oben bereits gesagt, zu wenig machten. In der 66.Minute die einzige Chance für den ansonsten unglücklich agierenden Senesie: Nachdem er zwei Mann aussteigen ließ, setzte er einen Lupfer aus achtzehn Metern nur knapp über das Gehäuse.Die letzten zwanzig Minuten versuchten sich dann nacheinander Islamoglu, Weikl, Custos und Bettenstaedt an einem Torerfolg, doch immer wieder stand Keeper Ratajczak goldrichtig und war mit Abstand bester Mann auf dem Feld.
In der sechsten Minute der Verlängerung war schließlich auch er machtlos, als er den Schuss des auf rechts durchgebrochenen Björn Weikl nicht parieren konnte. Ein echtes Traumtor, denn bevor Weikl den Schuss in den Winkel jagte, ließ er vorher zwei Mann aus Dortmunds Defensive einfach stehen. Wer jetzt dachte, dass das Spiel entschieden sei, wurde eines Besseren belehrt. Denn der kurz zuvor eingewechselte Mehmet Sirin schlenzte den Ball aus dem Gewühle in der ersten Minute der zweiten Halbzeit der Verlängerung in die lange Ecke. Kurze Zeit später konnte Balaz den Volleyschuss Gambinos nur mit Mühe entschärfen.
Weniger rühmlich war der Auftriff des mit Sirin eingewechselten Mario Jurkschat. Nach einem Gerangel am Boden schlug er seinen Siegener Gegenspieler und musste das Feld nach nur achtzehn Minuten Spielzeit wieder verlassen. So kann man sich natürlich nicht in die erste Elf spielen. Schade ist nur, dass Schiedsrichter Ucka aus Herne kurze Zeit vorher bei einer ähnlichen Situation einen Siegener lediglich mit Gelb belastete.
Diese veränderte Situation nutzten die Siegener eiskalt aus. Nach einem Konter (!) setzte sich Kotula gegen den ansonsten souveränen Amos Sasy durch und überlupfte den heraus stürzenden Ratajczak ganz überlegt. In der letzten Minute hatten die Borussen durch einen 30m-Freistoß Pinskes ihre letzte Chance, wobei wieder einmal ein Abklatscher Balaz nicht verwertet werden konnte.
Ingo Peter: In der regulären Spielzeit hatten wir den BVB im Griff, der sich keine richtige Chance herausspielen konnte. Wir hatten zwei, drei hundertprozentige, die leider nicht rein gingen. Nach unserer Führung war es klar, dass die Dortmunder noch einmal aufdrehen und der Ausgleich war dann natürlich tödlich. Dann machen wir jedoch aus keiner Chance ein Tor und konnten das Spiel doch noch entscheiden, weil ich auch das Gefühl hatte, dass Dortmund nach dem Ausgleich einen Gang raus nahm.
Horst Köppel: Wir hatten 90 Minuten keine wirkliche Torchance. Das war auch schon im Trainigslager unser Manko, obwohl Sirins Tor natürlich sehr schön war. Insgesamt taten wir uns gegen diesen starken, körperlich robusten Gegner sehr schwer. Die berechtigte Rote Karte war wohl der Knackpunkt. So etwas motiviert dann den Gegner und dann passiert eben noch so ein Kontertor.
BVB(A): Ratajczak - Knoche, Pinske, Sasy, Kohlmann (46. Gambino) - Seggewiß, Kascelan (98. Jurkschat), Leandro - Odonkor, Senesie (98.Sirin), Achenbach
Tore: 0:1 Weikl (96.), 1:1 Sirin (106.), 1:2 Kotula (117.)
Rote Karte: Jurkschat (116./ Nachschlagen)
Zuschauer: 522
Schiedsrichter: Ucka (Herne), hat bewiesen, dass er kein Heimschiedsrichter ist.
Geschrieben von Malte
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