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Warmlaufen - 13.02.2017

Zu Gast beim portugiesischen Rekordmeister

Spielte lange Jahre für Benfica: Fußballlegende Eusebio. Jahrelang stand Portugal nicht auf dem internationalen Reiseplan der Schwarzgelben, doch das Schicksal möchte es so, dass sich BVB nun binnen weniger als einem Jahr zum dritten Mal auf den Weg ins Land des aktuellen Fußball-Europameisters machen muss. Die bisherige Ausbeute liest sich dabei hervorragend: In der Europa League konnte Porto mit 1-0 besiegt werden und auch gegen Sporting holte man in der zurückliegenden Champions League-Gruppenphase einen 2-1-Auswärtssieg. Waren diese Teams schon alles andere als Sparringspartner, so hat die Tuchel-Elf im Achtelfinale mit Benfica nun ein echtes Schwergewicht vor der Brust.

Im Jahr 1904 (Schlimm!) gegründet, konnte der Verein bis dato 35-mal die portugiesische Liga, 25-mal den nationalen Pokal und 7-mal den Ligapokal gewinnen und galt bis vor kurzer Zeit noch als der Klub mit den meisten Vereinsmitgliedern weltweit. Anfang der 1960er Jahre erlangte Benfica internationale Bekanntheit, da sie zweimal den Europokal der Landesmeister gewinnen konnten – u.a. einmal mit der 2014 verstorbenen Vereinsikone Eusebio. Einen Vorgeschmack darauf, wie schwer es gegen die Portugiesen werden wird, lieferte das letztjährige Viertelfinale der Champions League. Der FC Bayern München mühte sich unter Pep Guardiola zu einem 1-0-Heimsieg und einem 2-2-Unentschieden in Lissabon.

Taktisch nicht ausgefallen aber technisch beschlagen

Gegen portugiesische Vereine macht der BVB in der jüngeren Vergangenheit eine gute Figur. Der Trainer Rui Vitoria setzt bei seinem Team zumeist auf das in Europa weitverbreitete 4-2-3-1, bei dem durch Mittelfeldpressing Ballgewinn erzwungen werden und schnell von Defensive auf Offensive umgeschaltet werden soll. Verteidigt wird dabei häufig mit einer Mannorientierung, die Außenstürmer verfolgen die gegnerischen Außenverteidiger weit hinein in die eigene Spielfeldhälfte. Technisch ist das Team im europäischen Vergleich sehr beschlagen (Passquote von 84%), was dabei helfen kann, ein mögliches Dortmunder Pressing zu umspielen.

Ein Auge sollte man bei den Portugiesen vor allem auf Mittelstürmer Konstantinos Mitroglou (18 Saisontore) und Mittelfeldspieler Pizzi (11 Saisontore) werfen. Die Generalprobe konnte Benfica bereits am vergangenen Freitag (3-0 gegen den FC Arouca) in Unterzahl positiv gestalten. Wer sich eingehender mit der taktischen Aufstellung Benficas beschäftigen möchte, dem empfehle ich ausnahmslos die letztjährige Betrachtung des Teams durch Tobias Escher, der die Spielweise für den Vorbericht der 11Freunde gegen den FC Bayern München genauer unter die Lupe genommen hat.

Der BVB ist ein einziges Fragezeichen

Ratlos in Darmstadt.Nach der grotesk schlechten Vorstellung am Darmstädter Böllenfalltor ist der BVB für Dienstag ein einziges Fragezeichen. Zu eklatant waren die Mängel im Spiel gegen den Tabellenletzten, als dass sich daraus zwangsweise ableiten lassen würde, wie das kommende Spiel aussehen mag. Folgt man der Logik der gesamten Saison, deren einzige Konstante die Inkonstanz ist, dann müsste nach einem tollen Spiel gegen Leipzig und einem miserablen Spiel in Darmstadt nun wieder ein glanzvoller Auftritt auf der großen Bühne im Rampenlicht der Champions League erfolgen.

Nahezu alle möglichen Faktoren für die durchwachsenen Spiele wurden sowohl in unseren Artikeln als auch im Forum bereits zu Genüge durchgekaut und durchdiskutiert, nur um dann im nächsten Spiel erneut wiederlegt und in der darauffolgenden Partie wieder bestätigt zu werden. Schauen wir einfach mal, zu was die Mannschaft in der Champions League im Stande ist, denn 90 Minuten Achtelfinale ist ja auch ganz schön, wenn man die aktuellen Nebengeräusche mal ausblendet.

So könnten sie Spielen

Benfica: Ederson - Nelson Semedo, Luisao, Nilsson Lindelöf, Eliseu - Fejsa, Pizzi - Zivkovic, Jonas, Carrillo - Mitgroglou.

BVB: Bürki - Piszczek, Sokratis, Bartra, Schmelzer - Weigl, Guerreiro - Reus, Dembélé, Pulisic - Aubameyang.

Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)

DerJungeMitDemBall, 13.02.2017


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