Und schon wieder in Wolfsburg verkackt
Die Leistung des BVB beim 0:2 gegen den VFL Wolfsburg war genauso, wie man es von den schwarzgelben Auftritten in der Autostadt gewohnt ist. Gehemmt, schwach, einfach nur schlecht. Kann es nach dem gezeigten ein Trost sein, dass man wohl nie wieder in desem Stadion spielen muss?„Die Wölfe verlassen ihr Revier – das Rudel zieht weiter“. Zum letzten Mal empfing der VFL Wolfsburg einen Gegner im alten Stadion. Leider waren es die BVB Fans, die sich die alte Schüssel noch mal antun mussten. Hatte man hier doch in der Vergangenheit nie besonders gut ausgesehen. Ich fange jetzt aber nicht mehr mit dem Spiel gegen die WOB-Amateure an. Überhaupt ist das Stadion einfach Kacke. Die Wolfsburger Fans hatten sich die „größte Choreografie“ überhaupt vorgenommen, doch das Fernsehen würdigte die Arbeit in keinster Weise. Man konzentrierte sich auf den Wackelgang von Schiedsrichter Edgar Steinborn, garniert mit ein paar Schwenkern auf Jens Lehmann, als würde man schon vor dem Spiel darauf warten, dass sich der Dortmunder Keeper sofort wieder auf den „Unparteiischen“ stürzt.
Matthias Sammer setzte nach dessen Wiedereinstieg am Mittwoch in der Selecao Marcio Amoroso zunächst wieder nur auf die Bank. Für ihn bildeten Koller und Ewerthon das Sturmduo. Aber in den ersten Minuten musste man sich über den Sturm der Dortmunder keine Gedanken machen. Eher über die Abwehr. Wolfsburg nahm sofort das Heft in die Hand, machte Druck und ließ den BVB selten über die Mittellinie kommen. Schon in der dritten Minute musste Koller hinten aushelfen und eine Flanke von Schnoor in den Strafraum mit dem Kopf entschärfen. In der 15. Minute brachte Reuter noch das Knie in einen Drehschuss von Präger und legte den Ball so am langen Eck vorbei. Dann aber die kalte Dusche für den BVB. Robson Ponte schlägt von links einen Ball in den Strafraum und wird dabei von Dede nicht gestört. In der Mitte steht Christian Wörns, der sich total verschätzt und das Leder nicht erreicht und zusehen muss, wie Klimowicz in seinem Rücken hochsteigt und die Kugel freistehend mit dem Kopf ins Tor drückt. 1:0 für die Noch-Hausherren in der 18. Minute.
Aber auch danach kein Aufbäumen der Borussen zu erkennen. Lediglich Ricken hat nach einer Kopfballablage von Koller eine gute Möglichkeit von der Strafraumgrenze. Sein Schuss pfeift links am Kasten von Claus Reitmaier vorbei. Ansonsten schubst, foult und meckert man so vor sich hin und Steinborn zieht schon früh diverse gelbe Karten. Das Spiel war nicht überhart, aber durch die vielen Kleinigkeiten kam überhaupt kein großer Spielfluss auf. So heißt das Prädikat für die erste Hälfte langweilig. Das Urteil „schwach“ muss man dem BVB im Offensivspiel bescheinigen. Nach vorne ging gar nichts. Immer wieder blieben die Schwarzgelben in den Abwehrbeinen der Wölfe stecken. Bezeichnend ein Eckball, der von Rosicky geschlagen durch den Strafraum hoppelte, ohne dass ein Spieler an den Ball kam.
Aber ohne Aufreger konnte auch diese erste Hälfte nicht vorbeigehen. Bei einer Flanke von Stefan Reuter von der rechten Seite soll Christoph Metzelder beim Schuss auf das Tor, den er auch glatt versenkte, im Abseits gestanden haben.(45.) Die Fernsehbilder deckten einmal mehr die Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespannes auf. Metzelder stand nicht in der verbotenen Zone, aber trotzdem stand es zur Pause nur 1:0 für den VFL Wolfsburg.
