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Erzähl ma... - 27.03.2017

Sebastian Kehl im Interview - Teil 1

Vergangenen Sonntag haben wir uns mit Sebastian Kehl zum Interview getroffen. An verschiedenen Orten im Westfalenstadion haben wir mit ihm über seine Karriere, die Zeit danach und den BVB gesprochen. Los ging es in der Mannschaftskabine:

Schwatzgelb.de: Du hast ja schon gesagt, wo du früher gesessen hast (Platz neben der Tür). Wie bist du zu deinem Platz gekommen? Durftest du den als Kapitän aussuchen?

Da muss ich lange zurückgehen. Ich habe eigentlich in den gesamten 13 ½ Jahren immer auf diesem Platz gesessen. Vielleicht, weil am Anfang Jürgen Kohler hier saß, der dann im Sommer 2002 seine Karriere hier beendete. Früher hingen noch keine Autogrammkarten über dem Platz, sondern einfach Nummern. Ich habe Jürgen damals übrigens noch gefragt, ob ich seine 5 auf dem Trikot tragen darf. Er war einverstanden.

Wie war das in der Kabine? Hattest du bestimmte Rituale oder Routinen?

Kehl in der Kabine

Als Fußballer hat man viele Rituale und viele sind sehr abergläubisch. Ich habe zum Beispiel immer zuerst den linken Schuh angezogen. Generell gibt es in der Kabine schon gewisse Standardabläufe. Da vorne zum Beispiel sind die Physios, da drüben sitzt der Trainer, da hat der Doc seine Bank. Da hinten sind die Duschen, da liegen vorm Spiel auch so ein paar Matten zum Stretchen und für Kräftigungsübungen. Jeder benötigt unterschiedliche Dinge und hat seine Abläufe, bevor man als Mannschaft dann zusammen rausgeht.

Jürgen Klopp hat mal gesagt, dass er „in der Kabine kaum was sagen muss, weil ‚Kehli‘ immer so geile Ansprachen hält“. Was hast du dem Team dann für das Spiel mitgegeben? Überlegt man sich das vorher oder kommt das so aus dem Bauch heraus?

Zunächst wollte ich das nie zu hoch hängen. Jürgen Klopp war der Trainer, er stellte die Mannschaft vor dem Spiel natürlich ein. Das war ja auch sein Gebiet, die Mannschaft mit ein paar Sätzen rauszuschicken. Aber es waren manche Spiele dabei, wo ich das Wort ergriffen habe und die Mannschaft noch mal angeheizt habe. Das darf man nicht jedes Mal machen. Alle paar Wochen oder zu speziellen Spielen, sonst nutzt sich sowas ab. Das war meistens aus dem Bauch heraus, sehr emotional, viele Dinge, die mir so ein- oder aufgefallen sind. Vielleicht auch Dinge, die schwierig waren, wo Mut zugesprochen oder die Gemeinschaft gestärkt werden musste. Dann standen wir hier, haben Arm in Arm einen Kreis gebildet und dann wurde es ab und an auch mal richtig laut und sehr emotional. Die Erfolgsquote nach den Ansprachen war sehr übrigens positiv, leider hat es nicht immer geklappt wie im DFB Pokalfinale in Berlin 2015.

Du hast gerade schon angesprochen, dass sich sowas abnutzt. Wie verhindert man sowas? Nur dadurch, dass man nicht jedes Spiel eine Ansprache hält oder gab es da noch andere Strategien?

Ich glaube, man kann nicht jede Woche einen flammenden Appell halten. Das muss im richtigen Moment, zum richtigen Zeitpunkt sein. Die Atmosphäre ist wichtig und dann kommt sowas aus dem Bauch heraus. Manchmal kamen auch Spieler auf mich zu und haben gesagt, „heute musst du was tun“ oder „komm Kehli, wir brauchen jetzt diesen Impuls“. Man darf das aber wie gesagt nicht zu häufig machen, sonst verliert es die Wirkung. Das ist ja auch beim Trainer nicht anders. Jürgen Klopp hat auch nicht jedes Mal auf dem Tisch gestanden oder überpaced. Er hatte dafür einfach das richtige Gefühl, die richtige Wortwahl und war auch mal froh, wenn ich in gewissen Momenten die Ansprache übernommen habe, um den Teamgeist zu stärken und es authentisch rübergebracht habe. Da krieg ich heute noch ab und zu Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Hast du denn noch ein bestimmtes Spiel im Kopf, wo du das Wort ergriffen hast?

