Der 18. Spieltag 02/03Borussia stolpert und die Bayern lachen sich ins Fäustchen

War es das schon, Borussia ? Der unnötig vergeigte Rückrundenstart in Berlin lässt das Unternehmen Titelverteidigung in weite Ferne rücken.


Der Meister ließ im Olympiastadion die Chance den Bayern für das Sonntagsspiel einen Sieg vorzulegen, ungenutzt. Diese dürften den Auftritt des BVB mit einem breiten Lächeln betrachtet haben. Gegen harmlose Gladbacher schossen sie sich beim 3:0 gemütlich ins neue Jahr. Sogar Werder Bremen zog trotz des Remis gegen Bielefeld an den Dortmundern vorbei.
Die Spieler sind jetzt in der Pflicht, wieder ihre Meisterqualitäten abzurufen. Noch bleibt reichlich Zeit den Rekordmeister noch an seinem 18.Titel zu hindern. „Die Meisterschaft wird nicht am 18.Spieltag entschieden“, stellt Matthias Sammer klar, der aber gleichwolhl warnte. "Wenn wir uns nicht steigern, finden wir uns in Gefilden wieder, wo wir gar nicht hinwollen", so der Trainer. Marcio Amoroso deutete zumindest an, dass seine Offensivqualitäten fast wieder alten Standard erreichen können, zeigte in Berlin jedoch auch wieder seine Schattenseite. Sein Ballverlust im Mittelfeld war der Beginn der Fehlerkette vor Marcelinhos 1:2. Im Vergleich zum kommenden Gegner Bayer Leverkusen jedoch, erscheinen die BVB-Probleme als reinster Luxus.
Denn dort brennt nach der 0:3-Heimpleite gegen Schlusslicht Cottbus gewaltig der Baum. Klaus Toppmöllers bewährter „Ein-Jahres-Plan“, scheint nach seinen bisherigen kurzfristigen Höhenflügen in Frankfurt und Bochum, auch in Leverkusen zu funktionieren. Wo sich im letzten Jahr Spieler wie Butt, Lucio, Bastürk oder Neuville auf Weltklasse-Format profilierten, jagt jetzt nur noch ein verunsicherter Haufen über den Rasen der BayArena. Energie Cottbus kam das gelegen, die Lausitzer schöpfen nach dem dritten Saisonsieg wieder Hoffnung. Zumindest konnte Energie mit dem 1.FC Kaiserslautern gleichziehen, der gegen den VfB Stuttgart seine Bundesliga-Tauglichkeit wieder einmal nicht nachweisen konnte. Erik Gerets droht nun ein jähes Ende einer Mission, die eigentlich von vornherein unmöglich schien.
Ganz eng geht es auf den Plätzen hinter Dortmund und Bremen zu. Stuttgart, 60 und Schalke siegten im Gleichschritt und bleiben im Rennen um die Champions-League-Plätze. In Wolfsburg dagegen,hat sich die Vereinsführung mit ihrem Gerede vom Europacup offanbar verkalkuliert. Die zweite Niederlage in der schmucken, neuen VW-Arena, setzen den zum Saisonende ohnehin scheidenden Coach Wolfgang Wolf noch stärker unter Druck.
Bliebe da noch die mit vielen Spekulationen gesäte Nagelprobe für den vierten Schiedsrichter. Wenigstens an diesem 18.Spieltag erwiesen sich jedoch die Trainer als wahre Lämmchen und der vierte Mann musste, wie in Bremen geschehen, Bielefelds Coach Benno Möhlmann sogar darum bitten, doch mal seine Coaching-Zone zu verlassen und ihm Arbeit zu bescheren.

Geschrieben von Felix