Liebesgrüße aus Moskau
Mit einem 2-1 Sieg bei Lokomotive Moskau starteten die Borussen am Mittwoch in die Champions League Zwischenrunde und schafften sich so selbst eine gute Ausgangslage für das Heimspiel gegen den AC Mailand in 2 Wochen, in das die Schwatzgelben nun als Gruppenerster und ohne den ganz großen Zwang, siegen zu müssen, gehen können.Minus 10 Grad hatte das Thermometer zu Spielbeginn angezeigt und es stand zu befürchten, daß insbesondere Dortmunds Brasilianer bei derartigen Bedingungen eher an Spielabbruch, denn an Sambafußball denken würden. Doch sowohl Dede als auch Ewerthon schienen nicht sonderlich beeindruckt von der Witterung. Marcio Amoroso ohnehin nicht, für ihn sollte sich die Frage, ob man bei derartiger Kälte Fußball überhaupt spielen kann, an diesem Abend nicht stellen, denn den zu Beginn eingenommenen Platz auf der Bank sollte der Brasilianer auch für den Rest des Spiels nicht verlassen dürfen.
Da ihm diesmal jedoch weder eine Erkältung wie im Spiel gegen 1860 München, noch eine strapaziöse Länderspielreise wie gegen Wolfsburg in den Knochen steckte, bleibt abzuwarten, wie die kleine Diva auf diese erneute Nichtberücksichtigung reagieren wird.
Zum Spiel: Von Beginn entwickelte sich eine recht ansehnliche Partie, in der beide Mannschaften durchaus zu gefallen wußten. Große Torraumszenen waren zwar Mangelware, doch beide Teams taten recht viel für das Spiel und insbesondere die BVB-Offensive - zuletzt eher eines der Sorgenkinder bei den Schwatzgelben - wußte mit der ein oder anderen Kombination zu gefallen. Dafür schien jedoch die Abwehr mit dem gefrorenen Boden nicht ganz so gut zurecht zu kommen, denn in der sechsten Spielminute stand plötzlich Lok-Stürmer Obirah frei vor Jens Lehmann und versuchtem den Ball über den Schlußmann hinwegzulupfen. Glücklicherweise brauchte sich Lehmann in dieser Situation lediglich ein wenig strecken, um Schlimmeres zu verhindern.
25 Minuten später dann war aber auch eher machtlos. Metzelder, Wörns und Reuter hatten F-Jugend gespielt und hatten zu dritt den ballführenden Pimenow angegriffen, der so lediglich noch den Ball am Strafraum quer auf den völlig frei stehenden Ignaschewitsch zu legen brauchte. Dieser bedankte sich auf seine Art mir einem trockenen Schuß ins Netz für die erhaltenen Freiheiten.
Wer jetzt aber befürchtet hatte, die Borussia würde sich einmal mehr ihrem Schicksal ergeben und geschickt reagieren, der irrte. Anscheinend schienen die Borussen die Temperaturen in der Kabine im Falle einer Niederlage noch weit mehr zu fürchten als die Minusgrade auf dem Platz und so gelang fast im Gegenzug zum Führungstreffer der Ausgleich: Rosicky hatte geflankt und Frings sich schön gegen seinen Gegegnspieler durchgesetzt und den Ball im Tor untergebracht.
Kurz vor der Pause besannen sich die Borussen dann erneut ihrer sportlichen Klasse und schenkten ihren Gastgebern erneut ein: Dede hatte sich schön auf der linken Seite durchgesetzt und in den Strafraum geflankt, wo zunächst Ewerthon verpasste, bevor Jan Koller den Ball am Torwart vorbei ins Netz beförderte und somit sowohl die BVB-Führung als auch den späteren Endstand markierte.
Nach der Pause diktierten die Schwatzgelben das Spiel dann nach Belieben, ließen die Moskowiter nur wenig am Geschehen teilhaben, konnten oder wollten jedoch nicht noch ein Tor nachlegen, so daß es in der Schlußphase dann noch einmal brenzlig zu werden drohte, als die Russen kurz vor Schluß mit ein paar Eckstößen für ein wenig Gefahr vor dem Dortmunder Gehäuse sorgten.
Dies brachte jedoch auch nichts ein und so konnten die Borussen in Moskau nicht nur die ersten 3 Punkte der Zwischenrunde einfahren, sondern auch etwas fürs eigene Selbstbewußtsein tun und die drohende oder auch nur herbeigeredete Krise beenden, bevor sie richtig begonnen hatte.
Eins noch kurz vor Schluß: RESPEKT an die 28 Borussen vor Ort. Es hätten zwar mehr sein können, aber die Kürze der Zeit seit Gruppenauslosung ließ leider vielfach keine wirtschaftlich machbare Reise zu. Bleibt nur zu hoffen, daß die Mitgereisten nicht dauerhaft durch das wilde Getröte der russischen Fans geschädigt bleiben.
Noten:
Lehmann (3) - Wörns (4,5), S. Reuter (4), Metzelder (3,5) - Kehl (3), Frings (2), Dede (3) - Heinrich (3,5), Rosicky (2,5) - Koller (2), Ewerthon (4)
Geschrieben von Arne
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