Rostock inklusive 3. und 4. Halbzeit
Seit einigen Jahren fahren nur noch wenige Fans zu den Auswärtsspielen ihres BVB. Vorbei scheinen die Zeiten von zigtausend Dortmundern in Hamburg, München, Berlin oder Stuttgart. Erst seit gut zwei Jahren geht es wieder langsam aufwärts, und nicht nur die BVB-Sympathisanten aus dem jeweiligen Umland füllen die Ränge, sondern auch mindestens um die 200 Dortmunder. Traditionell eher wenige Fans begleiteten den BVB (und auch andere Vereine) nach Rostock. Dort war es früher leider öfter zu Problemen mit einigen einheimischen Fans gekommen, außerdem waberten seit Jahren Gerüchte um die schlimmen Hansa-Fans durch die Landschaft, so dass allgemein wenig Gästefans nach Rostock fahren.Durch persönliche Bekanntschaften haben einige Fans auf beiden Seiten begonnen, dieses Problem zu beseitigen, und so war Rostock in der vergangenen Saison eines unserer Auswärts-Highlights. Schon vor dem Spiel waren wir mit einer größeren Gruppe im Fanprojekt eingekehrt und hatten mit den Rostockern das eine oder andere Bier geleert. Eines der wenigen Spiele für uns Dortmunder, wo man mal nicht als „scheiß Dortmunder Millionäre“ angepöbelt wird.
Nach Diskussionen mit dem örtlichen Ordnungsdienst, der sich jedoch schon damals äußerst stur verhielt, hatten die Supporters-Dortmund eine geplante Aktion ohne Probleme durchführen können. Wir ließen uns schon damals nicht durch die sehr aggressiven Ordner provozieren und hatten am Ende eine schöne Aktion geboten, die auch bei einigen Spielern Aufsehen erregt hatte: Mehrere hundert schwarze und gelbe Pappherzen, ein großer Fußball aus Stoff und das Spruchband (Tapete) „Menschen, deren Herz für Fußball schlägt, darf man nicht enttäuschen!“ schmückten den Gästeblock. Kein Pappherz wurde verbrannt, und auch sonst gab es mit den mitgebrachten Fahnen und Doppelhaltern keinerlei Probleme.
Und auch für dieses Jahr war von den Supporters eine feine Aktion geplant. Auf einem großen Spruchband (aus Kunststoff, also alles andere als leicht brennbar) sollte „Wir haben schon gewählt!“ geschrieben stehen. Dazu ein Wahlzettel, auf dem nur der BVB angekreuzt werden sollte, Parteien würden nicht drauf stehen. Dazu sollte der Block mit Hilfe von schwarzen Papptafeln und etwa 100 gelben Fahnen (allesamt mit leichten und nicht zerbrechlichen Plastikstangen, bzw. die im Baumarkt erhältlichen Kabelrohre versehen) in schwarz und gelb gehüllt werden.
Schließlich dachten sich die Fans, was im letzten Jahr möglich war, sollte doch auch in diesem Jahr drin sein. Über die BVB-Fanbetreuung fragten sie beim FC Hansa Rostock an, ob diese Aktion erlaubt sei. Zur Info: Heutzutage muss für jede Fahne, jeden Doppelhalter und sonstiges „Gerät“ beim Gastgebenden Verein angefragt werden. Dessen Verantwortliche erteilen dann die Genehmigung – oder lassen es zumeist bleiben.
Am Donnerstag vor dem Spiel kam die, angesichts der guten Erfahrungen aus der Vorsaison guten Erfahrungen, überraschende Absage aus Rostock. Zunächst hatte Sicherheitschef Friedrich Bedenken geäußert, das Spruchband verberge eine politische Botschaft. Welche auch immer – Borussia stand leider nicht zur Wahl. Dann erklärte man uns, das Spruchband werde wegen Brandgefahr (aus Kunststoff!) nicht genehmigt. Die Papptafel-Choreo dürften wir dagegen durchführen, wenn wir diese Papptafeln hinterher auch wegräumten. Andernfalls würde uns, bzw. dem BVB die Reinigung des Blockes in Rechnung gestellt. Da stellt man sich schon die Frage, ob Pappe nicht brennen kann. Und muss der Gastverein eigentlich auch für die Beseitigung von Zigarettenschachteln, und –kippen, Tempotüchern und Getränkebechern aufkommen? Wir verzichteten also auf die Aktion, da niemand davon ausgehen konnte, dass nichts in Rechnung gestellt würde, selbst wenn alle Pappen aufgesammelt würden. Sei es, dass nur eine Pappe aus dem erhöht liegenden Block auf den Spielfeldrand gefallen wäre; wie hätte dann wohl die Rechnung ausgesehen?
