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Spielbericht Amateure - 15.01.2018

Kein Erfolg gegen Boss und Bender

Ausgangslage:

Daniel Keita-Ruel gegen Patrick Mainka

Borussia Dortmund II trifft in ihrem ersten Testspiel im neuen Jahr auf einen alten Bekannten: Die Fortuna aus Köln kennt der eine oder andere Fan noch aus der Drittligasaison 2014/15. Nur Co-Trainer David Solga ist allerdings von der damals angetretenen Mannschaft noch beim BVB (Flores und Sauerland waren zwar im Drittligakader, spielten aber überwiegend in der U19).

In den beiden Spielen konnte die Amas nur einen Punkt sammeln, dafür lernten unsere Redakteure einen ganz besonderen Kölner kennen: Klaus Ulonska, der im Jahr 2015 überraschend verstarb. Auch schwatzgelb.de trauerte um den „sympathischsten Fußballpräsidenten der Welt". In Spielbericht und Nachruf wird deutlich, welchen Eindruck er auf die Fans machte, sodass ich mir sicher bin, dass er mindestens in den Herzen der Fortunen (und wenn es nicht gegen Borussia Dortmund geht auch mindestens bei den Redakteuren, die ihn kennenlernen durften) weiterhin mit seinem Glücksschal auf der Tribüne sitzt.

Als Testspieler dabei: Armin Pjetrovic

Im Gegensatz zu Borussia Dortmunds Amateuren, die erst am 10. Februar mit dem Nachholspiel in Verl wieder in den Ligabetrieb starten, geht die 3. Liga für Fortuna Köln schon am 20.01. gegen Carl-Zeiss Jena wieder los. Während die Vorbereitung für Fortuna Köln schon am 4.1. startete, begannen die jungen Borussen ihr Training erst 4 Tage später, am 8. Januar. Drittligist gegen Regionalligist, letztes Testspiel gegen erstes Testspiel. Auf dem Papier war das schon mal ein dickes Plus für die Fortuna aus Köln.
Es gab aber auch positives auf Seiten der Borussia: Nach den Abgängen von Lars Dietz (Union Berlin) und Oliver Steurer (FC Heidenheim) fanden ein paar Namen ihren Weg zurück in den Kader: Dominik Reimann, der mit im Trainingslager der Profis war, hat seine Magen-Darm-Erkrankung auskuriert. Junior Flores fand seinen Namen auf dem Spielbogen wieder, Balint Bajner kehrte zurück und auch Jonas Arweiler stand nach seiner Thrombose das erste Mal wieder im Kader.
Ein neues Gesicht war auch in den Reihen. Gastspieler Armin Pjetrovic fiel vor Anstoß vor allem durch ein dickes Pflaster am Kopf auf. Auf Nachfrage erklärte Patrick Mainka, dass sich der 21-Jährige beim Training im Duell mit Amos Pieper einen Cut zugezogen hatte. Der Innenverteidiger ist derzeit vereinslos und hat bis zum Sommer 2017 bei TuRu Düsseldorf in der Oberliga Niederrhein gespielt.

Erste Halbzeit

Sören Dieckmann gegen Daniel Keita-Ruel

Die erste Halbzeit begann etwas schleppend. Die Mannschaften tasteten sich gegenseitig ab ohne dabei nennenswert gefährlich vors Tor zu kommen. Hätten wir einen Amateurfunk schalten dürfen, hättet ihr in den ersten 10 Minuten wohl nur zu hören bekommen, wie wir versuchten die Spielernamen der Fortunen zu erkennen und Flachwitze über diese zu machen (Natürlich waren wir die ganze Zeit Ernst. Wie die Nummer 2 von Köln). Jan Siewert qualifizierte sich mit Kommentaren wie „Amos muss sich öffnen" und „Amos pressen", auch für eine Zweitbeschäftigung beim Amateurfunk. Wäre da nicht immer zeitgleich dieser Trainerjob...
Ab der 15. Minute gab es dann auch etwas mehr auf dem Platz zu sehen. Freistoß für die Amas, wie immer eine Aufgabe für Massimo Ornatelli. Wenn das Lattenkreuz nur ein paar Zentimeter höher angebracht wäre, wäre es mal wieder ein wunderschönes Freistoßtor gewesen. So zwar ein schöner Schuss, aber leider kein Tor.
Nach dem Freistoß ging es dann für die Fortuna ganz schnell. Der Angriff lieg schneller als die Borussen hinter den Ball kommen konnten und am Ende war es Dieckmann, der entschieden genug verteidigte und so die Flanke in die Mitte erlaubte. Dort stand Kegel, der seinem Namen leider keine Ehre machte. Statt umgekegelt zu werden, schoss er den Ball an Dominik Reimann vorbei ins Tor (17. Minute).
Zwei Minuten später dann ein kurzer Schreckmoment: Massimo Ornatelli bekam einen Pressschlag aufs Sprunggelenk ab. Was sehr schmerzhaft aussah, stellte sich doch als harmlos heraus und der 31-Jährige konnte weiterspielen.

