BVB II marschiert weiter Richtung 3. Liga – 4:0 gegen Trier

Jubel nach AbpfiffDie Amateure des BVB bleiben weiter in der Erfolgsspur und marschieren zielstrebig Richtung 3. Liga. Durch zwei Treffer von Kullmann und einem Doppelpack des sehr gut aufgelegten Daniel Ginczek gewannen die Amas mit 4:0 verdient gegen die Trierer Eintracht.

Stille um Marion

Dauersupport, klasse Atmosphäre und tolle Stimmung herrschte ab der 10. Minute in der Roten Erde. Bis zur 09. Minute schwiegen allerdings die schwarzgelben Fans, die Fahnen waren eingerollt und alle gedachten der am Montag verstorbenen Marion. „Wer für Borussia lebt, den vergessen wir nie. Ruhe in Frieden Marion“. Ein bewegender Moment zum Gedenken für einen liebevollen Menschen. Schon beim Profi-Auswärtsspiel in Wolfsburg wurde mit einem Transparent daran erinnert. Trauer, Stille und Nachdenklichkeit hielten für Minuten Einzug in das alt-ehrwürdige Rote Erde Stadion, um dann mit einem „You´ll never walk alone“ wieder mit dem Gesang zu beginnen. Die 1049 Zuschauer, darunter eine Busladung voll Trierer Möchtegern-Fans, erlebten einen zähen Anfang in dieses Spiel. Bis auf eine Hünemeier-Kopfballsituation in der 3. Minute plätscherte die Partie so vor sich hin. Mannschaftskapitän Uwe Hünemeier konnte sich endlich mal wieder bei den Amas präsentieren, nachdem er über Wochen bei den Profis auf der Reservebank sitzen musste. Erst als es im Stadion stimmungsvoll wurde, nahmen auch die Amas Fahrt auf und spielten zielstrebiger Richtung Trierer Gehäuse. Die Trierer Mannschaft, die erst am Spieltag angereist war, um 3000 Euro Hotelkosten einzusparen, zeigte sich nicht gerade elanvoll, obgleich Eintrachts Coach Super Mario Basler vor der Partie tönte, „ich erwarte eine hochmotivierte Leistung meiner Mannschaft“.

Ginczek Ole – Ein Tor und eine Vorlage

Insane Ultras Trier Hoch motiviert zeigte sich dagegen der A-Junior Daniel Ginczek, der in der 17. Spielminute von der rechten Kante des Strafraumecks einen tollen, vom Trierer Rakic leicht abgefälschten  Schuss, in den Winkel abgab. Dieser junge Kerl machte am Mittwochabend richtig Laune. Unbekümmert in seinen Aktionen und extrem torgefährlich. Unter den Augen von Sportmanager Michael Zorc, BVB Torwart-Trainer Teddy de Beer und Profi-Spieler Felipe Santana, machte Ginczek ein sehr gutes Spiel. Hier hat Borussia ein großes Talent in den eigenen Reihen, das sich hoffentlich einer großen Profi-Zukunft gegenübersieht. Erst in der 29. Minute musste Amas-Keeper Jojo Focher eine verunglückte Flanke von Rechtsverteidiger Dingels über die Latte lenken. Das wars bis dato in der ersten Hälfte von den 05ern in der Roten Erde. Anders dagegen der BVB, der durch Ginczek an der Mittellinie den Ball eroberte, über die linke Angriffsseite den Ball nach vorne trieb, die Trierer Abwehr ganz schlecht aussehen ließ und dann mit Übersicht auf den völlig freistehenden Kulle Kullmann flach und quer in den Fünfmeterraum passte, der keine Mühe hatte in der 30. Minute das 2:0 zu markieren. Völlig entnervt zeigte sich nach dieser Aktion der Trierer Co-Trainer Sascha Purket, der an der Seitenlinie den Lautsprecher mimte und vom 28-jährigen Polizeikommissar und Schiedsrichter dieser Partie, Tobias Helwig aus Hamburg, Jubel bei Ginczek & Kochauf die Tribüne geschickt wurde. Dagegen war Mario Malboro Basler ganz relaxed auf der Trainerbank. Auch ungewöhnlich für einen Mann, der früher in der 1. Fußball-Bundesliga nicht gerade zu leisen Gesellen seiner Zunft zählte. Allerdings zeigte sich Super Mario auch von seiner ungewöhnlichen Seite und wechselte den Trierer Spieler Schulz schon nach 38 Minuten aus. „Der kann sich die restlichen Partien der Saison auf der Tribüne ansehen“, raunzte Basler in der anschließenden Pressekonferenz auf Nachfrage eines Trierer Medienvertreters.
Der BVB zeigte sich spielerisch besser, war überlegen aber nicht immer zwingend in seinen Aktionen. Eintracht Trier war einfach zu harmlos, um die Amas in der ersten Spielhälfte in Bedrängnis zu bringen. Allerdings hätte es kurz vor der Pause doch noch fast zu einem Anschlusstreffer gereicht, als Innenverteidiger Daniel Gordon auf der Linie für seinen schon geschlagenen Keeper Focher retten musste.