Also wurde beschlossen, nur etwa 100 Fahnen und Doppelhalter mit an die Ostsee zu nehmen. Es war uns zwar mitgeteilt worden, dass Fahnen nur mit Holzstangen erlaubt seien und diese auch nur max. einen Meter lang sein dürften, doch wir wollten es einfach probieren. Im Vorjahr hatte ja auch alles geklappt. Zumal es auch keinem normalen Menschen einfallen kann, Holzstangen harmloser einzustufen, als Plastikrohre oder -stangen.
Wir fuhren zu acht im gemieteten TDI-Bulli nach Rostock, um abends noch mit einigen Rostockern zu feiern. Diese hatten für uns bereits zwei Hütten in Markgrafenheide (etwas außerhalb Rostocks) angemietet, wo wir dann übernachten sollten.
Gegen Mittag erreichte unsere arg dezimierte Truppe (ursprünglich wollten knapp 18 Leute an der Ostsee übernachten) das Stadion. Wegen einer Leichtathletik-Veranstaltung war der eigentliche Parkplatz jedoch belegt und wir parkten für schlapp 2 EURO an einer ehemaligen NVA-Kaserne. Von dort ging es mit allen Fahnen bepackt in Richtung Fanprojekt des FC Hansa. Anders als das Dortmunder Fanprojekt ist das Rostocker eine Art Dachverband der Hansa Fanclubs und verrichtet keine sozialpädagogischen Aufgaben. Ganz in Stadionnähe unterhält das FP ein Gebäude mit Biergarten und Bier-Ausschank. Sehr gemütlich und für die einheimischen Fans sicherlich eine willkommene Begegnungsstätte (darauf werden wir in Dortmund wohl noch 100 Jahre warten müssen). Wir vertrieben uns mit Gesprächen, Pils und Wurst die Zeit bis zum Einlass ins Stadion.
Gegen 13:30 Uhr machte sich dann eine große Gruppe Dortmunder auf dem Weg zum Gästeblock. Dort nahm uns der Ordnungsdienst nicht wirklich freundlich in Empfang und wies uns darauf hin, dass unsere Fahnen nicht erlaubt seien. Die einen waren zu groß, und die kleinen Fahnen enthielten die irre gefährlichen Plastikstangen. Wir sollten sie daher abgeben. Sämtliche Diskussionen brachten nichts ein, die Ordner zeigten sich recht arrogant und wollten auch nicht diskutieren. Auch ein Gespräch mit einem der anwesenden Oberordner brachte nichts ein. Wir wurden nur immer wieder auf die Bestimmungen hingewiesen, die wir jedoch erst am Stadion einsehen konnten. Auch unsere Hinweise darauf, dass wir im letzten Jahr eine Aktion absolut ohne Probleme durchgeführt hatten, blieben wirkungslos.
Anders als in Dortmund, ist es dem Rostocker Ordnungsdienst und wohl auch dem FC Hansa vollkommen egal, wie sich die Fangruppen im Vorjahr verhalten haben. Es werden schlicht neue Bestimmungen eingeführt und tadelloses Verhalten wird in nicht. Ganz im Gegenteil – da kann man sich als Gästefan nur noch veralbert fühlen. Überall wird einem erzählt, dass wegen Pyrotechnik Fahnen, Doppelhalter und ähnliches verboten seien. Verzichten Fangruppen darauf, wird ihnen trotzdem jegliches Material verboten. Wer wundert sich eigentlich noch darüber, dass Rauch immer wieder und überall gezündet wird? Im Gegensatz zu einer Fahne lässt der sich offensichtlich immer noch irgendwo verstecken. Ebenfalls gebe ich zu bedenken, dass Fahnen seit vielen, vielen Jahren zum Fußball gehören. Nun werden sie überall verteufelt, die Stadien werden immer steriler und die Stimmung auf den Rängen ebenfalls. England sollte uns ein warnendes Beispiel sein.
Die Stimmung wurde durch das arrogante Verhalten einiger Ordner recht aufgeheizt, und so ergab ein Wort das andere. Zwei Fans mussten nach Pöbeleien gegen die Ordner das Stadion wieder verlassen, ihre Eintrittskarte wurde einfach zerrissen. Einigen Leuten muss man nur etwas Uniform-ähnliches geben, und sie drehen vollkommen am Rad. Die Rostocker Ordner sahen aus wie eine Sondereinheit der Streitkräfte. Einem weiblichen BVB-Fan wurde der Eintritt verwehrt, weil sie einen Hansa-Rostock-Schal trug, den sie im Fanprojekt getauscht hatte. Auch ihr wurde die Karte abgenommen und zerrissen. Was sind das eigentlich für Stasi-Methoden, Herr Friedrich?