Ich habe jetzt kein spezielles Spiel mehr im Kopf, aber es waren die wichtigen Spiele. Derbys, Champions League Partien… inhaltlich kriege ich das nicht mehr auf die Reihe. Das war meist aus dem Bauch, der Emotion heraus. Auch wenn ich mir manchmal schon im Bus überlegt habe, welcher Spieler vielleicht heute noch einen gewissen Zuspruch braucht.

Du hast gerade gesagt, dass Spieler auch mal auf dich zugekommen sind und dich gebeten haben, was zu sagen. Das zeugt ja auch von einem gewissen Standing in der Mannschaft. Über die Jahre, die du hier warst, betrachtet: Wie wichtig sind Hierarchien innerhalb der Mannschaft und wie hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt?

Also ich glaube, dass Thema Hierarchie hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt und wurde häufig diskutiert. Als ich hier angefangen habe bei Borussia Dortmund, war man als junger Spieler deutlich in der Unterzahl. Der Rest war etabliert, viele Nationalspieler, viele international erfahrene Spieler. Kohler, Reuter, Lehmann. Allein schon von der Altersstruktur hatten wir damals eine ganze andere Truppe. Das hat sich ja beim BVB auch auf Grund der finanziellen Schwierigkeiten in 2005 grundlegend verändert und so haben sich neue Hierarchien ergeben. Ich bin aber weiterhin fest davon überzeugt, dass es wichtig ist, eine gewisse Hierarchie zu haben, dass es immer noch Häuptlinge geben muss, die Verantwortung übernehmen. Ich habe dann immer gesagt „in den schwierigen Situationen müssen die Männer mit den Bärten an Deck“ (lacht). Das ist nun mal so, das wird am Ende auch von Vereinsseite auch erwartet. Auf der anderen Seite habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich junge Spieler viel mehr einbringen können, wenn sie früher gefördert und gefordert werden, wenn sie Freiräume bekommen, wenn sie mutig sein können, kreativ und frisch sein, das alles aber auf dem Platz. Außerhalb des Platzes halte ich es für notwendig, dass sie eine gewisse Bescheidenheit an Tag legen und sich einordnen, sich vieles noch erarbeiten müssen. Das hat sich leider ein bisschen zum Negativen entwickelt in den letzten Jahren. Respekt und Umgang untereinander sind weiterhin sehr wichtig innerhalb der Truppe. Und es geht nicht darum, dass man wie früher vom Älteren von der Massagebank runtergestupst wird. Die Zeiten sind vorbei und das ist auch gut so. Aber dass man als junger Spieler mal ne Kiste Wasser trägt oder ein Ballnetz oder ein Tor, das sollte sich nicht ändern und selbstverständlich sein.

Hans-Joachim Watzke hat gesagt, dass er für die nächste Saison gerne noch einen Mentalitätsspieler verpflichten möchte. Was ist in deinen Augen ein „Mentalitätsspieler“ und glaubst du, dass du selber einer warst?

Ich habe nicht mit Aki Watzke über die Idee dahinter gesprochen, aber ich glaube, die Diskussion über Mentalitätsspieler ist in den letzten Jahren entbrannt, seitdem ein paar Persönlichkeiten bei Borussia Dortmund weggebrochen sind. Da wurde die Führungsspielerdiskussion, nicht nur wegen der Kapitänsfrage, öffentlich ausgetragen. Fest steht, dass es in einer Truppe zwangsläufig unterschiedliche Mentalitäten geben muss. Man kann nicht nur Kreativspieler haben, man braucht auch welche, die geradeaus sind, das richtige Wort finden und andere Qualitäten mit ins Team einbringen oder auch mal dazwischenhauen. Die richtige Mischung, die Struktur ist extrem wichtig, sowohl von der Mentalität als auch von der Klasse. Und man muss aufpassen, dass man noch ein paar Typen hat, die sich absolut mit dem Verein identifizieren, dass man Spieler hat, die die Werte leben, die dieser Verein, die Fans und das Umfeld fordert und verlangt. Den Ansatz kann ich absolut nachvollziehen, aber ich weiß auch, dass das nicht ganz so einfach ist.

