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Im Gespräch mit ... - 19.12.2017

David Sauerland: Ich glaube, der Rechtsverteidiger liegt mir am besten

Ihr habt nach einer längeren „Schwächephase“ wieder dreimal in Folge zu Null gewonnen. Was hat geholfen, aus dieser Minikrise herauszukommen?

Acht Spiele waren das, glaube ich. Da haben wir nur einmal gewonnen.

Ja, in Wiedenbrück, 4:0…

Genau, zwischendurch einmal 4:0 und dann wieder… (lacht). Ich glaube, dass wir in dieser Phase auch viele Spielausfälle hatten, so dass wir nicht richtig in den Rhythmus gekommen sind. Ansonsten haben wir einfach immer weiter an uns gearbeitet. Der Trainer hat uns gesagt, was wir können und was wir besser machen müssen. Das hat die letzten drei Spiele ganz gut geklappt, da haben wir wieder gewonnen.

Was geht einem so durch den Kopf, wenn es in so einer Phase heißt „Spiel ist abgesagt“?

Das ist immer blöd, weil man sich die ganze Woche vorbereitet und es sich ja immer erst am Freitag oder Samstag entscheidet. Man trainiert, denkt eigentlich, dass gespielt wird und dann steht man Samstag morgens auf und hat die Nachricht auf dem Handy „Spiel fällt aus“. Das ist ärgerlich, wie schon gesagt, man kommt dann in keinen richtigen Rhythmus. Es ist viel einfacher, wenn man jede Woche spielt und nicht wieder eine Woche spielfrei hat. Dann schaltet man vom Kopf auch wieder ab. Ich glaube, dass wir dadurch viele Punkte gelassen haben.

Vermeidest du da mittlerweile komplett den Blick auf die Tabelle, da es im Prinzip ja nichts aussagt?

Es ist halt einfach doof, wenn man draufschaut und alle anderen haben schon 20 Spiele und man selbst erst 17. Klar, ich gucke da schon drauf, aber es ist halt nicht aussagekräftig. Ich glaube, wir stehen aber ganz gut da, haben 31 Punkte geholt. Das ist ganz ordentlich.

Klassenerhalt…

Der ist fast schon eingetütet. (lacht)

Wie wird grundsätzlich auf Spielabsagen reagiert? Habt ihr dann frei oder trainiert ihr? Und wie intensiv?

Wir wissen meistens erst am Spieltag selbst, dass wir nicht spielen. Meistens schreibt der Trainer dann in die Gruppe ‚zum Training kommen‘ und in der Regel simulieren wir dann ein Spiel elf gegen elf und versuchen so, im Rhythmus zu bleiben. Das wird dann mit der typischen Spielhärte simuliert.

Dann wollen wir mal ein bisschen in deine Vergangenheit gehen: Wie war das für dich, als der BVB angeklopft hat? Hast du damit gerechnet?

Jeder kleine Junge hat diesen Traum. Ich habe mit fünf schon gesagt, ich will Fußballprofi werden. Ich habe trotzdem nie damit gerechnet, dass es auch so kommt – gut ich spiel jetzt Regionalliga (lacht). Das kam für mich schon überraschend. Ich kannte auch schon viele Jungs von Dortmund, weil ich in der Westfalenauswahl gespielt habe und dann war ich auch in der Nationalmannschaft. Ich habe mich einfach gefreut. Für mich war es eigentlich direkt klar, dass ich zum BVB gehe und nicht zum S04 oder so.

Wie lief das dann damals? Wie hat man dir da den Einstieg erleichtert?

Ich komme ja aus Münster und wohne da auch noch. Für mich, und vor allem auch für meine Mutter, war es wichtig, dass man es so verbindet, dass es auch mit der Schule läuft. Hannes Wolf war dann bei mir zu Hause und hat mir viele Möglichkeiten gegeben, dass ich diesen Schritt realisieren konnte. Es gab zum Beispiel einen Fahrdienst, man hat mich zu Hause abgeholt. Ich wollte nicht ins Jugendhaus, weil ich mit 16 noch zu Hause bleiben wollte. Hannes Wolf hatte dafür Verständnis und dann wurde das so organisiert.

