Köppel: "Unser schlechtestes Saisonspiel"
Dieser Aussage ist nichts mehr hinzuzufügen. In einem von beiden Seiten ganz schwach geführtem Spiel gelang es den jungen Amateuren nicht, die routinierte Kieler Mannschaft auszuspielen und zu Torchancen zu kommen.Im Vergleich zum 1:1 bei den Amateuren des HSV spielten Ratajczak für den bei den Profis auf der Bank sitzenden Weidenfeller, Knoche für den gelb-rot gesperrten Sasy und Gambino für den ebenfalls bei den Profis weilenden Leandro.
Der KSV Holstein Kiel trat mit vielen bekannten Ex-Profis an, darunter André Trulsen, Jens Dowe, Daniel Jurgeleit und Sören Seidel (kam erst später ins Spiel).
Die wenigen Höhepunkte kann man an einer Hand abzählen. In der siebten Minute kam der KSV das erste Mal gefährlich vors Tor, doch der frisch blondierte Ratajczak parierte einen harten Schuss Ilskis. Fünf Minuten später dann der Lacher des Spiels.
Zehn Meter vor dem Tor kommt Jurgeleit völlig frei zum Ballbesitz, trifft jedoch den Ball nicht richtig und stolpert über das Leder, was auch zu Erheiterungen bei den etwa 50 mitgereisten Fans aus dem hohen Norden sorgte. In der 20.Minute dann erneut eine dicke Chance für Kiel. Der im ganzen Spiel gefährliche Litauer Guscinas kam nach einer Standartsituation völlig frei zum Kopfball, jedoch zielte er nicht richtig und der Ball ging drei Meter am Pfosten vorbei. Es fiel auf, dass die Amateure sowohl defensiv als auch offensiv ganz schwach bei Standards war. Hier machte sich das Fehlen des gesperrten Sasys deutlich bemerkbar.
Auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte kam das Stürmerpaar Guscinas/Jurgeleit besonders nach hohen Bällen zu weiteren Chancen, doch vereitelten Ratajczak oder die eigenen Nerven einen möglichen und auch zu diesem Zeitpunkt verdienten Torerfolg. Als kurz vor dem Pausentee Trejgis einen schönen Alleingang (drei Mann ausgetanzt) leichtfertig vergab, hatte man das Gefühl, dass Kiel noch drei Tage hätte spielen können, ohne auch nur in die Nähe eines Treffers zu kommen.
Acht Minuten nach dem Seitenwechsel hatte, natürlich, Guscinas eine weitere Chance, als er einen Kopfball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten setzte. Wenig später wollte Routiner Trulsen das goldene Tor erzielen, doch seinen Schuss aus 16 Metern parierte Ratajczak sicher. In der 56.Minute rieben sich die Zuschauer verwundert die Augen, als der BVB zu einer TORCHANCE kam. Keeper Manuel Greil hatte jedoch keine Mühe mit dem "Schüsschen" von dem oft zu eigensinnig agierenden Emmanuel Krontiris.
Dann passierte sage und schreibe 33 Minuten nichts auf dem Platz. Außerhalb jedoch gab es einen lustig anzuschauenden Streit zwischen einem leicht angetrunkenem Zuschauer und ca. 15 Kieler Fans auf der Haupttribüne. Kurz voher hatte die Einzelperson seinen kleinen Sohn weggeschickt. Vorbildliches Verhalten! So erfährt der Kleine wenigstens keine Gewalt...
Zurück zum Spiel. So nennt man doch das Gebolze, was da unten stattfand, oder? Kurz vor Schluss hatte Kapitän Sahin eine Möglichkeit, als er Krontiris Freistoß per Knopf knapp neben das Tor verlängerte. Es blieb beim 0:0 in diesem grausamen Spiel, was besonders beim Verlauf der zweiten Halbzeit keinen Sieger verdient gehabt hätte.
Nächstes Spiel für die BVB-Bubis findet am Sonntag in einer Woche gegen den Dresdner SC um 14.00 Uhr im Stadion Rote Erde statt. Das Viertelfinale im Westfalenpokal steht am 5.11 um 19.00 Uhr am Hülser Badeweiher gegen den dort beheimateten VfB an.
Werner Moors: Vor dem Spiel wäre ich mit dem 0:0 sicherlich zufrieden gewesen, jedoch hatten wir in der ersten Halbzeit drei klare Chancen durch zwei Kopfbälle und Trejgis Einzelaktion, die er leichtfertig vergab. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so gut. Ich habe bei jeder Standartsituation gezittert, weil immer mal daraus ein Tor fallen kann. Unterm Strich ist der Punkt verdient. Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass wir wie die Eichhörnchen Punkte sammeln müssen und heute haben wir uns leider keinen Wintervorrat angesammelt. Wer kein Tor macht, der kann nicht gewinnen!
Horst Köppel: Mit dem 0:0 bin ich insgesamt zufrieden, weil Kiel die 90 Minuten besser war. Wir waren zu nervös, das hat schon hinten angefangen, wobei ich unseren Torwart davon ausnehmen möchte. Er hat gut gespielt und deshalb auch zu Recht zu Null. Wir waren zu hektisch und haben den Ball nicht laufen gelassen, jedoch hat Kiel auch taktisch gut gestanden. Diese Saison war das unser schwächstes Spiel, aber nächste Woche wird es wieder so wie gewohnt. Die Ausfälle von Sasy und Leandro lasse ich als Ausrede nicht gelten. Zwar kann Sasy auch mal das Spiel von hinten schnell aufziehen und Leandro ist natürlich auch wichtig. Dafür schießt er gleich in Bremen das 2:0. Heute hat meine Mannschaft gesehen, wie wichtig die beiden sind. Aber ich habe 15,16 gleichwertige Spieler und heute waren mal die anderen dran. Das hat heute aber leider nicht gut geklappt.
Aufstellung: Ratajczak - Sahin, Knoche, Thorwart, Pinske - Seggewiß, Demel, Achenbach - Odonkor (62. Kascelan), Krontiris, Gambino (75. Sirin)
Tore: Schön wärs!
Zuschauer: 277
Schiedsrichter: Marcus Hennecke (Bremen), an ihm lags nicht, jedoch sollte sich der Verband mal überlegen, warum ausgerechnet ein Bremer, deren Amateure ja mit den Dortmundern oben mitspielen, dieses Spiel pfiff.
Geschrieben von Malte
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