Wenn wir weg von der Mentalität gehen und zum Spielerischen, zum Technischen kommen. Welcher Mitspieler hat dich da am meisten beeindruckt?

Da gab es natürlich schon viele überragende Kicker, mit denen ich zusammengespielt habe. In der Anfangszeit Tomas Rosicky, Marcio Amoroso, Ewerthon. Die waren super schnell und am Ball darüber hinaus unglaublich stark. In der jetzigen Generation Mario Götze, Marco Reus, Auba. Dembélé kenne ich nur von oben, nicht vom Trainingsplatz. Das war und ist eine Qualität im vorderen Bereich, viel Geschwindigkeit, Dribblestärke, Torgefahr, die in den Mannschaften von Borussia Dortmund immer da war. Michael Zorc hat mit seinem Team auch regelmäßig die richtigen Entscheidungen getroffen und Lösungen auf Abgänge gefunden. Insgesamt hat es schon großen Spaß gemacht, mit vielen Jungs zusammen zu spielen und im Trainingsspiel war ich auch manchmal froh, dass die Jungs in meiner Mannschaft waren. (lacht)

Gab es auch Spieler, die maßlos unterschätzt waren, die überhaupt kein Standing bei den Medien, den Fans und dem Trainer hatten, aber eigentlich richtig gute Kicker waren?

Da wird es sicherlich ein paar geben, einzelne Namen rauszupicken wäre jetzt vielleicht unfair. Es gab einige, die in der zweiten Reihe standen, selten oder nie gespielt haben, sich aber im Training immer reingehauen und super professionell mit ihrer Situation umgegangen sind. Da dachte man dann schon, „Schade, dass er nicht die Chance bekommt oder gar nicht im Kader ist“. Das sind bittere Entscheidungen, die ein Trainer treffen muss. Wen lässt er spielen, wie stellt er die Truppe zusammen, wer passt zu wem? Und am Ende braucht man den absoluten Teamgeist, es sollen ja nicht nur elf Einzelspieler auf dem Platz stehen, sondern die ganze Mannschaft ist für den Erfolg extrem wichtig.

Wir sind jetzt in der Heimkabine des Westfalenstadions. Es kommt aber auch häufiger mal vor, dass man auswärts spielt. Warum ist es so viel schwieriger, ein Auswärtsspiel zu gewinnen?

(überlegt lange) Tja, ich würde mal sagen, weil das hier unser Zuhause ist, Heimat, sich wohlfühlen! Hier im Stadion ein Heimspiel zu haben, mit den Zuschauern im Rücken, mit der Energie, die im Stadion ist, das beflügelt extrem, gibt Kraft und hat mich immer unglaublich motiviert. Im Umkehrschluss kann es aber auch in schwierigen Zeiten lähmen und blockieren. Damit kamen einige Spieler einfach auch nicht immer zurecht. Unter der Woche im Training konnte man gar nicht glauben, was manche gezeigt haben und wenn es dann Richtung Samstag ging und man in dieses Stadion eingelaufen ist, da wurden sie nervöser und verkrampfter. So etwas spürt man als Mitspieler und versucht dann, denjenigen zu unterstützen. Und Auswärts? Eigentlich versucht man, Auswärtsspiele ähnlich energiegeladen anzugehen. Warum es dann nicht funktioniert, ist nicht so einfach zu beschreiben, zu begreifen und manchmal zu erklären.

Zum Thema Energie fällt mir ja das Tor gegen Hoffenheim ein. Kannst du beschreiben, was in dem Moment in dir vorging?

