Osnabrück und der BVB – das geht 2009 irgendwie gar nicht

Und schon wieder in Osna verlorenNachdem die Profis sich vor einigen Wochen an gleicher Stelle eine peinlich Pokalpleite leisteten, durfte heute Dortmunds II an der Bremer Brücke antreten. Viel besser ergehen sollte es auch Ihnen nicht. Mit einigen Personalsorgen war die Mannschaft nach Osnabrück gereist, denn mit Koch, Hornschuh und Götz musste Theo Schneider gleich drei Spieler an die die „Erste“ abgeben.

Das Spiel vor 9.700 Zuschauern (darunter wieder gut 350-400 Anhänger der Dortmunder Amateure, die einen tollen Dauersupport hinlegten) hatte gerade begonnen und man hatte es sich noch gar nicht richtig bequem gemacht, als dem BVB Anhang auch schon das Herz in die Hose rutschte. Nach einem kapitalen Abwehrfehler stand eine Lila-Weißer plötzlich allein vor Höttecke, war aber wohl zu überrascht, um den Ball im Tor unterzubringen. Kurze Zeit später war es die VfL Abwehr, die den Ball nach einer Ecke nicht klären konnte. Doch auch hier fand sich niemand, der den quer durch den Strafraum laufenden Ball im VfL Gehäuse unterzubringen vermochte. Die Gastgeber waren zu diesem Zeitpunkt klar spielbestimmend, während sich die Borussia auf Konter verlegte und sich so in der 13. Minute eine erneute Torchance erspielte, die Osnabrücks Keeper gerade noch klären konnte.

UvdA-Support at its bestGroßes Geschrei zur Mitte der ersten Halbzeit. Was war passiert? Hasenbogvic war der Ball im Strafraum an die Hand gesprungen und alles, was lia-weiß im Herzen oder sonst wo trug, forderte einen Handelfmeter. Doch der gute, wenn auch manchmal etwas kleinlich agierende, Schiedsrichter Steinberg lies das Spiel weiterlaufen. In dieser Situation von Absicht zu sprechen, hätte der Spielsituation nun wirklich nicht entsprochen. In dieser Phase des Spiels kam der BVB dank der vielen Konzentrations- und Abspielfehler auf Seiten der Gastgeber besser ins Spiel und konnte mehrfach gute Konter einleiten, wusste aber nicht, sie konsequent zu Ende zu spielen. Ab der 38. Minute machte der VfL Dauerdruck und schnürte den BVB in der eigenen Hälfte ein, so dass in der 40. Minute selbst der glänzend aufgelegte Höttecke nicht mehr helfen konnte und Lindemann das 1:0 für die Gastgeber erzielte. Als wäre die personelle Situation nicht schon schlimm genug, musste in der 41. Minute auch noch Gincek nach Foulspiel ausgewechselt werden. Für ihn kam Kullmann in die Partie. Pünktlich mit dem Pausenpfiff gelang dem BVB dann doch noch der Ausgleich. Sobiech erzielte ihn per Kopf nach einer Flanke.

Kurze Hoffnung nach Lasses AusgleichstrefferAuf den Rängen ging der erste Durchgang klar an den Anhang des BVB, der mit einer deutlich kleineren Fanschar dennoch den Takt im Stadion bestimmte und die komplette erste Halbzeit hindurch laut zu hören war.

Der zweite Durchgang begann wie der erste: Wieder die zweite Minute, wieder ein kapitaler Schnitzer in der Defensive und wieder wieder Glück, dass die Gastgeber das Geschenk dankend ablehnten. Wiederholt wurde das ganze noch noch einmal in Minute 54, doch auch dieses Geschenk lehnten die Hausherren ab und testeten lieber die Funktionalität das Ballfangzauns vor der Osttribüne, die in Osnabrück Kurve heisst. Auf Seiten der Osnabrücker Fans gab es dann zu lesen „Dieses scheiß Geld macht unseren Sport kaputt.“ Eine Minute Später kombinierten die Gastgeber schön und direkt, direkt was auch direkt gefährlich wurde, doch Höttecke bewahrte die Mannschaft, mal wieder, vor einem erneuten Rückstand. Anschließend wurde von den Osnabrückern noch ein weiteres Transparent gezeigt: München – Stuttgart – Dortmund – Bremen: Wie lange noch wollt Ihr Traditionsmannschaften den Platz wegnehmen?“ Das alle Jahre wieder diskutierte Thema „Reservermannschaften in den höheren Spielklassen.“.........