Wie verläuft die Ausbildung beim BVB? Also wie versucht man, die sportlichen und schulischen Aspekte unter einen Hut zu bekommen?

Viele, die jetzt in Dortmund wohnen und zur Schule gehen, gehen ja auf die Gesamtschule in Brackel. Das ist die Kooperationsschule von Dortmund, aber eben für diejenigen, die in Dortmund wohnen. Wenn man außerhalb wohnt, sucht man sich die Schule selber aus. Ich war zum Beispiel in Münster ganz normal auf der Gesamtschule und habe dort mein Fachabitur gemacht. Der BVB hat da keinen Einfluss genommen, ich habe das einfach ganz normal schulisch durchgezogen, wie jeder andere auch.

Also wurdest du da eher mit dem Fahrdienst unterstützt…

Genau. Das war halt perfekt. Ich hatte bis 16:00 Uhr Schule, dann direkt danach Training. Ich waroft erst so um 21:30 Uhr zu Hause. Das war manchmal hart. Jetzt, wo ich nur noch Fußball spiele, ist das angenehmer.

Nils Petersen hat vor kurzem gesagt, dass er verblöde. Wie siehst du das für dich, absolvierst du irgendwie eine Ausbildung oder ein Studium neben dem Fußball?

Hat er das gesagt, ja?

Ja. Er ‚verblöde seit zehn Jahren.‘

Ich muss sagen, ich habe mir da auch schon Gedanken darüber gemacht. Ich spiele seit zweieinhalb Jahren nur Fußball und mache nichts mehr für meinen Kopf. Ich möchte auf jeden Fall noch etwas neben dem Fußball machen, falls es nicht bis ganz oben klappen sollte. Also studieren oder eine Ausbildung machen. Ich glaube schon, dass es wichtig ist, nicht nur zum Training zu gehen und danach zu Hause Fifa zu spielen oder Fernsehen zu schauen. Für viele macht es Sinn, nebenbei noch etwas zu machen. Es gibt ja auch viele, die etwas machen, Patrick Mainka, studiert ja auch. Viele studieren – ich nicht (lacht).

Also hast du noch keinen konkreten Plan…

Nein… ich glaube, dass das alles viel zu schnell geht im Fußball, das kann man nicht planen. Es kommt, was kommt.

Ist es dir prinzipiell wichtig, noch ein berufliches Standbein neben dem Fußball zu haben?

Ja, in zweierlei Hinsicht: Wenn man jetzt so viel Geld mit Fußball verdient, dass man nie wieder arbeiten muss, fände ich es glaube ich langweilig, da mit 35 irgendwo zu sitzen und sich zu fragen, ‚was mache ich jetzt?‘ Für mich wäre es wichtig, da nebenbei irgendetwas zu machen. Ich möchte nicht mit 35 sagen ‚Ich habe zwar viel Geld, aber ich mache nichts mehr aus meinem Leben.‘ Dafür ist das Leben zu schön. Und für den Fall, dass man mit 35 noch nicht ausgesorgt hat, ist es sicher auch sinnvoll noch ein weiteres Standbein zu haben. (lacht)

Vor einigen Jahren fiel in deinem Zusammenhang auch die Bezeichnung „der neue Götze“. Hat dich das genervt oder eher angespornt? Hast du das überhaupt mitbekommen?

Ja, schon. Das war, als wir das U17-Finale gewonnen haben und ich zwei Tore geschossen habe. Ich weiß im Endeffekt nicht, ob es mir geholfen hat oder nicht. Wenn so etwas geschrieben wird, denkt man als junger Typ vielleicht zu viel darüber nach und denkt ‚Oh, ich bin jetzt ein ganz Großer!‘. Vielleicht habe ich dadurch ein bisschen weniger gemacht. Viele Leute haben mich darauf angesprochen, jetzt immer noch, viel geholfen hat es mir nicht.

