Danke Herr Weiner, für nichts!
Alles wie gehabt beim Spiel des Rekordmeisters gegen den amtierenden deutschen Meister. Der FC Hollywood kann aus dem letzten Loch pfeifen, doch irgendwas geht immer noch. So setzte der DFB beim Spiel des Tabellenersten gegen den Zweiten der 1.Liga nicht einen seiner Topleute wie etwa Markus Merk als Schiedsrichter an, sondern benannte Herrn Weiner, der dann auch für die nötige Unterstützung des wankenden Rekordmeisters zu sorgte. Besten Dank auf diesem Weg an den DFB!
Die Niederlage haben sich natürlich in erster Linie unsere Jungs selbst zuzuschreiben. Doch hat Pfeifenmann Weiner kräftig dazu beigetragen und so darf er sich an diesem Abend auch als der wahre „Matchwinner“ fühlen. Fingerspitzengefühl bewies der Mann in Grün nur, wenn es darum ging, kleinlich gegen den BVB zu pfeifen. Nach diesem Spieltag gilt auch für Schiedsrichter Weiner: „Setzen, sechs!“
Doch nicht nur beim Lieblingsverein des DFB standen vor dem Spiel die Zeichen auf Sturm. Auch unserer Borussia blies der Gegenwind in den letzten Tagen bisweilen kräftig ins Gesicht.
Unentscheiden gegen Hamburg, dazu eine peinliche Niederlage gegen Freiburg im DFB Pokal. Die Chancen, mit einem Sieg über die Seppels schlagartig die Anhänger des BVB wieder in eine positive Grundstimmung zu versetzen, standen also günstig, und so setzte Sammer schon mit der Aufstellung die Zeichen auf Angriff. Um die Tabellenführung aus München ins heimische Dortmund mitzunehmen, ließ der Trainer von Beginn an mit Amoroso, Ewerthon und Koller stürmen. Evanilson musste verletzt passen, auf seine Position rückte Heinrich.
Borussia begann stark, setzte sich zu Beginn der Partie in den Zweikämpfen gegen die Münchener gut durch und ging in der siebten Minute nach guter Vorarbeit von Dede mit 1:0 in Führung. Unser Mann für die linke Seite flankte hoch auf Koller, der den Ball mit dem Hinterkopf für Amoroso abtropfen ließ. Marcio schoss aus vollem Lauf auf Kahns Bude. Der „Kahnminator“ stand abfangbereit, um den Einschlag des Spielgerätes in seinem Kasten zu verhindern. Doch Koller fälschte mit der Hacke den Ball unhaltbar ins rechte obere Toreck ab.
Kollektiver Jubel unter den BVB Anhängern. Ein Auftakt nach Maß für schwatzgelb, so hätte es weitergehen können. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denn die Bayern legten es von der ersten Spielminute darauf an durch ihre Aktionen und durch ständiges diskutieren und lamentieren Schiri Weiner zum lustigen Kartenspiel aufzufordern. Weltklasse in dieser sportlich miesen Rolle Münchens Hassan „Brazzo“ Salihamidzic. In der 17. Spielminute kassierte Dede nach einem Foul an Salihamidzic, in diesem Fall noch berechtigt, seine erste gelbe Karte. Diese Verwarnung sollte für Dortmunds „Mister Zuverlässig“ wenig später Konsequenzen haben. Zu diesem Zeitpunkt hätte Borussia schon 2:0 führen können, doch wie so oft in dieser Saison wurden beste Torchancen von Ewerthon leichtfertig verspielt. Wie oft hätte uns der Junge in dieser Saison schon zum Sieg schießen können!?
Die Bayern wurden stärker. Dortmund brachte sich selbst aus dem Rhythmus, und so begannen sich die Seppels in der Dortmunder Hälfte häuslich einzurichten. Vier Eckbälle allein zwischen der 20. und 23. Minute unterstrichen die Bemühungen der Münchener, den frühen Ausgleich zu erzielen. Borussia war in dieser Phase des Spiels einfach zu passiv, zog sich zu weit in die eigene Hälfte zurück und wirkte ängstlich und unsicher. Vor allem von Rosicky gingen keine Impulse aus. Borussias Spielmacher kam nicht auf Betriebstempartur. Die Gangart wurde robuster, und vor allem Salihamidzic suchte nun die Auseinandersetzung mit Dede. Bei jedem Zweikampf provozierte „Brazzo“ mit der Hoffnung auf die nächste, dann Gelb-Rote Karte für Dede. Sammer musste reagieren und so nahm er Dede in der 29. Minute aus dem Spiel und brachte Madouni. Das Match nahm langsam die Form der letzten Begegnungen zwischen Bayern und dem BVB an. Nicht spielerische Mittel sollten den Ausgang der Begegnung entscheiden, sondern Schiedsrichterentscheidungen.
Das Match wurde immer härter, und nach einem Foul an Lizarazu kassierte Frings die gelbe Karte. Nur zwei Minuten später dann die Gelb-Rote Karte für Thorsten nach einem harmlosen Zweikampf mit Ballack. Die erste Ampelkarte seiner Karriere sorgte dafür, dass er alleine Duschen durfte. Schiri Weiner zeigte endlich die von den Münchenern geforderte Reaktion in Form von Gelb-Roter Kartenkombination, die schon für Dede von den Bayern gefordert wurde. Da der kleine Brasilianer ja nicht mehr auf dem Platz war, musste halt ein anderer schwatzgelber büßen. So spielte Borussia ab der 41. Minute nur noch zu zehnt.
