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Spielbericht Amateure - 27.02.2017

Amateure machen den nächsten Schritt Richtung Aufstieg

Nach der Absage des Spiels bei Rot-Weiß Oberhausen am vergangenen Wochenende starteten Borussia Dortmunds Amateure mit einwöchiger Verspätung ins Jahr 2017. Gegen die TSG Sprockhövel gab es vor atemberaubenden 392 Zuschauern einen auch in der Höhe völlig verdienten 4:1-Sieg.

Taktik

Eberwein, Al Ghaddioui und Wassey bejubeln das 4:1

Weil Roman Weidenfeller kränkelte und dessen Kadernominierung für das Spiel der Profis gegen den SC Freiburg nicht in Stein gemeißelt war, flog Hendrik Bonmann mit in den Breisgau und saß dort schließlich 90 Minuten auf der Tribüne. Im Tor der Amas stand dafür erstmals in dieser Saison der wiedergenesene Dominik Reimann. Pascal Reckert, der Bonmann Ende des letzten Jahres einige Male vertrat, saß auf der Bank. Größere Überraschungen in der ersten Elf blieben ansonsten aus. Patrick Mainka und 1,94m-Hüne Christoph Zimmermann bildeten wie gewohnt die Innenverteidigung, Burak Camoglu verteidigte rechts und Lars Dietz ersetzte den nun länger verletzten Sören Dieckmann links hinten. David Sauerland agierte im zentral-defensiven Mittelfeld, davor sollten Jonas Arweiler, Marco Hober, Massih Wassey, Michael Eberwein und Toptorjäger Hamadi al Gaddioui für Furore sorgen.

Auf Sprockhöveler Seite hielt sich die Anzahl der bekannten Spieler in Grenzen, auffällig einzig der Akteur mit der Rückennummer 15, Hatim Bentaleb. Eine Verwandtschaft zum Neuzugang der Blauen ist allerdings nicht vorhanden.

Erste Halbzeit

Dietz markiert das 2:1

Weil sich der Zustand des Rasens in der altehrwürdigen Kampfbahn Roten Erde im Winter stets an der Grenze zur Unbespielbarkeit befindet, war bereits im Vorhinein klar, dass man an diesem Tag keine fußballerischen Glanzleistungen erwarten konnte. Der BVB brauchte deshalb auch die eine oder andere Minute, um ins Spiel zu kommen. Sprockhövel nutzte das eiskalt aus und ging nach sechs Minuten nach einem wunderschönen Heber von Antwi-Adjej in Führung. Ob der Schuss wirklich so gewollt war, kann wohl nur der ehemalige Jugendspieler des TSC Eintracht beantworten, darf aber zumindest bezweifelt werden. Ändert aber nix, Reimann war in seinem ersten Seniorenspiel früh geschlagen. Die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga führte bei der stärksten Heimmannschaft, die schlechteste Offensive der Liga bei der besten Defensive. Die kurzzeitige Hoffnung auf eine Sensation hielt bei den rund 50 mitgereisten Dorfrentnern aber nicht allzu lang. Um genau zu sein, nur gut 60 Sekunden. Nach Vorarbeit von Arweiler netzte al Ghaddioui aus kurzer Distanz postwendend zum Ausgleich ein. Alles wieder im Lot.

Doch die Borussia hatte weiterhin so ihre Mühe, weniger mit dem Gegner als vielmehr mit dem grün-braunen Geläuf. Nur wenig von dem, was diese BVB U23 auszeichnet, wollte auf diesem Rasen gelingen. Torchancen blieben Mangelware, auch deshalb, weil die paar aussichtsreichen Standardsituationen leichtfertig vergeben wurden. Als sich das Gros der 392 Zuschauer in der Kampfbahn auf ein 1:1 zur Pause einstellte, schlug die Borussia doch noch eiskalt zu. Wasseys Eckball war endlich mal nicht zu flach oder zu kurz oder beides, sondern landete perfekt auf dem Kopf des vollkommen freistehenden Lars Dietz, keine Abwehrchance für Gäste-Keeper Robin Benz.

Zweite Halbzeit

Kurz nach der Pause: Arweiler mit dem Tor

Mit dem späten Führungstreffer lief es auf einmal besser bei den Borussen-Bubis. Innerhalb von drei Minuten nach Wiederanpfiff entschied sich das Spiel dann endgültig. Nach einem langen Ball war al Ghaddioui frei durch und erzielte seinen zweiten Treffer des Tages. Zwei Zeigerumdrehungen später köpfte Arweiler das Leder nach Wassey-Flanke perfekt unter die Latte. 4:1 nach 50 Minuten, das Ding war durch [TM]. Tatsächlich sollte in der Folge nicht mehr allzu viel passieren. Stattdessen erreichte das Spiel das ähnliche Langeweile-Niveau wie zwischen der 10. und 40. Minute. Dortmund wollte nicht viel mehr, Sprockhövel konnte nicht viel mehr. Die wenigen Torchancen, die es noch gab, gehörten aber allesamt dem BVB. Eberwein, Wassey oder auch Hober konnten aber keinen fünften Treffer mehr draufsetzen. Bei diesem Spielstand wollen wir es ihnen mal verzeihen…

Fazit und Ausblick

Der Borussia gelingt ein vollkommen verdienter Sieg gegen die im Sommer aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr viertklassige TSG Sprockhövel. Mit dem Sieg hat sich die Situation in der Tabelle weiter verbessert. Der Rückstand auf Platz eins beträgt nur noch zwei Zähler, allerdings hat man noch ein Spiel weniger auf dem Konto. Heißt im Umkehrschluss: Werden beide Nachholspiele gegen Siegen und Oberhausen gewonnen, stehen Borussia Dortmunds Amateure wieder auf Platz eins der Regionalliga West.

Weiter geht’s für die Jungs von Daniel Farke am nächsten Samstag mit dem Spiel beim SC Wiedenbrück (natürlich parallel zum Profispiel gegen Leverkusen), am Mittwoch drauf gastiert man bei den Sportfreunden Siegen (natürlich parallel zum Profispiel gegen Lissabon), bevor am 11.3. mit dem Duell gegen den Bonner SC das nächste Heimspiel ansteht (natürlich parallel zum Profispiel gegen Hertha).

Zum Abschluss noch eine wichtige Durchsage: Parallelansetzungen sind scheiße!

Wir erwähnen es hier nicht zum ersten Mal und mittlerweile habe ich auch jegliche Hoffnung verloren, dass sich das alles jemals wirklich verbessern wird, verschweigen werde ich es aber dennoch nicht. Parallelansetzungen sind scheiße! 392 Zuschauer – das ist einfach nur traurig und trostlos. Das haben diese Jungs, die eine so starke Saison spielen, auch einfach nicht verdient. Nach den Leipzig-Vorfällen dürfte die ZIS in den nächsten Monaten allerdings noch mehr als sonst darauf achten, dass sich die Anzahl der nicht-parallelen Spieler sehr in Grenzen halten wird…

Statistik

BVB Amateure: Reimann – Camoglu, Zimmermann, Mainka, Dietz (71. Schumacher) – Sauerland (75. Fritz) – Arweiler, Wassey, Eberwein, Hober – al Ghaddioui (84. Hanke)

TSG Sprockhövel: Benz – Oberdorf, Budde, Meister, Gremme – Dombayci, März, Wasilewski, Antwi-Adjej – Demir, Bentaleb (60. Murai)

Tore: al Ghaddioui (7., 46.), Dietz (41.), Arweiler (48.) – Antwi-Adjej (6.)

Zuschauer: 392 in der Kampfbahn Roten Erde

cka, 26.02.2017


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