Voller Einsatz: Massimo Ornatelli

Fortuna Köln erkannte, dass die linke Abwehrseite um Sören Dieckmann und Amos Pieper wohl die etwas schwächere Seite war, sodass sie überwiegend über ihre rechte Seite versuchten in den Strafraum der Dortmunder zu kommen. Vorerst bereitete dies aber keine Probleme für Dominik Reimann.
Nach etwa einer halben Stunde gab es dann eine Ecke für die Amateure, die allerdings keine wirkliche Gefahr mit sich brachte. Kurz danach eine Großchance für Pulido: Wieder ging es über die rechte Seite der Fortunen und sie nahmen die Dortmunder Abwehr mit zwei Spielern auseinander. Glück für die Borussen, dass der Ball nicht im Tor landete. Janni Serra hatte kurze Zeit später die größte Chance der Amateure auf dem Fuß, als er frei vor Boss auftauchte. Sein Schuss ging aber knapp neben das Tor des Keepers, sodass die Zweitvertretung mit einem 0:1 Rückstand in die Kabine ging.

Zweite Halbzeit
Zur zweiten Halbzeit wurde vor allem bei den Borussen fröhlich gewechselt. Torhüter Reimann, Kapitän Mainka, Dieckmann, Bockhorn, Eberwein und Ornatelli blieben zum Duschen in der Kabine und machten Platz für Eike Bansen, Gastspieler Armin Pjetrovic, Chato, Rückkehrer Arweiler sowie Boadu und Kampetsis. Mit der Auswechslung von Mainka klärte sich auch die Frage nach dem zweiten Kapitän: In Halbzeit zwei trug David Sauerland die Kapitänsbinde. Auch Fortuna Köln wechselte: Für Theisen, Pulido und Keita-Ruel kamen Kyere, Kessel und Bröker.

Comeback Nr. 1: Jonas Arweiler

Wie in der ersten Halbzeit waren auch die Minuten 45-55 eher ereignislos. Das Highlight war wieder neben dem Platz. Der amerikanische Shootingstar Junior Flores wärmte sich intensiver auf, war also das erste Mal seit dem Testspiel gegen Bielefeld im Oktober kurz davor eingewechselt zu werden.
Auf dem Platz machte Armin Pjetrovic in der 55. Minute darauf aufmerksam warum er derzeit bei den Amas vorspielen darf: Ungeachtet der Schmerzen, die ihn vielleicht erwarten könnten, klärte er einen Angriff souverän mit seinem verpflasterten Kopf. Dieser eiserne Wille übertrug sich wohl auch auf den Rest der Mannschaft. Es gab ein paar schöne Kombinationen, beispielsweise über Sauerland, Arweiler und Pflücke, die allerdings noch zu inkonsequent agierten. Kegel war wohl nicht so angetan vom Aufspielen der Borussen, denn nach einem Foul an Pflücke sagte er (ich zitiere): „Lass ihn liegen, meine Fresse".
Danach gab es wieder viele Wechsel bei der Fortuna: Ernst, Pazurek, Kegel, Brandenburger, Scheu und Dahmani gingen und für sie kamen Röcker, Andersen, Kurt, Ceylan, Falahen und niemand geringeres als Lars Bender.
In der 59. Minute dann endlich die Einwechslung des amerikanischen Supertalents: Junior Flores kam für Ametov. Nach einer weiteren schönen Kombination kam Jonas Arweiler zum Schuss. Die zugerufene Anweisung „Tor machen!" von Jan Siewert konnte Arweiler in seinem ersten Spiel nach der Thrombose nicht umsetzen. Dafür aber Chato, der den abgeprallten Schuss ins Tor schob. 1:1 nach einer knappen Stunde.