Nach der Pause präsentierten sich die Bayern noch offensiver. Pizzaro kam für Hargreaves, und der Schiri bewies den staunenden BVB-Fans, was er noch so alles bei der Verteilung bunter Karten zu ungunsten unserer Jungs auf der Pfanne hatte. Als erster durfte Jens Lehmann, der sich nach einem Foul an ihm im Fünfmeterraum, lautstark beschwerte, von der hohen Spielkunst des Pfeifenheini....ähhh Herrn Weiner überzeugen. Für seinen lautstarken Protest kassierte unser Keeper die vierte gelbe Karte der Partie. Auch diese Karte sollte im Verlauf des Spiels nicht ohne Konsequenz bleiben. Borussia, mit einem Mann weniger auf dem Platz, ließ die Bayern schalten und walten, konzentrierte sich nur noch auf die Verteidigung der Führung. Als Elber nach einer Weltklasseparade von Lehmann beim Nachsetzten unseren Goolie fast den Kopf wegtrat, bekam er für das rotwürdige Foul gerade mal die gelbe Karte.
Der BVB geriet immer mehr unter Druck und nur wenige Minuten nach dem Foul an Lehmann fiel der Ausgleich für die Seppel. Elber legte die Kugel für Santa Cruz auf, und der Südamerikaner, umringt von drei Dortmundern, erzielte mit einem strammen Schuss den 1:1 Ausgleichstreffer. Nur drei Minuten später düpierte Sangol den bis dahin starken Wörns, um dann mit Madouni und Ricken Flipper zu spielen. Der Franzose war nicht zu stoppen, schoss jeden, der sich ihm in den Weg stellte an, und irgendwie landete das Leder bei Pizzaro. Der Ball flog ins Tor und Lehmann vom Platz.
Was war geschehen? Lehmann hatte den Kasten verlassen, um Schiri Weiner nach dem 2:1 noch ein paar Worte zu sagen. Keine Beleidigungen wie Lehmann später bestätigte. Aber für Weiner war der Tatbestand klar. Lehmann hat den Kasten verlassen, um dem Schiri den Weg zu versperren und ihm die Meinung zu geigen. Weiner erkannte seine Chance, dem Spiel endgültig seinen Stempel aufzudrücken. Das schrie nach Bestrafung, und somit erhielt Jens die zweite Gelb-Rote Karte des Spiels. Dortmund hatte nun Dede, Frings und Lehmann verloren und schien, mit zwei Spielern weniger auf dem Platz für das große bayrische Schlachtfest hergerichtet zu sein.
„Dino“ Koller musste für Dortmunds Nr.1 ins Tor, und der lange Tscheche zeigte, vor allem zur Überraschung der Bayern, eine klasse Partie im Tor. Den Bayern gelang nichts mehr. Gegen neun Dortmunder, mit einem Feldspieler im Tor endete die Partie 2:1.
Stark begonnen und genauso stark nach der Führung abgebaut. Rosicky zeigte an diesem Tag wohl seine schwächste Partie dieser Saison für den BVB. Dortmund muss sich vorwerfen lassen, nach zwanzig Minuten jegliche Linie verloren zu haben. Doch wie soll man über den Kampf wieder ins Spiel kommen, wenn der Schiedsrichter jede Aktion der Dortmunder augenscheinlich härter bewertete als die der Bayern. So machen Spitzenspiele keinen Spaß.
Sammer:
In den ersten 20. Minuten hätten wir 2:0 führen können. Aber ich mache mir mehr Sorgen um die Folgen dieses Spiels. Wir haben Christoph Metzelder mit einer Verletzung verloren und zwei gelbrote Karten bekommen. Vorher der ersten gelben Karte von Frings hatte Lizarazu ein Foul an Koller begangen, das schon hätte gepfiffen werden müssen. Aber es gibt nun mal Entscheidungsträger, die für dieses Spiel zuständig sind. Ich will das aber nicht weiter kommentieren, da ich da sowieso nichts dran ändern kann. Unser Verhalten beim Treffer zum 2:1 war sportlich eine Katastrophe. Das braucht man nicht zu kommentieren. Das Tor war kein Abseits. Koller hat sehr gut gehalten.
Lehmann:
Ich habe den Schiri nicht beleidigt, ich habe dem Schiri nur gesagt, was ich gesehen habe, zwar etwas lauter, aber sicher nicht so, dass man mich dafür vom Platz stellen musste. Aber der Schiedsrichter schien nur darauf gewartet zu haben, mir die gelbrote Karte zeigen zu können.
Mannschaftsaufstellung:
Lehmann (2), Wörns (3) Metzelder (4), Frings (3), Heinrich (4), Reuter (4), Koller (als Feldspieler 3, als Torwart 2), Rosicky (5), Ewerthon (4), Dede (3), Amoroso (4)
Eingewechselt:
Madouni –Dede (36.), Ricken –Amoroso (62.),Kehl – Metzelder( 63.Muskelverletzung)
Schiedsrichter:
Weiner (keine Note) Fehlte jedes Fingerspitzengefühl um ein Spitzenspiel zu leiten.
Gelbe Karten:
Dede (17.), Frings (39.), Lehmann (49.), Koller (64.). Kehl (71.)
Gelb-Rote Karten:
Frings (41), Lehmann (65.)
Tore:
0:1 Amoroso (7.), 1:1 Santa Cruz (62.), 2:1 Sagnol (65.)
Zuschauer:
63.000 (ausverkauft)
Geschrieben von wade
BVB-News
20.05.12
Interview zur Wechselausstellung im Borusseum
19.05.12
Aufstiegsfinale in Wuppertal - der Live Ticker ist dabei
19.05.12
Videos Pokalfinale BVB - Bayern München