Warum blieb dir dann trotz dieser Vorhersagen der große Durchbruch bis jetzt verwehrt?

Wieso mir das verwehrt geblieben ist… keine Ahnung (lacht). Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht reicht‘s auch einfach nicht. Man muss ja nicht um den heißen Brei herumzureden. Vielleicht hat es in den entscheidenden Situationen einfach nicht gereicht. Ich habe mich natürlich auch verletzt. Aber das sagt sich immer so leicht und wirkt dann wie eine Ausrede. Bislang hat es auf jeden Fall noch nicht gereicht – ich hoffe natürlich, dass es doch irgendwann klappt.

Du hattest gerade schon die Verletzung angesprochen, mit deinem Mittelfußbruch hast du ja schon eine größere Verletzung hinter dir. Trainierst du mittlerweile anders oder triffst du irgendwelche Vorkehrungen um das Risiko, speziell von muskulären Verletzungen, zu minimieren?

Ich hatte sogar schon mehr, als nur den Mittelfußbruch. Ich hatte schon einen Muskelfaserriss und einen Bänderriss – so wie irgendwie jeder Fußballer. Wenn man älter wird, dann kommt das von alleine. Ich bin jetzt öfter im Kraftraum als früher, gerade auch, weil ich mehr Zeit habe. Ich habe früher auf Sachen wie zum Beispiel Krafttraining oder Dehnen nicht so viel Wert gelegt. Deswegen glaube ich schon, dass ich da mittlerweile mehr präventiv mache als früher.

Du bist deutscher B-Jugend und A-Jugend Meister geworden und hast beide Male auch im Finale gespielt. Wie unterscheidet sich die Vorbereitung auf so ein Finale von anderen Spielen? Unterscheidet sich das überhaupt?

In der A-Jugend war es ja so, dass ich da den Mittelfußbruch hatte…

Da hast du, glaube ich, zwölf Minuten gespielt.

Genau. Da war ich erst eine Woche wieder im Training. Und in der B-Jugend: Das war mein erstes Jahr bei der Borussia. Das war einfach etwas Besonderes. Ich glaube, es war bis jetzt das schönste Jahr, dass ich bei Borussia Dortmund hatte, weil einfach alles irgendwie gepasst hat. Ich habe mich in der Mannschaft total wohlgefühlt, der Trainer war super.
Die Vorbereitung auf das Finale war natürlich etwas anders. Wir haben damals in Leipzig gespielt, ein riesen Stadion. Da waren dann trotzdem nicht so viele Fans da. Man war aufgeregt und es war natürlich gut, dass wir am Ende dann gewonnen haben.

Hat man dann einen anderen Tagesablauf vor dem Finale oder versucht man in der Woche davor, den Gegner noch intensiver zu analysieren?

In der Woche davor ist es auf dem Platz schon ein anderes Gefühl, weil alle im Bauch ein bisschen angespannter und im Training noch aktiver sind. Alle geben mehr Gas, das merkt man schon. Am Spieltag ist es, weil wir beide Male abends gespielt haben, schwer, den ganzen Tag bis zum Spiel zu überbrücken. Man frühstückt zusammen, dann noch ein kleines Anschwitzen oder so. Eigentlich isst man an solchen Tagen nur. Nach dem Anschwitzen gibt es dann schon Mittagessen, dann noch Kaffee und Kuchen und dann spielt man eben Abends.

Hat Hannes Wolf ein bisschen versucht, euch die Anspannung zu nehmen?

Ja klar. Ich weiß jetzt zwar nicht mehr genau, was er gesagt hat, aber ich glaube, er hat immer so etwas gesagt wie: „Wenn wir das Finale verlieren, ist das trotzdem ein tierischer Erfolg, dass wir so weit gekommen sind.“. Aber im Endeffekt gibt man sich ja nicht mit dem zweiten Platz zufrieden, deswegen haben wir eben beide Finals gewonnen.