Die ersten Minuten des zweiten Durchganges machten aus Sicht der Dortmunder Mut. Sie kamen engagierter aus der Kabine und drückten doch jetzt die Leuchtendgrünen in den eigenen Strafraum. Eine Flanke auf den Elfmeterpunkt ließ Koller abtropfen und legte auf für Ricken, der Reitmaier aus zwanzig Metern hart prüfte. (49.) Nur eine Minute später rettet ein Wolfsburger Fuß vor dem einschussbereiten Jan Koller. Wieder keine 60 Sekunden später ein Angriff der Borussen den Reuter aus fünfzehn Metern an den rechten Pfosten knallt. Sah alles sehr gut aus und machte Appetit auf mehr. Aber Ach, der erste Auftritt der Wolfsburger im Strafraum des BVB, wirft die Borussen wieder sofort um Lichtjahre zurück. Einen Schuss von Präger kann Lehmann nicht festhalten und wieder ist es Klimowicz, der hier brav danke sagt und den Ball ins Tor drischt. 2:0 für den VFL in der 55. Minute
Okay, ich klappe das Notebook zu und beende hiermit den Spielbericht und gehe einen saufen. Kann ich natürlich nicht und Aufgeben gilt jetzt auch nicht. Auch Matthes Sammer gibt noch nicht auf und schickt in der 62. Minute Jörg Heinrich für Stefan Reuter aufs Feld und Billy Reina soll für Christoph Metzelder kommend den Angriff verstärken. Aber so richtig viel kommt nicht. Rosicky, der sonst sehr blass um die Nase durch die Gegend läuft, legt Kehl einen auf, der den Ball aus zwanzig Metern am Tor vorbeidonnert. Kehl hat übrigens in der nächsten Woche frei, da er zuvor die 5. gelbe Karte kassiert hatte. Damit er sich lange auf das freie Wochenende vorbereiten kann, nahm ihn Sammer in der 74. Minute bereits vom Platz. Für ihn kam ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent mit Namen Marcio Amoroso.
Aber der BVB schaffte nix mehr. Im Gegenteil. Wenn das Tor in alle Richtung jeweils einen halben Meter größer gewesen wäre, hätte sich der BVB eine fette Packung eingefangen. Konter der Wölfe und schönes Zusammenspiel zwischen Effenberg und Klimowicz, der alleine vor Lehmann ganz knapp am Kasten der Schwarzgelben vorbeizieht. Das wäre das 3:0 gewesen und hätte damit sein dritter Treffer sein können, wenn nicht sogar müssen. (80.) Stefan Effenberg hebt den Ball auch gaaaaanz knapp über den Kasten von Lehmann (82.) und Karhan schießt den Ball, na?, genau, ganz knapp links am Tor vorbei (84.). In der 87. Minute steht Karhan alleine vor Lehmann und der kriegt gerade so die Fäuste hoch, um eine weitere Möglichkeit abzuwehren. Ein 5 oder 6:0 wäre in dieser Phase kurz vor Schluss möglich gewesen.
So war der VFL Wolfsburg in nachhinein doch sehr gnädig, dass man Borussia Dortmund „nur“ mit einer 0:2-Niederlage nach Hause auf die Reise ins Revier schickte. Der BVB spielte lediglich am Anfang der zweiten Hälfte zehn Minuten lang Fußball und bekam danach dann den Todesstoß. Dass der DFB in Person von Edgar Steinborn und seinem Fahnenmann an der Linie dem BVB mal wieder ein Tor geklaut hat, ist zwar ärgerlich, aber sollte hier auf keinen Fall als Entschuldigung herhalten. Borussia war einfach nicht clever genug, um nicht zu sagen einfach zu schwach an diesem Nachmittag. So können die Dortmunder auch froh sein, nicht mehr in dieses Stadion zu müssen, es sei denn die Wolfsburger Amateure... aber lassen wir das.
Bei den Dortmunder Fans blieb alles relativ ruhig. Angetrunkene wurden abgewiesen, diverse Fanutensilien eingezogen, aber das ist man ja in Wolfsburg schon immer gewohnt gewesen. Es überwog nur der Ärger über die gezeigte Leistung der Mannschaft, die man sicherlich auf der langen Rückfahrt nach Hause noch mit dem einen oder anderen Fangetränk runterspülen konnte.
Die Stimmen zum Spiel
Sammer: Fehler sind immer Ärgerlich, wir haben heute zwei Entscheidende gemacht und sollten uns bemühen in der Zukunft keine mehr zu machen. Wir haben die ersten zwanzig Minuten verschlafen haben und wenn man mich fragt wieso, dann kann ich das nicht richtig erklären. Wir haben zwei Gegentore bekommen und waren dann nicht in der Lage das aufzuholen, obwohl ich nach der Pause Moral in meiner Mannschaft gesehen habe.
Lehmann: Wir haben einen schlechten Tag erwischt und haben uns als höfliche Gäste präsentiert. Als Torwart bin an jedem Tor beteiligt und es tut mir leid, dass ich den Ball nicht festhalten konnte.
Klimowicz: Am Anfang der Saison hatte ich Pech, aber ich habe immer daran geglaubt, dass ich Tore schießen kann und heute hat es geklappt. Wir glauben auch daran, dass wir in diesem Jahr international etwas erreichen können.
Die Daten zum Spiel
BVB: Lehmann 3,5, Wörns 4 , Kehl 5 (Amoroso 74.), Reuter 4 (Heinrich 62.), Metzelder 4 ( Reina 62.), Frings 5, Rosicky 5, Dede 4, Ricken 3,5 , Koller 3,5, Ewerthon 3,5
Tore: 1:0, 2:0 Diego Fernando Klimowicz (19./ 55.)
Gelbe Karten BVB: Ricken, Ewerthon, Kehl (5.)
Zuschauer: 19800
Schiedsrichter: Edgar Steinborn (4, naja)
Geschrieben von Thomas
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