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Warmlaufen - 13.01.2018

Der Schwatzgelb.de Sechserpass zum Rückrundenstart

So darfs gerne gegen den nächsten Plastikclub weitergehenMaurice: „Ich schieße mal los: Die Winterpause war meiner Meinung nach viel zu kurz, um gravierende Änderungen zu erwarten. Schon am Ende der Hinrunde war ersichtlich, dass Stöger die Spieler auf Positionen einsetzen möchte, in denen diese sich wesentlich wohler fühlen als in denen unter Bosz. Allumfassende taktische Änderungen dürfte es dementsprechend auch gegen Wolfsburg nicht geben. Stattdessen wird man wohl wieder auf eine Formation setzen, die mehr defensive Stabilität garantiert - gerade daran wurde auch im Trainingslager gearbeitet. Mit Piszczek kehrt ein Spieler in die Mannschaft zurück, der aufgrund seiner Erfahrung ein großer stabilisierender Faktor sein kann. Denn gerade auf diese wird es ankommen, nachdem wieder einmal beide Linksverteidiger im Kader nicht zur Verfügung stehen. Ich würde mir hier mal wieder etwas mehr Mut wünschen, auch mal einen Spieler aufzustellen, der noch über wenig Profierfahrung verfügt, aber dafür gelernter Linksverteidiger ist - das hat uns früher einmal ausgezeichnet. Da die letzten Heimspiele gegen Wolfsburg eigentlich immer recht gut aussahen, tippe ich auf einen knappen BVB-Sieg.“

Sascha: „Kann ich mich eigentlich anschließen. Der Kader an sich ist von der Zusammenstellung her ja auch so, dass er für ein 4-3-3 oder einer Spielart konzipiert wurde. Die Akzente liegen eindeutig in der Offensive und mit Spielern wie Pulisic, Yarmolenko oder auch Sancho auf den Außenbahnen muss die Spielweise auch ziemlich flügellastig sein. Egal wie der Trainer heißt, er kann eigentlich nur an einzelnen Faktoren arbeiten und die Reihen auf dem Platz anders staffeln oder die Spielstatik mit einzelnen Personalentscheidungen variieren. Am auffälligsten vermutlich auf der Sechs mit der Wahl zwischen Sahin oder Weigl. Ansonsten wird es eher der "altbekannte" BVB sein, der einfach tiefer steht als über weite Strecken der Hinrunde. Kriegt man die Baustelle auf links halbwegs passabel erledigt, sollte eine konzentrierte Leistung reichen. Einerseits hat man bei dem Namen "VfL Wolfsburg" zwar immer noch ein bisschen die Zeiten mit Grafite und Dzeko, oder auch 14/15 mit Vizemeisterschaft und Pokalsieg im Kopf, aber seitdem haben die sich einfach zu einem ziemlich biederen Mittelfeldclub mit Blickrichtung nach unten entwickelt. Absolut ein Gegner, den man zuhause schlagen muss, wenn man in die Champions-League einziehen will.“

Scherben: „Man sollte Wolfsburg nicht unterschätzen. Die haben unter Schmidt einen enormen Sprung gemacht. Nicht unbedingt in der Tabelle, wo einen die vielen Unentschieden nicht unbedingt nach oben spülen, aber auf dem Platz schon. Nicht umsonst haben sie ja etwa auch in München oder in Gelsenkirchen gepunktet.“