Wenn man dann im Finale auf dem Platz steht, hast du da besondere mentale Strategien? Gegen Hoffenheim lagt ihr ja zwischenzeitlich recht hoch in Führung, wie hält man da die Spannung hoch und verhindert, dass man selbstgefällig wird?

Sobald man auf dem Platz steht, spielt man Fußball. Wenn man die ersten 5 Minuten spielt und dann drin ist, dann ist es wie ein normales Fußballspiel. Die Anspannung vorher ist zwar tierisch groß, aber man muss einfach alle Angriffe konsequent unterbinden, dann kommt der Gegner auch nicht ran.


Du hast ja auch Youth League gespielt. Ist das Niveau dort anders?

Es ist vergleichbar würde ich sagen. Ich habe nur ein Jahr Youth League gespielt. Wir haben damals gegen Arsenal London gespielt, die waren richtig gut. Dann haben wir gegen Anderlecht gespielt, die waren auch richtig, richtig gut. Galatasaray Istanbul fiel gegenüber den beiden anderen etwas ab.

Ich glaube, wenn die bei uns in der A-Junioren Bundesliga West gespielt hätten, dann wären London und Anderlecht auch oben mit dabei, aber Istanbul eher nicht.

Dann kam der altersbedingte Aufstieg zu den Amateuren. Wie sehr unterscheidet sich die Junioren Bundesliga von der Regionalliga?

Ich bin ja schon als Altjahrgang A-Jugend zu den Amateuren damals. Damals war Wagner noch Trainer, aber es hat nicht so funktioniert mit mir und der U23. Ich habe nicht viele Spiele gespielt und habe mich dann entschieden, wieder zur U19 zu gehen.

Vor anderthalb Jahren kam ich dann fest zur U23, zu Daniel Farke. Es ist schon ein Unterschied. Ich habe den Schritt damals nicht so richtig ernst genommen, aber die Regionalliga ist einfach körperlicher. Es ist ein Unterschied, ob man gegen einen 18-jährigen spielt oder gegen einen 32-jährigen, der ziemlich breite Schultern hat und größer ist als man selbst. Auch die Erfahrung ist ein Unterschied. Man sieht es diese Saison zum Beispiel: Wir sind spielerisch besser und dann macht man einen Fehler und schon steht es 1:0 für den Gegner.

Du bist in dieser Saison vom Mittelfeld auf die Rechtsverteidigerposition gerückt. Wenn man die Jugend verfolgt hat, fällt auf, dass du schon viele unterschiedliche Positionen gespielt hast. Was würdest du sagen, welche Position liegt dir am besten?

Ich hätte es auch nicht gedacht, aber ich glaube, der Rechtsverteidiger liegt mir am besten.

Ich habe eigentlich, seitdem ich Fußball spiele, nur im Zentrum gespielt, entweder auf der 6, auf der 8 oder auf der 10. Und dann hat der Trainer mich in der Vorbereitung einfach mal als Rechtsverteidiger aufgestellt und das funktioniert ganz gut. Ich befasse mich momentan auch gar nicht mit dem Zentrum. Wenn ich mir Gedanken mache, was ich noch besser machen kann, dann denke ich nur an die Rechtsverteidigerposition.

Wie unterscheiden sich die Positionen? Gibt es spezielle Übungen im Training, die du jetzt besonders für die Rechtsverteidigerposition machst?

Für mich war es eine große Umstellung, weil im Zentrum die Defensivarbeit anders ist. Die ist natürlich wichtig, aber als Rechtsverteidiger noch entscheidender.
Die Grundprinzipien, wie man sich als Rechtsverteidiger verhält, kannte ich. Ich musste aber lernen, wie man in der Viererkette verschiebt. Da hatte ich dann zum Glück Patrick Mainka an meiner Seite, der mich manchmal auch echt lang gemacht hat. (lacht) Da habe ich viel und schnell gelernt. Als Rechtsverteidiger ist es außerdem wichtig, dass man gute Flanken spielt. Die trainiere ich jetzt natürlich häufiger, als wenn ich im Zentrum spiele. Sonst ist nicht so viel anders.