Die Fahnen und Doppelhalter mussten wir an einem Container deponieren. Dort wollte man jedoch nicht die Anzahl der abgegebenen Fahnen/DH bestätigen. Das dürfe man nicht und werde es deswegen auch nicht tun, war die lapidare Antwort. Also wurden die Fahnen/DH in drei großen Paketen im Container abgestellt und wir erhielten lediglich drei Quittungen für mehr als 100 Fahnen und Doppelhalter. Ich frage mich wirklich, was diese Leute anstellen, falls sie jemals international gegen italienische Vereine oder gar Roter Stern Belgrad spielen sollten.
Am Einlass wurden übrigens auch kleinen Kindern die gekauften Fahnen abgenommen. Selbst, wenn die Tücher an Holzstangen befestigt waren. Die waren dann aber statt des vorgeschriebenen Meters, eben 1,20m lang. Einfach lächerlich, wie sich die Herren Ordner am Eingang verhielten. Für die kleinen Kinder ist so etwas sicherlich absolut unverständlich.
In Rostock scheint es für die Spezialordner auch ein Spezialgesetz zu geben. Oder wie ist es zu erklären, dass Ordner die Personalien von Fans aufnehmen dürfen? Eigentlich ist es nur der Polizei erlaubt. Nur, wenn es ausdrücklich von einem Fan erlaubt würde, könnte der Ordnungsdienst dies tun. Eine Aufklärung über diesen Sachverhalt muss dann durch die Ordner zwingend erfolgen. In den Fällen, die ich beobachtete, war das aber nicht der Fall. Mir fehlten einfach die Worte, und bevor mir der Kragen platzte, betrat ich lieber den Block.
Erstmals – aufgrund der guten Erfahrungen der letzten Jahre – war der Gästeblock gut gefüllt, und wir konnten etwa fünf Fan-Busse aus Dortmund und Umgebung zählen. Zwei davon parkten plötzlich zwischen erstem und zweitem Einlass vor dem Gästeblock. Die anderen Busse waren jedoch nicht hereingeholt worden. Auf den ersten Blick konnte sich niemand einen Reim darauf machen.
Im Block hatten sich mal wieder alle Supporters und Desperados im unteren Teil versammelt. Nach kurzer Beratung beschlossen wir, nach oben unters Dach zu gehen, um den Schall auszunutzen. Leider gingen wir viel zu weit nach oben, so dass man durch eine Stufe und Geländer vom Rest des Blockes regelrecht getrennt wirkte. Die Stimmung war anfangs recht gut, aber irgendwie gelang es nur sehr selten, den Block zum mitmachen zu animieren. Der neueste Hit („Can’t take my eyes off of you!“-Cover) erfreut sich zwar großer Beliebtheit, aber die Frage muss gestellt werden, was das eintönige „lalala“ der Mannschaft bringt? Meiner Meinung nach ein gutes Lied, um zu feiern oder ein sinnlos schlechtes Spiel schön zu singen (Bochum), aber Auftrieb dürfte es der eigenen Truppe kaum geben.
Während des Spiels versuchte Gerrit noch den Nachbarblock zu animieren, aber die Rostocker wollten partout keine BVB-Lieder mitsingen. Irgendein jüngerer Fan versuchte sich unten im Block auf der Mauer.
Wie dem auch sei, in der Halbzeit entschieden sich fast alle, wieder nach unten zu gehen. Schon vor dem Spiel hatte ein sturzbetrunkener Rostocker nebenan immer wieder zu uns rüber gepöbelt, und zum Ende des Spiels wurde es immer schlimmer. Jetzt gesellten sich auch andere Gestalten zu ihm, und irgendwann flogen die ersten Bierbecher zu uns rüber. Die betrunkene Mutation gab nun alles und zündete eine BVB-Fahne (woher hatte er die denn?) an und warf sie zu uns in den Block. Danach eskalierte die Situation etwas. Becher flogen hin und her. Einige ganz Mutige traten gegen die Scheiben und forderten die Rostocker auf, rüber zu kommen. Nun trat das „Sonderkommando Friedrich“ auf den Plan und betrat den Block. Die Ordner nahmen an der Glaswand (auf unserer Seite) Stellung, und ein ganz wichtiger unter ihnen legte sich für jeden sichtbar seinen Mundschutz an. Auf die Frage, wen er damit denn jetzt beeindrucken wolle, fiel ihm nur ein böser Blick ein. Auf der anderen Seite erschienen ein paar jüngere Ordner, die aber nicht richtig einschritten.
