Goldener Treffer durch Sahr Senesie – BVB II gewinnt 1:0 gegen Babelsberg
Im Nachholspiel der Regionalliga Nord gewann die zweite Mannschaft des BVB hochverdient durch einen Treffer des Torjägers Senesie in der 75. Minute gegen die Defensivkünstler aus Potsdam. Auf schwierigen Platzverhältnissen marschieren die Amateure weiter Richtung Tabellenspitze und liegen nur noch drei Zähler hinter Tabellenführer Wuppertaler SV und schon komfortable sechs Punkte vor der Qualifikationsgrenze zur eingleisigen 3. Liga.„Mit Willen und Leistungsbereitschaft drei wichtige Punkte gewonnen“, so umriss BVB-Trainer Theo Schneider den verdienten Sieg gegen SV Babelsberg 03. Sahr Senesie drückte es noch eindrucksvoller aus: „Es war ein super Spiel und wir werden heute noch richtig feiern“. 920 Zuschauer erlebten in der ersten Spielhälfte eine grandios aufspielende Amateurmannschaft. Trotz tiefem und morastigem Bodens, boten die Borussen engagierten Kombinations- und Tempofußball. Dagegen versuchten sich die Babelsberger als Defensivstrategen und agierten mit zwei Viererketten. Es mutete schon etwas verwunderlich an, als Gäste-Coach Dietmar Demuth die schlechten Platzverhältnisse für die defensive Haltung seines Teams in der anschließenden Pressekonferenz verantwortlich zeichnete. „Kick and Rush“, so Demuth, sei die einzige Möglichkeit auf diesem Platz zu agieren. Dass dies auch anders ging, zeigten eindrucksvoll die BVB-Amateure. Unter den Augen des genüsslich Zigaretten rauchenden Thomas Doll, zeigten die elf Borussen ein sehenswertes Kombinationsspiel. 1. Spielhälfte
Mit Markus Brzenska in der Innenverteidigung und Marc Andre Kruska im defensiven Mittelfeld, hatte die Zweitvertretung des BVB gleich zwei Verstärkungen aus dem Profikader in der Anfangsformation. In der 8. Minute strich knapp ein Kopfball von Senesie über die Latte. Ein überragender Sebastian Hille, der immer wieder mit gefährlichen Tempodribblings die Potsdamer Hintermannschaft in Verlegenheit brachte, hatte gleich drei Einschussmöglichkeiten, die er aber nicht konsequent abschließen konnte (11., 19., 20.). Hierbei agierte Ricken hinter den Offensivkräften Senesie, Nöthe und eben Hille als Ankurbler im Mittelfeld und hatte dabei immer ein Auge für die Situation, um die Abwehr des Gegners schlecht aussehen zu lassen. In der 23. Spielminute endlich auch ein Lebenszeichen der Babelsberger, die durch einen harmlosen Fernschuss von Dirk Jonelat auf sich Aufmerksam machten. Dadurch konnten sich auch endlich die ca. 25 mitgereisten Gästefans bei kalten Temperaturen am Spiel erfreuen, die von ebenso vielen Polizeikräften beobachtet wurden. Passend dazu entrollte dann der Dortmunder Anhang ein Transparent mit der Aufschrift „BABELSBERG 03? DA DREHN´ DIE BULLEN FREI! SOLIDARITÄT MIT DEN OPFERN VON POLIZEIGEWALT!“ Insgesamt war es von BVB-Seite eine stimmungsvolle Unterstützung, die teilweise im zweiten Spielabschnitt in ein Dauersupport über ging. Der BVB agierte in der ersten Spielhälfte mit mehr Aggressivität, besser in der Raumaufteilung, mit den größeren Spielanteilen und den besseren Chancen. Schüsse von Eggert, Kruska, Hille und Nöthe wurden entweder abgefälscht oder gingen knapp am Ziel vorbei. Doch dann eine erhebliche Schrecksekunde im Stadion Rote Erde. Nach einem Eckstoß in der 44. Minute, entschärfte BVB-Torwart Marcel Höttecke mit einer Glanzparade, den Kopfball des Babelsberger Stürmers Shergo Biran. Wäre dies ein Torerfolg der Gäste geworden, wer weiß, wie sich die Partie entwickelt hätte. Allerdings wäre eine Gästeführung nach den bis dato gezeigten Leistungen ungerecht gewesen. 2. Spielhälfte
Nach zehn Minuten Leerlauf in der zweiten Spielhälfte, war es Sebastian Hille, der mit einem satten Kopfball-Lattenknaller das Signal auf Sieg setzte. Fortan nahmen die Borussen wieder das Tempo aus den ersten 45 Minuten auf und setzen die Gäste unter Druck. Mit der Einwechslung von Stürmer Omerbegovic in der 68. Spielminute für den ausgepumpten Christopher Nöthe, zwang man die Potsdamer förmlich in die Knie. