Da geht doch noch was

Ja ist denn heute schon wieder Weihnachten? Da stolpern alle Mannschaften um den BVB herum, und die Schwatzgelben schaffen sogar gleichzeitig einen Dreier. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.


Die Bayern froren fest in Bielefeld, und die Blauen durchpflügten den neuen Rasen gegen Kaiserslautern. Aber wo vor dem Spiel nur die Höhe des Ergebnisses gegen die angeschlagenen Pfälzer ein Thema war, langte es nur zu einem Punkt. Werder Bremen, bislang überraschend oben festgetackert, verlor am Sonntagabend mit 0:1 in Hamburg. Torschütze in der LOL-Arena war mal wieder Sergej Barbarez, der damit den Dortmundern geholfen hat. Ob ihn das persönlich freudig stimmt, sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall war der Treffer aus Dortmunder Sicht sehr nützlich. Der HSV selbst, der noch vor Wochen in den Seilen hing und bei dem man schon vorzeitig den Kopf von Trainer Kurt Jara gefordert hatte, schnuppert nun selbst an den UEFA-Cup-Plätzen. Aus dieser Region verabschiedet hat sich erst einmal der selbsternannte Aspirant auf einen Platz in einem internationalen Wettbewerb Hertha BSC. Nachdem sie die Dortmunder am letzten Wochenende mit einer Niederlage auf die Heimreise schickten, versagten sie beim VFB Stuttgart. Die Jungs von Felix Magath wiederum klopfen wieder oben an. Auch wenn die Bayern jetzt immer noch sieben Punkte Vorsprung haben und Langeweile um die Vergabe des Titels droht, ist es doch auf den Plätzen dahinter spannend und ausgeglichen.  
Sonntag war dann wohl noch nicht der letzte Arbeitstag des Pudels. Toppi wird sich noch etwas in seinem Sattel halten können. Aber die Signale aus der oberen Etage des Vereines sprechen eine deutliche Sprache und ausgerechnet jetzt geht es gegen Unterhaching im Pokal. Hm, Haching, da war doch mal was *kopfkratz*. Selbst Calmund, der sich immer bis zuletzt hinter Trainer wie Daum oder Vogts gestellt hat, ist nicht mehr so lemminghaft an den Trainer gebunden: «Man braucht als Trainer Erfolg und Ergebnisse. Und wir hoffen alle gemeinsam und kämpfen, diese Ergebnisse in Unterhaching und Bochum einzufahren. Wenn das nicht der Fall ist, dann muss man natürlich in dem Geschäft darüber diskutieren - mit aller Offenheit, mit aller Fairness.»
Auch wenn das Spiel der Dortmunder phasenweise hätte deutlicher sein können, war der Fan doch zufrieden, dass man in dieser Phase der Saison den wichtigen Dreier einfahren konnte. Und das obwohl sich Leverkusen diabolische Unterstützung geholt hatte. Im Leverkusener Block konnte man ein paar blaue Schals der Schlacker ausmachen und beim Busspiel vor dem Anstoß mogelte sich ein Blauhemd in die Leverkusener Busbesatzung. Zur Strafe schreiben wir die Jungs, die sich vor der Südtribüne so toll vorgekommen waren, mal zur Fahndung aus. Möge jeder selbst entscheiden, wie er bei Antreffen der Gestalten vorgehen mag.  
Manchmal sind die grauen Mäuse der Bundesliga ja immer mal für eine Überraschung gut, wenn sie einem „Großen“ ein Bein stellen können und damit den Verlauf der Liga spannend halten. Wenn dann aber diese gesichtlosen Klubs untereinander in den Wettkampf auf dem grünen Rasen treten, kann es schon mal ein sehr langweiliger Nachmittag für den neutralen Fußballfan werden. Mal ehrlich wer guckt 60 gegen 96, Cottbus gegen Bochum oder Nürnberg gegen Rostock, wenn er nicht irgendwie Anhänger dieser Klubs ist. Die Partie Mönchengladbach gegen Wolfsburg, blieb uns an diesem Wochenende wegen vereisten Zufahrtswege und Tribünen am Bökelberg noch erspart. Aber auch das Match wird sicherlich irgendwann ausgetragen werden müssen. Nun gut eine kleine Mannschaft hat einem Goliath dann doch etwas ins Straucheln gebracht. Die Bielefelder Arminia trotzte dem FC Bayern auf der Alm ein torloses Unentschieden ab. Aber dies jetzt euphorisch zu verkaufen, wäre zu viel des Guten. Das Spiel selbst ließ die Zuschauer in Bielefeld dann auch nicht wirklich warm werden. Am Ende standen für beide Teams eine Serie. Die Arminen sind nun seit sechs Spielen und die Bayern sogar seit acht Spielen ohne eine Niederlage.  
Nach 90 Minuten standen die Lauterer auf dem letzten Tabellenplatz. Auch das Ausgleichstor in der Nachspielzeit rettete die „Teufel“ nicht vor dem Platz ganz unten. Aber nicht nur sportlich sieht es für die Pfälzer alles andere als gut aus. Das Finanzamt Kaiserlautern brachte sich in der Woche in die Schlagzeilen. Der Fiskus fordert nämlich 12,9 Mio. Euro und das wenn möglich sofort. Pech für den 1. FC Kaiserslautern, dass sich Rheinland-Pfalz zur Zeit nicht im Wahlkampf befindet. Ministerpräsident Beck hätte sich doch sicherlich sofort hinter den angeschlagenen Verein gestellt und tief in die Landeskasse gegriffen, um sich die Stimmen der erfreuten Fußballfans zu sichern. Aber da Beck zwischen Remagen und Speyer nichts anderes zu bieten hat, als angeblichen Fußballsachverstand, wird eine Rettung wohl doch aus der politischen Ecke kommen. Dabei endet das Interesse in Rheinland Pfalz am FCK spätestens in Koblenz (okay wenn man mal von meinem Vater absieht). Aber wenn man die Entwicklung in Lautern ohne die angebrachte Häme durchleuchtet, kann das alles nicht gesund sein.
Das Stadion soll verkauft werden. Fritz Walter wird ob dieser Nachricht sicherlich einige Runden in seinem Grab drehen. Dann sollen die Zuschauereinnahmen der nächsten 24 Jahre verkauft werden. 24 Jahre! Eine unvorstellbare Zeit. Solche verrückten Ideen können einen Verein sicherlich kurzfristig retten, aber die lebenswichtigen Organe hängen an Maschinen und wenn mal wieder einer über den Stecker des Beatmungsgerätes fällt, ist Zappenduster. Weitere Ideen, die man zur Kapitalerhaltung vorschlagen könnte, wäre vielleicht das Verkaufen der Sitzschalen an die Dauerkarteninhaber, von denen man die Sitze dann zu jedem Spieltag wieder zurückmietet. Warum kein zahlungskräftiger Wohltäter gefunden wurde, ein Mäzen, so wie wir es aus Nürnberg, Wattenscheid oder früher Dresden kennen, dürfte wohl auch klar sein. An der Börse gibt es den Spruch, dass man „kein gutes Geld, schlechtem hinterher werfen“ soll. 
Tach Herr Weiner

