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schwatzgelber Saisonrückblick - 09.08.2017

Der BVB im Deutschen Pokal - Teil 3 (2011 bis 2017)

Der DFB-Pokal, seit 1965 in dieser Form.Seit 82 Jahren gibt es nun diesen Pokalwettbewerb für die (meist) deutschen Vereinsmannschaften. Deshalb wollen wir mal gucken, wie Borussia Dortmund sich in diesen über acht Jahrzehnten geschlagen hat. Neben vier Pokalsiegen, noch mehr Final- und Halbfinal-Teilnahmen stehen auch elf Erstrunden-Niederlagen und diverse Enttäuschungen. Könnt ihr euch daran auch noch erinnern? Heute geht es im dritten Teil um die Jahre 2011 bis 2017. Den ersten Teil findet ihr hier und den zweiten Teil hier.

Dortmund, eine Macht im Pokal (2011 bis heute)

In der Saison 2011/12 lief es dann besser. In der ersten Runde spielte die Borussia beim Drittligisten SV Sandhausen. Die Dortmunder setzten sich klar mit 3-0 durch. Es folgte in der 2. Runde ein Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Auch hier setzte sich der BVB klar mit 2-0 gegen den Zweitligisten durch. Im Achtelfinale im Dezember hieß der Gegner Fortuna Düsseldorf. Nach torlosen 120 Minuten folgte ein Elfmeterschießen. Hier setzten sich die Borussen knapp mit 5-4 nach Elfmeterschießen durch. Das neue Jahr startete mit dem Viertelfinale. Für Borussia ging es in den Norden zu Holstein Kiel. Auf einem gefährlichen Untergrund gewannen die Dortmunder klar mit 4-0 gegen den Regionalligisten. Erneut mussten die Dortmunder für das Halbfinale reisen. Es ging diesmal in den Süden zum Zweitligisten SpVgg. Greuther Fürth. Lange sah es hier erneut nach einem Elfmeterschießen aus. Aus diesem Grund wechselte der Fürther Trainer den Torhüter aus. Doch Ilkay Gündogan wollte das wohl nicht und schoss in der 119. Minuten einfach mal aufs Tor. Er traf zwar nur den Pfosten, doch von da aus ging der Ball an den Hinterkopf des Greuther Torhüters und trudelte ins Tor. Dortmund stand nach 2008 wieder im Finale. Dort hieß der Gegner Bayern München, denen man gerade die Meisterschale aus der Hand gerissen hatte. Und zum zweiten Mal nach 1963 konnte Borussia das Double gewinnen. Das Spiel vor 75.708 Zuschauern begann am 12. Mai erfolgreich. Bereits in der 3. Minute erzielte Shinji Kagawa den Führungstreffer. Doch in der 23. beging Roman Weidenfeller ein Foul im Strafraum. Den fälligen Strafstoss verwandelte, anders als beim letzten Aufeinandertreffen, Robben zum Ausgleich. Zu allem Überfluss musste in der 34. Minute Weidenfeller wegen einer Verletzung vom Platz. Dafür kam Mitchell Langerak in die Partie. Als jeder davon ausging, dass man mit einem Unentschieden in die Halbzeit geht, erfolgte ein weiteres Foul im Strafraum, diesmal auf der anderen Seite. Mats Hummels schoss den Strafstoß und erzielte das 2-1. Doch die Halbzeit war noch nicht erreicht, in der Nachspielzeit traf Robert Lewandowski zum 3-1-Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte versuchten die Münchener den Abstand zu verkürzen, doch in der 58. Minute folgte der zweite Treffer von Lewandowski. Eine Viertelstunde vor dem Ende traf zwar noch Ribery zum 2-4, doch 09. Minuten vor dem Ende war es erneut Lewandowski, der den 5-2-Endstand erzielte. Dortmund war nach 1965 und 1989 zum dritten Mal DFB-Pokalsieger und erstmals Double-Gewinner.