Baustelle Linksaußen - auch Kapitän Schmelzer verletztSeb: „Wolfsburg kann ich überhaupt nicht einschätzen. Unter Jonker hätte ich gesagt, schlagen wir die definitiv, jetzt gehe ich zwar auch von einem Sieg aus, weil wir mehr Qualität haben, aber wie schwer es wird, keine Ahnung. Viel wird von unserer Form abhängen, die ich genauso wenig einschätzen kann wie die Wolfsburger. Die Trainings- und Testspieleindrücke aus dem Trainingslager haben da auch keine Klarheit geschaffen. Während Schürrle und Dahoud sich toll im Training präsentieren, ist vor allem bei Schürrle dann gegen Fortuna Düsseldorf wieder völlig der Wurm drin. Isak genau das Gegenteil: In beiden Testspielen mit ordentlichen Laufwegen, anspielbar, strahlt hin und wieder Gefahr aus, bringt Mitspieler in Position. Das bietet er im Training nur sehr selten an. Beeindruckt haben mich Toljan, Kagawa, Sancho und Sahin beim fünf gegen fünf. Was die auf engem Raum gezeigt haben, hob sich deutlich von allen anderen Fünferteams ab. Ich würde mir alle vier in der Startelf wünschen, Bürki ist gesetzt. Auch wenn Piszczek sehr wichtig ist, er war lange verletzt. Mein Wunsch wären Beste und Toljan auf den AV-Positionen. Da Beste aber nicht mit im Trainingslager war, spielt er wohl keine Rolle in den Überlegungen von Stöger. Die Verteidigung dürfte somit so aussehen: Toljan, Toprak, Sokratis, Piszczek. Davor wird Stöger auf Weigl setzen, obwohl Sahin mehr angeboten hat. Dann ist die Frage, welches System sich letztendlich durchsetzt. In den Testspielen sah es ja auch immer mal nach 4-1-4-1 / 4-3-3 aus. Die offensive Viererreihe wird wohl Pulisic, Kagawa, Götze/Castro, Yarmolenko lauten. Hier würde ich mir etwas Mut wünschen und mal Sancho, Kagawa, Götze/Castro, Pulisic ausprobieren. Sollten weder Götze noch Castro matchfit sein, würde ich gerne mal einen Dahoud in Trainingsform in der Startformation sehen. Im Sturm natürlich Auba.“

Lionard: „Rein vom Gefühl her war für mich das Trainingslager ähnlich "unbeschwert" wie die letzten Jahre (außer die letzte Kloppsaison) auch. Nach den zwei gewonnenen Ligaspielen und den Rückkehrern wird wahrscheinlich schon optimistisch auf das Spiel gegen Wolfsburg geschaut. Wichtig scheint mir vor allem die Personalie Piszczek zu sein. Ich glaube immer wieder, dass er was die defensive Stabilität angeht, noch unterschätzt wird. Natürlich wäre es naiv zu behaupten, dass nur aufgrund seiner Verletzung die Pleitenserie losging, aber es trug sicherlich dazu bei.“

Sascha: „Piszczek mag ich sehr gerne, trotzdem bin ich ein bisschen verwundert, wie viel Hoffnung mit ihm verknüpft wird. Vor seiner Verletzung wurde häufiger drauf hingewiesen, dass es altersbedingt langsam Zeit wird, auf dieser Position nachzulegen und er hatte auch in einigen Szenen deutliche Schwierigkeiten, beim Umschalten seinen Gegenspielern wieder zu folgen. Ihm wird dabei vermutlich sehr entgegen kommen, dass Stöger bei weitem nicht so hoch stehen lässt wie Bosz, glaube aber, dass er sich mittlerweile entweder auf Defensiv- oder Offensivaufgaben beschränken sollte und defensive Stabilität zu Lasten offensiver Qualität gehen wird. Also entweder sicherer hinten, oder Unterstützung für Yarmolenko. Dass er beides zusammen noch wirklich gut hinbekommt, bezweifel ich kräftemäßig.“

Lionard: „Das Problem ist natürlich, dass wir abgesehen von Toljan keinen weiteren Rechtsverteidiger haben. Schmelle, Durm und Guerreiro spielen vorzugsweise links und in Toljan sehe ich noch keinen gleichwertigen Ersatz von Piszczek, dafür macht er noch zu viele Fehler im Stellungsspiel, wenn ein Gegner mit Tempo auf ihn zuläuft..“

Dafür ist Piszczek auf rechts wieder dabeiLarissa: „Ich sehe Durm auch eher als Linksaußen. Der zeigte im zweiten Testspiel eine durchaus ordentliche Leistung, besonders unter Berücksichtigung der langen Ausfallzeit. Ist mit seiner Vorgeschichte allerdings natürlich noch kein Kandidat für 90 Minuten. Wäre aber in Anbetracht von Schmelles wiederentdeckter Anfälligkeit schon ganz gut, wenn der mal wieder vollends auf die Füße kommt.“

