Dat ham se sich verdient! - BVB (A) 2:2

Nach einer verkorksten ersten Halbzeit retteten in einer fulminanten Schlussphase Salvatore Gambino (80.) und Mehmet-Ali Sirin in der Nachspielzeit den BVB-Amateuren ein 2:2-Unentschieden gegen den Chemnitzer FC und bleiben somit auf dem 2.Tabellenplatz.

Nach dem 2:0-Erfolg in Dresden nahm Trainer Horst Köppel zwei Änderungen vor: Im Tor spielte anstatt Michael Ratajczak der spielberechtigte (!) Roman Weidenfeller und der in Dresden nur eingewechselte Kapitän Deniz Sahin ersetzte den verletzten Florian Thorwart (Knieverletzung von einem Stollen).
CFC-Trainer Matthias Schulz konnte wieder auf den besten Torschützen der Regionalliga Nord, Ersin Demir, zurückgreifen. Weitere bekannte Spieler aus dieser Mannschaft sind der Ex-Wolfsburger Goalkeeper Holger Hiemann, Stürmer Rainer Krieg sowie Mittelfeldspieler Ingo „Raab der Woche“ Walther.

Vor 875 Zuschauern entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Chemnitz, unterstützt von ca.150 mitgereisten Fans, hatte die erste Chance des Spiels, als Stürmer-Oldie Rainer Krieg einen Warnschuss abgab, den Weidenfeller allerdings gut parierte (4.). Drei Minuten später dann die erste Chance des Spiels für den BVB. Krontiris lässt eine Kopfballvorlage Achenbachs durch und der hinter ihm lauernde Gambino schießt nur haarscharf vorbei.
Das 0:1 resultierte dann aus einer schönen Einzelaktion des neuen Chemnitzer Mittelfeldregisseurs Cesar M’Boma, der seinen Gegenspieler wie Marcio Amoroso beim 2:0 gegen den AC Mailand düpierte und aus 16 Metern halblinker Position einschoss (33.). Vier Minuten später konnte Weidenfeller einen leicht abgefälschten Freistoss Meissners nicht festhalten und Ersin Demir erzielte das 2:0. (Der Film zum Freistoß HIER! (rechte Maustaste, Ziel speichern unter....)
Dieser Doppelschlag schien dem BVB schwer zu schaffen. Als zudem in der 41.Minute Bastian Pinske einen Handelfmeter verschoss, schien das Spiel gelaufen. Besonders bitter hierbei war die Tatsache, dass im Anschluss an den Elfmeterpfiff das 1:2 fiel, doch Schiri Detlef Thomßen wartete den Vorteil nicht ab. Außerdem musste Krontiris in Folge dieser Szene mit einer Verletzung raus. Er klagte über Schmerzen im Nasenbreich und Übelkeit. Mit Verdacht auf Gehirnerschütterung oder gar ein Nasenbeinbruch ging es für ihn ins Krankenhaus. Als Thomßen zur Halbzeit pfiff, konnte man den Frust über den bisherigen Spielverlauf in den Gesichtern der Akteure sehr gut erkennen.
Nachdem Rainer Krieg in der 51. Minute die Entscheidung aus freistehender Position verpasste, spielten nur noch die Borussen, angetrieben vom quirligen Leandro und dem agilen Gambino. Doch verdeutlichten zwei Szenen, dass der BVB sein Glück aus den vergangenen Wochen nicht mit ins heutige Spiel nahm: Sowohl Kapitän Sahin mit einem Kopfball (57.), als auch Gambino nach feiner Einzelaktion (75.) trafen nur das Aluminium. Spätestens hier war die Floskel „Glück muss man sich erarbeiten“ deplaziert, da man den Amateuren Einsatz und Willen wahrlich nicht absprechen konnte.

Doch in der 80. Minute beulte die Murmel das Netz endlich aus. Der bis dahin unglücklich agierende Odonkor tankte sich auf rechts durch, flankte auf den freistehenden Gambino, der nur noch einzunicken braucht. Nun warf der BVB alles nach vorne. Keeper Weidenfeller war auf Höhe der Mittellinie jetzt der letzte Mann. In der dritten Minute der Nachspielzeit wurde die unglaubliche Moral der Jungborussen endlich belohnt, als Bastian Pinske einen langen Ball per Kopf verlängerte und auf halblinker Position der eingewechselte Sirin einen Schritt schneller war als Hiemann. Sirin ließ sich nicht zweimal bitten und schoss den Ball zum viel umjubelten Ausgleichstreffer ein.
Danach pfiff der Referee das Spiel gar nicht erst wieder an und das Match war zu Ende. Während der Jubel auf Dortmunder Seite groß war, fielen die Chemnitzer erschöpft nieder, nachdem sie einen scheinbar sicheren Vorsprung noch verspielten.

Enttäuschend war nur der erneut mangelhafte Zuschauerzuspruch, obwohl die Stehplatzpreise für Mitglieder und Dauerkartenbesitzer um 50% reduziert wurden. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Leute diese Freude machende und freche Mannschaft entdecken. Vielleicht kommen in genau zwei Wochen (auch um 14 Uhr) mehr Zuschauer, um das Spiel gegen die SG Wattenscheid 09 mitzuerleben. Dazwischen steht allerdings noch das Spiel bei Preußen Münster sowie das Pokalspiel bei BW Gelsenkirchen (24.09.02, 19 Uhr, Sportanlage Schürenkamp, GE) an.

 

Die Stimmen zum Spiel:

Matthias Schulz (CFC):Es ist nicht einfach etwas zu sagen. Wir haben einen klaren Vorsprung aus der Hand gegeben. Wir haben den Gegner in der ersten Halbzeit klar beherrscht. Dazu hatten wir noch ein psychologisches Plus, dass Hiemann den Elfmeter gehalten hat. Was dann für mich nicht nachvollziehbar ist, dass man später mit so erfahrenen Leuten gegen eine junge Truppe mit Heißsporn nicht in der Lage ist einen Vorsprung zu halten. Ich bin enttäuscht, aber wir schauen weiter nach vorne.

Horst Köppel: Ich konnte in der ersten Halbzeit nicht zufrieden sein mit der Leistung meiner Mannschaft, das schmälert aber nicht die Leistung des Gegners. Chemnitz war besser in der ersten Halbzeit und wir haben leider verpasst den Elfer reinzumachen. Trotzdem habe ich versucht in der Halbzeit die Mannschaft aufzurichten und in der zweiten Hälfte haben wir dann anders gespielt. Wie unsere junge Mannschaft in der zweiten Hälfte gekämpft hat ist sehr gut und so ist unser Unentschieden im Endeffekt auch noch verdient, auch wenn es spät und glücklich war.

Roman Weidenfeller: Ich sah beim 2:0 nicht so glücklich aus, aber die Mannschaft hat gekämpft und sich diesen Punkt verdient.

BVB(A): Weidenfeller – Sahin, Sasy, Pinske, Leandro - Seggewiß (76.Jurkschat), Demel, Achenbach – Gambino, Krontiris (43. Sirin), Odonkor

Tore: 0:1 M’Boma (33.), 0:2 Demir (37.), 1:2 Gambino (80.), 2:2 Sirin (90.+3)

Zuschauer: 875 Schiedsrichter: Detlef Thomßen (Jever), war in Ordnung.

(Bilder: Tommes)

Geschrieben von Malte