Der Doublesieger 2012

In der nächsten Saison startete der Titelverteidiger beim Bremer Viertligisten FC Oberneuland. Die Dortmunder setzten sich erwartungsgemäß mit 3-0 durch. In der nächsten Runde ging es eine Klasse höher. Beim Drittligisten VfR Aalen folgte dann mit einem 4-1 wieder ein klarer Sieg. Im Achtelfinale gab es wieder ein Heimspiel. Der BVB gewann das Spiel vor 77.600 Zuschauern überraschend klar mit 5-1 gegen Hannover 96, wobei Mario Götze drei Tore erzielte. Bereits im Viertelfinale folgte das Duell der beiden Favoriten. Für die Borussen ging es mal wieder nach München. Doch diesmal behielt der Rekord-Pokalsieger die Oberhand. Bereits in der 43. Minute erzielte Robben den 0-1-Endstand und schmiss den BVB raus.

In der Saison 2013/14 ging es für den BVB zum Viertligisten SV Wihelmshaven. Wie schon so häufig, endete der Auftritt der Borussen mit 3-0. In der zweiten Runde mussten die Dortmunder wieder nach München. Gegner war dort diesmal der Zweitligist TSV 1860 München. Nach 90 Minuten stand es noch torlos, doch in der Verlängerung gewannen die Borussen mit 2-0 durch einen Elfer von Aubameyang und der Entscheidung durch Mkhitaryan. Im Achtelfinale hieß dann der Gegner 1. FC Saarbrücken. Auch hier behielten die Dortmunder beim Zweitligisten mit 2-0 die Oberhand. Nächster Gegner im Viertelfinale hieß Eintracht Frankfurt. Lange sah es in Frankfurt nach Verlängerung aus, bis in der 83. Minute Pierre-Emerick Aubameyang vor 51.500 Zuschauern den Treffer des Tages erzielte. Im Halbfinale gab es dann wieder ein Heimspiel. Gegner war der VfL Wolfsburg. Schon in der ersten Hälfte erzielten Mkhitaryan und Lewandowski den 2-0-Enstand vor 80.600 Zuschauern und bescherten dem BVB den sechsten Finaleinzug. Und wie vor zwei Jahren war der Gegner der FC Bayern. Diesmal entschied kein Spieler das Finale, sondern das Schiedsrichter-Team. Denn bis auf die vier Leute hat jeder im Stadion gesehen, dass der Ball von Mats Hummels in der 64. Minute hinter der Linie war. Aber da es damals im Olympiastadion keine Torlinientechnik gab, blieb es beim 0-0. So fiel dann die Entscheidung in der Verlängerung, wo die Münchener dank Robben und Müller die Nase vorn hatten.

In der folgenden Saison gab es den nächsten Versuch Berlin zu erobern. Die erste Runde führte die Dortmunder in den Süden zu den Stuttgarter Kickers. Die Dortmunder erzielten vor der Halbzeit den Führungstreffer durch Mkhitaryan, ehe für den 4-1-Endstand dann zweimal Aubameyang und Adrian Ramos sorgten. In der zweiten Runde ging es dann in die entgegengesetzte Richtung. Borussia spielte in Hamburg beim FC St. Pauli. Auch hier machten Ciro Immobile, Marco Reus und Shinji Kagawa kurzen Prozess und gewannen mit ihrem Team klar mit 3-0. In der dritten Runde gab es ein schwatzgelbes Duell. Dortmund musste in den Osten zu Dynamo Dresden reisen. Ganz in Weiß (wie z.B. im Pokalfinale 1965) siegten die Borussen mit 2-0 durch den Doppeltorschützen Immobile. Im Viertelfinale gab es dann das Bundesliga-Duell gegen 1899 Hoffenheim. Im Heimspiel gingen die Borussen durch Neven Subotic mit 1-0 in Führung, ehe die Sinsheimer durch Volland und Firmino das Spiel noch vor der Halbzeit drehten. In der zweiten Hälfte schaffte Aubameyang den Ausgleich, so dass die Entscheidung in der Verlängerung fallen musste. Dort war es Sebastian Kehl, der in seiner letzten Saison als Spieler den entscheidenden 3-2-Siegtreffer in der 107. Minute erzielte. Erneut erreichten die Dortmunder das Halbfinale und wiederum hieß der Gegner FC Bayern. Und die Münchner gingen vor heimischem Publikum mit 1-0 in der 29. Minute in Führung. Doch eine Viertelstunde vor dem Ende traf Aubameyang zum Ausgleich. Da aber in der Verlängerung keine Teffer folgten, musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Dieses entschieden die Borussen mit 2-0 für sich, wobei alle Münchener Schützen entweder am Platz (Lahm, Alonso), am Torhüter (Götze) oder am Gebälk (Neuer) scheiterten. Im Finale traf man dann auf den Vizemeister VfL Wolfsburg. Zwar gingen die Borussen in Berlin mit 1-0 durch Aubameyang in Führung, doch die Konzernmannschaft aus Wolfsburg drehte bereits in der ersten Hälfte durch Luiz Gustavo, De Bruyne und Dost zum 1-3. Dies war auch zugleich der Endstand und Wolfsburg wurde erstmals Pokalsieger. Für Dortmund blieb erneut nur der zweite Platz.