Ich glaube, dass in dem Moment gar nicht so viel in mir vorging. Ich bin ja sonst eher jemand von der Persönlichkeitsstruktur, und auch von der zentralen Position auf dem Platz her, der an alles denkt und den Überblick behält, eher noch mal quer passt und den Besseren sieht. In dem Moment habe ich einfach draufgehalten. Das hätte ich vielleicht öfter mal machen sollen in meiner Karriere: Nicht nachdenken, einfach draufhalten. In dem Moment hat es super geklappt. Man merkt ja, wenn der Ball den Fuß berührt, dass man ihn gut getroffen hat und sieht dann auch, dass er gut kommt. Das war ein befreiender Moment. Es war ein sehr emotionales Jahr für mich, dazu war es ein wichtiges Tor und dann kam ja das Halbfinale gegen Bayern, was auch noch mal ein emotionales Spiel war. Wahnsinn. Natürlich auch ein persönliches Highlight für mich, hier noch mal ein Tor, mein letztes aus dem Spiel heraus für den BVB, erzielt zu haben.

Du hast ja einige Highlights hier erlebt. Kannst du eines herausheben?

Ich habe in 13 ½ Jahren hier so viele Highlights erlebt, da den schönsten Moment herausheben … schwierig. Bei drei Meistertiteln, Double, Champions League Spielen, vielen Finalerlebnissen. Das Champions League Finale war ja auch ein Highlight, nur eben mit bitterem Ausgang.
Ich würde da schon das Double nennen. Das erste Mal in der langen Vereinsgeschichte, als Kapitän, das war schon etwas sehr Besonderes und wird immer in Erinnerung bleiben. Aber wir hatten so viele geile Momente hier in diesem Stadion: Málaga, Real Madrid, so viele tolle Champions League Spiele, aber auch heiße Derbys. Mal 3:0 zurückgelegen und dann 3:3, nachdem Alex reingekommen ist und das Ding dreht. Wirklich schwierig, sich da festzulegen.

Jetzt gab es ja auch einige Rückschläge in deiner Karriere. Du warst häufig verletzt. Wie reagiert man da? Wie durchlebt man so eine Zeit, was macht man neben den Behandlungsterminen? Bleibt man nah an der Mannschaft oder zieht man sich zurück und braucht Zeit für sich?

Das kommt ein bisschen auf die Verletzung an, wie schlimm sie war und wie lange die Ausfallzeit prognostiziert wurde. Wenn es eine mehrmonatige Pause war, dann macht man sich erstmal ein bisschen rar. Aber sobald dann die Diagnose feststand oder eine Operation geglückt war, dann war der Haken dran und der Blick ging nur noch nach vorne: Wie sind die nächsten Schritte, damit ich mir Dinge wieder erarbeite, damit ich nicht zu viel Kraft, zu viel Kondition verliere. Da war ich immer super fokussiert, habe mir mit den Physios und Rehatrainern einen klaren Plan aufgebaut. Es gab aber auch Phasen, wo gar nicht richtig klar war, was das für eine Verletzung war. Man wird innerlich sehr unruhig und nachdenklich. Es kam dann ja die Frage auf: Geht es überhaupt noch weiter? Das sind schon harte Momente, die man mit sich ausmacht.

Es klopft. Verwundert gucken wir uns an, warum die Stadionführerin nicht einfach die Tür öffnet. Es klopft wieder. Sebastian Kehl steht auf und öffnet. Vor der Tür steht die Stadionführungsgruppe, allen voran ein kleiner Junge, der sichtlich überrascht ist, dass ihm überhaupt die Tür geöffnet wurde und dann auch noch von einem so bekannten Gesicht. Nach ein paar Fotos ziehen wir weiter zur Trainerbank:

Auf der Trainerbank

Ich habe viel Zuspruch aus der Mannschaft, vom Verein und von Fans bekommen und bin so motiviert gewesen, dass ich noch stärker zurückkommen wollte. Das ist mir doch auch gut gelungen, finde ich. (lacht)

Wie verbringt man denn so einen Tag, wenn man verletzt ist?