2. Spielhälfte

In der Halbzeitkabine muss es dann bei den Trierern mächtig gebaslert haben, denn die 05er-Spieler kamen fünf Minuten früher aus den Kabinen und warteten ungeduldig auf die Borussen. Und so war es auch folgerichtig, dass der BVB in den ersten zwanzig Spielminuten der zweiten Hälfte einige Probleme in der Abwehr bekam. Der Druck wurde von Trierer Seite erhöht, die BVB-Innenverteidigung um Gordon und Hünemeier, die sich mit anderen Vereinen in aussichtsreichen Vertragsgesprächen befinden, zeigte sich mehrmals weniger souverän und in der 57. Spielminute hätte Wilko Rudi Risser fast den Anschlusstreffer erzielen können. Stattdessen traf er nur den Innenpfosten. Glück für die Amas in dieser Situation. In der Folgezeit konnte der BVB immer wieder gefährliche Tyrala war nach seiner Gelbsperre wieder im TeamKontersituationen fahren, schloss allerdings unkonzentriert die Aktionen ab. Enttäuschend auch die Leistung von Sebastian Tyrala in der zweiten Hälfte, nachdem er im ersten Durchgang noch ansprechend die Bälle hinter den Spitzen verteilt hatte. Zu Recht erfolgte in der 73. Minute die Auswechslung gegen Großkreutz. In der 81. Minute dann der Knockout für Trier. Ecke vom sehr starken Defensivakteur Piossek und Daniel Ginczek erzielte per Kopf seinen 10. Saisontreffer. Fast im Gegenzug dann aber wieder eine Fahrlässigkeit in der BVB-Defensive, die Marcus Piossek in letzter Konsequenz auf der Torlinie ausbügeln musste. Zu guter letzt konnte Christopher Kulle Kullmann in der 87. Minute den 4:0 Endstand erzielen. Es war sein insgesamt 19. Saisontreffer, nachdem er in den letzten Wochen keine Treffer erzielen konnte und weniger in „Torjäger“-Erscheinung trat.
Die Zweitvertretung des BVB zeigt sich im Schlussspurt und im Duell mit Kaiserslautern II, die 3:2 daheim gegen den SC Verl gewannen, gut im Aufstiegskampf gerüstet. Die 3. Liga ist in Reichweite und alle Beteiligten, allen voran der unermüdlich im Hintergrund arbeitende Amateur-Chef Heinz Keppmann und alle Fans des BVB, freuen sich schon auf das letzte Spiel der Amas gegen RW Essen am 6. Juni in Dortmund. Dann wird hoffentlich groß an der Strobelallee gefeiert. 
Gefeiert wurde zum Abschluss dann gehörig mit dem schwarzgelben Anhang vor der Haupttribüne. Hier ist eine Einheit zwischen Kickern und Fans entstanden, die bei einer anderen Profi-Zweitvertretung fast undenkbar wäre. Klasse!
Der BVB muss nun in Cloppenburg, gegen Wormatia Worms, in Preußen Münster und zum Abschluss am 6. Juni gegen RW Essen antreten. Auf geht´s schwarzgelbe Jungs…

Stimmen zum Spiel


Doppelpackschütze Daniel Ginczek:

Daniel Ginczek war der Mann des SpielsDaniel, wie ist das Spiel aus deiner Sicht gelaufen?
„In der ersten Halbzeit haben wir klar dominiert, das Spiel war klar in unserer Hand. Nach der Halbzeitpause haben wir wieder so ein bisschen Probleme gehabt, ich denke, wenn man 2:0 führt geht man das Ganze ruhiger an. Es ist klar, dass der Gegner noch kommt, doch zum Glück war es, heute nicht so wie in Köln, dass der Gegner noch den Ausgleich schießt. Stattdessen haben wir nachgelegt, das war das Richtige“.
Wie bist du mit deiner eigenen Leistung zufrieden?
„Ich bin zufrieden, ich habe zwei Tore gemacht und eins vorgelegt. Läuferisch war ich heute nicht so stark, so wie in anderen Spielen. Ich war ein bisschen schlapp. Aber wir kriegen jetzt gute Regenerationszeit und bereiten uns auf Samstag vor“.