Kurze Zeit später war das Spiel zu Ende. Wir verließen das Stadion. Auf dem Weg nach draußen wurde von den Rostockern, die nebenan gesessen hatten, weiter über den Zaun zu uns rüber gepöbelt und großspurig Schläge angedroht. Leider stiegen einige Dortmunder darauf ein und pöbelten munter zurück (natürlich nur hinter dem sicheren Zaun). Der Brandstifter wurde unterdessen von zwei Ordnern vernommen, die auch gleich seine Personalien aufnahmen. Eine Dortmunderin machte bei einem der Oberordner eine Aussage zu der Fahnengeschichte. Als ich sie fragen wollte, was denn los sei, kam Mr. Mundschutz und knurrte mich an, wie ein liebestoller Pitbull. Witziges Kerlchen irgendwie. Ich machte mich dann auf den Weg zum Container, um die Fahnen/DH abzuholen.
Plötzlich hörte ich von vorne lautes Geschrei. Eine große Menge BVB-Fans rannte durch die schmalen Eingänge zurück auf den Gästeblock-Vorplatz. Soweit ich sehen konnte, stürmte eine größere Gruppe Rostocker (beileibe nicht nur Hooligans) den Eingang und trieb die Dortmunder vor sich her. Einige Dortmunder begannen nun sich gegen die Angreifer zu verteidigen und schlugen diese offensichtlich in die Flucht. Wo war die Polizei? Die zog sich gerade auf dem Vorplatz in aller Ruhe um. Vor dem Eingang fanden sich einige wenige Polizisten ein und versuchten die beiden Gruppen auseinander zu halten.
Nach einigen Minuten hatte sich alles beruhigt, und die Polizei konnte dann auch gemächlich raus vor den Gästeblock und sich zwischen Rostocker und Dortmunder postieren. Ganz schön clever erst dann raus zu kommen, wenn alles vorbei ist. In meinen Augen haben die Sicherheitskräfte hier absolut versagt. Durch das aggressive Verhalten neben unserem Block hätten sie vorgewarnt sein müssen. Doch nichts dergleichen geschah. Die Rostocker Randalierer durften schalten und walten, wie sie wollten. Ein Dortmunder, der sich gegen die Angreifer verteidigte, wurde verhaftet, ein anderer lag blutüberströmt an der Seite. Ihn hatte es offensichtlich übel erwischt.
Man muss kein Prophet sein, um sich die folgenden Reaktionen vorzustellen. Die Dortmunder, die der Polizei bekannt sind und sich vorne schützend vor die vielen normalen BVB-Fans stellten, die sonst niemals durch die schmalen Eingänge hätten flüchten können, werden nun mit Stadionverboten und Anzeigen wegen Landfriedensbruch rechnen müssen. Sicherlich sind einige von ihnen nicht immer unbescholten gewesen während ihrer „Karriere“ als Fußballfans. Sie aber nun für diese Vorfälle zur Verantwortung zu ziehen, wäre sicherlich nicht nur in meinen Augen eine Farce. Was hätten sie denn in diesem Augenblick anderes tun können als sich zu verteidigen und die Angreifer zurück zu drängen? Es war keine Polizei da, um die Angriffe der Rostocker zu verhindern. Büßen müssen dafür wie immer wohl andere...
Einige jüngere Dortmunder sollten sich übrigens mal Gedanken darüber machen, ob es richtig ist, hinter der schützenden Glaswand und dem Zaun die Gegner anzupöbeln, ihnen Schläge anzudrohen, um dann als erste durch die Durchgänge zu flüchten und andere Fans in Gefahr zu bringen.
In meinen Augen trugen Polizei und Ordnungsdienst, die in keiner Sekunde deeskalierend wirkten, die Hauptschuld am Geschehen während und nach dem Spiel. Warum werden Leute nicht aus dem Block gezogen, die Gegenstände in den Gästeblock werfen und ständig provozieren? Gleiches gilt dann natürlich auch für unseren Block. Der Irrwitz mit den Holzstangen sollte auch mal überdacht werden. Schließlich wurden gerade diese Holzstangen gerne abgebrochen und nach uns geworfen. Durch den Bruch sind diese Stücke schön spitz und nicht wirklich ungefährlich. Man soll mir sagen, wie man das mit einem Stück Plastikrohr machen soll. Aber Hauptsache man hat eine absolut unsinnige Bestimmung knallhart durchgezogen und sich den Gästen gegenüber so feindselig wie möglich verhalten.