Verbleiben wir noch ein wenig bei dem FCK. Im Spiel gegen den S05 hielt ein Mann die Pfeife in der Hand, der in Dortmund einen sehr zweifelhaften Ruf hat. Michael Weiner aus Hildesheim. Hatte er in der Hinrunde den BVB bei den Bayern auf den Topf gesetzt, klaute er nun den Blauen zwei Punkte. Zuerst verweigerte Weiners Linienrichter den Schalkern das 2:1 nach der Pause wegen einer angeblichen Abseitsstellung. Blindnase erster Teil. Das Tor wäre regulär gewesen. Okay, dachte sich Herr Weiner, dann drehen wir das Ganze wieder um und sorgen für Gerechtigkeit. Irgendwie ist er da wohl durcheinander gekommen, denn das 2:2 der Pfälzer in der Nachspielzeit war ein irreguläres Tor. Denn hier lag jetzt eine Abseitsposition der Gäste vor, die der andere Blindfisch mit der Fahne nicht erkannt hatte. Also war es nix mit dem 3:1 Sieg, der einen 2. Platz in der Tabelle zumindest bis zum Sonntag bedeutet hätte. Man musste sich in Buer mit einem Unentschieden begnügen und die Schalker Gemeinde heult mal wieder laut auf, aufgrund des Betruges der Niete aus Hildesheim.
Das zum Schluß

Es kam mir schon seltsam vor am Samstag bei den Übertragungen des Pay-TV-Senders. Bei den Schwenks durch die Stadion wurden auffallend viele Fanaktionen gezeigt. Da zeigte man Doppelhalterparaden und auch Pogos, also ganz ungewohnte Bilder. Am Sonntag dann aber noch mehr. SAT1-Ran zeigte die Dortmunder Fanaktion der Genesungswünsche für Lothar Emmerich und Werner „Sabbelkopp“ Hansch erwähnte diese sogar mit ein paar Worten. Sollten die TV Sender geschnallt haben, dass nicht nur das konsumierende Publikum für Einschaltquoten sorgt, sondern auch die Fans, die mit Kreativität die Stadien füllen, die weite Wege auf sich nehmen und sich in der Kälte und im Regen den Hintern abfrieren? Warten wir es ab.  
 
 

Geschrieben von Thomas