Sascha: „Hat halt, genau wie Toljan, auf links den Nachteil des "fußverkehrten" Außenverteidigers. Ist die Frage, ob Stöger das mag. Für meinen Geschmack ist das seh berechenbar, wenn der Gegner weiß, dass da keine Flanke aus dem Lauf folgen kann und der Spieler eh erst umlegen muss.“

Seb: „Für Durm kommt meiner Meinung nach ein Einsatz noch zu früh. Wenn Stöger meint, dass er schon weit genug ist, ist er sicherlich eine Option für hinten links. Die Leistungen im Trainingslager waren tatsächlich sehr ordentlich. Vor allem auch die Kombination mit Sancho davor, sah gut aus.“

Sascha: „Warum ist eigentlich die gute, alte Doppelsechs kein Thema mehr, wenn mehr Defensivstabilität gewünscht wird? Ein Sahin könnte dort neben Weigl für eine größere Absicherung sorgen, zum anderen stehen einem bei Sahin und Weigl mit Götze oder Kagawa davor viele Möglichkeiten zur Spielgestaltung offen. Ein Sahin kann lange Bälle bei Balleroberungen spielen, Weigl die kurzen Stafetten bei Ballbesitz. Götze oder Kagawa davor können beide selber was machen, oder den "Durchstecker" spielen.“

Lionard: „Ich vermute einen Sechser und einen Spieler in der offensiven Viererreihe, der sich etwas weiter nach hinten orientiert, so wie gegegen Wagerem in der 1. Halbzeit wahrscheinlich Castro. Ich glaube auch nicht, dass Stöger die Mannschaft nun plötzlich wieder relativ blind nach vorne spielen lässt und das finde ich auch gut so. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass wir eine etwas offensivere Grundordnung sehen als gegen Mainz und Hoffenheim. Natürlich war die Vorbereitung nicht lang, aber Stöger traue ich schon zu, in dieser Zeit taktisch einiges aufzuarbeite“

Julian Weigl hat wohl auf der Sechs die Nase vornSeb: „Die Spielweise von Sahin und Weigl ist sicherlich sehr verschieden, aber sie stehen beide in einem ähnlichen Raum. Eigentlich bräuchte man einen Gündogan, den man mit Weigl oder Sahin spielen lassen kann. Dann wäre man sehr variabel. Ein 4-2-3-1 wäre meiner Meinung nach vielleicht sogar für Kagawa oder Götze optimal, weil es dann so etwas wie eine 10er-Position gibt. Allerdings müsste man sich dann auch zwischen Kagawa und Götze entscheiden. Kagawa war in letzten Spielen einer der besten, Götze vor seiner Verletzung. Im 4-3-3 wäre Platz für beide.“

Maurice: „Ich habe mittlerweile so grundsätzlich meine Zweifel, was Sahin betrifft. Er hatte viele größere Verletzungen, er spielt bereits seit er 16 1/2 Jahre alt ist und schneller wird er auch nicht werden. Gerade in der letzten Hinrunde fand ich teilweise schockierend, was er für einen Bewegungsradius hatte und wie langsam er ist. Gut, langsam war er schon immer.“

Lionard: „In manchen Spielen, zum Beispiel Monaco Heim war er (obwohl man das Spiel natürlich nicht komplett bewerten kann) für mich ein Lichtblick.“

Larissa: „Um mal von der Sechserdiskussion wegzukommen... ich wäre vorne links tatsächlich für Sancho anstelle von Yarmolenko. Letzterer wirkte aus irgendeinem Grund im Training immer noch ziemlich platt. Hatte in den Testspielen seine Momente, aber auch ziemlich was verdaddelt. Sancho gefiel mir richtig gut, der hätte eine Chance verdient. Außerdem zeichnete sich Yarmolenko bis jetzt nicht unbedingt durch defensive Motivation aus, was bei der aktuellen LV-Situation wohl nicht gerade das nonplusultra wäre. Ob das bei Sancho anders wäre, steht natürlich in den Sternen, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Aussicht auf weitere Einsätze motivierend wirkt.“

