Die schwarzgelben Hallen-Ballermänner wurden nicht belohnt

Nur der 2. Platz blieb für die Amateure des BVB beim Erdgas-Cup Hallenturnier am Wochenende in Marl. Hatte man in der Vorrunde und auf dem weiteren Weg bis ins Finale die Gegner reihenweise zerlegt und teilweise vorgeführt, scheiterte man im Finale an der TSG Dülmen und den eigenen Nerven. Trotzdem war es für die schwarzgelben ein tolles Turnier.

Zwölf Mannschaften waren dem Ruf in die Marler Rundsporthalle gefolgt. Neben dem BVB traten aus der Oberliga noch die 2. Mannschaft aus Wattenscheid, die TSG Dülmen, VFB Hüls und der Nachbar aus Lünen vom SV an. Das Starterfeld im Überblick:

Gruppe A TSG Dülmen, TSG Sprockhövel, VfB Hüls, VfL Drewer

Gruppe B SG Wattenscheid 09, SV Schermbeck, Spvgg Marl TSV MarlHüls

Gruppe C Borussia Dortmund (A), Lüner SV, Spvgg Erkenschwick, DSC Wanne Eickel

Bereits in der Vorrunde am Samstag fielen in den 21 Partien 105 Tore. Die Zuschauer konnten sich also nicht beklagen. Der BVB langte dabei auch ziemlich heftig hin. Im ersten Spiel hieß der Gegner Lüner SV. Da in Lünen zur gleichen Zeit die Hallenstadtmeisterschaft stattfand, schickte man parallel zwei Mannschaften in die jeweiligen Turniere. Scheinbar ist das eigene Turnier vor der Haustür für den LSV wichtiger und man hat nur eine B-Mannschaft entsandt. Für Lünen setzte es nur Niederlagen, so dass man sich frühzeitig wieder verabschieden konnte.

Borussia schlug den LSV mit 5:0. Bastian Pinske und Michael Kügler erzielten je 2 Treffer und Marco Löring steuerte den fünften dazu.

Der zweite Gegner des BVB hiess DSC Wanne Eickel. Ein Teilnehmer aus der Verbandsliga. Wanne wurde nicht weniger deutlich mit 5:2 geschlagen. Treffer diesmal durch Michael Kügler, Leandro Dede, Michael Rothholz und Bastian Pinske, der wiederum zweimal traf.

Dadurch war der Einzug in die nächste Runde für die Dortmunder bereits gesichert. Nicht anders kann man sich das mühevolle 3:2 im dritten und letzten Vorrundenspiel gegen die Spygg. Erkenschwick erklären. Der Verbandsligist bekam seine Gegentreffer von Marco Löring, Bashiru Gambo und Michael Rothholz.

Souverän zog also der BVB als Tabellenführer in die Zwischenrunde ein. Ihm folgte aus der Gruppe der DSC Wanne als zweiter und die Spvgg Erkenschwick, die in Entscheidungsspielen auch noch den nächsten Turniertag erlebte.

Im ersten Spiel des zweiten Tages wurde den Dortmundern wieder Erkenschwick zugelost. Diesmal löste man die Handbremse etwas und kippte den Gegner mit 5:1 vom Feld. Torschützen diesmal mit einem Doppelschlag Michael Kügler, sowie Bashiru Gambo, Marco Löring und Leandro Dede, der bei seinem Treffer über das halbe Feld Doppelpass mit sich selbst spielte.

Danach sorgten die Jungs von Horst Köppel für einen Paukenschlag in der Halle. Die Spvgg. Marl (Verbandsliga), die nur über eine schwache Gruppe in den zweiten Tag kam, wurde mit 12:1 (in Worten Zwölf zu eins) vorgeführt. Bereits zur Pause hatten die Borussen acht Mal in den Kasten des Gegners gehämmert. Die schwarzgelben, diesmal die Marler, da der BVB in grau spielten musste, gingen also unter.