Du schaust dir also keine Lehrvideos an?

Nein, aber wenn ich zwischendurch mal Fußball gucke, dann beschäftige ich mich nicht mehr, wie früher, mit Spielern, die im Zentrum spielen, sondern schaue auf den Rechtsverteidiger. Das ist dann die Umstellung.

Also betreibst du beim Fußball schauen auch Videostudium?

Ein bisschen. Ich glaube, dass man von den ganz großen lernen kann, wenn man sich das anschaut.

Wenn du sagst, dass dir die Außenverteidigerposition am besten liegt, kristallisiert sich das wohl als Stammposition heraus. Auf dieser Position herrschen ja auch bei den Profis verletzungsbedingt oft Engpässe. Hast du das Gefühl, dass du jetzt näher am Profikader bist?

Nein. Die Situation bei Dortmund ist, dass dort Weltklassespieler vorhanden sind, gerade auch auf dieser Position. Deshalb mache ich mir nur Gedanken über die U23, was nach oben kommt, kann ich nicht beeinflussen.

Deine letzten Trainer waren Wolf, Farke und Siewert. Wie unterscheiden die drei sich?

Im Endeffekt sind sie alle Fußballtrainer. Zu Hannes war noch eine etwas engere Verbindung, weil ich damals Jugendspieler war.
Farke und Siewert unterscheiden sich im System. Farkes System war sehr stark auf Ballbesitz ausgerichtet und Siewert legt sehr viel Wert aufs Umschaltspiel. Sobald wir den Ball haben versuchen wir tief zu gehen und schnell Tore zu erzielen.
Viel Ballbesitz ist zwar auch schön, aber ich glaube, jetzt spielen wir sehr attraktiven Offensivfußball.

Und menschlich?

Ich verstehe mich mit allen dreien sehr gut.

Wer hatte den größten Einfluss auf dich?

Auf jeden Fall Hannes Wolf. Jan Siewert kenne ich erst seit einem halben Jahr und Hannes hatte ich zwei Jahre lang als Trainer. Ich glaube, weil ich in dieser Zeit sehr jung war, war die Entwicklung dort am größten und da hat er mir sehr geholfen.

Nach den vielen personellen Änderungen im letzten Sommer, bist du in der U23 quasi schon einer der „alten Hasen“, weil du schon relativ lange im Verein bist. Hat sich dadurch deine Rolle verändert?

Ich glaube, letztes Jahr waren noch viele Spieler da, die schon länger dabei waren. Da hab ich auch nicht so viel gespielt wie dieses Jahr. Wenn man fast jedes Spiel macht, ist die Rolle schon anders und wenn dann ältere Spieler, wie Massih Wassey oder Hamadi Al Ghaddioui, den Verein verlassen wird die eigene Rolle automatisch etwas größer.

Insgesamt nimmt Patrick Mainka als Kapitän auf dem Platz eine sehr führende und laute Rolle ein.

Man hat das Gefühl, dass bei euch in der Mannschaft eine sehr gute Stimmung herrscht. Wie integriert ihr Neuzugänge?

Das ist bei uns nicht so ein großes Problem. Wir sind ja alle sehr jung und haben dann ähnliche Interessen. Dadurch werden alle schnell integriert. Und dann haben wir ja noch ein paar verrückte Köpfe dabei, das macht es einfacher.

Wie hat das bei Massimo Ornatelli geklappt? Der ist ja schon etwas älter als die meisten.

Der ist vom Kopf noch jung (lacht laut). Mit ihm ist das auch sehr einfach, obwohl er vielleicht ein paar Jahre älter ist.

Als Mannschaft ist man mit Training und Spielen sehr oft beisammen. Verbringt man da auch privat noch Zeit miteinander?