Maurice: „Sancho wäre zum Beispiel so eine mutige Entscheidung. Und Pulisic endlich wieder rechts.“

Sascha: „Womit man dann ohne Yarmolenko aber auch die letzte körperliche Komponente aus der Offensive nehmen würde. Bei Auba, Sancho, Pulisic, Kagawa/Götze dort, kann man Zweikämpfe und Kopfballduelle von vornherein vergessen. Kagawa vielleicht ausgenommen. Der Rest dürfte von der Wolfsburger Defensive locker weggefrühstückt werden, wenn es körperlich wird. Das macht es dann für die eigene Abwehr auch nicht unbedingt einfacher, wenn beide Reihen davor kaum in die Zweikämpfe kommen und dort schon was abfangen können.“

Sancho könnte ein überraschendes Element in der Offensive seinSeb: „Lange Bälle brauchst du dann hinten wirklich nicht rauspöhlen. Da bekommen wir keinen einzigen Kopfball, kann man höchstens auf den zweiten Ball spekulieren. Defensiv wären vor allem Standards das Problem. Ansonsten hat Sancho es gegen Fortuna Düsseldorf sehr ordentlich gemacht, den Gegner im Mittelfeld zu stellen, um Dahoud zum Ballgewinn zu verhelfen. Da liefen dann auch ein paar ansehnliche Konter über Dahoud und Kagawa, die dann aber meist in vorderster Front versandeten. Wolfsburg wird vermutlich vor allem körperlich versuchen, uns den Schneid abzukaufen. Andererseits weiß ich nicht, ob ein Yarmolenko da einen riesigen Unterschied macht und irgendwie habe ich auch den Anspruch, dass wir eine Mannschaft, die auf Platz 12 steht und nur vier Punkte vor den Abstiegsrängen liegt, vor Herausforderungen stellen auf Grund unserer Stärken. Die gestellten Herausforderungen sehe ich mit Pulisic und Sancho am größten, weil es unberechenbarer ist. Ich halte Geschwindigkeit für eine bessere Waffen gegen Wolfsburg als einen weiteren Spieler, der halbwegs gut im Kopfballspiel ist.“

Sascha: „Unterm Strich sehe ich es ähnlich. Kämpferisch werden wir eh nur gegen wenige Mannschaften aus der Liga eine Schnitte haben, weil dem körperlichen Aspekt in der Kaderplanung auch relativ wenig Beachtung geschenkt wurde. Das wird nie unser Erfolgsrezept. Dann sollten wir die Kräfte auf den Tempobereich konzentrieren, weil wir dort echte Stärken und Vorteile gegenüber anderen Mannschaften haben. Dem Gedanken mit der Doppelsechs mag ich trotzdem nicht völlig beiseite schieben, auch wenn ich nicht glaube, dass Stöger darauf setzt.“

Lionard: „Sehe ich auch so. Wenn man sich unseren Kader im Mittelfeld anguckt, sind vielleicht Weigl (mit Einschränkungen), Rode und Yarmolenko dazu in der Lage, vom Körper und der Spielanlage die meisten Zweikämpfe zu gewinnen.“

Zusammenfassung: Ein leichtes Spiel erwartet niemand. Dass Wolfsburg in München und GE nicht verloren hat, sollte ein deutliches Warnzeichen sein. Andererseits konnte unser Gegner auch seine Spiele gegen Mannschaften wie z.B. Mainz oder Hamburg nicht gewinnen und steht zurecht im Mittelfeld. Taktische Wunderdinge sind auf Seiten des BVB eher nicht zu erwarten, der Schlüssel wird allerdings darin liegen, ob man eine angemessene Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Durchschlagkraft findet. Gelingt das, sollte man das Spiel gewinnen können.

So könnten Sie nach Redaktionsmeinung spielen: Bürki - Durm, Toprak, Sokratis, Piszczek - Weigl, Dahoud - Sancho, Götze/Kagawa, Pulisic - Aubameyang


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