Die Tage sind oft viel gefüllter, weil man zum Arzt oder zur Physiotherapie muss. Auf dem Level bei Borussia Dortmund hat man immer Möglichkeiten, an sich zu arbeiten. Es gibt ja kaum eine Verletzung, die dich komplett lähmt und man kann immer an gewissen Bereichen weiter trainieren ohne den Heilungsprozess zu behindern. So bleibt man auch relativ gut im Rhythmus. Aber natürlich habe ich die Zeit ein bisschen mehr mit der Familie genutzt, in der langen Knieverletzung ist mein Sohn Luis geboren, das war natürlich schön zu erleben. Aber es sind insgesamt schon harte Moment. Man will auf dem Platz stehen und stattdessen ist man im Kraftraum und kann nur zugucken, wie die Jungs trainieren, sich freuen oder nicht eingreifen und helfen, wenn es nicht läuft.

Du warst sehr lange beim BVB. Wann hast du dir überlegt, hier zu bleiben und deine Karriere hier zu beenden? Du hattest ja sicher auch andere Angebote.

Ich hatte mir das gut überlegt, als ich den Vertrag im März 2014 noch mal verlängert habe. Ein Jahr noch und das sollte dann mein letztes Jahr sein, weil ich auf einem absoluten Top- Niveau aufhören und den Moment selber wählen wollte. Und letztendlich hatte ich so eine schöne Geschichte mit Borussia Dortmund, dass ich mir keinen anderen Verein in Deutschland mehr vorstellen konnte. Ich hatte schon noch überlegt, ob ich ein Jahr im Ausland dranhänge, es gab auch mal ein paar Kontakte, aber am Ende wollte ich das, was ich hier erreicht habe, mit dem Abschied, den ich hier auch hatte, nicht noch mal künstlich bei einem anderen Verein verlängern. Ich glaube, dafür war es auch viel zu emotional und viel zu schön. Ich bin dankbar für die erfolgreichen, aber auch schwierigen Jahre bei diesem tollen Club, der ein Teil meines Lebens geworden ist. Die letzten Minuten meiner Karriere hier im Stadion zu erleben, da bekomme ich heute noch Gänsehaut. Obgleich es natürlich nicht nur mein Abschied war, sondern auch der von Jürgen Klopp. Das war nicht so ganz leicht für uns beide. Und danach war noch das Finale in Berlin, das wir dann ja leider verloren haben, aber sonst wäre das Märchen vielleicht auch zu schön gewesen.

War das eigentlich komisch für dich, dass ihr zusammen verabschiedet wurdet?

Es gab ja keine andere Möglichkeit. Jürgen Klopp hat seinen Abschied im April bekanntgegeben. Ich konnte mich ein bisschen länger darauf vorbereiten. Aber ich glaube - und dafür verstehen wir uns beide weiterhin so gut – wir hatten gemeinsam eine sehr erfolgreiche Zeit und einiges erlebt. Uns diesen Tag zu teilen, war absolut ok. Und am Ende haben wir dieses letzte Spiel zum Glück ja auch noch positiv gestaltet.

Du warst ja auch in Zeiten hier, als es so richtig schlecht lief. Da gab es ein Spiel gegen Hamburg, wo wir 2:0 verloren haben. Danach haben manche Spieler, unter anderem du, mit den Fans gesprochen, manche andere nicht. Wie wichtig war dir der Dialog?

Na ja, das Spiel und meine Worte würde ich heute auch anders wählen, aber natürlich, eine Art von Verständnis zu zeigen für Fans, für das, was sie hier leben, das habe ich hier gerade in meiner Anfangszeit, in jungen Jahren erfahren. Es gehört gerade in schwierigen Zeiten einfach dazu, sich zu stellen und nicht nur da zu sein, wenn die Pokale vergeben werden.

Aus den Boxen ertönt laut die Einlaufmusik. Scheinbar ist die Stadionführung in der Kabine fertig und möchte jetzt auch durch den Spielertunnel nach draußen. Wir machen uns also auf zur Südtribüne. Worüber wir dort gesprochen haben, erfahrt ihr in Teil zwei.


Lionard, Wiggy, Seb - 27.03.2017
Fotos: Wiggy


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