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Spielberichte Amateure - 31.07.2017

Schiedlich, friedlich - Amas starten mit 2:2 gegen RWE

Am Ende war man mit dem 2:2 einverstanden

Mit einem 2:2 (1:1) gegen Rot-Weiss Essen sind die Amateure von Borussia Dortmund in die neue Regionalliga-Spielzeit gestartet. Vor einer tollen Kulisse mit knapp 6.000 Zuschauern im Stadion Rote Erde gelang dem neuen Trainer Jan Siewert damit ein zufriedenstellender Einstand gegen alte Bekannte. Und damit sich das Phrasenschwein auch zu Beginn der Saison freuen darf, hier noch eine passende Spielzusammenfassung in einem Satz: Es hätte mehr, aber auch weniger herausspringen können.

Vor dem Spiel

Man hätte sich schon ein wenig Mühe geben müssen, um für den ersten Spieltag der neuen Regionalliga-Saison ein besseres Auftaktspiel finden zu können. Die Partie Borussia Dortmund Amateure gegen Rot-Weiss Essen, noch dazu an einem Tag, an dem die Profis noch nicht im Spielbetrieb sind, ist ein echtes Highlight im Kalender für diejenigen, die sich für die Borussia und die Zwote interessieren.

Endlich wieder Fußball - die UvdA

Noch dazu sind die Fans untereinander nicht nur aufgrund eines gemeinsamen Feindbildes in vielen Teilen befreundet, weswegen es angenehm zu beobachten war, dass auf die Kategorie „Risikospiel“ verzichtet wurde und die Polizeipräsenz sich insgesamt sehr zurück hielt. So war es kein großes Wunder, dass die Kampfbahn Rote Erde schon zwanzig bis dreißig Minuten vor dem Spiel ordentlich gefüllt war und auch die UvdA bereits früh den Support übernahmen. Für Dortmunds Neu-Trainer Jan Siewert brachte die Partie insofern Brisanz mit sich, als dass er in seinem ersten Pflichtspiel als Nachfolger von Daniel Farke, den es nach Norwich gezogen hat, gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber antreten musste.

Ging man vor der Partie die Aufstellung der neu formierten Borussen-Elf durch, so schlich sich trotz aller Variablen und Unbekannten schnell das Gefühl ein, dass es sich doch um eine durchaus passable Truppe handeln könnte. So fanden sich trotz Umbruch noch zahlreiche bekannte Namen wie Mainka, Dietz, Sauerland oder Amenyido auf dem Aufstellungsbogen, die entweder schon bei den Amateuren oder im Jugendbereich auf sich aufmerksam machen konnten. Auch der lange Angreifer Janni Luca Serra, der immer wieder hoch gehandelt wurde, fand sich im Kader wieder, nahm aber zunächst auf der Bank Platz. Ansonsten wird man wohl erst noch ein wenig abwarten müssen, welche Elf sich in den kommenden Wochen formieren wird. Im Tor stand zum Auftakt Eike Bansen, wohl aber eher bedingt durch die Tatsache, dass Dominik Reimann im Trainingslager bei den Profis verweilt und Sympathieträger Hendrik Bonmann bekanntermaßen länger ausfällt.

Solidarität mit der offiziell aufgelösten Gruppe

Nicht unerwähnt lassen sollte man an dieser Stelle, dass trotz der Auflösungserklärung von „0231 Riot“ in der letzten Woche während der gesamten ersten Hälfte ein schwarzgelbes Banner vor dem Gästeblock hing, auf dem „Für immer Riot 0231“ zu lesen war. Beim Einlaufen wurde dieses dann noch deutlicher präsentiert, gemeinsam mit einem weiteren Spruchband: „Verbote sind Schutz für die Schwachen und Herausforderungen für die Starken.“ Auch hier waren Freundschaften zwischen Essener Gruppierungen und der offiziell aufgelösten Gruppe der Hintergrund.

Erste Hälfte

Während die Rahmenbedingungen für Fußball am Sonntagnachmittag also mit Ausnahme dieser Solidaritätsbekundungen durchaus ideal waren, war das spielerische Element zunächst ziemlich zerfahren. Gerade in der Anfangsphase merkte man den Dortmundern eine gewisse Nervösität und Unsicherheit an, während die Gäste aus Essen deutlich zielstrebiger nach vorne agierten und sich somit erste Achtungserfolge verschafften. Dabei war auffällig, dass immer wieder die Außenpositionen bemüht wurden, aus denen der Ball dann zurück an die Strafraumgrenze zurückgelegt wurde. Von dort aus ergaben sich dann mehrmals Einschussgelegenheiten, Bansen musste nach 18 Minuten in höchster Not aus kurzer Distanz klären, neun Minuten später ging es dann nicht mehr so glimpflich aus. Essens Meier bediente über die linke Seite Zeiger, der mit seinem Schuss nur den Pfosten traf, ehe Dennis Malura den Nachschuss dann aber doch im Gehäuse unterbringen konnte. Das erste Gegentor der neuen Saison hatte sich angedeutet, auch wenn es unglücklicherweise direkt in eine Phase hineinfiel, in der die Borussia gerade ein wenig besser in die Partie fand. Dieses Tor konnte RWE-Fan Glockenhorst nur aus einiger Distanz bejubeln, nachdem ein Polizist ihm klargemacht hatte, dass er zwar auf der Laufbahn bleiben könne, seine Glocke dann aber vor dem offiziellen Gästesitzplatzbereich zum Klingeln bringen musste. Nachdem man sich als BVB-Anhänger also mit dem ersten Dämpfer beschäftigen musste und sich fragen musste, wie die Elf denn nun wieder zurück ins Spiel finden sollte, weil RWE weiter stürmte und in der Folge direkt wieder zu einigen Abschlüssen kam, beantwortete sich die Frage in der 34. Minute von selbst, da ein Foulelfmeter die Amas zurück in die Partie brachte.