Mario Basler (Eintracht Trier):

„Ja, die erste Halbzeit haben wir nicht gut gespielt, wir waren viel zu passiv und standen nicht tief genug. Bei uns merkt man, dass die Spannung ein wenig raus ist, weil nach unten nicht mehr viel passiert, nach oben schon lange nicht mehr. Wir konzentrieren uns nur noch auf das letzte Spiel im Juli. Was mir natürlich nicht gefällt, dass habe ich auch in der Halbzeitpause angesprochen, dass wir eine gute Mannschaft sein können und das haben wir in der zweiten Hälfte auch zeigen können. Der Sieg mit 4:0, der ist ein bisschen zu hoch ausgefallen, obwohl verdient. Auch aufgrund der ersten Halbzeit und von daher drücke ich Borussia Dortmund viel lieber die Daumen, als dem FCK. Aus dem einfachen Grund, wir müssen nur 100 Kilometer fahren, statt 300 Kilometer in der 3. Liga (lacht). Dankeschön“.

Theo Schneider (BVB II):

Supermario fand den Abend nicht so toll„Ja Mario, ich hoffe dass ihr die Spannung nicht nur für den Juli hoch haltet, sondern auch im Heimspiel gegen Kaiserslautern uns kräftig Schützenhilfe leistet, da habe ich echt Hoffnung und habe dadurch den Übergang zum Spiel. Wie Mario schon sagte, haben wir eine sehr starke erste Halbzeit gespielt, weil wir wussten, dass es bei den Trierern nicht mehr um zu viel ging. Meine Jungs haben eine sehr aggressive Spielweise gezeigt und uns ist gelungen die Trierer unter Druck zu setzen, eine starke erste Halbzeit abzuliefern. Mit einer verdienten 2:0 Führung. Ich habe meinen Jungs gesagt, dass der Mario sicherlich die passenden Worte in der Kabine finden wird und dass wir auf eine ganz andere Trierer Mannschaft treffen werden. Und das war dann auch der Fall. Wir wussten um die Stärken und man hat dann auch gesehen, dass das Spiel noch einmal eng wurde. Jedes Spiel in dieser Liga muss man erst einmal gewinnen und wir hatten in einigen Situationen das Glück auf unserer Seite. Wenn das Anschlusstor fällt, wäre es sicher noch einmal ganz eng geworden. Gut, nach dem dritten Tor war dann das Spiel gelaufen. Das ist aber auch Warnung für die letzten vier Ligaspiele. Ich muss jedes Spiel erst einmal bestehen und spielen. Die Spiele sind immer ganz eng und wie gesagt, in der entscheidenden Phase hatten wir das nötige Glück. Über die 90 Minuten ging der Sieg absolut in Ordnung. Wir hatten so ein wenig gehofft, das das Halbzeitergebnis in Kaiserslautern gegen Verl (Anmerkung: 1:1, Entstand 3:2) auch das Endergebnis wäre, aber es ist nicht so eingetreten. Von daher ist eigentlich wieder nicht viel passiert. Wir haben noch vier Spiele, 5 Punkte Vorsprung und dies ist ein knapper Vorsprung. Jetzt müssen wir wieder das Hauptaugenmerk auf das schwere Auswärtsspiel in Cloppenburg legen und dann hoffe ich, dass wir die nächste Hürde mit einer ähnlichen Leistung wie heute, nehmen können“.

Aufstellung

Borussia Dortmund II: Focher - Koch, Gordon, Hünemeier, Schmelzer - Hillenbrand, Piossek, Öztekin (59. Hille), Tyrala (73. Großkreutz) – Ginczek (81. Sadrijaj), Kullmann
Eintracht Trier: Miletic – Dingels (75. Schäfer), Cinar, Lacroix, Rakic - C. Müller, Kempny, Hartung, Schulz (38. Barton) – Traore (66. Eckstein), Risser
Tore: 1:0  Ginczek (17.), 2:0  Kullmann (30.), 3:0  Ginczek (81.),4:0  Kullmann (87.)
Gelbe Karte: Hartung (Trier)
Zuschauer: 1.049 (Rote Erde)
Schiedsrichter: Tobias Helvig aus Hamburg

14.05.2009, Markus Bliemetsrieder