Hallöle, hier ist das Schwabenländle

Die zweite Auswärtstour des Jahres führt uns nach Stuttgart, gegen die wir schon große Siege einfahren konnten, aber auch erbärmliche Niederlagen hinnehmen mussten. Folgt nach dem souveränen 3-1 im Hinspiel wieder ein Sieg?


Allein in den 90er Jahren gab es Resultate wie 7-0 für den VfB (91) oder in den Meisterjahren 95/95 – 95/96 jeweils klare Heimsiege mit 5-0 und 6-3. Die Bilanz im Stuttgarter Daimler-Stadion in den letzen neun Begegnungen ist ausgegelichen, jeweils drei Siege. Im letzten Jahr musste man sich auch mit einem 2-3 abfinden, wobei man streckenweise ganz guten Fußball bot. Nach dieser Niederlage wurden auch die Meisterschaftsambitionen bisschen zurecht gestutzt, aber nicht allzu lange. Die Stuttgarter begannen diese Saison bereits im Juli mit dem UI-Cup und tankten sich über die Stationen Lokeren, Perugia und Slaven Belupo ins Finale vor, welches sie in einem hochdramtischen Rückspiel gegen den Olympique Lille gewannen. Nach leichten Anfangsgegnern setzten sie sich überraschend gegen den FC Brügge durch und stehen jetzt im Achtelfinale gegen unsre Freunde aus Glasgow.
So, genuch Statistik! Was verbindet man denn mit dem VfB? Da fallen einem im ersten Moment drei Dinge ein – MV, Finanzprobleme und die junge Truppe. Der werte Herr Mayer-Vorfelder ist ja mittlerweile schon eine Weile aus Stuttgart weg, er besäuft sich jetz in der DFB-Zentrale Frankfurt. Ihm ist aber der geniale Balakov-Vertrag zu verdanken, der sich zu fürstlichem Gehalt bei Bestehen eines Fitnesstestes um ein weiteres Jahr verlängert; dazu hat er den Vertrag für die neue Haupttribüne abgeschlossen – für satte 100 Mio. DM seinerzeit. Für das doppelte bekommen manche Vereine nen komplett neues Stadion hingesetzt – das GDS ist ja nicht gerade für gute Sicht und Akustik berühmt. Durch solche Aktionen sowie sehr effektive Transfers a la Stojkovski, Zaharievski, Markovic und Co. häufte der VfB mit der Zeit einen netten Schuldenberg von zurzeit knapp 20 Mio. Euro an. Die dazu wirtschaftlich schwierige Lage zwang den inzwischen geschaßten Rüssmann zu einigen unpopulären Maßnahmen.
Der aktuelle Höhepunkt ist sicherlich der alberne Topzuschlag für das Spiel gegen uns, 14,30 Euro für einen Stehplatz sind schon eine Frechheit! Allerdings muss man zugegeben, dass die „jungen Wilden“ (welch ausgelutschte Vokabel mittlerweile) ganz nett anzuschauen sind – sie spielen einfachen, technisch guten Fußball und sind auch erstaunlich erfolgreich damit. Da kein Geld für große Transfers da war, half man sich mit eigenen Nachwuchsspielern weiter. In dieser Saison laufen besonders Kevin Kuranyi und Ioannis Amanatidis zu großer Form auf. Kuranyi hat seinen Stammplatz mittlerweile sicher und trifft auch regelmäßig; bis zum Klopfen an Tante Käthes Tür sind es nur noch wenige Schritte. Amanatidis war ca. 1,5 jahre an Fürth ausgeliehen, läuft aber mittlerweile Seitz den Rang ab und zeigt sehr ansprechende Leistungen. Er kann sowohl im Sturm als auch auf beiden Außenbahnen spielen; Otto Rehhagel hat ihn sogar schon in die griechische A-Elf berufen.
Die bekannten Fangruppierungen Commando Cannstatt und Ragazzi Biancorossi hatten wieder eine Choreo geplant, diese wurde leider von der Stadt verboten.

Zu den Personalien – beim VfBäh fehlen nur Schneider und Marques verletzt, gerechnet wir mit folgender Aufstellung: Hildebrand - Hinkel, Meira, Bordon, Gerber - Meißner, Soldo, Hleb - Balakov - Amanatidis, Kuranyi.
Sammer kann fast aus dem Vollen schöpfen, lediglich Addo und Fernandez bleiben daheim. Kehr wird wohl wieder ins Team rücken, fraglich ist noch, ob Sammer mit Zweier- oder Dreiersturm auftreten will. Erwartetes Team: Lehmann - Wörns, Metzelder - Evanilson, Kehl, Frings, Dede - Rosicky - Ewerthon, Koller, Amoroso.

Schiedsrichter ist Dr. Helmut Fleischer (37) aus Hallstadt (Bayern).






Geschrieben von Augi