Nach diesem Zwischenfall wurden die nettesten Gerüchte laut. Überall sollten nun Horden von Rostockern und Berlinern (BFC Dynamo-Hooligans sollen vor Ort gewesen sein) auf uns warten. Daher hatten viele etwas Angst, den Block alleine zu verlassen, um zum Auto oder Bus zu kommen. Einzig Fanne zog mit ein paar befreundeten Rostocker Ultras zum Fanprojekt und trank dort mit ihnen, den Sturmvögeln und Suptras noch ein, zwei Bierchen. Wir anderen hatten uns von der Panik anstecken lassen und blieben auf dem Vorplatz.
Irgendwann stellte ein Mitfahrer fest, dass auf der Liste der Polizei nicht alle Busse aufgeführt waren. Die Busse der Away Sups Werdohl, Krombacher Freunde und Borussen-Bulldogs standen nach seiner Aussage nicht auf der Liste der Busse, die auf den Vorplatz gestellt werden sollten. Warum ausgerechnet diese drei Busse nicht? Warum sollten sich ausgerechnet die Vielfahrer durch den Rostocker Mob zu ihren Bussen schlagen? Nach einigen Diskussionen wurden jedoch auch diese Busse von der Polizei bereitgestellt. Einzig der Bus der Bulldogs fuhr noch nicht ab, da einer der Insassen beim Angriff der Rostocker verhaftet worden war. Man erklärte sich solidarisch und war nicht eher bereit abzufahren, bis er von der Polizei auf freien Fuß gesetzt wurde. Nach einigem hin und her und einem Telefonat mit den Dortmunder szenekundigen Beamten, wurde versichert, dass er unterwegs eingesammelt werden könne. Der Bus konnte abfahren, und wir anderen machten uns zu Fuß auf dem Weg zum Auto.
Unterwegs passierte gar nichts mehr. Wir begegneten ganzen zwei Rostockern. Das Auto war auch noch da, und wir fuhren zurück in Richtung Fanprojekt, um uns mit den Rostockern zu treffen. Diese trafen auch bald ein und brachten unseren Fanne gleich mit. Der hatte uns schon die ganze Hinfahrt damit begeistern können, dass wir Fußballfans sind und keine Geburtshelfer. Auch die Rostocker kannten diese Lebensweisheit nun zu Genüge.
Um uneingeschränkte Solidarität zu zeigen, hielten wir auf dem Weg zu unseren Behausungen noch beim „goldenen M“ an und aßen eine Kleinigkeit. Unterwegs hatte es zu regnen begonnen. Regen? Ach was, es schüttete wie aus Kübeln. Als wir endlich an unseren Hütten angekommen waren und unser Handgepäck entladen hatten, waren wir platschnass.
Die Hütten in Markgrafenheide sind übrigens richtig geil. Zwei Geschosse mit Platz für sechs Personen., Dusche, Heizung, Fernseher und ein Kühlschrank. Was will man mehr?
Acht Rostocker und genau so viele Dortmunder verbrachten hier nun einen wirklich netten Abend, auch wenn mich irgendwann für eine Stunde die Müdigkeit dahin raffte. Drei Suptras und fünf Baltic Boyz hatten ihren Spaß. Wir konnten ihnen wenigstens ein neues Getränk mitbringen. „Ruhrpott-Champagner“ erfreut sich nun auch in Rostock und Umgebung großer Beliebtheit. Die Vorfälle vom späten Nachmittag hatten keinerlei Auswirkungen auf unsere Stimmung. Wir wollen uns durch solche Chaoten nicht unsere guten Beziehungen vermiesen lassen. Allerdings zeigt dies auch, dass echte Fan-Freundschaften heute fast ausgeschlossen sind, weil es praktisch unmöglich geworden ist, die gesamte Fanszene dafür zu begeistern. Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch und eine nicht minder geile Party.
Der Rückweg am nächsten Morgen war dank vieler Staus ab Hamburg wesentlich beschwerlicher, und Dennis konnte nicht wählen. Wir anderen hatten schon vorher per Brief abgestimmt. Erst gegen 19:30 Uhr waren wir wieder in heimatlichen Gefilden. Trotzdem: Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder nach Rostock!
Geschrieben von Jens
BVB-News
20.05.12
Interview zur Wechselausstellung im Borusseum
19.05.12
Aufstiegsfinale in Wuppertal - der Live Ticker ist dabei
19.05.12
Videos Pokalfinale BVB - Bayern München