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung hatte Omerbegovic auch das 1:0 auf dem Fuß, aber verzog knapp aus 20 Metern Torentfernung. Wie ein regelrechter Frühlingswind im kalten Dezember agierte Omerbegovic fortan und sorgte für Riesenalarm in der Gäste-Hintermannschaft. Nachdem Christian Eggert mit einem Fernschuss nur hauchdünn das Gehäuse verfehlte, machte es der Torjäger vom Dienst – Sahr Senesie – viel besser. Aus 16 Metren Torentfernung zog er einfach mal ab und der Ball schlug unhaltbar für Gäste-Hüter Carsten Busch im Babelsberger Netz ein (75.). Ausgerechnet Senesie, der Mann der sich für die 1:0-Führungen der vergangenen Spiele verantwortlich zeigt. Er ist momentan in bestechenden Form und stellt somit auch eine Alternative für den Profikader dar. „Es war ein Geduldsspiel und es war klar, dass wir irgendwann das Tor machen würden“, so ein glücklicher Senesie. „Schon im Hinspiel wurde das deutlich und heute waren wir klar besser“, ergänzt der sympathische Spieler. In der 80. Minute dann ein kleiner Schock für die komplette Trainerbank. Senesie wird übelst gefoult und versucht nach einer Behandlungspause weiter zu machen. Obgleich er auf die Zähne beißt und von den Fans unterstützt wird, muss er schließlich in der 85. Minute ausgewechselt werden. „Ich habe starke Schmerzen an der Achillesferse und muss mal schauen, was das gibt. Ich hoffe, es ist nicht ganz so schlimm“, umreißt der Torschütze des golden Treffers seine Verletzungssituation. Mit Großkreutz kommt ein defensiver Spieler auf den Rasen, um den 1:0 Vorsprung zu sichern. Als dann Schiedsrichter Marek Preuß um 20.49 Uhr die Partie abpfeift, jubelt ein ganzes Stadion, das komplette Schneider-Team und die Verantwortlichen des BVB, allen voran der unermüdlich engagierte Amateur-Manager Heinz Keppmann: „Was die Jungs gezeigt haben, nicht nur heute, sondern die gesamte Saison, ist keine Selbstverständlichkeit. So etwas ist ganz hart erarbeitet. Ein Kompliment an den Trainer und die Mannschaft“. Noch keine Vertragsverlängerung mit Theo Schneider
Auf die Frage, wann denn der auslaufende Vertrag mit BVB-Coach Theo Schneider verlängert würde, wollte sich Keppmann nicht äußern. Auskunftsfreudiger zeigte sich da schon Schneider selbst. „Bisher ist noch keiner auf mich zu gekommen. Es gab schon anfragen von Traditionsvereinen der 3. Liga“. Ob das mit den noch nicht abgeschlossenen Vertragsgesprächen zwischen Geschäftsführer Watzke und dem Gespann Zorc und Doll zusammen hängt bleibt abzuwarten. In Fankreisen wird schon munter diskutiert, warum Theo Schneider nicht sogar für die erste Mannschaft infrage käme. Wer mit der jüngsten Mannschaft der Regionalliga Nord und Süd einen solch tollen Fußball anbietet, sich vielleicht für die eingleisige dritte Liga qualifiziert und zudem Talentschmiedemeister ist, verdient eigentlich eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Ein solch qualifizierter Trainer wird von anderen Clubs gerne gefunden.
Trainerstimmen
Dietmar Demuth (Babelsberg 03):
„Kompliment an beide Mannschaften. Es war ein schlechter Platz und ließ eigentlich nur kick and rush zu. Wäre unser Kopfball kurz vor der Pause nicht so glänzend abgewehrt worden, vielleicht hätten wir was mitgenommen. Wir fahren somit ohne was nach Hause. Weiterhin viel Erfolg für Dortmund“.
Theo Schneider (BVB):
„Es war heute das erwartet schwere Spiel. Dazu die Platzverhältnisse. Wir sind technisch stark und mussten die Bedingungen annehmen. Es war in der ersten Halbzeit phasenweise gut gespielt von uns. Nicht konsequent genug haben wir den Torerfolg gesucht. Auch ich muss den tollen Reflex von Höttecke kurz vor der pause herausstellen. Wir haben in der zweiten Halbzeit wieder Druck aufgebaut. Das Tor von Sahr fiel zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben verdient gewonnen. Wir haben mit absolutem Willen und Einsatz gewonnen. Riesenkompliment für die Spielweise. Man kann auf das sehr stolz sein. Wir müssen uns nun in der Rückrunde wieder alles hart erarbeiten. Für mich sind die Fans beim BVB wirklich einmalig. Da ist ein toller Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans“.
Statistik
BVB: Höttecke – Hillenbrand, Brzenska, Hünemeier, Schmelzer – Kruska, Eggert – Ricken – Hille (88. Njambe), Senesie (85. Großkreutz), Nöthe (68. Omerbegovic)
Babelsberg: Busch – Jonelat, Mauersberger (78. Neubert), Rudoplh, Hartwig (46. Hatira), Frahn, Lukac, Stiefel, Biran (73. Moritz), Zenk, Laars
Tor: 1:0 Senesie (75.)
Gelbe Karten: Eggert – Mauersberger, Rudolph, Frahn
Zuschauer: 920 (Stadion Rote Erde)
Schiedsrichter: Marek Preuß
Geschrieben von Markus B.
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