Amenyido, Pflücke und Ornatelli bejubeln den Ausgleich

So sorgte Massimo Ornatelli aus dem Nichts für den Ausgleich, der dann auch Ausgangspunkt für eine eher unruhige Phase der Partie war, weil einige Nickligkeiten auf dem Platz entstanden, einige Essener nicht einverstanden mit den Entscheidungen des Schiedsrichters Benjamin Bläser (hihi), waren und sich so einige Rudel auf dem grünen Rasen formierten. Spielerisch ging auf beiden Seiten nun nicht mehr ganz so viel, sodass zur Pause ein Unentschieden stand, das ein wenig schmeichelhaft für den BVB erschien. Die Gäste waren zielstrebiger, die Amateure häufig uninspiriert. Lichtblick war in diesem Bereich noch Herbert Bockhorn, der in der ersten Hälfte häufig für die wenigen gelungenen Aktionen sorgte. In der zweiten Hälfte musste er ein wenig defensiver agieren, weil Siewert den enttäuschenden Chato aus der Partie nahm, der immer wieder mit den Essener Angriffen über die linke Abwehrseite überfordert war. Bockhorn ging zurück auf die Linksverteidiger-Position, Hanke kam für Chato in die Partie.

Zweite Hälfte

Es folgte die unterhaltsamste Phase des Spiels, die von Patrick Pflücke eröffnet wurde, der sich drei Minuten nach dem Wiederanpfiff aus 18 Metern einfach mal ein Herz nahm und den Ball zum Tor des Tages in den Winkel nagelte. Dabei hatte er ein wenig Unterstützung der Unterseite der Latte, aber sei es drum.

Traf mit dem Sonntagsschuss zum 2:1: Patrick Pflücke

Die Führung fiel per Sonntagsschuss am Sonntag aus dem Nichts, was Pflücke und allen anderen Anwesenden letztlich aber vollkommen schnuppe war – zumindest, sofern sie es mit den Schwarzgelben hielten. Wie die Essener Führung in der ersten Hälfte hielt aber auch die Dortmunder Führung nicht lange, dieses Mal waren es vier Minuten bis erneut der Ausgleich zu sehen war. Wieder war es ein Nachschuss, dieses Mal durch Benjamin Baier, nachdem Bansen den ersten Abschlussversuch der RWE-Offensive zunächst mit der Sohle nach vorne abklatschen konnte. Vorausgegangen war erneut wenig überraschend ein Angriff über die Außen. Jan Siewert hat im Defensivbereich also in der kommenden Woche noch Hausaufgaben aufbekommen. In der Folge verflachte das Spiel weiterhin, einzige Aufreger waren noch ein BVB-Freistoß von der Strafraum-Grenze, den Pflücke aber nicht so sicher im Kasten unterbringen konnte wie beim zwischenzeitlichen 2:1 und auf Essener Seite weiterhin die Leistung des Schiedsrichters, die immer wieder kritisch hinterfragt und mit „Schieber“-Rufen begleitet wurde. Manchmal mehr, manchmal weniger begründet. In der Schlussviertelstunde hatte Lars Dietz die erneute Führung noch einmal auf dem Kopf, konnte das Leder nach einem Eckball aber nur am Pfosten unterbringen. Und auch Essen war noch einmal nah am 2:3, das allerdings in höchster Not von Patrick Mainka verhindert werden konnte, der den Ball nach einer Hereingabe von der rechten Seite vor einem einschussbereiten Essener Angreifer noch ins Aus klären konnte.

Fazit

Somit steht am Ende ein 2:2, mit dem beide Mannschaften ganz gut leben konnten. Der BVB verdiente sich gerade in der verbesserten zweiten Hälfte ein Unentschieden und hätte das Spiel mit ein wenig mehr Glück auch als Sieger verlassen können – gleiches gilt aber auf der anderen Seite ebenso für RWE, sodass sich beide Trainer auch in der Pressekonferenz zufrieden zeigten. Jan Siewert lobte in dieser außerdem die Leistung des BVB-Anhangs und den Support über 90 Minuten hinweg und verdiente sich somit die ersten Sympathien. Auf ihn wartet gerade im defensiven Bereich aber auch noch einiges an Arbeit, offenbarte die BVB-Abwehr doch noch einige Schwachstellen, die glücklicherweise nicht komplett abgestraft wurden. Am Samstag geht es für die Amateure weiter an die holländische Grenze, wenn mit dem FC Wegberg-Beeck der erste Tabellenletzte der neuen Saison auf den BVB wartet. Das nächste Heimspiel gibt es in zwei Wochen gegen einen weiteren Traditionsverein, die SG Wattenscheid 09.

Statistik

Jan Siewert bedankte sich in der PK für die tolle UnterstützungBVB II: Bansen – Sauerland, Mainka, Steurer, Chato (46. Hanke) – Ornatelli, Dietz – Bockhorn, Pflücke (81. Serra), Amenyido (88. Ametov) – Eberwein

Trainer: Jan Siewert

RWE: Heller – Cokkosan, Urban, Zeiger, Malura – Lucas (76. Brauer), Meier – Grund (70. Jansen), Baier, Pröger – Platzek

Trainer: Sven Demandt

Tore: 0:1 Malura (27.), 1:1 Ornatelli (34./Foulelfmeter), 2:1 Pflücke (48.), 2:2 Baier (52.)

Gelbe Karten: Ornatelli, Bockhorn – Urban, Lucas, Baier, Malura

Schiedsrichter: Benjamin Bläser

Zuschauer: 5.910 im Stadion Rote Erde

Vanni, 31.07.2017


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