Tyrala wie immer sehr engagiertNach einer Stunde und ein paar Minuten wusste sich Sobiech nicht mehr anders zu helfen, als Siegert im Strafraum klar zu foulen. Den von Heidrich getretenen Strafstoß kann Höttecke noch berühren, doch seine klasse Reaktion kann nicht verhindern, dass der Ball im Tor einschlägt. Somit führten die Gastgeber wieder mit 2:1. Zwanzig Minuten vor dem Ende fällt die endgültige Entscheidung, als der Ball nicht konsequent aus der Gefahrenzone geklärt werden konnte und Kotuljac den Ball zum 3:1 für den VfL Osnabrück ins Dortmunder Tor befördert. Der BVB war damit endgültig geschlagen und auch im Gästeblock war es nun deutlich ruhiger. Welche Motivation der VfL Anhang allerdings hatte, sich dann mit „Dortmund, wir hören nichts.“ hervorzutun, bleibt wohl das ewige Geheimnis eben jener. War es doch der VfL Anhang, der, vor allem im zweiten Durchgang, minutenlang geschwiegen hatte.

Der Einsatz stimmte jedenfallsAufgegeben hatten sich die schwarzgelben Youngsters allerdings noch nicht. In Minute 76 gab es nach einer schönen Kombination ein gute Chance, doch, mal wieder, wurde diese nicht zielstrebig genug gesucht und genutzt. Zwei Minuten später gab es eine Freistoßchance für den BVB, zwanzig Meter vor dem Osnabrücker Gehäuse. Hünemeier tritt und tritt ihn gut, so dass der Osnabrücker Keeper ihn mit Mühe und Not noch parieren (Berbig faustete ihn gegen die Mauer) konnte. Mit etwas Glück wäre der Ball von der Mauer wieder ins Tor gerollt, doch das sollte der Mannschaft nicht gegönnt sein. Eine weitere Freistoßchance gab es in der 83. Minute halbrechts vor dem Osnabrücker Tor, doch der Ball landete direkt in Armen des Osnabrücker Keepers. Fünf Minuten vor dem Ende hatte Höttecke dann noch einen unrühmlichen Auftritt, als er meinte, mit einem zweiten Ball, der auf das Feld gerollt war, einen Ordner abschießen zu müssen. Zu recht sah er dafür die gelbe Karte. Mit dem Schlußpfiff war es dann noch einmal Kotuljac der den Ball mit dem letzten Konter des Spiels in das Gehäuse von Höttecke schlenzte und damit den 4:1 Endstand herstellte.

Ein Endstand, den Theo Schneider in der anschließenden Pressekonferenz als zu hoch empfand. Er sagte aber auch, dass es halt nicht reicht, nur 60-70 Minuten guten Fussball zu spielen, nur um sich dann in den restlichen 20 Minuten alles wieder kaputt machen zu lassen, was man sich zuvor aufgebaut hatte.

Schweigeminute auch an der Bremer BrückeMit dieser Niederlage ist die Mannschaft wieder auf einen Abstiegsplatz gestürzt, es gilt auf jeden Fall, in diesem Jahr noch ein paar Punkte zu ergattern, um eine noch einigermaßen große Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

Statistik:

VfL: Berbig -Engel - Barletta – Nickenig (82. Stang) - Krük – Siegert - M. Heidrich – Hansen (54. Lejan) Lindemann – Bencik (67. Kotuljac) - D.Schmidt

BVB II: Höttecke - Vrzogic - Sobiech - Hünemeier - Evers - Hille (77- Boztepe) - M. Großkreutz - Hasanbegovic - Piossek (73. Oscislawski)- Treude – Ginczek (43. Kullmann)

Zuschauer: 9700, darunter ca. 400 aus Dortmund

Schiedsrichter: Florian Steinberg (Korntal)

kha, 21.11.2009