Ich komme ja aus Münster und bin dann eher weniger dabei, aber die Leute, die hier in Dortmund wohnen, verbringen auch privat Zeit miteinander. Wenn ich in Dortmund wohnen würde, wäre ich wahrscheinlich auch öfter dabei. Jetzt gerade war ich auch noch mit Janni unterwegs. Wenn wir zum Beispiel spät vom Spiel wieder kommen, dann übernachte ich auch öfter in Dortmund bei einem Freund.

Im Sommer haben einige Spieler die Mannschaft verlassen. Hast du noch Kontakt zu den ehemaligen Mitspielern?

Mit Moustapha Diatta hab ich noch sehr viel Kontakt. Das ist ein unglaublich cooler Typ! Ich hab schon noch recht viel Kontakt, zum Beispiel Massih Wassey, weil er auch aus Münster kommt. Burak Camoglu, Karazor, Diatta, das sind so die, mit denen ich am meisten Kontakt hab. Marco Hober natürlich auch.

Dein Vertrag läuft im Sommer aus, verlängern oder vielleicht sogar ein Wechsel in eine höhere Liga?

Ich weiß es noch nicht. Es ist erst mal wichtig, die Saison sehr gut zu spielen. Ich hoffe einfach, dass wir noch ein gutes Jahr spielen und viele Punkte holen und dann muss ich mal sehen, wie es aussieht.

Wie würde ein Aufstieg deine Planung beeinflussen?

Natürlich wäre es cool, dann eine Liga höher zu spielen. Aber bis dahin ist noch viel Zeit.

Fußball ist schnelllebig …

Genau! (lacht)

Wer hat den größeren Einfluss auf deine Karriereentscheidungen? Berater oder Familie?

Die Familie auf jeden Fall! Familie ist mir sehr wichtig, ich wohne noch bei meiner Mutter zu Hause in Münster. Es war von Anfang an die Familie, die mir am meisten geholfen hat. Der Berater auch, aber auf einer anderen Ebene.

Besprichst du Entscheidungen mit der Familie und holst dir Rat?

Im Endeffekt ist es meine Entscheidung und bei allem, was ich mache, würden sie sicherlich „ja“ sagen und mich entscheiden lassen und mich dann dabei unterstützen.

Weihnachten steht vor der Tür. Wie feierst du Weihnachten und gibt es liebgewonnene Traditionen?

Mit meinem Berater … (lacht). Nein, mit meiner Familie natürlich. Seitdem ich denken kann, ist Weihnachten eigentlich immer gleich. Wir feiern immer bei mir, also bei meiner Mutter und dann kommen so ca. 20 Leute. Da kommt die ganze Familie zusammen, alle Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins. Das ist dann immer ein bisschen stressig, aber jeder bringt was mit und es gibt auch immer das gleiche zu essen. Früher wurden kistenweise Geschenke hereingetragen, aber inzwischen machen wir das anders. Die Geschenke gibt es nicht mehr in großer Runde und auch nur noch für den engsten Kreis, also meine Mutter und mein Bruder. Und dann wichteln wir noch.

Und es gibt jedes Jahr das gleiche zu essen? Gibt es da etwas, worauf du dich besonders freust?

Nein (lacht). Was ganz lecker ist, sind diese Pasteten von meinem Onkel. Die hat meine Oma früher immer gemacht, als sie noch lebte. Das schmeckt super.

Über was würdest du dich am meisten freuen, wenn es als Geschenk unterm Baum liegt?

Uff, das ist schwierig. Früher hatte ich immer tausend Wünsche, aber inzwischen habe ich kaum noch Wünsche. Ich freue mich einfach, wenn die ganze Familie zusammenkommt und miteinander Zeit verbringt. Da kann ich sehr gut abschalten, weil ein bisschen fußballfreie Zeit ist, kein Training, kein Spiel. Ich habe da keine materiellen Wünsche, aber ich freue mich sehr auf die gemeinsame Zeit mit der Familie.

Dann bedanken wir uns für das Interview und wünschen dir eine schöne Weihnachtszeit.


Larissa, Nici, Seb, 19.12.2017


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