Der BVB und sein Nachwuchs
Vor ein paar Tagen war es mal wieder soweit, Emmanuel Krontiris, ein talentierter Nachwuchsspieler des BVB Borussia 09 wechselte auf Leihbasis zum Zweitligisten Alemannia Aachen. Und schon wieder stellt sich die Frage, warum der BVB überhaupt Talentförderung betreibt.Lars Müller, Christian Timm, Florian Kringe und jetzt Emmanuel Krontiris sind nur einige bekannte Beispiele für junge Spieler, die ihren Durchbruch beim BVB nicht geschafft haben und es jetzt bei anderen Vereinen versuchen, bei denen sie immerhin Spielpraxis bekommen. Ein Privileg, das man als Nachwuchsspieler im Kader des BVB nur sehr wenig oder überhaupt nicht genießt.
Es stellt sich die Frage, warum sich Borussia einen solch edlen Amateurkader hält, gespickt mit jungen Talenten, nur um ihn in der Regionalliga einzusetzen. Warum werden Unsummen in die Talentsichtung von Jugendlichen investiert, nur damit diese später auf der Bank oder auf der Tribüne versauern dürfen? Warum pocht Trainer Sammer unbedingt darauf, dass ein Achenbach nicht zu 1860 wechseln darf und dann beim BVB doch wieder keine Rolle spielt? All diesen Fragen sollte sich der BVB endlich einmal stellen, denn vor allem für einen börsennotierten Vereinen sollte es doch das Ziel sein, unnötige Ausgaben einzusparen in Zeiten, in denen andere Vereine Probleme mit dem Finanzamt haben und ihr Stadion veräußern müssen.
Außer Ricken hat es in den letzten Jahren jedoch niemand geschafft, den Sprung vom BVB-Nachwuchs ins Profiteam zu schaffen. Tanko oder But zeigten gute Ansätze, verkümmern aber mittlerweile -teilweise auch wegen ihrer nicht profihaften Lebensweise- in der Breisgauer Provinz.
Woran liegt es dass dieser Sprung fast niemandem gelingt?
Natürlich ist der Druck beim BVB viel größer als bei einem kleineren Verein oder in einer unterklassigen Liga, doch man müsste doch meinen, dass sich Qualität irgendwann durchsetzen müsste. Fakt ist aber, dass der BVB ein Spitzenclub ist, der über einen sehr guten und vor allem großen Kader verfügt und wo es für Jugendspieler unheimlich schwierig ist sich gegen die harte Konkurrenz zu behaupten oder sich gar durchzusetzen. Hier müsste jedoch der Trainer eingreifen und den jungen Leuten auch mal die Chance geben sich in einem Pflichtspiel zu beweisen und nicht nur im Training zu zeigen was man drauf hat. Warum wird nicht mal so ein Talent gebracht, wenn der BVB nach 70 Minuten locker führt und eigentlich nix mehr schief gehen kann? Und nicht in der 89. Minute. Da könnten solche Spieler doch einmal zeigen was sie drauf haben und unbekümmert und frech aufspielen, sowie es Odonkor in der letzen Saison ansatzweise gezeigt hat. Es müssten ja nicht gleich alle auf einmal sein. Wenn man pro Saison 1-2 Talente in den Kreis der 16 besten führen könnte, dann würde sich die Talentförderung des BVB wenigstens lohnen.
Aber so werden wohl die Talente weiterhin blockiert werden, von Spielern wie Heinrich und Co, die egal welche Leistung sie bringen, gesetzt bleiben und unsere Amas nie eine echte Chance bekommen. Deshalb wird es auch nur eine Frage der Zeit sein, wann Spieler wie Ratajczak, Odonkor, Thorwart, Achenbach wechseln und sich bei anderen Vereinen zu profilieren versuchen. Denn als Jugendspieler beim BVB scheint die Zukunft als Profispieler aussichtslos. Hoffen wir, dass sich hier etwas ändert, denn sonst braucht man auch keine tolle Nachwuchsarbeit mehr zu leisten, wenn doch alles umsonst ist.
Geschrieben von Sulke
BVB-News
20.05.12
Interview zur Wechselausstellung im Borusseum
19.05.12
Aufstiegsfinale in Wuppertal - der Live Ticker ist dabei
19.05.12
Videos Pokalfinale BVB - Bayern München