Der BVB im Pokal

In der Saison 2015/16 begann die Pokalreise der Borussen beim Drittligisten Chemnitzer FC. Erwartungsgemäß siegten die Westfalen mit 2-0. Deutlicher ging es in der 2. Runde zu. Die Dortmund spielten zuhause gegen den Zweitligisten SC Paderborn. Am Ende ging die Mannschaft von Trainer Stefan Effenberg trotz des Führungstreffers von Lakic in der 21. Minute in Dortmund unter und der BVB gewann mit 7-1. Im Achtelfinale ging es für die Dortmunder ins bayerische Schwaben zum FC Augsburg. Nach torloser ersten Hälfte erzielten die Borussen durch Aubameyang und Mkhitaryan den 2-0-Endstand. Auch im Viertelfinale reisten die Dortmunder in den Süden. Beim VfB Stuttgart ging der BVB durch Reus in Führung. Doch eine Viertelstunde später erzielten die Stuttgarter durch Rupp den Ausgleich. Doch noch vor der Pause war es Aubameyang, der die Führung zurückgeholt hat. In der zweiten Hälfte war es lange spannend, doch in der 89. Minute war es Mkhitaryan, der den 3-1-Endstand erzielte. Schon im Halbfinale ging es für den BVB in der folgenden Runde nach Berlin. Der Gegner hieß Hertha BSC. Die Dortmunder ließen dem Hauptstadt-Club keine Chance und siegten durch Castro, Reus und Mkhitaryan klar mit 3-0. Also folgte das dritte Finale hintereinander für die Dortmunder. Und wieder traf man auf den Dauerrivalen aus München. Vor 74.322 Zuschauern fielen innerhalb von 120 Minuten keine Tore. Stattdessen mussten die Dortmunder sich mit Verletzungen und Krämpfen herumärgern. Also ging man mal wieder ins Elfmeterschießen. Hier hatte Trainer Tuchel Probleme fünf Mann zusammen zu bekommen. Zwar trafen Kagawa, Aubameyang und Reus, allerdings scheiterten die ausgemachten Defensivspieler Sokratis und Bender. Die Bayern gewannen mit 4-3 und Dortmund musste die dritte Finalniederlage hintereinander hinnehmen.

