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Warmlaufen - 18.01.2018

Süßes oder Saures?

Überraschungsei im OlympiastadionDer Gang ins Stadion fühlt sich momentan an wie das Öffnen eines „Überraschungseis“: Die geballte Spannung, während du die Schokoladen-Hälften sanft öffnest, um das innenliegende Spielzeug freizulegen. Was wird es wohl werden? Das Auswärtsspiel, was du dir sehnlichst wünscht? Oder doch nur das, was du diese Saison schon mehrmals gesehen hast?

Am Freitagabend (20:30 Uhr) trifft Borussia Dortmund im Berliner Olympiastadion auf Hertha BSC. Die Vorzeichen stehen anders, als noch beim Aufeinandertreffen in der Hinrunde. Für beide Mannschaften geht es zur Eröffnung des 19. Spieltages nur darum, den Start in die Rückrunde nicht zum Fehlstart reifen zu lassen. Die alte Dame verlor zuletzt am Samstag gegen den VfB Stuttgart unglücklich durch ein Eigentor (Niklas Stark, 78.). Der BVB lieferte sich einen Tag später einen torlosen Tanz mit dem Wolf und verpasste es erneut, die Patzer der Konkurrenz zum eigenen Vorteil auszunutzen.

Keine leichte Aufgabe für Stöger und TeamDas Gastspiel im Olympiastadion dürfte aber auch für das Trainerteam um Peter Stöger einige Fragezeichen bereithalten. Unter der Federführung Pál Dárdais avancierte der Berliner Sportclub zwar zu einem gereiften Bundesligaverein, der seine Zugehörigkeit im Mittelfeld der Liga gefunden haben sollte –für eine erneute europäische Qualifikation sind die Leistungen in dieser Saison bisher aber zu inkonstant. Die Auftritte der Berliner Hertha sind, ähnlich den unseren, eine gemischte Tüte. Wird es eine saure Kirsche, oder ein süßes Lakritz?

Darüber hinaus ist die Terminierung dieses Kräftemessens zwischen dem Viertplatzierten BVB (29 Punkte) und der auf Rang elf hausierenden Hertha (24 Punkte) äußerst unglücklich: Der BVB hat die kürzeste Pause, die möglich war – das Abendspiel am Sonntag und nun die Eröffnung des Spieltags am Freitag, was für nahezu jeden Anhänger von Schwarz-Gelb ärgerlich sein dürfte. Die kürzeste Route von Stadion zu Stadion sind nicht weniger als 480 Kilometer, was den ein oder anderen Urlaubstag zur Folge haben dürfte.

Wieder Stürmer? Alexander IsakWelches Spielzeug wir am Freitagabend in der Hauptstadt aus dem Ei zaubern, ist ungewiss. Stöger ist noch nicht lange genug da, um der Mannschaft seine Vorgaben und gewünschten Automatismen eingeimpft zu haben. Das war beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg zu sehen, aber auch nicht anders zu erwarten. Mit einem ähnlich dominanten Auftreten der Borussia wie im Hinspiel (2:0, 67% Ballbesitz, 18 Schüsse) dürfte im Olympiastadion momentan nicht zu rechnen sein. Das wäre als positive Überraschung – und als Eckpfeiler auf dem Weg zu alter Stärke – einzuordnen.

Kevin, 18.01.2018


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