Die Torschützen ganz langsam zum mitlesen: Björn Mehnert 3x, Kurtulus Öztürk 3x, Michael Rothholz 2x, Marco Löring 2x und Leandro Dede sowie Bastian Pinske verhalfen Marl zu einem besonderen Hallengefühl.

Die Truppe sprühte nur so voll Spielfreude, während die anderen Mannschaft verbissen und über den Kampf zum Spiel zu gelangen versuchten. In den Pausen flachste man herum und gab sich sehr gelöst und locker.

Für besondere Erheiterung bei der Truppe sorgte ein Fan, der Trainer Horst Köppel ein Album mit Klebebildern der WM von 1974 vorlegte, in dem Köppel noch mit einer ziemlichen Matte ausgestattet abgebildet war. Das Bild liegt schwatzgelb.de vor und wird als Druckmittel für schlechte Zeiten zurückgehalten ;-)

Das nächste Spiel wurde den Zuschauern vom Veranstalter als besonderer Leckerbissen präsentiert. Das Aufeinandertreffen mit dem VFB Hüls sollte die Machtverhältnisse in der Halle wieder etwas korrigieren. Aber auch dies beeindruckte die schwarzgelben wenig. 7:2 hiess es am Ende und wieder einmal schrieb sich Michael Kügler dreimal in die Torschützenliste ein. Die weiteren Schützen: Marco Löring 2x, Kurtulus Öztürk und Bashiru Gambo.

Das Halbfinale war erreicht und dort lauerte mit dem DSC Wanne Eickel ein alter Bekannter aus der Vorrunde. Halbfinale. Eine größere Herausforderung für den BVB? Mitnichten. Der DSC musste sich auch diesmal geschlagen geben und zwar mit 9:1. 46 Treffer für die Borussia in diesem Turnier. Eine Wahnsinnszahl.

Das zweite Halbfinale des Turniers bestritten der VFB Hüls und die TSG Dülmen. In einem sehr spannenden Spiel setzte sich Dülmen zur Enttäuschung der heimischen Fans mit 3:2 durch. Gegner im Finale für Borussia Dortmund also TSG Dülmen.

Das Finale:

Finale, das Ende, der Höhepunkt. Das wurde es auch, der absolute Höhepunkt des Turniers. Leider nicht im positiven Sinne für die Borussia. Vorteilhaft hätte es vielleicht werden können, dass man mit Dülmen auf einen Gegner traf, den man vorher nicht in der Halle gespielt hatte, so dass man die Mannschaft nicht unterschätzen konnte. Hätte man aber vorher mal gegen sie gespielt, dann hätte man auch festgestellt, dass sie bissig in die Zweikämpfe gehen und sich nicht so leicht von der Platte putzen lassen, wie die anderen Opfer. Sie kämpften und hielten dagegen, damit überraschten sie wohl die Jungs vom BVB, die fest an den Gesamtsieg geglaubt hatten.

Eine kleine Mitschuld an der Niederlage der Dortmundern muss man auch dem Schiedsrichter geben. Klar, der Mann in grün, Dieter Kroll hat weder Tore verschossen noch welche verhindert, doch sorgte er für eine ganz aufgeregte Atmosphäre. Zusammen mit seinem Bruder Thomas leitete er im Wechsel alle Spiele des Tages und vielleicht waren es bei ihm auch Konzentrationsprobleme zum Ende des Turniers, doch fiel bei beiden auf, dass sie zwar den ganzen Tag über recht souverän das Ganze leiteten, doch wenn es turbulent wurde, dass sie das eine oder andere mal anfingen zu schwimmen.