Comeback Nr. 2: Balint Bajner

Kurz nach dem Tor wurde der BVB wieder gefährlich, dieses Mal über Pflücke und Flores, letzterer schoss den Ball allerdings knapp über das Tor. Patrick Pflücke verabschiedete sich nach dieser Aktion und machte Platz für Balint Bajner, der seit Mitte August wieder einen Vertrag bei Dortmunds Zweitvertretung hat. Er fügte sich direkt mit einem Foul am Gegenspieler ein. Da er dafür keine Karte bekam musste sein Mitspieler (wir wollen keine Namen nennen) allerdings nicht um seinen Rekord im kürzesten Comeback (Platzverweis eine Minute nach der Einwechslung) fürchten. Die nächste Chance gab es wieder in Person von Junior Flores. Wer weiß, wenn er so weiter spielt darf er sein Können vielleicht doch mal im Ligabetrieb zeigen. Wir würden es dem sympathischen US-Amerikaner gönnen.
Rund 10 Minuten vor Schluss sah Kyere gelb und der BVB bekam einen Freistoß in aussichtsreicher Position. Da Massimo Ornatelli nicht mehr auf dem Platz stand, durfte Bouali schießen. Der Freistoß ging in die Mauer, aber es gab eine gute Nachschusschance. Diese hielt der Torwart like a Boss.
Inzwischen war Patrick Mainka (laut eigener Aussage nach der Dusche und der Sauna) zu uns gestoßen und kommentierte das Spiel ein wenig mit. In der 82. Minute dann Eckstoß für den BVB, der nichts einbrachte. Trotzdem war dieser nicht folgenlos: Ähnlich wie beim 0:1, schaltete Fortuna schneller als alle Dortmunder um, hatte somit viel Raum. Und unter Mainkas Kommentar „Nicht aufgepasst", erzielte Kessel das zweite Tor für die Kölner. Kurz vor Ende lief Arweiler frei auf Boss zu und hatte den Ausgleich auf dem Schuh, allerdings merkte man dem jungen Dortmunder die fehlende Spielpraxis an. Er wirkte ziemlich aus der Puste, sodass er den Schuss nicht im Tor unterbringen konnte. Es blieb am Ende beim 1:2 aus Dortmunder Sicht.

Fazit

Am Ende Stand eine 1:2 Niederlage - nur Chato (rechts) traf

Am Ende kann man von einem ordentlichen Testspiel sprechen. Mit einer Abwehr, die noch nicht wirklich eingespielt ist, kann man gegen einen höherklassigen Gegner, der am Ende der Vorbereitung ist, auch mal höher verlieren. Die Mannschaft von Jan Siewert ließ den Kopf nicht hängen und kämpfte bis zum Ende. Neben der Freude über die Rückkehr von Arweiler malen wir vor allem hinter Bajner und Flores ein dickes Pluszeichen.
Ein kleines Minus steht wahrscheinlich auf der linken Abwehrseite, aber im Gegensatz zum Kapitänsduo Mainka/Sauerland sind Dieckmann, der in der Hinrunde lang verletzt war, und Pieper, der immer nur ein Backup für Mainka und Steuerer war, noch nicht wirklich eingespielt. Auch der Testspieler Pjetrovic zeigte eine ordentliche Leistung.
Nach dem ersten Testspiel kann man also optimistisch in die Zukunft schauen. Und seien wir mal ehrlich: Gegen eine Mannschaft, die Lars Bender eine knappe Stunde auf der Bank sitzen lässt, darf man als Regionalligist schon mal verlieren.

Weiter geht es am 18. Januar gegen den Altonaer FC auf dem Kunstrasenplatz am Volksparkstadion in Hamburg.

Statistik
Jan Siewert konnte mit der Leistung zufrieden seinBVB II: Reimann (46. Bansen) – Dieckmann (46. Chato), Mainka (46. Pjetrovic), Pieper, Sauerland – Bockhorn (46. Arweiler), Ametov (59. Flores) – Pflücke (64. Bajner), Eberwein (46. Boadu), Ornatelli (46. Kampetsis) - Serra

Fortuna Köln: Boss - Ernst (58. Bender), Menz (84. Eichhorn), Theisen (45. Kyere), Pazurek (58. Röcker) - Kegel (58. Andersen), Brandenburger (58. - Kurt) - Scheu (58. Ceylan), Dahmani (58. Falahen), Pulido (45. Kessel) - Keita-Ruel (45. Bröker)

Tore:
0:1 Kegel (17.)
1:1 Chato (61.)
1:2 Kessel (83.)

Gelbe Karten:
Kyere (79.)

Nici, 15.01.2018


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