schwatzgelb.de
Zu schwatzgelb.com wechseln

Warmlaufen - 31.10.2017

Unruhe in der Borussia-WG

Der neue Bosz in der Borussia-WGEs ist viel passiert, seitdem wir das letzte Mal in der Borussia-WG zu Gast waren. Die Sause nach dem Pokalsieg ist mittlerweile nur noch eine Erinnerung, es gab einige Umzüge und neue Zimmerzusammensetzungen und auch der Coach ist nun schon ein paar Monate lang ein anderer. Seitdem gibt es endlich wieder gescheites Essen in der WG, trotzdem sind ihre Einwohner mittlerweile doch hungrig geworden. Auf dem Plan stehen allerdings keine Kohlenhydrate oder Kalorien, sondern Punkte. Vor allem, seitdem der Italiener aus der Bajuwaren-WG im Süden des Landes ausgezogen ist, läuft es in der schwarzgelben Wohngemeinschaft nicht mehr so richtig. Kein Wunder also, dass sich dies langsam auch auf die Stimmung auswirkt.

„Nur noch eine Minute“, hört man es aus dem Kinderzimmer rufen. Ein amerikanischer Akzent verrät, dass Christian sich gerade mal wieder versucht, ein wenig Schlafenszeit zu verschaffen. Sein Gegner: Kapitän Schmelle. „Nix da. Raus aus den Federn jetzt. Sonst wird das nie was mit dem ersten Sieg in der Champions League,“ erwidert der Veteran. „Ach, Unsinn. Gegen APOEL wird es doch wohl auch so reichen. Und überhaupt… Champions League, Europa League… ist doch auch nicht so schlimm.“ Der Amerikaner hat wirklich sichtbar schlechte Laune. Unüblich für den Sunnyboy. Zu Schmelles Hilfe stoffelt nun auch noch Papa in das Kinderzimmer. „Schluss jetzt. Dass es auch so reicht, haben wir letztes Mal schon gesagt… und wir wissen ja, wie das ausgegangen ist. Los, aufstehen.“ Mit Papas Präsenz hatte Christian nicht gerechnet. Es dauert keine zwei Sekunden, da steht er kerzengerade mitten im Kinderzimmer und lässt Papa somit gar nicht die Chance, ihm die Decke wegzuziehen. Also leert sich das Kinderzimmer am Spieltag nun doch recht schnell.

Papa und sein GesichtsausdruckChristian tigert ins Bad, während Schmelle und Papa in die Küche gehen und die beiden Romans gemeinsam am Tisch sitzen sehen. Schwarzer Kaffee steht vor ihnen und sie scheinen angeregt zu diskutieren. „Ich schlafe im Moment echt beschissen“, sagt der Schweizer. „Jede Nacht wache ich schweißgebadet auf und schon wieder steht einer frei vor mir. Die Art und Weise, wie es dann weiter geht, ist immer unterschiedlich. Mal werde ich umkurvt, mal haue ich ihn um… Aber das Resultat ist immer das Gleiche: der Ball liegt immer wieder in meinem Kasten. Da helfen meine ganzen Rituale auch nicht mehr. Egal, ob ich meinen Kaugummi ins Tor kicke oder mir den Spielball mopse… im Moment macht es mir echt nur noch wenig Spaß.“ Der Veteran hat sich das alles mit Geduld angehört und nimmt nun einen großen Schluck Kaffee. Dann klopft Roman Roman auf die Schulter. „Ich weiß genau, was du meinst. Aber durch sowas gehen wir alle mal durch. Aber du kennst ja die Sprüche: Nach jedem Regentag folgt irgendwann wieder die Sonne. Am Ende der dunklen Gasse erstrahlt die gelbe Wand und so weiter.“ Der Schweizer nickt, aber so richtig glücklich scheint er mit der Antwort noch nicht zu sein. „Schon klar. Aber ich kann ja nicht mal Zeitung lesen, ohne hier wieder von einem neuen Mitbewohner zu erfahren. Die Foren surfe ich ja schon gar nicht mehr an, aber ich möchte doch zumindest morgens hier etwas lesen, ohne Angst haben zu müssen, mich bald selbst nach neuen Wohnungen umzusehen.“ Glücklos: Der Schweizer RomanDa lacht der andere Roman: „Ach, nun hör aber mal auf. Du hast doch letztens erst noch einen neuen Mietvertrag bekommen. Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Aber du kannst doch auch nicht immer was dazu. Wenn die beiden hier vor dir ständig pennen“ – er deutet auf Schmelle und Papa – „bist du doch selbst die ärmste Sau.“ Hätte Papa mehrere Gesichtsausdrücke, er wäre jetzt von gelangweilt auf böse gewechselt. Ein Glück, dass Schmelle Papa mittlerweile gut kennt und genau weiß, was er denkt. „Ach, das hat er nicht so gemeint“, winkt er ab. Und trotzdem gehen beide aus der Küche und lassen die beiden Romänner am Tisch sitzen.