Aber die Spieler scheiteten in diesem Spiel auch ganz klar an den eigenen Nerven. Bastian Pinske handelte sich eine zwei Minutenstrafe ein. Als der BVB wieder komplett war, gab es die nächste für einen Dortmunder Spieler. Kurz vor Schluss, als die Niederlage mit 0:2 bereits drohte, war alles sehr hektisch und jede Entscheidung des Unparteiischen wurde lautstark reklamiert. Kroll hatte sich bei größeren Unterbrechungen mehrmals geweigert die Uhr anzuhalten, was die Schwarzgelben verstärkt auf die Palme brachte. Kurtulus Öztürk fing sich die nächsten zwei Minuten Strafe, die er höhnisch mit Beifall quittierte.

Vielleicht hat er noch was dazu gesagt, auf jeden Fall kramte Kroll in seiner Gesäßtasche und wollte Öztürk mit Roter Karte vom Parkett weisen. Doch dieser ließ es nicht dazu kommen sondern flüchtete. Quer über den Platz lief er davon und der Schiedsrichter hinterher. Wenn es nicht so traurig gewesen wäre, man hätte sogar noch lachen können. Öztürk hüpfte über die Bande und stampfte in die Kabine. Die rote Karte hat er nie gesehen. Bei dieser ganzen Aktion verweigerte sich Kroll abermals die Uhr anzuhalten.

Nach dem Schlusspfiff jubelte die Halle ob des Sieges gegen den großen Gegner und die Dortmunder bestürmten den Schiedsrichter. Die ganze Sache wird leider ein Nachspiel haben, die auch für die Meisterschaftssaison Folgen hat. Die rote Karte für Öztürk wurde natürlich eingetragen und er wird gesperrt.

Im Gemenge warf Torhüter Michael Ratajczak Dieter Kroll noch an den Kopf, was er von ihm persönlich hält. Auch diese Meinungsäußerung ("Bratwurst") wird wohl ein paar Wochen spielfrei für Ratajczak bringen. Die Mannschaft war ziemlich geknickt, zu fest hatte man an den Sieg geglaubt.

Dementsprechend auch lang waren die Gesichter.

Fairer Glückwunsch an TSG Dülmen, auch wenn nicht die erfolgreichste und beste Mannschaft das Turnier gewonnen hat.

Auch wenn den BVB-Spielern nicht ganz so zum Feiern zumute war, gab es doch noch etwas für die Jungs abzustauben.Neben dem Pokal gab es für den 2. Platz 1000 Euro für die Mannschaft.

Bester Torschütze wurde und man konnte es sich beim Durchlesen dieses Berichtes auch fast denken, Michael Kügler mit wahnsinnigen 13 Treffern. Herzlichen Glückwunsch. Sein Preis neben dem Pokal allerdings für einen echten Schwarzgelben eher eine Strafe. Er bekam als Preisgeld noch eine VIP-Tour für zwei Personen zu einem Heimspiel der Blauen in den Vogelkäfig.

Bester Spieler wurde auch ein Schwatzgelber, nämlich Kurtulus Öztürk, der sich dies auch vorher gewünscht und kräftig darauf hingearbeitet hatte. Auch hier Glückwunsch!

Ca. 250 Zuschauer verfolgten in der Spitze die Begegnungen des Tages. Nachdem die BVB-Fans am ersten Tag recht zahlreich angereist waren und dadurch bei den Spielern positiv auffielen, war am zweiten Turniertag nur noch ein kleines Häufchen standhafter übrig geblieben, die im Finale ihr Bestes gaben.

Die Statistik von Borussia Dortmund zum Turnier:

8 Spiele, 7 Siege, 1 Niederlage. 46:11 Tore. 2 Rote Karten

Herzlichen Glückwunsch an TSG Dülmen

Torschützen:

Michael Kügler 13 Treffer
Marco Löring 7
Bastian Pinske 6
Kurtulus Öztürk 5
Leandro Dede 4
Michael Rothholz 4
Bashiru Gambo 4
Björn Mehnert 3

Team 1: Kügler, Öztürk, Mehnert, Pinske

Team 2: Rothholz, Dede, Gambo, Löring

Torhüter im Wechsel: Ratajczak, Kuschmann

Tommes, 07.01.02