In der letzten Saison begann das Pokalabenteuer für die Borussen in Trier. Der Viertligist SV Eintracht Trier hatte aber gegen den BVB keine Chance und Dortmund siegte mit 3-0. Dortmund hatte in der zweiten Runde diesmal ein Heimspiel. Gegner war der Zweitligist Union Berlin. Da die Dortmunder Verletzungsprobleme (10 Verletzte!) hatten, spielte fast eine U23-Mannschaft. Kurz vor der Halbzeit erzielte eben einer der Jungspunde, der Achtzehnjährige Jacob Brunn Larsen, den Führungstreffer. Zwar waren die Dortmunder über die ganz Spielzeit bemüht, taten sich aber schwer. So kam es wie so häufig: In der 81. Minute kassierten die Dortmunder den Ausgleich. Auch in der Verlängerung gab es keine Entscheidung, also musste das Elfmeterschießen entscheiden. Vor der Süd gingen die Dortmunder durch Dembele in Führung. Da Roman Weidenfeller einen Sahnetag hatte und für Dortmund noch Ginter und Götze trafen, gewannen die Dortmunder mit 3-0. Auch in der 3. Runde gab es ein Heimspiel und wieder kam der Gegner aus Berlin. Diesmal kam Hertha BSC ins Westfalenstadion. Diesmal Pokalsieger 2016/17gingen die Berliner durch Kalou in der 27. Minute in Führung. Nach der Pause war es Reus, der den Ausgleich erzielte. Wiederum gab es keine weiteren Treffer, allerdings kassierten die Borussen zum einen eine gelbrote Karte für Sokratis wegen Doppel-Meckerei und sorgten durch den ersten „vierten“ Wechsel in der Verlängerung für ein Novum in der Pokalgeschichte. Diesmal war der andere Roman der Pokalheld. Da Kalou den letzten Elfer neben das Tor schoss, siegten die Borussen mit 3-2 nach Elfmeterschießen. Im Viertelfinale traf der BVB auf die Sensationsmannschaft, die Sportfreunde Lotte. Doch das Spiel fand erst einmal wegen Unbespielbarkeit des Platzes nicht statt. Da die Platzverhältnisse sich nicht besserten, fand der zweite Versuch vierzehn Tage später statt, diesmal im Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück. Nach torloser ersten Hälfte gewannen die Dortmunder am Ende klar mit 3-0 gegen den Drittligisten. Im Halbfinale folgte, wie schon so häufig, das Duell gegen die Bayern. Da wieder einmal für die Dortmunder ein Auswärtsspiel in München anstand und Dortmund dort im Ligaspiel mit 1-4 untergegangen war, waren die Borussen Außenseiter. Doch überraschenderweise schoss der BVB, nach einem Blackout von Martinez, durch Aubameyang den Führungstreffer. Doch noch vor der Halbzeit trafen Martinez und Hummels zum 1-2-Halbzeitstand. Die Bayern hatten viele Chancen für das dritte Tor, doch Glück und Manni Bender hielten den knappen Rückstand. Und wie schon so häufig, wenn man vorne nicht trifft, kassiert man hinten den Treffer. Wiederum war es Aubamenyang, der nach Vorarbeit von Dembele den Ausgleich erzielte. Gibt es wieder Verlängerung? Nein, denn es war Dembele, der den Ball unter die Latte semmelte und damit die Münchener ins Tal der (Single-) Tränen schoss. Der BVB gewann mit 3-2 und schaffte erstmals, dass man viermal in Folge ins Pokalfinale einzog. Gegner war Eintracht Frankfurt und Dortmund war der große Favorit. So begann man auch vor 74.322 Zuschauern und erzielte in der 8. Minute durch Dembele den Führungstreffer. Doch Frankfurt wurde stärker und erzielte nach einem Fehler in der Abwehr durch Rebic in der 29. Minute den Ausgleich. In der zweiten Hälfte wurden die Borussen wieder besser, aber es musste ein Elfer sein, der die Entscheidung brachte. Lukáš Hrádecký brachte im Strafraum den eingewechselten Christian Pulisic zu Fall. Den fälligen Strafstoß verwandelte Aubameyang in der 67. Minute ganz frech zum 2-1. Zwar hatten die Dortmunder noch Chancen für weitere Treffer, aber es blieb bis zum Ende spannend. Es fiel jedoch kein weiterer Treffer, Dortmund gewann mit 2-1 und holte sich zum vierten Mal den Pokal. Damit liegt man auf dem vierten Platz der Pokalgewinner.

In der aktuellen Saison 2017/18 steht nun in dieser Woche das Auswärtsspiel beim Amateurverein 1. FC Rielasingen-Arlen an. Mal gucken, wie der BVB sich dieses Jahr im Pokal schlägt.

Ein Fazit ist nicht leicht zu ziehen. Anfangs fanden die Dortmunder im Pokal nicht statt. Erstmals in den 60erJahren waren die Borussen einigermaßen erfolgreich und sorgten für den ersten Sieg. Nach langer Durststrecke und vielen Rückschlägen war es 1989 endlich wieder so weit, die Dortmunder gewannen zum zweiten Mal den Pokal und sorgten damit für einen goldenen Aufschwung. Es folgte dann aber eine schreckliche Serie mit Erstrunden-Niederlagen und vor allem kein Überwintern in diesem Wettbewerb. Erst 2007 folgte dann wieder ein Finaleinzug, den man verlor. Doch seit 2010 ist Dortmund eine feste Größe geworden, Nach dem Double 2012 folgte seit 2014 immer ein Finaleinzug. Die Krönung des vierten Pokalsiegs folgte dann 2017 in einem nicht guten, aber spannenden Finale. Es stellt sich jetzt die Frage, ob der BVB seine Stärke in diesem Wettbewerb weiterhin so ausspielen kann? Man wird sehen.

CHS, 09.08.2017


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