Nächster Stopp: die Carrerabahn im Wohnzimmer, vor der Pierre-Emerick sitzt. Normalerweise begeistert und laute Motorengeräusche imitierend, dieses Mal aber eher still. Fast schon lustlos drückt er auf den Beschleunigungsknopf und verfolgt das Auto in der Bahn kaum. „Er war auch schon mal besser drauf“, flüstert Schmelle Papa zu, geht dann aber weiter, weil er weiß, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein kann, bis Auba wieder den Turbo zündet. Papa sieht Schmelle fragend an. „Ist ganz schön unruhig geworden hier, oder?“ Schmelle lacht. Auba war schon besser drauf„Ja, den Eindruck könnte man bekommen. Aber glaub mir, das war alles auch schon viel wilder. Das weißt du doch selbst auch. Erinner dich mal an 2014. DA war es doch deutlich unruhiger. Das haben wir nur nicht mitbekommen, weil wir da noch keine WG hatten. Warte nur ab. Wenn es gut läuft, schauen wir in zwei Wochen zurück und lachen über den Tag heute…“ Papa guckt weiterhin starr nach vorne. „Jo, hast Recht.“ Natürlich kein langer Satz von Papa, denkt sich Schmelle, überlegt aber auch noch ein bisschen. So ganz rund läuft es wirklich nicht. Aber das tat es am Anfang mit Kloppo auch nicht, oder? Und am Ende wurde doch wieder alles ganz toll. „Wir brauchen heute einfach einen Sieg gegen APOEL. Und dann schauen wir am Wochenende einfach mal weiter.“ „Na gut… Ich hoffe du hast Recht.“ Weiter kommen die beiden erfahrenen Recken aber nicht mit ihrem Gespräch, weil die nächste Unruhe ausbricht. Aus dem zweiten Kinderzimmer hört man Jeremy und Dan-Axel schreien. Erneut schaut Papa Schmelle fragend an: „Ist vermutlich nichts Schlimmes. Sie passen noch nicht genau in ihre Trainingssachen. Sie müssen erst ein wenig hinein wachsen…“

Aufstellungen

BVB: Bürki - Bartra, Sokratis, Toprak, Guerreiro - M. Götze, Weigl, Kagawa - Yarmolenko, Aubameyang, Philipp

APOEL Nikosia: Gudino - Milanov, Merkis, Jesus Rueda, N. Alexandrou - Vinicius, Nuno Morais - Zahid, Sallai, Aloneftis - Poté

Schiedsrichter: Jug (Slowenien)

Austragungsort: Westfalenstadion. Es stehen noch einige Restkarten im BVB-Onlineshop und an den Tageskassen (ab 17 Uhr geöffnet) zur Verfügung,

Vanni, 31.10.2017


Du möchtest schwatzgelb.de unterstützen?

Schwatzgelb.de ist kostenlos und werbefrei. Wir finanzieren unsere ehrenamtliche Arbeit über unsere Shops. Schaut doch mal rein!